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03.06.2026 | 04:45

Simpel und brutal: Ohne Atomstrom keine KI! Warum American Atomics, Infineon und Aixtron Schlüsselrollen spielen.

  • Atomenergie
  • Uran
  • Stromversorgung
  • Stromhunger
  • KI
Bildquelle: pixabay.com

Der Stromhunger von KI und Rechenzentren ist enorm. Ein Energiemix wird den Bedarf decken, das lässt sich aus zahlreichen Studien ablesen. Herausfordernd bleiben Speicherlösungen und das entscheidende Nadelöhr Netzausbau. Ein starker, bislang noch zu wenig betrachteter Wachstumstrend ist die Atomenergie. Hier positioniert sich American Atomics. Aixtron und Infineon beflügelt das Thema KI, die beiden Unternehmen besitzen eine starke Marktposition, agieren jedoch in unterschiedlichen Bereichen der Wertschöpfungskette. Ist nach dem guten Lauf der Aktien noch mehr drin?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004 , AIXTRON SE NA O.N. | DE000A0WMPJ6

Inhaltsverzeichnis:


    American Atomics – Potenziale vom Markt (noch) ignoriert

    KI ist unbestritten der größte Treiber des rapide steigenden Stromverbrauchs. Grundlastfähigkeit und Klimafreundlichkeit sind neben Verfügbarkeit und Preis entscheidende Komponenten. Erdgas ist zwar grundlastfähig, verursacht jedoch Emissionen. Der Malus von Solar und Wind sind Dunkelflauten. Damit schiebt sich Atomenergie wieder zunehmend ins Rampenlicht.
    Gerade Hyperscaler wie Microsoft, Meta, Amazon und Google sind auf der Suche nach CO2-freiem und grundlastfähigem Strom. Microsoft und Meta sind bereits für die Branche richtungsweisend aktiv geworden und sichern sich langfristig Nuklearstrom. Wann kommt American Atomics auf der Lieferseite ins Spiel?
    Die Kanadier positionieren sich mit ihrem strategischen Ansatz vom „Erz zum Reaktor“ über alle Stufen der Wertschöpfungskette der Brennstoffversorgung in Nordamerika hinweg. Diese erstreckt sich von der Exploration und Gewinnung von Uran über die Raffinierung und Umwandlung bis zur Produktion spezieller nuklearer Brennstoffe. Ein besonderer Fokus liegt auf der zukünftigen Produktion von HALEU, einem Schlüsselprodukt für moderne Atomreaktoren.
    Ziel ist eine robuste, nordamerikanische und von ausländischen Quellen unabhängige Versorgung mit nuklearen Brennstoffen aufzubauen. Dazu hat die Gesellschaft eine Reihe von Partnerschaften und Kooperationen geschlossen. Hervorzuheben ist hier die Zusammenarbeit mit dem U.S. Department of Energy und weiteren Unternehmen des Nuclear Fuel Cycle Consortium. Operativ ist das Joint Venture mit CVMR wichtig, da die beiden Partner die Errichtung der ersten modularen und skalierbaren Uran-Mühle und Verarbeitungseinheit in den USA beabsichtigen
    Das Flaggschiff-Projekt Big Indian liegt im historisch produktiven Uranbecken Lisbon-Valley-District im US-Bundesstaat Utah. Für große Fantasie sorgt hier die wenig erforschte Ostseite des Tals, in dem American Atomics ein großes Potenzial vermutet.
    Des Weiteren entwickelt die Gesellschaft das Nuvemco-Projekt im US-Bundesstaat Colorado und das Kenora-Projekt in der kanadischen Provinz Ontario weiter. Im April erwarben die Kanadier zudem das Blue Streak Projekt in Colorado. Innerhalb der Liegenschaft befinden sich mehrere Minen, die historisch Vanadium und Uran produziert haben. Insgesamt umfasst Blue Streak 194 Bergbaukonzessionen. Jüngst veröffentlichte American Atomics eine Mineralressourcenschätzung für das Blue Streak-Projekt. Die guten Ergebnisse sowie die gesamten Potenziale des Unternehmens spiegelt der aktuelle Börsenkurs von 0,30 CAD und der Börsenwert von 20 Mio. CAD nicht wider.

    Infineon – KI-Boom treibt den Aktienkurs

    Die Deutschen gehören weltweit zu den führenden Herstellern von Leistungshalbleitern und Mikroelektronik. Infineon entwickelt Chips, die elektrische Energie effizient steuern, umwandeln und verteilen. Eine besonders starke Position hat das Unternehmen bei Leistungshalbleitern auf Basis von Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN). Diese werden für moderne Energie- und Ladeinfrastrukturen immer wichtiger.
    KI beflügelt den Aktienkurs, insbesondere in den letzten Wochen. Die Logik der Wachstumsfantasie ist klar, Rechenzentren benötigen mehr Strom und dieser muss effizient zu den Prozessoren und GPUs geleitet werden. Die Aktie kennt nur eine Richtung in den letzten Monaten und hat jüngst die Marke von 80 EUR geknackt und ist nun offensichtlich auf dem Weg Richtung Allzeithoch. STMicroelectronics und HPE haben jüngst starke Zahlen vorgelegt und die Prognose erhöht, das gab dem Kurs einen weiteren Schub. Vor wenigen Wochen hatte Infineon auf Basis der guten KI-Geschäfte bereits die Messlatte für die eigenen Ziele ein Stück weit höher gelegt.
    Bei aller Euphorie sollten Anleger nicht vergessen, dass Infineon eine breite Kundenbasis aus der Industrie bedient und hier auch gewissen Zyklen unterworfen ist. Jüngst erhöhten die Analysten von Jeffries ihr Kursziel für die Anteilsscheine von Infineon auf 96 EUR.

    Aixtron – Was kommt nach der Kursvervielfachung?

    Über längere Zeit wurde Aixtron als geheimer KI-Profiteur gehandelt. Dann wurde die Aktie im Bereich bei deutlich unter 20 EUR wachgeküsst, jetzt werden fast 60 EUR gezahlt. Die Gesellschaft ist mit 6 Mrd. EUR bewertet. Die Investmentthese hat sich nicht verändert: KI- und Energieboom bleiben Fantasie- und Gewinntreiber.
    Als einer der führenden Hersteller von Depositionsanlagen, mit denen moderne Halbleiter auf Basis von Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC) hergestellt werden, hat sich die Gesellschaft an einer Schlüsselstelle der Wertschöpfungskette positioniert. Diese Materialien gewinnen zunehmend an Bedeutung, weil sie leistungsfähiger und effizienter als klassische Siliziumchips sind.
    Ein weiteres Zukunftsfeld liegt in der optischen Datenkommunikation. KI benötigt nicht nur enorme Rechenleistung, sondern auch schnelle Datenverbindungen. Auch hier zählt Aixtron zu den wichtigsten Ausrüstern der Branche. In den letzten Wochen konnte der Konzern eine Reihe von richtungsweisenden Aufträgen vermelden. Es ist davon auszugehen, dass zahlreiche Analysten bei den Kurszielen noch eine Schippe drauflegen werden.

    Fazit

    Alle drei Unternehmen sind in spannenden Wachstumsfeldern positioniert. Die großen verbindenden Themen sind KI und Stromverbrauch. Als technologische Profiteure dürften die Kurse von Infineon und Aixtron noch ein Stück weiterlaufen. Bei American Atomics ist der Hebel jedoch am größten. Ziel ist der schrittweise Aufbau einer integrierten nordamerikanischen Wertschöpfungskette zur nuklearen Brennstoffversorgung. Die jüngsten News bezüglich der Mineralressourcenschätzung des Blue Streak-Projekts hat der Markt noch nicht richtig wahrgenommen, ebenso das Gesamtpotenzial des mit lediglich 20 Mio. CAD bewerteten Unternehmens.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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