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03.08.2021 | 05:10

Siemens Healthineers, Cardiol Therapeutics, BioNTech – Die Blockbuster von morgen

  • Biotechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Der Kampf gegen das Corona-Virus und die mögliche Rückkehr zum gewohnten Alltag verspricht Unternehmen aus dem Biotechnologiesektor Milliardengewinne. An vorderster Front sind die Impfstoffproduzenten wie BioNTech mit seinem Pharmapartner Pfizer oder Moderna die Hauptprofiteure der Pandemie. Daneben wachsen Start-ups aus dem Diagnostik- und Therapiebereich heran, die mit ihren Rezepturen Blockbuster-Potenzial besitzen und in den kommenden Jahren einen ähnlichen Weg wie die Vakzin-Hersteller gehen könnten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , SIEMENS HEALTH.AG NA O.N. | DE000SHL1006

Inhaltsverzeichnis:


    Cardiol Therapeutics – Blockbuster fürs Herz

    Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann auch das Herz angreifen und in einigen Fällen womöglich zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) führen. In jüngster Zeit wird zudem darüber diskutiert, dass auch im Nachgang einer Covid-19-Impfung, vor allem mit einem sogenannten mRNA-Impfstoff wie BioNTech oder Moderna, Entzündungen am Herzmuskel und Herzbeutel auftreten. Cardiol Therapeutics forscht bei seiner neuartigen Therapie an diesem Problem und legt den Fokus auf die Produktion pharmazeutischer Cannabidiol (CBD)-Produkte und der Entwicklung innovativer Therapien für Herzerkrankungen, einschließlich akuter Herzmuskelentzündung und anderer Ursachen von Herzversagen.

    Die Studie am aussichtsreichsten Produkt, CardiolRx, wird an hospitalisierten Herz-Kreislauf-Patienten mit positiven COVID-19-Virustest getestet. Dabei wurde bereits die Phase I-Studie ohne Nebenwirkungen durchlaufen. Vielmehr zeigte sich eine deutliche Verbesserung der endothelialen Dysfunktion. Aktuell befindet sich das Präparat bereits in der Phase-II/III-Ergebnisstudie mit 422 Hochrisikopatienten, die in Verbindung mit Covid-19 in ein Krankenhaus stationär eingeliefert wurden.

    Für die Finanzierung der Forschungsarbeiten holte sich das Unternehmen bereits mehr als 50 Mio. CAD vom Kapitalmarkt, alleine die letzte Kapitalrunde mit einem Bruttoerlös von 22 Mio. CAD war mehrfach überzeichnet. Cardiol Therapeutics, dass bereits im ersten Quartal sein Nasdaq-Listing beantragte, wird von den Analysten von GBC Research mit einem Kaufurteil und einem Kursziel von 15,77 CAD bewertet. Die Aktie, die auch in Frankfurt gehandelt wird, notiert aktuell bei 2,83 CAD.

    BioNTech – The sky is the limit

    Am 9. August veröffentlicht das Mainzer Immuntherapie-Unternehmen seine mit Spannung erwarteten Zahlen für das 2.Quartal. Bereits im Vorfeld springt die Aktie von Hoch zu Hochs, aktuell notiert ein Anteilsschein bei rund 343 USD. Der Börsenwert von BioNTech liegt bei schwindelerregenden 66 Mrd. EUR. In Anbetracht des unglaublichen Tempos in der Geschäftsentwicklung und den prognostizierten Gewinnen kommt der Wert im Vergleich zu seiner Peer Group jedoch nicht überteuert daher.

    Nachdem bereits in den ersten drei Monaten des Jahres bei einem Umsatz von 2 Mrd. EUR und einer Marge von 55% rund 1,1 Mrd. EUR an Nettogewinn verzeichnet wurde, prognostizieren Analysten für das Gesamtjahr Umsätze von 12 Mrd. EUR und einen Gewinn von 6,5 Mrd. EUR. Neuen Schub könnten zudem die aktuell von der Politik diskutierten Auffrischungs-Impfungen für Risikogruppen geben, die dem Unternehmen regelmäßig wiederkehrende Umsätze generieren würden. Auch außerhalb Corona will BioNTech sein Know-how bei der mRNA-Technologie einsetzen.

    Gefördert von der WHO und der Europäischen Kommission will BioNTech bis Ende 2022 eine Studie zur Bekämpfung der gefährlichen Tropenkrankheit Malaria anfertigen. Im Jahr 2019 wurden 229 Mio. Erkrankungen und 400.000 Opfer, die an Malaria verstarben, verzeichnet. Trotz jahrzehntelanger Forschung gibt es noch keinen geeigneten Impfstoff gegen die tödliche Krankheit.

    BioNTech bleibt im Branchenvergleich neben Moderna das Maß aller Dinge. Nutzen Sie das aktuelle Momentum und ziehen Sie Ihre Stoppkurse nach.

    Siemens Healthineers – Prognose erhöht

    Der Druck auf die ungeimpften Bürger der Republik steigt. Zwar soll es laut der Politik keine Impfpflicht geben, geimpften Personen sollen jedoch in Zukunft weitaus mehr Freiheiten eingeräumt werden. Auch die Debatte über den Wegfall der kostenlosen Schnelltest ab Herbst genießt aktuell oberste Priorität. Dass der Markt der Antigen-Schnelltest seinen Höhepunkt erreicht haben dürfte und im vierten Quartal mit einer deutlichen Abschwächung zu rechnen sei, vermerkte der CFO von Siemens Healthineers, Jochen Schmitz, bereits bei einer Analystenkonferenz.

    Allein 600 Mio. EUR konnte die Siemens-Tochter aus dem Geschäft mit Corona-Schnelltest im zweiten Quartal umsetzen, 920 Mio. EUR waren es insgesamt. Obwohl sich das Geschäft mit den Tests auf dem absteigenden Ast befindet, wurden die Prognosen, bereits zum dritten Mal, für das Gesamtjahr angehoben. Die Umsätze ohne Zu- und Verkäufe sollen nun um 17% bis 19% wachsen. Mit den Corona-Schnelltests will das Unternehmen die Milliarde-Euro-Schallmauer bei den Erlösen durchbrechen anstatt die vorher prognostizierten 750 Mio. EUR. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll in der Spanne zwischen 1,95 EUR bis 2,05 EUR liegen.


    Das Geschäft rund um das Corona-Virus ist ein Multi-Milliardenmarkt. Neben den Impfstoffherstellern wie BioNTech könnten junge Start-up-Unternehmen profitieren, die Medikamente oder Therapeutika entwickeln. Cardiol Therapeutics befindet sich in einer aussichtsreichen Position im Markt der Herzerkrankungen, allerdings forscht das Unternehmen noch im frühen Stadium und ist für spekulative Investoren interessant. Nach dem möglichen Hochpunkt bei den Schnelltests und den positiven Zahlen neigen wir bei Siemens Healthineers dagegen eher zu Gewinnmitnahmen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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