22.06.2026 | 04:00
Achtung: Rechenzentren und die Uran-Knappheit - Die Lösung liegt bei Standard Uranium, SAP, ServiceNow und Oracle
Die letzte Handelswoche war geprägt vom Börsengang der SpaceX-Aktie. Elon Musks Meisterwerk erregte großes Aufsehen, nachdem der Marktwert kurz nach der Erstnotiz schon von 1,8 auf 2,7 Billionen USD emporschnellte. Erst Ende der Woche kam es zu ersten Gewinnmitnahmen, trotzdem liegt der Wert immer noch 30 % über Ausgabekurs. Auguren rätseln über dieses Debüt, hatte es doch im Vorfeld herbe Kritik wegen der hohen Bepreisung des IPOs gegeben. Eine vierfache Überzeichnung machte schließlich alle Kritiker mundtot und nun kann die reale Wertbestimmung beginnen. Dauerthema an der US-Wachstumsbörse NASDAQ bleiben die KI- und Softwaretitel. Während die Halbleiter-Aktien ein Festival an das nächste anreihen, regnet es fast täglich durch das Dach der Software-Titel. Die Zweifel über deren Einbettung in die nächste KI-Ära manifestieren sich in Analystenkreisen hartnäckig, das drückt auf die Kurse. Feiern können allerdings Uran-Werte, denn sie verkörpern die Rohstoff-Lösung für die Billionen schweren Investments in moderne Rechenzentren. Denn der Strom soll à la longue nuklear bereitgestellt werden, so der Konsens und Donald Trump. Wir rechnen nach!
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , ORACLE CORP. DL-_01 | US68389X1054 , SAP SE O.N. | DE0007164600 , SERVICENOW INC. DL-_001 | US81762P1021
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Standard Uranium – Skalierbare Landposition und Bewertungsfantasie im globalen Uranzyklus
Der weltweite Strombedarf ist überbordend, denn die Anforderung von Rechenleistung steigt mit hoher Dynamik, angetrieben vor allem durch immer anspruchsvollere Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Nach aktuellen Prognosen der IEA dürfte die benötigte Leistung von Rechenzentren bis zum Ende des Jahrzehnts sogar von aktuell etwa 120 Gigawatt auf rund 290 Gigawatt steigen. Damit entwickelt sich die Energieversorgung zunehmend zu einem limitierenden Faktor, da die Stromverfügbarkeit den Ausbau neuer KI-Kapazitäten immer stärker begrenzt. Von Seiten der Trump Administration wird aufgrund des Ausrufs „Drill Baby Drill“ gerade die Kernenergie als favorisierter Langfristplan bezeichnet. Zwar ist den Zuständigen klar, dass eine Verdoppelung der Reaktorleistung 15 bis 20 Jahre dauert und Milliarden verschlingt, man setzt dabei jedoch in erster Linie auf die Investitionsleistung der großen Tech-Konzerne selbst.
Einer der zukünftigen Problemlöser in Sachen Uran könnte aus Saskatchewan stammen, es handelt sich um das Unternehmen Standard Uranium. Die Kanadier positionieren sich als klassischer Projektgenerator, dessen Geschäftsmodell auf der Identifikation, Bündelung und Weiterentwicklung früher Explorationsziele im Athabasca-Becken auf einer Gesamtfläche von 220.000 Acres basiert. Der Kapitalaufwand wird dabei systematisch über Earn-in-Strukturen mit Partnern ausgelagert, wodurch das Unternehmen seine Bilanz schlank hält und Explorationsrisiken teilweise externalisiert. Ein aktuelles Beispiel ist das Rocas-Projekt, bei dem über eine fünfwöchige Kampagne rund 1.200 bis 1.500 Meter Diamantbohrungen in 6 bis 8 Bohrlöchern geplant sind. Besonders bemerkenswert ist, dass ein 7,5 Kilometer langer elektromagnetischer Strukturkorridor bislang vollständig ungetestet ist und damit ein typischer Greenfield-Ansatz verfolgt wird. Die Finanzierung dieses Programms erfolgt über eine Earn-in-Vereinbarung mit bis zu 4,5 Mio. CAD Explorationsbudget, im Gegenzug kann der Partner bis zu 75 % der Projektanteile erwerben.
Begleitend stärkt das Unternehmen seine gesellschaftliche Lizenz durch lokale Partnerschaften mit indigenen Gemeinschaften, um die operative Stabilität in Saskatchewan sicherzustellen. Im Flaggschiffprojekt Davidson River wurde zuletzt von einer laufenden Bohrkampagne mit etwa 900 Metern in zwei Bohrlöchern berichtet, wobei erhöhte Radioaktivität von bis zu 1.650 cps in einzelnen Intervallen festgestellt wurde. Das Gesamtprogramm ist auf mehrere Tausend Meter ausgelegt und soll bis in den Spätsommer fortgeführt werden, wobei drei Haupttrends systematisch getestet werden. Die Region selbst gilt als eines der weltweit bedeutendsten Uranreviere, in dem bereits über 400 Millionen Pfund Uran entdeckt wurden. Investoren sind gespannt, was dort in den nächsten Monaten noch zu Tage geholt wird. Wer dabei sein will, zeichnet die aktuelle Platzierung zu 0,10 CAD oder kauft in Kanada oder Deutschland zu ähnlichen Preisen. Mit einer Marktkapitalisierung von nur 14 Mio. CAD ist der Hebel im Fall von guten Bohrresultaten gigantisch. Einsammeln!
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Jon Bey über die Fortschritte des Bohrprogramms im Athabasca Becken. Hier geht´s zum Video…
SAP und ServiceNow – Unternehmenssoftware auf dem KI-Prüfstand
Im Softwarebereich herrscht Skepsis. Denn Analysten sehen im Bereich KI-gestützter Unternehmenssoftware zwar eine beginnende, aber noch nicht voll eingepreiste Monetarisierungs-Phase bei großen Plattformen wie SAP oder ServiceNow. Im Fokus steht bei SAP die KI-Schicht „Joule“, welche zunehmend in die hauseigene Cloud integriert wird und laut Management ein Sektor-Wachstum von mindestens 20 bis 28 % ermöglicht. ServiceNow treibt „Now Assist“ voran und profitiert von einer Subscription-Wachstumsrate im Bereich von ebenfalls etwa 20 % p.a. bei gleichzeitig hoher Vertragsverlängerungsquote.
Nach der starken Bewertungsbereinigung der Jahre 2022 bis 2023 sprechen mehrere Analysten inzwischen von einer graduellen Re-Rating-Phase. SAP punktet strukturell mit seiner ERP-Dominanz, einer sehr breiten installierten Basis im Enterprise-Segment sowie tief integrierten Geschäftsprozessen bei Großkunden. ServiceNow überzeugt andererseits vor allem durch seine Plattformlogik im Workflow-Management, hohe Skalierbarkeit und eine starke Position im IT-Service-Management jenseits klassischer ERP-Systeme. Beide Unternehmen weisen robuste Margenprofile auf, wobei SAP operativ im Bereich von rund 27 bis 30 % und ServiceNow mit Free-Cashflow-Margen von über 30 % agiert.
Eine schnelle Fundamental-Erholung wird von den Experten in der Breite nicht antizipiert, vielmehr setzt die Mehrheit auf einen Zeitraum von 12 bis 24 Monaten für nachhaltige Neu-Bewertungen. Risiken bestehen insbesondere durch Microsofts Copilot-Ökosystem, das sowohl ERP- als auch Workflow-Use-Cases adressiert und Preisdruck erzeugen kann. Gleichzeitig bleibt der strukturelle Rückenwind durch Enterprise-Digitalisierung und KI-Automatisierung intakt, was die Nachfragebasis langfristig stabilisiert. In der Summe ergibt sich für beide Titel ein selektiv positives Setup, die 12-Monats-Kursziele auf der Plattform LSEG betragen im Mittel für SAP 218 EUR bzw. 144 USD für ServiceNow. Jeweils 50 % für mutige Turnaround-Spekulanten!
Oracle – Milliarden Investitionen in HighTech-Infrastruktur
Oracle hat sich nach seinem Ausverkauf bis auf 134 USD im April sehr dynamisch erholt. Neben Short-Covering ergibt sich bei genauerem Hinsehen sogar ein fundamentales Rebound-Szenario, nachdem der Titel zuvor im Zuge der KI-Konsolidierung deutlich unter Druck geraten war. Auslöser waren neue KI- und Cloud-Updates, unter anderem im Umfeld von Aconex, welche vom Markt als Hinweis gewertet wurden, dass Oracle seine Plattformstrategie dynamischer vorantreibt als zuletzt eingepreist. Um den kostspieligen Ausbau von Oracles KI-Rechenzentren zu finanzieren, pumpt CEO Larry Ellison im Rekordtempo zusätzliches Kapital in sein Unternehmen. Allein für die Oracle EU Sovereign Cloud flossen zuletzt Milliardenbeträge u. a. in den Ausbau der Region Frankfurt. Der Schuldenberg wächst, steht aber einem Rekordauftragsbestand von 600 Mrd. USD gegenüber.
Die Ausgaben zahlen sich anscheinend bereits aus: So wachsen die Cloud-Erlöse rasant und man schloss langfristige Partnerschaften unter anderem mit Schwergewichten wie OpenAI. Mit den Zahlen zum Schlussquartal 2025/26 schoss die Aktie in nur 6 Wochen auf 250 USD zurück. Aktuell konsolidiert der Titel wieder in der Gegend um 185 USD. Das neue KI-Zeitalter ist schnelllebig – Aktienkurse im Technologiebereich oszillieren von Hui nach Pfui – nur flexible Anleger stehen das nervlich durch!

Die Wachstumsmärkte haben mit dem gelungenen Börsengang von SpaceX wieder Luft unter den Flügeln bekommen. Anfang Juni hatte es nach einer Korrektur ausgesehen, doch nun ist der Aufwärtstrend wieder eingerenkt. Für die Softwaretitel SAP, ServiceNow und Oracle hat sich das Bild zwar etwas aufgehellt, Börsianer haben derzeit trotzdem wenig Spaß an den verprügelten Aktien. Standard Uranium, ein Vertreter der kritischen Metalle, ist vom Dauer-Knappheits-Szenario beflügelt.
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