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31.08.2026 | 04:26

Viel Bewegung an den Börsen: Aktien von Paypal, HPQ Silicon und Salesforce im Blick!

  • HPQ Silicon
  • PayPal
  • Salesforce
  • Drohnen
  • Batterien
  • Übernahme
Bildquelle: Gemini

Die Sommerpause ist bald offiziell vorbei. Vor allem in Nordamerika kehren die Investoren meist erst zum 1. September, dem Labour Day, zurück an ihre Schreibtische. Doch dieses Jahr ist auch in den Sommermonaten einiges los an den Aktienmärkten, von Ruhe gibt es keine Spur. Nach den phänomenalen Zahlen von Nvidia zum zweiten Quartal scheinen die innovativen Sektoren nun in den Aufwärtsmodus überzugehen. Und auch von der Zinsfront erwartet der Markt keine Unruhe. Trotz der anziehenden Inflation scheint die Federal Reserve vor den Midterm-Wahlen im November nicht aktiv werden zu wollen. Das jedenfalls preisen die Märkte derzeit mehrheitlich ein. Da lohnt es für Anleger, genauer hinzusehen. Das tun wir heute bei PayPal, HPQ Silicon und Salesforce.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: SALESFORCE.COM DL-_001 | US79466L3024 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038

Inhaltsverzeichnis:


    PayPal: Doch keine Übernahme?

    Für viele ist der Zahlungsanbieter PayPal ein praktisches Tool. Man geht zusammen ins Stadion oder Kino, einer zahlt die Tickets online vorab und der andere überweist ihm ohne Gebühren schnell per App seinen Anteil. So oder ähnlich nutzen viele die Online-Wallet des US-Konzerns.
    Die Börse fand dieses Geschäftsmodell ziemlich dufte, bis die Künstliche Intelligenz auf den Plan trat. An den Märkten spielte man das Ende von PayPal. Die KI würde alles verändern und PayPal aus dem Geschäft drängen, hieß es. Wie viele andere Software-Unternehmen fiel die Aktie von PayPal ins Bodenlose. Binnen fünf Jahren verlor das Unternehmen zeitweise mehr als 80 % des Börsenwerts.
    In dieser Zeit erwirtschaftete PayPal aber weiter satte Cashflows. Allein im abgelaufenen Q2 fuhr der in den 1990ern gegründete Konzern einen Free Cashflow von 1,78 Mrd. USD ein – satte 170 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis Interessenten auf den Plan traten. In diesem Fall geschah dies in Form des Online-Zahlungsabwicklers Stripe zusammen mit Advent. Es wurden mehr als 50 Mrd. USD geboten, wurde kolportiert. Doch offensichtlich ist diese Offerte nicht mehr aktuell. Wie Bloomberg vergangenen Donnerstag berichtete, hätte das Konsortium die Übernahmepläne abgeblasen. Offizielle Stellungnahmen gab es zwar nicht, aber die Börse hatte schnell eine Meinung. Die Aktie von Paypal fiel zeitweise um 18 % in New York.
    Für das Ende der Gespräche sollen drei Faktoren entscheidend gewesen sein. Zum einen gab es Unstimmigkeiten bei der Bewertung, die durch den Anstieg der Aktie nach Bekanntwerden des Übernahmeinteresses verstärkt wurden. Zum anderen hätte es in den Verwaltungsräten Bedenken gegeben. Nicht zuletzt gab es wohl auch kartellrechtliche Einwände. Stripe ist selbst ein Payment-Gigant und wollte sich wohl nicht auf eine langwierige Prüfung durch die Kartellämter einlassen.
    Mit rund 38 Mrd. EUR wird PayPal für sein Cashflow-starkes Geschäft unseres Erachtens fair bewertet. Muss man nach der Korrektur der Aktie nun einsteigen? Nicht unbedingt. Cleverer ist es sicherlich, erst einmal die weitere Entwicklung abzuwarten. Die jüngste Bewegung nach oben war schließlich ausschließlich von der Übernahmefantasie angeschoben worden.

    HPQ Silicon: Batteriegeschäft für Drohnen kommt gut an!

    Ob Drohnen am Leipziger Flughafen, im Krieg um die Ukraine oder bei dem Angriff auf den Iran: Drohnen werden immer wertvoller in modernen Kriegen. Das gilt auch bei der Abwehr ebenjener Drohnen. Dementsprechend rüsten immer mehr Armeen auf. Jedem General und jedem Verteidigungsminister sollte klar sein, dass künftige Kriege nicht allein mit schweren Schiffen oder Panzern gewonnen werden können.
    Doch neben der Software und den Flugfähigkeiten spielt dabei die Batterie eine entscheidende Rolle. Denn die Leistungsfähigkeit der Batterie ist eine Art Flaschenhals bei unbemannten Flugobjekten. Je besser die Batterie, desto leistungsfähiger die Drohne.
    HPQ Silicon und seine französische Tochter Novacium gehören hier zu den innovativsten Playern. Die beiden Unternehmen setzen dabei auf die Silizium-Anodentechnologie, die im Vergleich zu herkömmlichen Graphit-Anoden eine höhere Energiedichte ermöglicht. Dies bringt Vorteile bei der Reichweite und der Nutzlast für Drohnen. Nun konnte HPQ kundenspezifische Akkupacks zur Endphasen-Evaluierung an drei europäische Drohnenhersteller liefern. Die Kunden haben jeweils 10 maßgeschneiderte Drohnen-Akkupacks erhalten. Das Ziel ist es, die potenzielle Integration in die jeweiligen Drohnenplattformen der Hersteller zu evaluieren. Da es schon vorher gemeinsame Testphasen gab, könnten hier nach erfolgreicher Evaluierung neue Aufträge für die Technologie von HPQ hereinkommen. Das Management betont, dass dies der wichtige Meilenstein ist, um seine Technologie auf verschiedenen Drohnenplattformen zu validieren.
    Kurz zuvor hatte HPQ Silicon zudem gemeldet, dass man den ersten kommerziellen Auftrag für die GEN3-Akkus für ein Regiment der französischen Armee erhalten habe. Die Batterien sollen in FPV-Drohnen integriert werden. Damit gelingt der erste erfolgreiche Schritt in den französischen Verteidigungssektor. Der Auftrag wurde nach monatelangen Tests erteilt, HPQ und seine Partner führen bereits weitere kommerzielle Gespräche im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. Somit könnten auch im Laufe des zweiten Halbjahrs weitere Erfolgsmeldungen kommen.
    Die Aktie von HPQ Silicon kommt aktuell auf einen Börsenwert von umgerechnet etwa 40 Mio. EUR. Zuletzt arbeitete der Wert an einer Bodenbildung. Wir halten die Aktie für äußerst aussichtsreich, da HPQ neben den Batterien noch zwei weitere Technologien im Portfolio hat, die in den kommenden 18 Monaten den Schritt zur Kommerzialisierung schaffen sollen. Für langfristig orientierte Anleger bietet sich hier die Chance, günstig in einen Tech-Nebenwert einzusteigen.

    Salesforce: Berg- und Talfahrt offenbar vorbei!

    Eine echte Berg- und Talfahrt erlebten die Aktionäre von Salesforce in den vergangenen Jahren. Das Unternehmen, das andere Firmen per Cloud bei ihren Kundenbeziehungen unterstützt, erlebte zwischen 2022 und Ende 2024 einen massiven Aufschwung. Die Aktie konnte sich in dieser Phase mehr als verdoppeln. Doch dieser Anstieg wurde dann bis Mitte dieses Jahres quasi komplett zurückgehandelt. Die Gründe sind ähnlich wie PayPal vor allem im Aufstieg der KI zu verorten. Auch hier hieß es, dass das Geschäftsmodell vom intelligenten Computer verdrängt werden könnte.
    Doch nun überraschte Salesforce mit extrem starken Quartalszahlen. Und diesmal reagierte die Börse auch positiv. So meldete Salesforce für die Zeit zwischen April und Juni einen Umsatz von 11,35 Mrd. USD (+10,8 %), der Nettogewinn wurde mit 3,53 Mrd. USD nahezu verdoppelt. Damit lag das Unternehmen deutlich über den Erwartungen des Marktes. Unser Blick geht traditionell zum Free Cashflow. Und auch hier konnte Salesforce mit 1,10 Mrd. USD und einem Plus von 81 % gegenüber dem Vorjahresquartal überzeugen.
    Salesforce selbst setzt stark auf die KI, um die Kundenbedürfnisse im Service und Vertrieb zu befriedigen. Mit eigenen KI-Agenten scheint man die Kundschaft zu überzeugen. Zudem scheint der Markt die laufenden bzw. vollzogenen Übernahmen von Contentful, Fin und Qualified.com zu goutieren.
    Fakt ist aber auch: Das Management setzt weiter voll auf Aktienrückkäufe. Allein in diesem ersten Halbjahr hat der Konzern ein Programm im Volumen von rund 27 Mrd. USD auf den Weg gebracht. Die Aktie von Salesforce hat seit Mitte Juni um etwa 50 % zulegen können. Wer einsteigen will, sollte Abstauber im Markt platzieren. Denn der starke Anstieg könnte den einen oder anderen Trader zu Gewinnmitnahmen animieren.


    Fazit: Nachdem die Übernahme von PayPal laut Bloomberg abgeblasen wurde, ist die Zukunft des beliebten Zahlungsabwicklers offen. Der hohe Cashflow könnte neue Interessenten anziehen, insbesondere aus dem mit Kapital vollgesogenen Private Equity-Sektor. Bei HPQ läuft die Kommerzialisierung des Batteriegeschäfts für Drohnen erfolgreich an. Hier könnten weitere Aufträge in den kommenden Monaten für Impulse sorgen. Bei Salesforce wird nun wieder die operative Performance goutiert. Das Softwarehaus setzt voll auf die Integration von KI. Der starke Anstieg seit Mitte Juni mahnt aber Neueinsteiger zur Vorsicht.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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