20.08.2026 | 04:45
Drohnenalarm über Europa! Volatus Aerospace, Hensoldt und Deutsche Telekom bauen am digitalen Schutzschild!
Die Bedeutung von Drohnen nimmt immer stärker zu. Der eigentliche Wert entsteht dabei zunehmend aus dem Zusammenspiel von Daten, Software und weiteren Diensten rund um ihren Einsatz. Eine moderne Drohnenarchitektur muss Flugobjekte erkennen, Signale auswerten, Informationen übertragen, Entscheidungen vorbereiten und bei Bedarf Gegenmaßnahmen einleiten. Während Volatus Aerospace Drohnensysteme, operative Dienstleistungen, Ausbildung und zunehmend Software verbindet, ist Hensoldt auf Sensorik und militärische Systemintegration spezialisiert. Als wichtiger Netzinfrastrukturanbieter kommt auch zunehmend die Deutsche Telekom ins Spiel. Alles in allem ein spannendes und zukunftsträchtiges Investmentthema für Anleger. Welche Aktie besitzt das größte Potenzial?
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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Volatus Aerospace: Wann hebt die Aktie ab?
Die Kanadier haben sich erfolgreich als integrierter Anbieter für autonome Luftfahrtsysteme, Aufklärung, Software, Ausbildung und Verteidigungstechnologien auch auf Basis eigener Plattformen positioniert. Damit profitiert die Gesellschaft massiv von der stark steigenden Nachfrage von Streitkräften und Behörden und hat sich im NATO-Umfeld fest etabliert.
Viele Technologien von Volatus folgen dem Dual-Use-Prinzip und entfalten ihren Nutzen sowohl in zivilen als auch in militärischen Anwendungen. Für zivile Kunden inspiziert Volatus unter anderem Energieinfrastruktur und Pipelines. Der Dual-Use-Ansatz bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. Dadurch erschließt Volatus größere Absatzmärkte, sammelt in unterschiedlichen Einsatzumgebungen wertvolle Betriebsdaten und ist weniger von einzelnen Branchen oder staatlichen Verteidigungsbudgets abhängig. Zugleich lassen sich entwickelte Systeme und gewonnenes Know-how auf weitere Anwendungen übertragen.
Ein wichtiger Baustein des skalierbaren und hochmargigen Wachstums ist SKYDRA. Die im März 2026 eingeführte Software-as-a-Service-Plattform soll Organisationen bei der Planung, Simulation und Vorbereitung von Einsätzen gegen feindliche oder unerlaubte Drohnen unterstützen. Streitkräfte, Sicherheitsbehörden, Flughäfen oder Energieversorger können damit Bedrohungsszenarien virtuell durchspielen und ihre Einsatzbereitschaft testen.
Neben SKYDRA entwickelt Volatus mit V-Cortex eine eigene Plattform für Flugsteuerung und autonome Einsätze. Mithilfe Künstlicher Intelligenz und lokaler Datenverarbeitung können Drohnen auch dann sicher navigiert werden, wenn GPS- und andere Satellitensignale gestört werden oder vollständig ausfallen. Gerade bei militärischen Missionen ist die Unabhängigkeit von externer Navigation von entscheidender Bedeutung.
Trotz des zunehmenden Softwarefokus bleiben Hardware und Fertigung ein wesentlicher Bestandteil der Strategie. Im Juni nahm Volatus am Flughafen Montréal-Mirabel eine rund 5.000 qm große Produktions- und Integrationsanlage in Betrieb. Dort sollen autonome Systeme, Drohnenstationen und künftig eigene Fluggeräte für Kanada und verbündete NATO-Staaten montiert und integriert werden.
Die Anlage stärkt Volatus als heimischen Anbieter in einer Zeit, in der Kanada und andere NATO-Länder ihre sicherheitsrelevanten Lieferketten stärker kontrollieren wollen. Die im Februar 2026 vorgestellte Defence Industrial Strategy Kanadas spielt Volatus vollends in die Karten. Die Kanadier wollen ihre Abhängigkeit von ausländischen Rüstungslieferanten verringern und eine leistungsfähige heimische Verteidigungsindustrie aufbauen. Dafür sind zunächst 6,6 Mrd. CAD über fünf Jahre vorgesehen. Volatus wurde zudem für die zweite Testphase des 1,1 Mrd. USD schweren Drone Dominance Program der Vereinigten Staaten ausgewählt.
Volatus hat ein breites Netzwerk aus Technologiepartnern, staatlichen Auftraggebern und Forschungseinrichtungen aufgebaut. Kooperationen mit Kraus Hamdani, Dufour Aerospace, Singular Aircraft und Ondas erweitern das Angebot um autonome Aufklärungs-, Transport- und Überwachungssysteme. Über Ucan Brave Tech erhält Volatus zudem Zugang zu einem kanadisch-ukrainischen Netzwerk, welches im Krieg erprobte Drohnen-, Abwehr- und Autonomietechnologien industrialisieren und international vermarkten will.
Zur Jahresmitte saß die Gesellschaft auf einem komfortablen Cashpolster von 59,2 Mio. CAD, was im Wesentlichen aus einer vollzogenen Kapitalerhöhung resultiert. Hohe Investitionen in Personal, Vertrieb, Forschung und Fertigung belasten generell die Profitabilität und führen zu roten Zahlen. In Q2 erholte sich der Umsatz zwar gegenüber einem schwachen Auftaktquartal, blieb aber mit 8,42 Mio. CAD rund 20 % hinter dem Vorjahreswert zurück, was das Unternehmen mit Lieferkettenproblemen begründete. Bei einem aktuellen Kurs von 0,51 CAD ist die Gesellschaft mit 370 Mio. CAD bewertet. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei knapp 1 CAD und indiziert somit deutliches Aufwärtspotenzial.
Hensoldt: Die Augen und Ohren der Abwehr
Hensoldt liefert Radar-, Optronik- und Sensorsysteme für Luft-, Land-, See- und Weltraumanwendungen und besetzt damit eine Schlüsselposition in der Drohnenabwehr. Das Unternehmen hat sich vom Komponentenlieferanten zum Systemintegrator für „Software-Defined Defence“ entwickelt. Erlöse aus Integration, Updates und Systempflege verbessern die Margen.
Die Geschäftsentwicklung verläuft dynamisch. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres verdoppelte sich der Auftragseingang auf 2,81 Mrd. EUR, wodurch der Auftragseingang einen Rekordwert von 10,36 Mrd. EUR markierte. Der Umsatz legte um 23,6 % auf 1,17 Mrd. EUR zu, das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 28,5 % auf 137 Mio. EUR überproportional. Die Guidance für das Gesamtjahr mit einem Umsatz von 2,75 Mrd. EUR und einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 % legt somit eine wesentlich stärkere Dynamik im zweiten Halbjahr nahe.
Die Börse hat bereits einen erheblichen Teil des Wachstums eingepreist. Gemessen am Umsatzziel für 2026 erreicht die Marktkapitalisierung ungefähr das Vierfache. Das 2027er KGV beträgt stolze 44. Analysten sind mehrheitlich der Meinung, dass die Aktie auf dem aktuellen Niveau fair bewertet ist.
Deutsche Telekom: Wenn das Mobilfunknetz zum Sensor wird
Das Kerngeschäft der Deutsche Telekom sind Mobilfunk-, Festnetz-, Internet- und IT-Dienste mit überwiegend wiederkehrenden Serviceerlösen. Wichtigster Gewinnbringer ist die Mehrheitsbeteiligung T-Mobile US, die rund zwei Drittel zu Umsatz und operativem Ergebnis der Muttergesellschaft beiträgt. Analysten bescheinigen der Deutsche Telekom Aktie ein Upside von knapp 30 %.
Aber zurück zum Thema Drohnen. Der Schutz vor Drohnen ist zunehmend ein Netzwerk- und Datenproblem, womit dieser Bereich für Telekommunikationskonzerne an Relevanz gewinnt. Mit der Vereinbarung zwischen der Telekom und dem Rüstungskonzern Rheinmetall aus dem Mai wird das Ganze konkret. Die beiden Konzerne bündeln ihre Kräfte und entwickeln gemeinsam einen Schutzschirm gegen Drohnen und Sabotage für Städte und kritische Infrastruktur in Deutschland.
Dieser Multi-Threat-Protection-Ansatz verbindet Cybersicherheit mit physischem Schutz. Die Telekom bringt dafür Konnektivität, Cloud-Technologie und Datenanalyse ein. Zum Einsatz kommen unter anderem Video-, Audio-, Funkfrequenz- und Remote-ID-Sensoren sowie Drohnenradar. Die vorhandene Mobilfunkinfrastruktur spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie quasi als großflächiger Sensor genutzt werden soll.
Fazit
Der Markt für Drohnensicherheit entwickelt sich zu einem Zusammenspiel aus Luftfahrt, Sensorik, Telekommunikation und Software. Volatus Aerospace adressiert mit seinem integrierten Ansatz nahezu alle Ebenen dieser Wertschöpfungskette. Die Kanadier sind somit ein sehr spannender Hebel auf den vernetzten Drohnenboom. Analysten sind bullish. Mit seiner Geschäftstätigkeit stellt Hensoldt ebenfalls einen entscheidenden Baustein in der Sicherheits- und Verteidigungsbranche dar. Der hohe Auftragsbestand verleiht zwar große operative Visibilität, jedoch ist die Unternehmensbewertung ambitioniert. Die Deutsche Telekom ist ein grundsolider Netzinfrastrukturwert. Analysten bescheinigen der Aktie ein Aufwärtspotenzial von nahezu 30 %.
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