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15.10.2026 | 05:39

SAP, Aspermont, Palantir – KI-Aktien mit Rückenwind, wenn aus Daten Produkte werden

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Bildquelle: Pixabay

Daten sind der Rohstoff für die künstliche Intelligenz. Am 6. Oktober hat SAP angekündigt, den belgischen Spezialisten TechWolf zu übernehmen, dessen Technik Aufgaben, Fähigkeiten und Arbeitsmarktsignale verknüpft. Der Abschluss ist für das 4. Quartal geplant. Rohstoffe im wörtlichen Sinn begleitet Aspermont, das sich vom Fachverlag für den Bergbau zum Anbieter von Daten und Analysen entwickelt. Palantir verbindet Datenquellen zu Plattformen, auf denen Behörden und Unternehmen handeln. Die künstliche Intelligenz hilft dem Geschäft mit Daten gerade auf die Sprünge. Wir sehen uns daher SAP, Aspermont und Palantir genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Aspermont Ltd | AU000000ASP3 , SAP SE | DE0007164600 , US69608A1088

SAP – kauft Daten über Arbeit und setzt auf Agenten

Auf der SAP Connect hat SAP am 6. Oktober angekündigt, dass die neuen Agenten, Assistenten sowie Joule Studio und Joule Work im Oktober allgemein verfügbar werden. Einsatzgebiete sind Finanzen, Lieferkette, Personal, Einkauf und Kundenerlebnis. Damit löst der Konzern ein Versprechen ein, das die Walldorfer im Mai auf der Sapphire-Konferenz den Kunden und Partnern gegeben hatten. Für Kunden zählt am Ende, ob die Agenten im Alltag Arbeit abnehmen. Gelingt das, wird aus Software ein Dienstleister, der Prozesse selbst erledigt. Das könnte SAP in die Karten spielen.

Am 6. Oktober hat SAP die Übernahme von TechWolf aus Gent vereinbart. Der belgische Anbieter bildet in einem eigenen Datenmodell ab, welche Aufgaben in einem Unternehmen anfallen und welche Fähigkeiten die Mitarbeitenden haben. Das Modell soll zum Kern von SuccessFactors werden. TechWolf bleibt unter Mitgründer und CEO Andreas De Neve eigenständig und steht auch Kunden ohne SAP offen. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Abgeschlossen werden soll die Transaktion im 4. Quartal 2026, sofern die Behörden zustimmen. Zu den Kunden von TechWolf zählen beispielsweise HSBC, GSK und PayPal.

Parallel schickt SAP laut Industriemagazin eigene Entwickler zu ausgewählten Großkunden, die vor Ort lauffähige Anwendungen mit künstlicher Intelligenz bauen. Das Vorbild liefert Palantir. Dem Bericht zufolge arbeiten solche Teams unter anderem bei Bayer, H&M, Toyota und Bosch. Auf der Strecke bleiben könnte die Marge, wenn zu viele Projekte Einzelanfertigungen bleiben. Das ist das Risiko. Wie viel Standard bleibt dann übrig? Am 21. Oktober legt SAP die Zahlen zum 3. Quartal vor. Bis dahin richtet sich der Blick auf Joule, TechWolf und die Entwickler beim Kunden.

Aspermont – vom Fachverlag zur Datenplattform

Aspermont gibt es seit 1835. Aus dem Fachverlag für den Bergbau mit Titeln wie dem Mining Journal ist ein Anbieter von Informationen, Daten und Analysen für den Rohstoffsektor geworden. Nach Angaben des Unternehmens besitzen mehr als 4.000 Firmen in über 150 Ländern ein Abonnement, darunter mehr als 25 % der Global Fortune 100. Die Australier verdienen damit wiederkehrendes Geld, das den Aufbau der neuen Datensparte mitfinanziert. Dahinter steht ein 190 Jahre altes redaktionelles Archiv, das sich für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz nutzen lässt. Aus Inhalten wird so Entscheidungshilfe. Der Wandel hat Substanz.

Wie gut der Umbau läuft, zeigt das 3. Quartal des Geschäftsjahres. Am 31. Juli hat Aspermont gemeldet, dass der Umsatz im bis zum 30. Juni laufenden Quartal um 25 % auf 4,5 Mio. AUD stieg, nach 3,6 Mio. AUD im Vorjahr. Das normalisierte EBITDA erreichte 0,0 Mio. AUD, nach einem Verlust von 0,6 Mio. AUD. Die Erlöse aus Abonnements und Datenlizenzen lagen bei 2,6 Mio. AUD, nach 2,5 Mio. AUD. Die sonstigen Umsätze aus Werbung, Nexus und Veranstaltungen legten um 73 % auf 1,9 Mio. AUD zu. Operativ läuft es gut.

Den größten Hebel sieht Aspermont in Data & Intelligence. Mining-IQ ist zusammen mit World Risk Analytics bereits live. Der Vertrag mit Rio Tinto über rund 550.000 AUD zeigt, dass die Daten auch bei Branchenriesen Anklang finden. Betaversionen von neuen Produkten sind noch für 2026 geplant, erste Datenumsätze für 2027. Die Analysten von GBC sehen darin eine Blaupause, um aus einzelnen Projekten größere wiederkehrende Kundenbeziehungen zu machen. Gelingen weitere Verträge mit Großkunden, könnte Mining-IQ der große Wurf werden. Die Empfehlung lautet Kaufen mit einem Kursziel von 5,20 AUD. Die liquide Beteiligung an Tâiko schafft Finanzierungsspielraum, und auch eine Notierung in Großbritannien prüft das Board.

Palantir – souveräne KI und Aufträge der Armee

Palantir baut sein Geschäft mit souveräner KI aus. Anfang Oktober hat der Konzern aus Denver Armada zum ersten zertifizierten Partner für modulare Rechenzentren ernannt. Unternehmen und Behörden sollen damit Modelle der künstlichen Intelligenz auf eigener Infrastruktur betreiben können, auf Wunsch ganz ohne Anbindung an eine externe Cloud. Am 12. Oktober folgte Regna AI. Das eigenständige Unternehmen läuft mit Technik von Palantir und gehört zunächst vollständig zu Ondas. Es soll Anwendern helfen, Modelle in der eigenen Umgebung zu entwickeln. Gelingt das, mischt Palantir den Markt für souveräne KI auf.

Auch bei der amerikanischen Armee kommt Palantir voran. Am 17. September erhielt Palantir USG einen Auftrag, die Munitionsverwaltung zu modernisieren. Mehrere veraltete Systeme sollen durch eine einzige Plattform ersetzt werden. Der Vertrag hat eine Grundlaufzeit und kann um mehrere Jahre verlängert werden. Am 1. September wurde zudem bekannt, dass das Programm TITAN in die Produktion geht. Palantir liefert dafür weitere Systeme, und weitere Produktionsaufträge sind für das Haushaltsjahr 2027 geplant. Ob die Armee die Option zieht, entscheidet über den Wert des Auftrags.

Am 2. November legt Palantir die Zahlen zum 3. Quartal nach Börsenschluss in den USA vor. Den Termin hat der Konzern am 12. Oktober bekanntgegeben. Spannend ist dabei die Verbindung zu SAP. Die Walldorfer richten ihr Vorgehen beim Kunden am Modell von Palantir aus, bei dem Ingenieure direkt vor Ort Anwendungen bauen. Das zeigt, wie weit die Methode ausstrahlt. Wie schnell Aufträge wie die der Armee im Umsatz ankommen, hängt auch von Verlängerungsoptionen und Haushaltsentscheidungen ab. Die kommenden Zahlen sind also wichtig für die Investoren.

Fazit:

Daten werden zum Produkt, und wer sie in Anwendungen verwandelt, hat Rückenwind. SAP holt sich mit TechWolf Wissen über Arbeit ins Haus und bringt Agenten in den Alltag der Kunden. Auf der Strecke bleiben könnte nur die Marge, wenn zu viel Einzelarbeit anfällt. Aspermont steigerte den Umsatz im 3. Quartal um 25 % und baut mit Mining-IQ und dem Vertrag mit Rio Tinto die Datensparte weiter aus. Palantir treibt souveräne KI und Projekte der Armee voran und legt am 2. November Zahlen vor. Daten sind das Lebenselixier der drei Unternehmen.


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Der Autor

Armin Schulz

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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