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19.08.2026 | 05:20

Abnehmboom 2.0! BioNxt Solutions, Novo Nordisk und Nestlé wachsen im Milliardenmarkt!

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Bildquelle: Pixabay

Die Abnehmspritze hat nicht nur den Pharmamarkt verändert, sondern wirkt sich auch sukzessive auf die Lebensmittelbranche aus. Der verschreibungspflichtige Wirkstoff Semaglutid zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas steht dabei im Vordergrund. Der Wirkstoff ahmt das körpereigene Darmhormon GLP‑1 nach und erreicht damit mehrere gewünschte Effekte. Das Sättigungsgefühl steigt, der Appetit sinkt, die Magenentleerung wird verlangsamt und die Insulinausschüttung verbessert sich. Daneben positionieren sich innovative Spezialisten wie BioNxt Solutions, die alternative und verbesserte Darreichungsformen von Medikamenten forcieren. Die Kanadier entwickeln dünne Wirkstofffilme, die sich unter der Zunge auflösen und Arzneimittel per Spritze oder klassische Tablette ersetzen sollen. Der Newsflow ist vielversprechend. Gleichzeitig schafft Nestlé eine neue Lebensmittelkategorie für Menschen, die mithilfe von GLP-1-Präparaten Gewicht verlieren wollen. Wer hat die Nase vorn?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Bionxt Solutions Inc. | CA0909741062 | CSE:BNXT , OTCQB: BNXTF , NOVO NORDISK A/S | DK0062498333 , NESTLE NAM. SF-_10 | CH0038863350

Inhaltsverzeichnis:


    BioNxt Solutions – Innovation ist Trumpf

    Das Unternehmen schlägt mit seinen innovativen Darreichungsformen von bekannten Medikamenten gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Der Fokus liegt auf sogenannten Oral Dissolvable Films, kurz ODF. Diese dünnen Filme werden unter die Zunge gelegt, lösen sich auf und sollen den Wirkstoff über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf transportieren. Dieser Ansatz ist nicht nur für Patienten mit Schluckbeschwerden interessant. Generell sieht die Gesellschaft darin eine effizientere und berechenbarere Aufnahme, niedrigere Dosierungen und möglicherweise weniger Nebenwirkungen.
    Das am weitesten fortgeschrittene Projekt von BioNxt heißt BNT23001. Dabei handelt es sich um einen sublingualen Cladribin-Film zur Behandlung bestimmter Formen der Multiplen Sklerose. Erste Tests an Tieren verliefen positiv. BioNxt hat seine Cladribin-Dünnfilmtechnologie inzwischen in Europa und Eurasien patentieren lassen und schafft damit eine wichtige Grundlage für die klinische Entwicklung sowie mögliche Lizenz- und Pharmapartnerschaften. In den USA wird die entsprechende Anmeldung im beschleunigten Track-One-Verfahren des Patentamts geprüft. Weitere Anmeldungen befinden sich in wichtigen internationalen Märkten in Prüfung.
    Langfristig will BioNxt seine sublinguale Dünnfilmtechnologie nicht nur für Cladribin, sondern auch in der Neurologie, bei Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen sowie im Longevity-Bereich einsetzen. Große Aufmerksamkeit erhalten die Kanadier durch ein Programm für sublinguales Semaglutid. BioNxt arbeitet hier mit dem deutschen Entwicklungspartner Gen-Plus an einem Film, der sich im Mund auflösen soll.
    Nach Angaben des Unternehmens umfasst die erste, auf sechs bis neun Monate angelegte Phase Formulierungsarbeiten, analytische Methoden, Kompatibilitätstests und einen ersten Machbarkeitsnachweis. BioNxt bereitete schon im Juli Wirkstoff- und Placebofilme sowie spätere präklinische Untersuchungen vor.

    Novo Nordisk – Markt und Wettbewerb wachsen

    Der dänische Pharmariese erwirtschaftete im abgelaufenen Jahr rund 309 Mrd. DKK Umsatz. Nahezu ein Viertel entfiel dabei auf Adipositas-Medikamente, ein Zuwachs von 31 % gegenüber dem Vorjahr. Novo Nordisk bezifferte seinen Volumenanteil am globalen Markt für Markenpräparate gegen Adipositas auf knapp 60 %. Dabei stehen neben der Abnehmspritze auch andere GLP-1-Therapien im Mittelpunkt, was einen Trend zu bequemeren Darreichungsformen erkennen lässt.
    Operativ zeigen die Dänen Stärke und Gegenwind zugleich. Im zweiten Quartal stiegen die Umsätze bereinigt um 7 %, der operative Gewinn legte um 11 % zu. Auf Gesamtjahressicht geht das Management jedoch von einer stärkeren Eintrübung aus. Im besten Fall könnten beim Umsatz und beim operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr 2026 die Vorjahreswerte erreicht werden. Der starke Wettbewerb mit Konkurrent Eli Lilly, Preisdruck in den USA, auslaufende Schutzrechte sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf Pipelineprojekte erweisen sich als Belastungsfaktoren.
    Momentan notieren die Anteilsscheine bei 296 DKK bzw. 46 USD. Damit bringen die Dänen rund 200 Mrd. USD auf die Börsenwaage. Die Mehrheit der Analysten hält den Titel mit einem Aufwärtspotenzial von 8 % für nahezu ausgereizt. Dennoch erscheint das KGV von 13,3 bzw. 13,5 für 2026 bzw. 2027 moderat.

    Nestlé: Wie weniger Essen ein neues Geschäft kreiert

    Der Vormarsch der Abnehmspritze verändert auch was und wie Menschen essen. Wer deutlich weniger Appetit hat und kleinere Portionen zu sich nimmt, muss stärker auf die Nährstoffdichte achten. Nestlé versucht, daraus eine neue Produktkategorie zu machen. Unter der Marke Vital Pursuit führte der Konzern in den USA 14 portionierte Tiefkühlgerichte ein. Dazu gehören Bowls, Pizzen und Sandwiches mit höherem Proteinanteil, Gemüse und Vollkornbestandteilen. Nestlé positioniert die Produkte ausdrücklich für Menschen, die GLP-1-Medikamente verwenden oder Gewicht reduzieren möchten.
    Hinzu kommen neue Getränke mit hohem Proteingehalt, die während der Gewichtsabnahme zum Erhalt der Muskelmasse beitragen sollen. Jedoch macht dieser Bereich der Ernährungsunterstützung bislang lediglich einen kleinen Anteil des Konzerngeschäfts aus. Im ersten Halbjahr erzielten die Schweizer einen Umsatz von 43,1 Mrd. CHF sowie einen freien Cashflow von 3,4 Mrd. CHF. Beim aktuellen Kurs von 79 CHF ist die Gesellschaft mit 202 Mrd. CHF bewertet. Analysten formulieren im Durchschnitt ein Kursziel in Höhe von 89 CHF.

    Fazit

    Der Markt für Abnehmspritzen und verwandte Produkte entwickelt sich in drei Richtungen gleichzeitig. Pharmaunternehmen verbessern die Wirkstoffe, Spezialisten arbeiten an bequemeren Darreichungsformen und Lebensmittelkonzerne entwickeln Produkte für die veränderten Ernährungsbedürfnisse. Besonders spannend ist die Aktie von BioNxt. Die Kanadier arbeiten daran, etablierte Wirkstoffe in neuartigen, unter der Zunge löslichen Filmen zu verabreichen. Gelingt es BioNxt, für einen bekannten Wirkstoff eine geschützte und klinisch überzeugende Darreichungsform zu entwickeln, könnte diese an einen größeren Pharmapartner lizenziert oder gemeinsam vermarktet werden. Das wäre ein Game Changer für die bislang mit 45 Mio. CAD bewertete Gesellschaft.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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