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01.10.2026 | 04:50

Drohnen im Anflug! Volatus Aerospace, Deutz und Deutsche Telekom im Visier!

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Bildquelle: Pixabay

Drohnen sind längst mehr als fliegende Kameras. Sie sind zum Milliardenmarkt für Industrie, Infrastruktur, Sicherheit und insbesondere Militär geworden. Wie die jüngste Vergangenheit zeigt, haben Drohnen und andere unbemannte Systeme das Schlachtfeld unumkehrbar verändert. Chance und Risiko bleiben jedoch zwei Seiten der gleichen Medaille. Dieselbe Technologie, die eine Stromleitung inspiziert, kann einen Flughafen lahmlegen oder einen Militärschlag durchführen. Drohnen-„Störfälle“ häufen sich im europäischen Luftraum und sind vermeintliche Auswüchse einer um sich greifenden hybriden Kriegsführung Russlands. Diesen Herausforderungen stellen sich immer mehr Unternehmen, an unterschiedlichen Anknüpfungspunkten. Volatus Aerospace deckt als integrierter Defence-Tech-Spezialist nahezu die gesamte Wertschöpfungskette ab. Die anziehenden Verteidigungsaufträge verankern die Kanadier noch stärker in der NATO. Der Traditionsmotorenhersteller Deutz liefert elektrische Antriebstechnik und erweitert so sein Geschäft mit unbemannten Systemen. Mit einer großen Übernahme wächst die Gesellschaft in neue Dimensionen. Der Telekom-Riese verbindet Sensorik, sichere Datenübertragung und Partnerlösungen zur Drohnenerkennung und -abwehr. Spannende Entwicklungen, aber was bedeutet das konkret für die drei Protagonisten?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , DEUTZ AG O.N. | DE0006305006 , DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508

Inhaltsverzeichnis:


    Volatus Aerospace – Jetzt kann das Wachstum kommen!

    Volatus Aerospace positioniert sich als umfassender Anbieter mit einem leistungsstarken Ökosystem. Die Kanadier verbinden Luftfahrtsysteme mit Datenerfassung, Ausbildung und operativem Betrieb. Der strategische Dual-Use-Ansatz ermöglicht den Einsatz sowohl in zivilen als auch militärischen Bereichen.

    Volatus Aerospace hat jüngst in Mirabel, Québec, eine neue 53.000 Quadratfuß große Produktions- und Integrationsstätte offiziell eröffnet und damit seine Fertigungskapazitäten für unbemannte und autonome Systeme deutlich ausgebaut. Bereits angelaufen ist die Produktion von Drohnen-Dockingstationen sowie die Integration und Fertigung der eigenen V-Series-Fluggeräte.

    Ebenso berichtete das Unternehmen über erfolgreiche erste Flugtests seines eigenen Steuerungs- und Autonomiesystems V-Cortex. Dabei gelang die Navigation ohne verfügbare Satellitennavigationssignale mithilfe der standardmäßig an Bord vorhandenen Sensoren. Das ist für Einsätze interessant, bei denen GPS ausfällt, abgeschirmt oder gezielt gestört wird. Diese Eigenschaften lassen eine stärkere und vorteilhaftere Abgrenzung gegenüber den Wettbewerbern zu.

    Mit dem Standort Mirabel will Volatus die steigende Nachfrage aus Verteidigung, öffentlicher Sicherheit sowie Industrie und Gewerbe bedienen und seine Präsenz in Kanada sowie in NATO- und anderen verbündeten Märkten ausbauen. Für den Drohnen-Spezialisten ist die Investition ein weiterer Schritt, um die eigene Technologie in skalierbare Serienprodukte zu überführen.

    Die Gesellschaft ist schon seit längerer Zeit fest in der NATO verankert und festigt hier ihre Position zunehmend. Zuletzt erhielt Volatus einen fünfjährigen Vertrag zur Lieferung taktischer Aufklärungsdrohnen an die kanadischen Streitkräfte. Fest vorgesehen sind zunächst 100 Systeme, weitere 4.900 Einheiten können obendrein abgerufen werden. Zum Leistungsumfang gehören neben den Fluggeräten unter anderem Bodenstationen, Datenverbindungen, Schulung, Ersatzteile und Softwareunterstützung. Der Deal hat insgesamt ein Volumen von bis zu 25 Mio. CAD.

    Noch ist das Zahlenwerk von hohen Investitionen geprägt. Unter dem Strich werden rote Zahlen geschrieben. Die Auftragsbücher wachsen jedoch. Mit 59,2 Mio. CAD verfügte die Gesellschaft per letztem Stichtag über einen komfortablen Cashbestand, um die weitere Expansion forciert voranzutreiben. Momentan notieren die Anteilsscheine bei 0,56 CAD, was einer Marktkapitalisierung von rund 400 Mio. CAD entspricht. Durchschnittlich formulieren Analysten ein Kursziel von 0,95 CAD - ein Aufwärtspotenzial von 70 %!

    Deutz: Vollgas!

    Deutz tritt bei der Diversifizierung ordentlich aufs Gas. Der Motorenhersteller hat sein Geschäft mit Übernahmen, Beteiligungen und Partnerschaften um chancenreiche Wachstumsbereiche erweitert. Der Börse gefällt das, die Aktie erreichte vor wenigen Wochen mit 13,35 EUR ein 28-Jahreshoch. Die Deutschen nutzten die Gunst der Stunde, um sich mit der Ausgabe von gut 15 Mio. Aktien zu je 11,70 EUR frisches Kapital zu beschaffen.

    Unter anderem soll damit nach der Übernahme des Wehrtechnikherstellers FFG, welche den Konzern auf ein ganz anderes Niveau hebt, die Kapitalstruktur verbessert werden. Aktuell notieren die Anteilsscheine knapp über 11 EUR. Dieses Niveau nutzten mehrere Organe zum Kauf. Auch Analysten bescheinigen dem Titel wesentliches Upside.

    Die hundertprozentige Tochter Sobek liefert elektrische Antriebssysteme einschließlich Motoren, Leistungselektronik und Software an europäische Drohnenhersteller. Anfang des Jahres vereinbarten die Kölner eine Partnerschaft mit Tytan Technologies und beteiligten sich am Unternehmen. Das 2023 gegründete Defence-Tech-Start-up hat sich auf KI-gestützte Drohnenabwehr und autonome Luftverteidigung spezialisiert. Gemeinsam wollen die Unternehmen Energie- und Antriebslösungen für Drohnenabwehrsysteme entwickeln und industrialisieren. Vorgesehen sind unter anderem Antriebe für Abfangdrohnen sowie Energieversorgung für Startsysteme.

    Kürzlich unterzeichnete Deutz eine Absichtserklärung mit dem US-Unternehmen Hypercraft. Deutz liefert bereits Verbrennungsmotoren, nun prüfen beide Partner weitere Antriebslösungen für unbemannte Bodenfahrzeuge, darunter Hybrid- und Batteriesysteme.

    Deutsche Telekom – Unterschiedliche Auffassungen zum Shareholder Value

    Wo Drohnen eingesetzt werden, steigt auch der Bedarf an Kontrolle. Flughäfen, Industrieanlagen und Energieversorger müssen wissen, was sich ihren Geländen nähert. Hier setzt die Deutsche Telekom an. Kürzlich stellte der Konzern auf der großen Digitalisierungs- und Technologiemesse Digital X u. a. vor, wie Drohnen über Funksignale erkannt werden können.

    Bereits früher in diesem Jahr wurden Pläne der Bonner bekannt, zusammen mit dem Verteidigungsriesen Rheinmetall einen Schutzverbund gegen Drohnen und weitere Bedrohungen kritischer Infrastruktur zu entwickeln. Dabei verbindet die Deutsche Telekom ihre Fähigkeiten in Kommunikation, Cloud und Datenanalyse mit Sicherheits- und Abwehrtechnik.

    Das übergeordnete Thema, welches allerdings momentan die Kursentwicklung der Aktie bestimmt, ist die vom Management angestrebte Fusion mit der Tochter T-Mobile US, an der der Konzern rund 54 % hält. Diese Beteiligung macht einen wesentlichen Teil der Bewertung des Bonner Konzerns aus.

    Vor wenigen Wochen konnte Medienberichten entnommen werden, dass der aktivistische Investor Elliott eine größere Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut hat und offenbar darauf drängt, die Übernahmepläne zu begraben. Stattdessen präferiert Elliott andere Maßnahmen zur Steigerung des Aktionärswerts, insbesondere umfangreichere Aktienrückkäufe.

    Fazit

    Volatus, Deutz und Deutsche Telekom zeigen, wie breit sich das Geschäft mit unbemannten Systemen auffächert. Volatus ist am engsten mit der Drohnen-Branche verbunden und ist als Defence-Tech-Player mit eigenem Ökosystem gut aufgestellt, um von den sich bietenden Potenzialen zu profitieren. Analysten bescheinigen den Anteilsscheinen ein Upside von rund 70 %!


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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