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02.11.2026 | 05:26

Intel, HPQ Silicon, Volkswagen – Aktien entlang der Siliziumkette vom Chip bis zur Batterie nach Abschlägen im Check

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Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von HPQ Silicon Inc.

Silizium ist der unscheinbare Rohstoff hinter fast jeder Zukunftstechnologie. Zum einen steckt es in Prozessoren, die Rechenzentren für Künstliche Intelligenz antreiben. Dort räumte das Management von Intel bei den Quartalszahlen am 29. Oktober ein, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Danach folgt die Batterie, in der Silizium die Anode verbessern soll. Am Ende der Kette steht das Auto, und bei Volkswagen stiegen die Bestellungen für Elektrofahrzeuge in Europa nach neun Monaten um 39 %. Das könnte Unternehmen auf die Sprünge helfen, die Silizium verarbeiten oder veredeln. Nach den jüngsten Rücksetzern der drei Aktien von Intel, HPQ Silicon und Volkswagen könnten sich Chancen eröffnen, sofern die Nachfrage nach Silizium anhält.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: HPQ Silicon Inc | CA40444L1031 , INTEL CORP. | US4581401001 , Volkswagen AG | DE0007664039

Inhaltsverzeichnis:


    Intel – Nachfrage nach Chips übersteigt das Angebot

    Intel hat am 29. Oktober Zahlen zum 3. Quartal vorgelegt. Der Umsatz lag bei 16,5 Mrd. USD, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 0,52 USD und damit über der eigenen Prognose von 0,38 USD. Getragen wurde das Business vom Rechenzentrumsgeschäft, das mit 7,3 Mrd. USD 78 % mehr Umsatz erzielte als ein Jahr zuvor. Die Nachfrage nach Serverprozessoren übersteigt das Angebot, und Engpässe bei Wafern und Substraten sollen bis ins erste Halbjahr 2027 anhalten. Das Management rechnet damit, dass dieser Markt in fünf Jahren von 40 Mrd. USD auf mehr als 200 Mrd. USD wächst.

    Bei der Auftragsfertigung für andere Konzerne muss Intel noch liefern. Die Foundry setzte 6,7 Mrd. USD um und verbuchte einen operativen Verlust von 1,9 Mrd. USD, der Umsatz mit externen Kunden lag bei 411 Mio. USD. Immerhin sinken die Kosten, denn auf dem Prozess 18A fielen die Waferkosten seit dem 1. Quartal um 40 %. Für den Nachfolger 14A erhielten im Oktober ausgewählte Kunden die Entwicklungsunterlagen (PDK 0,9), Version 1,0 soll im 1. Quartal 2027 folgen. Die Risikoproduktion ist für 2027 geplant, die Serienfertigung für 2028. Beim Verpackungsverfahren EMIB könnten laut Management binnen zwei Quartalen erste Kunden genannt werden.

    Der Ausblick ist allerdings schwächer. Für das 4. Quartal peilt Intel 15 bis 16 Mrd. USD Umsatz an, bei 38 % bereinigter Bruttomarge und 0,25 USD Gewinn je Aktie. Ein Vorfall in der Fab 28 in Israel kostet im 4. Quartal etwa 300 Mio. USD Umsatz und rund 200 Basispunkte Marge. Im 1. Quartal 2027 soll es ähnlich ausfallen. Bei den PCs soll der Umsatz um mehr als 20 % zum Vorquartal sinken. 2027 soll ein Wachstumsjahr werden, aber ohne positiven Free Cashflow, weil die Investitionen nach etwa 20 Mrd. USD weiter steigen. Gelingt es, die Engpässe zu beheben, könnte das Rechenzentrumsgeschäft die Lücke schließen.

     

    HPQ Silicon – erste Aufträge für Siliziumanoden

    Novacium, an der HPQ 36,8 % hält, kommt mit seiner Siliziumanode im Verteidigungsumfeld voran. Am 19. August ging über den Partner LN Innov die erste Bestellung für Batteriepacks der dritten Generation mit 6.000 mAh ein, die in Drohnen für ein Regiment der französischen Armee verbaut werden. Am 17. September folgte der Erstauftrag über mehr als 100 Packs für eine Abfangdrohne von Alta Ares. Am 6. Oktober ging die erste Charge Prototypbatterien an die technische Abteilung des französischen Heeres. Sie speichern 144 Wh statt der bisherigen 72 Wh.

    In Nordamerika vermarktet HPQ die Zellen unter dem Namen ENDURA+. Am 20. Juli erhielt die Zelle der vierten Generation im Format 21700 die Sicherheitszertifizierung UL 1642. Zertifiziert sind 6.500 mAh, das sind 8,3 % mehr als bei der dritten Generation mit 6.000 mAh. Am 15. Oktober schloss HPQ mit Aptera Motors, einem Entwickler von Solarfahrzeugen, eine Vereinbarung zur Evaluierung der Zellen. Eine Abnahmegarantie ist das noch nicht, doch Aptera erprobt die Zellen damit anwendungsnah. Gelingt der Test, könnten weitere Schritte folgen. Das würde HPQ in die Karten spielen.

    Neben den Batterien baut HPQ zwei weitere Standbeine aus. Am 27. Oktober wurde bekannt, dass das von Novacium geführte Konsortium mit Axel’One und AD-VENTA für das Wasserstoffprojekt METAGENE™ gefördert wird. Bei einem Budget von 1,2 Mio. EUR tragen die Agenturen AID und DGA den Höchstsatz von 80 %, das sind fast 1 Mio. EUR. Das Projekt läuft 30 Monate. Beim Fumed Silica, einem Zusatzstoff für Farben, Klebstoffe und Batterien, schloss HPQ am 29. September gemeinsam mit PyroGenesis die Transaktion ab, durch die beide nun je 50 % an HPQ Silica Polvere halten. Hier verläuft die Kommerzialisierung bedächtiger, aber erste Gespräche mit möglichen Partnern und Kunden laufen.

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    Volkswagen – Elektroautos füllen die Auftragsbücher, Sonderposten belasten

    Volkswagen hat am 29. Oktober Neunmonatszahlen vorgelegt, die von Sondereffekten geprägt sind. Der Konzernumsatz lag bei 233.378 Mio. EUR nach 238.669 Mio. EUR im Vorjahr. Das operative Ergebnis fiel auf 71 Mio. EUR, nach 5.408 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Grund sind Sondereffekte von 8,7 Mrd. EUR, davon 7,8 Mrd. EUR im 3. Quartal. Größter Posten ist mit 6,4 Mrd. EUR die Abschreibung auf den Firmenwert von Porsche, die keinen Mittelabfluss auslöst. Ohne diese Belastungen läge die operative Umsatzrendite bei 3,8 %. Der Cashflow im Automobilbereich lag bereinigt um Unternehmenstransaktionen bei rund 3,9 Mrd. EUR nach 3,5 Mrd. EUR.

    Schon am 18. September hatte der Konzern die Prognose für 2026 gesenkt. Die operative Umsatzrendite soll bei bis zu 1 % liegen, zuvor waren 4,0 bis 5,5 % angepeilt. Der Lichtblick sind die Elektroautos. Die Bestellungen für batterieelektrische Fahrzeuge in Europa stiegen um 39 %, und der Auftragsbestand von rund 1,1 Mio. Fahrzeugen besteht zu etwa 40 % aus Elektroautos. Für die Electric Urban Car Family gingen etwa 150.000 Aufträge ein. Wandeln sich diese Aufträge in Auslieferungen, könnte das die Marge stützen. An den Elektroautos verdient man laut Konzern derzeit weniger als beim Verbrenner-Verkauf.

    Auch an anderer Stelle ordnet Volkswagen sein Geschäft neu. Am 7. September unterzeichneten der Konzern, der Investor Aurelius und das Land Niedersachsen Eckpunkte für den Verkauf der Volkswagen Osnabrück GmbH. Der Standort soll zu einem Kompetenzzentrum für Lösungen aus Sicherheit und Verteidigung werden. Zu den Sondereffekten zählen auch Kosten für den geplanten Verkauf. Es wäre das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich Volkswagen in Deutschland von einem Autowerk trennt. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt abschließender Vereinbarungen, Gremienbeschlüssen und behördlicher Prüfungen. Löcher stopfen muss Volkswagen trotzdem weiter.

     

    Fazit

    Silizium zieht sich durch die ganze Kette, und mit ihm könnten Chancen verbunden sein. Intel liefert mit den Rechenzentren starke Zahlen, muss aber die Engpässe lösen und die Foundry aus den roten Zahlen holen. HPQ Silicon sammelt mit der Siliziumanode erste Aufträge im Verteidigungsumfeld und könnte mit der Zelle ENDURA+ in Nordamerika Fuß fassen, sollte die Erprobung bei Aptera gelingen. Zudem hat man zwei weitere Geschäftsmodelle bei denen es vorangeht. Volkswagen füllt die Auftragsbücher mit Elektroautos, ringt aber mit hohen Sondereffekten und einer gesenkten Prognose. Gelingt der Umbau, könnte sich das ändern. Der Bedarf an Silizium wächst.

     


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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