21.09.2026 | 05:05
Auftragsflut im Rüstungsbereich: BAE Systems, Volatus Aerospace und AeroVironment im Fokus!
Weltweit haben viele Staaten große Rüstungsbudgets beschlossen. Das gilt insbesondere für NATO-Staaten, aber auch andere westliche Verbündete. Die hoch verschuldeten USA bleiben dabei der attraktivste Markt. Neben herkömmlichen Systemen fällt aber auf, dass nun neue Technologien wie Angriffe mit Drohnen, aber ebenso die Verteidigung gegen diese, immer mehr in den Fokus rücken. Wir blicken deshalb heute auf die Aktien von BAE Systems, Volatus Aerospace und AeroVironment.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , BAE SYSTEMS PLC LS-_025 | GB0002634946 , AEROVIRONMENT DL -_0001 | US0080731088
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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BAE Systems: Neue Aufträge sorgen für Kursgewinne!
Die Aktie von BAE Systems bringt den Anteilseignern Glück bzw. Kursgewinne. Allein seit Ende 2021 hat sich der Kurs der Briten in etwa vervierfacht. Vom Tiefstand bei 6,25 EUR ging es bis aktuell knapp 24 EUR rauf. Die Kriege in Osteuropa und am Persischen Golf dürften ihren Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet haben. In diesem Jahr aber zeigte das Papier eine ungewöhnliche Volatilität. In zwei Wellen ging es stark ab- und aufwärts.
Zuletzt aber kam es wieder vermehrt zu Käufen. Ein Grund dürfte ein Großauftrag der US-Army gewesen sein. So hat das U.S. Department of War (Kriegsministerium) den Briten eine Order für die Serienfertigung, Instandhaltung und Weiterentwicklung der AMPV-Fahrzeugfamilie zugesprochen. Dahinter stecken vollgepanzerte Kettenfahrzeuge, die bei der U.S. Army die veraltete M113-Flotte ablösen sollen. Hier geht es konkret um den Mannschaftstransport, Sanitätsfahrzeuge, Gefechtsstände und Mörserträger. Das Volumen beziffert sich auf 818,35 Mio. USD. Der Auftrag ist Teil eines spezifischen Rahmenvertrags für BAE Systems im Volumen von knapp 3,3 Mrd. USD. Die Order ist auch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der US-Regierung. So werden dadurch die Auslastung und Fertigungslinien der US-Sparte von BAE in Pennsylvania bis 31. Mai 2030 gesichert.
Insgesamt spürt BAE Systems die globale Aufrüstung sehr deutlich. So verfügt man über einen Rekord-Auftragsbestand von mehr als 84 Mrd. Pfund, was jahrelange Einnahmen und Dividenden für die Aktionäre verspricht.
Volatus Aerospace: Kräftige Erholung!
Bei Volatus Aerospace ist wieder Schwung drin. Die Aktie des kanadischen Drohnenherstellers hatte wochenlang um die Marke von 0,50 CAD notiert, und damit am 12-Monatstief. Doch gute Zahlen zum zweiten Quartal und neue Aufträge befeuern nun wieder die Papiere.
Vor allem der jüngste Auftrag zeigt das Potenzial des Unternehmens. So meldete das Unternehmen, dass man einen Regierungsauftrag erhalten habe. Konkret vergab das kanadische Verteidigungsministerium einen Fünfjahresvertrag über die Lieferung taktischer, unbemannter Aufklärungssysteme, sogenannte ISR-Drohnen. Abnehmer sind die Canadian Armed Forces. Der Erstauftrag umfasst insgesamt 100 Drohnensysteme. Kanada erhält zudem die Option, bis zu 4.900 weitere Systeme nachzubestellen, womit das Gesamtvolumen auf bis zu 5.000 Systeme steigt. Die Ausschreibung selbst sah einen Höchstpreis von 5.000 CAD pro System vor sowie ein maximales Budget von 25 Millionen CAD. Das exakte vertraglich vereinbarte Preisschema von Volatus Aerospace bleibt aber vertraulich. Neben den Fluggeräten kann Volatus zudem mit seinem Service punkten. So umfasst der Vertrag auch die Sensorik, Bodensteuerungsstationen, Datenverbindungen, Wartung, Ersatzteile, Software-Support und Schulungen für die Nutzer. Schon im vierten Quartal soll die erste Tranche der Lieferungen beginnen.
Für Volatus Aerospace ist es die erste erfolgreiche Umwandlung einer Vorqualifikation aus Kanadas Defence Drone Initiative (DDI) in einen konkreten Beschaffungsvertrag. Die Meldung schob die Aktie kräftig an. Sie notiert nun 20 % höher als vor wenigen Wochen, der Börsenwert ist mit rund 435 Mio. CAD aber noch überschaubar. Insgesamt verfügt das Unternehmen über eine Vertriebs-Pipeline im Volumen von rund 500 Mio. CAD.
Volatus befindet sich daneben auch in der Phase-II-Evaluierung im U.S. Drone Dominance Program für weitreichende Plattformen. Zudem könnten im Laufe des Jahres auch Aufträge von europäischen Nato-Ländern kommen. Zahlentechnisch hatte das Unternehmen im zweiten Quartal den Umsatz um 49,5 % auf 8,4 Mio. CAD gegenüber dem ersten Quartal erhöht. Die Bruttomarge erreichte solide 29 %. Die Aktie eignet sich für jene Anleger, die auf die Zukunft von Drohnen im zivilen wie militärischen Bereich setzen wollen.
AeroVironment: Großauftrag schiebt Aktie an!
Auch der US-Konzern AeroVironment konnte zuletzt mit neuen Orders punkten. Das Unternehmen aus Arlington nahe Washington D.C. meldete einen Auftrag von der U.S. Army im Volumen von 464,8 Mio. USD. Es ist der erste Serienbeschaffungsvertrag für Hochenergie-Laserwaffen in der Geschichte der US-Streitkräfte. Bisher befanden sich Laser-Systeme im US-Militär nur in Phasen der Erprobung und Prototypen. Mit diesem Auftrag wechselt die Technologie offiziell in die reguläre Truppenbeschaffung.
Das System LOCUST X3 von AeroVironment dient der mehrschichtigen Luftverteidigung gegen unbemannte Flugkörper; von kleinen kommerziellen Drohnen bis hin zu taktischen Aufklärungs- und Angriffsdrohnen. Mit dem Auftrag könnte das Unternehmen auch das Interesse aus Europa gewinnen, wo derzeit Drohnensichtungen an Flughäfen oder über Nato-Territorien immer wieder für Ärger zwischen EU-Ländern und Russland führen. Dabei dürfte auch der Kostenvorteil eine Rolle spielen. Während herkömmliche Abwehrraketen oft Hunderttausende USD pro Schuss kosten, liegen die variablen Einsatzkosten bei einem Laserschuss bei unter 5 USD pro Zielbekämpfung. Das ist ein enormer Fortschritt.
AeroVironment wird in den kommenden Jahren mehrere Dutzend Einheiten liefern, inklusive Wartung, Software-Support und Schulung. Profiteur des Deals ist auch die Stadt Albuquerque in New Mexico, wo das Unternehmen die Produktionskapazitäten ausbauen will. Die Aktie von AeroVironment hat nach einem äußerst volatilen ersten Halbjahr infolge des Auftrags wieder an Momentum gewonnen. Zum Jahreshoch bei mehr als 400 USD ist es für die an der Nasdaq gelistete Aktie aber noch ein weiter Weg.
Fazit: Mit Volatus Aerospace setzen Anleger auf einen stark wachsenden Drohnenhersteller. AeroVironment dürfte in den kommenden Jahren mit seinen Möglichkeiten zur Drohnenabwehr stärker in den Fokus der Börse geraten. BAE Systems ist ein etablierter britischer Rüstungskonzern mit einer sehr lange reichenden Auftragspipeline.
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