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25.06.2021 | 05:10

Nordex, XPhyto Therapeutics, Siemens AG – Wachstum ohne Ende

  • Biotechnologie
  • Märkte
Bildquelle: pixabay.com

Die Federal Reserve (FED) ebnet den Weg: Nachdem in der vergangenen Woche anlässlich des Offenmarktausschusses die Diskussion um eine mögliche vorgezogene Zinserhöhung entbrannte, meldete sich gestern FED-Chef Jerome Powell persönlich und dämpfte die aufkeimenden Inflationssorgen. Zwar seien die Effekte der anziehenden Konjunktur am Ende der Corona-Pandemie stärker als prognostiziert, doch sollten diese mit der Zeit verblassen. Somit wird durch die lockere Geldpolitik das Wachstum weiter vorangetrieben. Ein Nährboden für Wachstums- und Technologieaktien und weiter steigende Kurse.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055 , SIEMENS AG NA O.N. | DE0007236101 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    XPhyto Therapeutics – auf vielen Füßen

    Nach den vergangenen, schweren Monaten aufgrund der Corona-Pandemie, kehrt durch die 3 „Gs“-getestet, geimpft, genesen-etwas Ruhe ein. Trotzdem bleibt der Virus und wird sich in immer wieder verändernder Form zurückmelden. Der globale Diagnostikmarkt boomt und dürfte in den nächsten Jahren weiter wachsen. So zeigen Studien, dass der globale Markt für Schnelltests bis zum Jahr 2023 mit einer jährlichen Rate von 8,9% pro Jahr auf ein Volumen von 39,1 Mrd. USD wachsen wird. Neben großen Playern wie Abbott Laboratories oder der F. Hoffmann-La Roche AG, will das 2017 gegründete Unternehmen XPhyto Therapeutics durchstarten. Der biowissenschaftliche Accelerator, der durch mehrere Übernahmen und Kooperationen gewachsen ist, legt seinen Fokus auf Investitionen in die nächste Generation von Arzneimittelverabreichungen, Diagnostika und neue pharmazeutische Wirkstoffe.

    So gab XPhyto Ende Mai bekannt, dass der deutsche Partner, die Max Pharma GmbH, mit dem Verkauf seines 25-minütigen COVID-19 RT-PCR-Testsystems "Covid-ID Lab" in Deutschland begonnen hat. Covid-ID Lab ist innerhalb der Europäischen Union als kommerzieller In-vitro-Diagnostik-Test (CE-IVD) registriert. Der Vorteil des angebotenen Tests ist es, dass Covid-ID Lab nur eine 20-minütige PCR-Laufzeit ohne vorherige RNA-Extraktion als Teil der Probenvorbereitung benötigt.
    Das Produkt soll laut dem Management die Lücke zwischen Einweg-Antigentests und zentralisierten automatisierten PCR-Systemen schließen.
    Zielkunden sind zum Beispiel Flughäfen, Kreuzfahrtschiffe, Apotheken, medizinische Versorgungseinrichtungen sowie Industrie- und Ausbildungsstandorte, wo schnelle, aussagekräftige Ergebnisse erforderlich sind. Gefördert wurde die Unternehmung unter anderem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

    Auch im Bereich Medikamentenentwicklung kann XPhyto Therapeutics wichtige Erfolge vermelden. So hat sich das kanadische Unternehmen zum Ziel gesetzt, in dem Anfang des Jahres gestarteten Meskalin-Syntheseprogramm mit Hilfe psychedelischer Substanzen neue Medikamente zu entwickeln, die die Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angstzuständen, Suchterkrankungen und Trauma bedingten Belastungsstörungen ohne Nebenwirkungen zu verbessern.

    Die Herstellung von psychedelischen Verbindungen in pharmazeutischer Qualität und im industriellen Maßstab, einschließlich Meskalin und Psilocybin, ist ein wichtiger Teil von XPhytos Programm für psychedelische Medizin und wird eine Basis für die Arzneimittelformulierung und die klinische Validierungsarbeit bilden. Auch in dieser Sparte setzt man auf Kooperationen. So besitzt man einen exklusiven Entwicklungsvertrag mit einer deutschen Universität für die industriell-biotechnologische Produktion von Psilocybin in pharmazeutischer Qualität. Mit der University of Alberta besteht ein ähnlicher Vertrag mit dem Wirkstoff Meskalin.
    Wegen der revolutionären PCR-Technologie des Unternehmens und der innovativen Arzneimittelverabreichungsformulierungen, die ebenfalls in diesem Jahr auf den Markt kommen sollen, hat XPhyto Therapeutics mehrere Eisen im Feuer. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 135 Mio. CAD und bietet auf aktuellem Niveau eine erfolgversprechende Einstiegsmöglichkeit.

    Nordex AG – Aufträge am fließenden Band

    Erfolgreiche Woche in Bezug auf die Auftragsbücher für den Windkrafthersteller Nordex. Bereits Anfang der Woche konnte ein Großauftrag aus Finnland vermeldet werden. So liefert das in Hamburg niedergelassene Unternehmen 2022 insgesamt 35 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 199,5 Megawatt für den Bau von vier Onshore-Windparks in den hohen Norden.

    Gestern folgte dann ein Großauftrag aus Südamerika. So wurde Nordex von der AES Brasil beauftragt, 55 Turbinen des Typs N163/ 5.X für den 313,5-MW-Windpark Cajuina zu liefern und zu errichten. Im Umfang enthalten ist ebenfalls ein Servicevertrag über fünf Jahre, der durch mehrere Verlängerungsoptionen auf bis zu 20 Jahre ausgedehnt werden kann. Der Bau der Anlagen soll im Sommer des nächsten Jahres starten.

    Wie bereits berichtet, befindet sich die Aktie der Nordex AG nach dem starken Abverkauf aktuell in einer Bodenbildungsphase im Bereich zwischen dem Jahrestief bei 16,59 EUR und 17,10 EUR. Ein nachhaltiges Überwinden des Widerstandes bei 19,78 EUR würde die Konsolidierungsformation nach oben abschließen. Sollte die Aktie des Windanlagenbauers unter das Jahrestief fallen, wäre die markante Unterstützungszone bei 13,87 EUR das nächste Ziel.

    Siemens AG – Wie am Schnürchen

    Erinnern Sie sich noch an den 20. März 2020? Viele Siemens-Aktionäre dürften damals weitaus unentspannter vor dem Rechner gesessen sein, markierte doch der Kurs der Aktie ein neues Tief bei 53,19 EUR. Heute, ein Jahr und drei Monate später, glänzt das deutsche Vorzeigeunternehmen mit Kursen bei 135 EUR. Der Umbau des Konzerns und die Abspaltung des Energiebereichs wurde in den vergangenen Jahren erfolgreich praktiziert. Nun wollen die Münchner um den neuen Vorstandschef Roland Busch das Wachstum nochmals beschleunigen. Im Vorfeld des Kapitalmarkttages wurde bekanntgegeben, dass die vergleichbaren Umsätze in den nächsten drei bis fünf Jahren durchschnittlich um 5 bis 7% pro Jahr wachsen sollen.

    Durch die „günstige Geschäftsentwicklung“, die sich im laufenden Quartal fortsetzt, bekräftigt Siemens demnach auch seine Prognose für das Gesamtjahr, obwohl sogar in dieser Aussicht die Belastungen der Übernahme des US-Krebsspezialisten Varian durch die Medizintechniktochter Siemens Healthineers enthalten sind. Die Ziele für den Gewinn nach Steuern liegen somit zwischen 5,5 Mrd. EUR und 6,2 Mrd. EUR. Weiter wurde bekannt, dass der Konzern plant, die Dividenden sukzessive zu erhöhen und ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 3 Mrd. EUR anstrebt.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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