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25.09.2026 | 05:30

Volkswagen, HPQ Silicon, AeroVironment: So können Anleger vom Batterie- und Drohnen-Boom profitieren

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Bildquelle: Pixabay

Die Grenzen zwischen Rüstung und Straßenverkehr verschwimmen. Die Verteidigungsbudgets erreichen Rekordhöhen, gleichzeitig baut sich die Autoindustrie komplett um. Dazwischen wächst eine neue Wertschöpfungskette aus Batterien, Silizium und autonomen Systemen. Denn auch die Drohnen und immer mehr Militärtechnik brauchen bessere Batterien. Diese werden auch in der Elektromobilität gebraucht. Wer die Schnittstellen versteht, ist der breiten Masse eine Nasenlänge voraus. Schlagzeilen helfen dabei wenig. Es zählen Lieferketten, Patente und Auftragsbücher. Wir sehen uns daher heute Volkswagen, HPQ Silicon und AeroVironment genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , AEROVIRONMENT DL -_0001 | US0080731088

Inhaltsverzeichnis:


    Volkswagen - Gewinnwarnung, Sparkurs und Rückenwind bei E-Autos

    Am 18. September hat Volkswagen die Reißleine gezogen. Die operative Umsatzrendite soll 2026 höchstens 1 % erreichen. Bislang hatten die Wolfsburger 4,0 bis 5,5 % angepeilt, im Vorjahr waren es 2,8 %. Schuld sind Sonderbelastungen von rund 10 Mrd. EUR. Davon entfallen etwa 6 Mrd. EUR auf eine Goodwill-Abschreibung auf die Porsche AG und 2 Mrd. EUR auf Restrukturierungen, auch in China. Dort dürfte der Automarkt 2026 laut VW-China-Chef Ralf Brandstätter um ein Fünftel schrumpfen. Bereinigt läge die Marge bei rund 4 %. Am Netto-Cashflow von 3 bis 6 Mrd. EUR hält man fest. Die Kasse stimmt.

    Am 4. September hatte der Aufsichtsrat den Zukunftsplan 2030 einstimmig gebilligt. Konzernweit sollen weitere rund 50.000 Stellen wegfallen, etwa die Hälfte in Deutschland. Die Modellpalette soll bis 2035 um rund 50 % schrumpfen. Für 2027 bis 2031 sind Investitionen von 135 Mrd. EUR eingeplant, rund 30 Mrd. EUR weniger als im vorherigen Fünfjahreszeitraum. Für Neckarsulm, Zwickau, Emden und Hannover ist zwischen 2031 und 2034 keine Folgebelegung gesichert. Bis 2030 soll die operative Umsatzrendite auf 9 % klettern, nach 3,8 % im ersten Halbjahr 2026. Der Weg dahin ist weit.

    Rückenwind kommt von der Elektromobilität. Im Stammwerk Wolfsburg, wo derzeit vor allem Verbrenner vom Band laufen, entstehen etwa 30.000 Fahrzeuge weniger als geplant. Die Elektroauto-Werke in Emden und Zwickau sind dagegen besser ausgelastet. In Emden stehen für den ID.7 mindestens zwei Sonderschichten an. Mit Skoda und Cupra liegen für die neuen elektrischen Kleinwagen mehr als 100.000 Bestellungen vor, über 40.000 davon für den ID. Polo. Allerdings verdient Volkswagen an den E-Modellen weniger als an vergleichbaren Verbrennern, die Batterien sind teuer. Die Frage ist daher, ob die Nachfrage reicht, um Emden und Zwickau langfristig zu sichern.

    HPQ Silicon - gewinnt Aufträge aus Armee und Drohnenabwehr

    HPQ Silicon aus Montreal hat sich auf Materialien auf Siliziumbasis spezialisiert. Das Geschäft steht auf drei Beinen: Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien, pyrogene Kieselsäure aus Quarz und Technologien zur Gewinnung von Wasserstoff. Am weitesten ist man bei den Batterien, und hier kommt der Partner Novacium ins Spiel. Was hat HPQ davon? Man hält 36,8 % an dem französischen Anodenspezialisten und darf dessen Technologie exklusiv in Kanada, den USA und Mexiko unter der Marke HPQ ENDURA+ vermarkten. Jeder Erfolg aus Frankreich spielt den Kanadiern damit in die Karten. Zuletzt gab es davon einige.

    Am 22. September meldete HPQ, dass die Technische Sektion der französischen Armee Novacium Ende Juni einen Auftrag über Prototyp-Akkus für taktische Funkgeräte erteilt hat. Gefragt ist deutlich mehr Kapazität, im besten Fall die doppelte, ohne dass Stecker oder Ladegeräte getauscht werden müssen. Erste Muster lieferten im April 2025 23 % mehr Energie als die Vergleichsbatterie. Bereits am 17. September war bekannt geworden, dass der Drohnenabwehr-Spezialist Alta Ares mehr als 100 Akkupacks für seine Abfangdrohne X-Lock bestellt hat. Die Packs sind bei mindestens gleicher Leistung leichter als die bisherige Lösung. Der Knoten scheint zu platzen.

    Am 10. September gab Novacium eine Zusammenarbeit mit Tokai COBEX Savoie bekannt, die zur japanischen Tokai Carbon Gruppe gehört. Gemeinsam prüft man, ob sich Novaciums Silizium mit klimafreundlich hergestelltem Graphit aus französischer Produktion zu einem kompletten Anodenmaterial verbinden lässt. Gelingt der Schulterschluss, könnte eine Anode entstehen, die vollständig in Frankreich entwickelt und gefertigt wird. Am 27. August hatten HPQ und Novacium je zehn maßgeschneiderte Akkupacks an drei europäische Drohnenhersteller geliefert. Damit läuft die letzte geplante Testrunde vor einer möglichen Produktqualifizierung. Die Pipeline füllt sich.

    AeroVironment - Akkus, Laser und volle Auftragsbücher

    Bei militärischen Drohnen entscheidet die Energie an Bord über den Einsatzwert. Das zeigt der P550 von AeroVironment. Am 20. Juli erhielt man vom US-Heer einen Serienauftrag über 117,3 Mio. USD für 82 der vollelektrischen Senkrechtstarter. Mit einer Akkuladung fliegt der P550 mehr als fünf Stunden und Batterie wie Nutzlast lassen sich ohne Werkzeug in unter fünf Minuten wechseln. Bei der Zelltechnik arbeitet man mit Amprius und dessen Siliziumanoden zusammen. Beim unbemannten Hubschrauber VAPOR stieg die Flugzeit damit laut Unternehmen von 75 auf 120 Minuten. Ein eigenes Batteriegeschäft hat der Konzern nicht. Der Akku ist Mittel zum Zweck.

    Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz um 6 % auf 480,5 Mio. USD. Zugpferd war das Segment Autonomous Systems, das um 21 % auf 346 Mio. USD zulegte. Dagegen schrumpfte Space, Cyber and Directed Energy um 21 % auf 134,5 Mio. USD und rutschte beim bereinigten EBITDA mit 8,9 Mio. USD in die roten Zahlen. Hier schlägt der im März beendete SCAR-Auftrag durch. Konzernweit lag das bereinigte EBITDA bei 53,4 Mio. USD und der operative Cashflow drehte mit 13,5 Mio. USD ins Plus. Zum Vergleich flossen ein Jahr zuvor noch 123,7 Mio. USD ab. Die Drohnen tragen den Konzern.

    Die Frage bleibt, ob sich die Übernahme von BlueHalo auszahlt? Am 2. September vergab das US-Heer einen Auftrag über 464,8 Mio. USD für die daraus stammenden LOCUST Laser zur Drohnenabwehr. Laut Unternehmen ist es der erste US-Serienauftrag für Hochenergielaserwaffen. Am 8. September folgte der erste Auslandsauftrag über mehr als 50 Mio. USD. Bereits am 26. August bestellte das Heer Switchblade 600 für 51 Mio. USD, teils für einen US-Verbündeten. Zum Quartalsende erreichte der finanzierte Auftragsbestand mit 1,5 Mrd. USD einen Rekord. Gelingt es, die Laser profitabel in Serie zu fertigen, könnte auch das zweite Segment wieder Tritt fassen. Die Nachfrage stimmt.


    Der Wettlauf um die besten Batterien greift auf immer mehr Branchen über, was die Entwicklungen sicher beschleunigt. Volkswagen kämpft mit einer Gewinnwarnung und einem Sparkurs, doch volle Auftragsbücher für Elektroautos und der Umbau des Konzerns könnten die Wende bringen, wenn die Marge hält. HPQ Silicon positioniert sich mit Siliziumanoden und seinem Partner Novacium zunehmend als Zulieferer für Armee- und Drohnenprojekte. Insgesamt hat das Unternehmen drei vielversprechende Geschäftsbereiche. AeroVironment überzeugt mit Rekordaufträgen, Lasertechnik und gefragten Drohnen, doch die Profitabilität im zweiten Segment bleibt der Prüfstein.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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