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03.11.2026 | 05:33

Top oder Flop? Diesel, dynaCERT, Deutz und Daimler Truck – Perspektivencheck in der sich wandelnden Nutzfahrzeugbranche!

  • Brückentechnologie
  • Diesel
  • Wasserstoff
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Bildquelle: pixabay.com

Nachrüsten, umbauen, erneuern? Wann kommt die Antriebswende? dynaCERT will bestehende Dieselmotoren mithilfe seiner Wasserstofftechnologie effizienter machen. Deutz erweitert sein Motorengeschäft um Energie- und Verteidigungstechnik. Daimler Truck verbindet das etablierte Nutzfahrzeuggeschäft mit der Entwicklung neuer Antriebe. Der Weg zu emissionsärmeren Nutzfahrzeugen führt früher oder später zwangsläufig zum handfesten Zahlencheck. Wie und wann rechnen sich Investitionen? Welches Unternehmen hat die besten Antworten?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: dynaCERT Inc | CA26780A1084 , DE0006305006 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT: Kommerzialisierungsfortschritte in Europa

    dynaCERT meldet weitere Fortschritte beim Ausbau seiner französischen Marktaktivitäten. Gemeinsam mit dem Vertriebspartner IPMD verzeichnete das Unternehmen jüngst eine Folgeorder eines bestehenden Kunden. Zudem wurden auf der Nutzfahrzeugmesse „24 Hours Camions“ in Le Mans die HydraGEN™-Technologie potenziellen Kunden, Flottenbetreibern und Branchenvertretern präsentiert. IPMD arbeitet parallel an Pilotprojekten und neuen Kundenbeziehungen in den Bereichen Transport, Häfen, Industrie und Bergbau.

    HydraGEN™ ist das Kernprodukt der Kanadier und erzeugt durch Elektrolyse bedarfsgerecht Wasserstoff und Sauerstoff und führt diese dem Ansaugtrakt eines Verbrennungsmotors zu. Die Brückentechnologie verbessert die Verbrennung und reduziert Kraftstoffverbrauch sowie Emissionen. Die Zielgruppe reicht von Speditionen über Bergbauunternehmen bis zu Hafenbetreibern und Nutzern stationärer Generatoren. Bestehende Maschinen sollen effizienter arbeiten, ohne dass ihre Eigentümer sofort eine komplette Ersatzinvestition finanzieren müssen.

    Südostasien, insbesondere Vietnam ist zudem ein Fokusmarkt. Im Sommer meldeten die Kanadier einen ersten Serienauftrag eines vietnamesischen Logistikunternehmens nach vorausgegangenen Pilotinstallationen. Außerdem wurden Geräte auf Lkws und Containerhebern eines Hafenbetreibers installiert.

    Als zweites Geschäftsfeld kommt HydraLytica hinzu, eine Plattform zur Erfassung von Verbrauchsdaten und Berechnung von Treibhausgasemissionen. Solche Daten können helfen, Einsparungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Hieraus könnte perspektivisch ein weiterer, margenstarker Erlösstrom entstehen.

    In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres war die Umsatzbasis noch gering. Im Zuge der forcierten Kommerzialisierung dürfte in den nächsten Quartalen die Erlösdynamik jedoch deutlich zulegen. Im Juni beschaffte sich dynaCERT 5 Mio. CAD über eine zweijährige Wandelanleihe mit 6 % Verzinsung. Bei einem aktuellen Kurs von rund 0,10 CAD ist die Gesellschaft mit 50 Mio. CAD bewertet.

    Deutz: Insider kaufen

    Deutz treibt den strategischen Konzernumbau mit hohem Tempo voran und positioniert sich zunehmend als breit aufgestellter Anbieter in den Bereichen Antriebstechnik, Energieversorgung und Verteidigung. Im ersten Halbjahr 2026 konnte der Kölner Motorenhersteller sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz und Ergebnis deutlich zulegen.

    In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz um 10,7 % auf 1,12 Mrd. EUR. Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 79,7 Mio. EUR, die entsprechende Marge 7,1 %. Strategisch dominiert die vereinbarte Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG). Der Kaufpreis beträgt rund 1,6 Mrd. EUR und soll teilweise bar, teilweise mit neuen Aktien bezahlt werden. FFG entwickelt, modernisiert und wartet militärische Fahrzeuge.

    Mit der Transaktion will Deutz sein bislang vergleichsweise kleines Verteidigungsgeschäft zu einer tragenden Säule ausbauen. FFG erzielte 2025 einen Umsatz von rund 760 Mio. EUR und verfügt über einen umfangreichen Auftragsbestand. Das Unternehmen ist auf militärische Rad- und Kettenfahrzeuge sowie deren Wartung, Reparatur und Modernisierung spezialisiert.

    Aktuell notieren die Anteilsscheine knapp unter 10 EUR. In der jüngsten Vergangenheit nutzten mehrere Unternehmensinsider das Kursniveau für Zukäufe. Der aktuelle Börsenwert liegt bei rund 1,6 Mrd. EUR. Am 5. November werden die Deutschen die nächsten Quartalszahlen veröffentlichen. Analysten sind bullish für den Titel und sehen durchschnittlich ein Upside von über 60 % in den kommenden 12 Monaten.

    Daimler Truck: Steigt die Marge?

    Bei Daimler Truck mehren sich die Anzeichen für eine Belebung des Nutzfahrzeuggeschäfts. Der Lkw- und Bushersteller konnte im dritten Quartal seinen Absatz deutlich steigern und profitierte dabei insbesondere von einer starken Entwicklung in Nordamerika. Insgesamt lieferte der Konzern 91.260 Fahrzeuge aus, was einem Plus von 26 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Trucks North America mit einem Absatzanstieg von 51 % auf 45.629 Fahrzeuge. Auch Mercedes-Benz Trucks konnte mit einem Plus von 13 % auf 40.362 Einheiten deutlich zulegen. Damit scheint sich die von der Unternehmensführung erwartete Erholung im zweiten Halbjahr zunehmend zu bestätigen.

    Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Industriegeschäft 11,4 Mrd. EUR Umsatz. Die bereinigte Umsatzrendite lag bei 6,8 %, das bereinigte Konzern-EBIT betrug 838 Mio. EUR. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen bereinigten Konzerngewinn von 3,6 bis 4,1 Mrd. EUR. Höhere Stückzahlen und geringere erwartete Zollbelastungen in Nordamerika sollen helfen. Die Ergebnisse am 6. November müssen zeigen, ob die Absatzbelebung tatsächlich in eine höhere Profitabilität mündet. Analysten machen für die kommenden 12 Monate ein Aufwärtspotenzial von 25 % für die Aktie aus.

    Fazit

    Die Kommerzialisierung der Brückentechnologie von dynaCERT nimmt in Europa und Asien an Fahrt auf. Das sollte auch bald zu positiven Impulsen für den Aktienkurs führen. Deutz wächst mit der FFG-Übernahme in neue Dimensionen. Die Nachfrage zieht bei Daimler Truck an. Analysten machen hier ein Aufwärtspotenzial von 25 % aus.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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