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04.05.2026 | 04:05

Alcoa, Strategic Resources und Glencore: Krieg und Energie-Shift treiben Geschäft an!

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Bildquelle: AI

Die Energiewende und die Frage der Preise für Energie sind derzeit wohl die stärksten Faktoren für den Aktienmarkt. Die KI-Revolution und der Trend zu nachhaltiger Energiegewinnung machen ein Überdenken des bisherigen Wegs notwendig. Dazu kommt der Ausfall von wichtigen Produktionsmitteln in Folge des Kriegs am Persischen Golf. Ob Öl, Gas, Aluminium oder Düngemittel: Die Auswirkungen dürften noch eine ganze Weile den Welthandel beschäftigen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf mögliche Gewinner am Aktienmarkt. Alcoa, Strategic Resources und Glencore könnten dazugehören.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: GLENCORE PLC DL -_01 | JE00B4T3BW64 , ALCOA CORP. O.N. | US0138721065 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR

Inhaltsverzeichnis:


    Alcoa: Der Kriegsprofiteur

    Jahrelang war Alcoa keine der bevorzugten Aktien der Mehrheit der Investoren. Aluminium war wenig „sexy“ und die Preise blieben im Gegensatz zu anderen Metallen lange am Boden. Dementsprechend hat die Aktie eine jahrelange, allerdings sehr volatile Bewegung hinter sich. Der Krieg am Persischen Golf hat die Bedingungen für das Unternehmen nun dramatisch geändert. Schon ein paar Monate vor Kriegsbeginn startete der Titel eine Aufwärtsbewegung, die überraschenderweise zum Kriegsbeginn quasi stoppte. Seither läuft die Aktie seitwärts. Dabei ist Alcoa einer der größten Profiteure dieses Kriegs. Der US-Aluminiumkonzern hat bereits hohe Anfragen von Kunden in Europa, den USA und Asien, die normalerweise Aluminium aus dem Nahen Osten beziehen. Die Preise steigen derzeit und das dürfte auch noch eine Weile so bleiben.
    Alcoa hat seine Werke weitab vom Kriegsgeschehen (USA, Kanada, Mexiko) und steht für etwa 9 % der weltweiten Aluminiumproduktion. Außerhalb Chinas liegt dieser Anteil sogar bei rund 20 %. Durch die Angriffe auf große Schmelzhütten wie Al Taweelah in den Emiraten und Alba in Bahrain sowie die Blockade der Straße von Hormuz ist der globale Aluminium-Markt in ein tiefes Angebotsdefizit gerutscht. An der LME (London Metal Exchange) notiert Aluminium nahe eines Vierjahreshochs. Unter allen Industriemetallen zeigt es seit Jahresanfang die beste Performance mit rund 18 % plus.
    Wann wieder am Golf produziert, und das Material verschickt werden kann, steht derzeit in den Sternen. Zumal sich die Zahl der Blockaden inzwischen verdoppelt hat. Alcoa sollte als eine der wenigen Alternativen in der westlichen Welt hiervon profitieren. Die Aktie notiert rund 15 % unter dem Jahreshoch. Schon im ersten Quartal zeigte man eine klare Margensteigerung. Und ein Vorteil wird derzeit wohl am Markt unterschätzt: Alcoa produziert seine eigene Tonerde. Die Schmelzen am Golf müssen dagegen rund 60 % des Materials importieren. Diese Importe stehen derzeit aber ebenso wie viele Anlagen dort still.

    Strategic Resources: Grünes Eisen für die Stahlindustrie

    Sichere Lieferketten sind gefragt. Das gilt inzwischen sogar in alten Industrien wie Stahl und Eisenerz. Strategic Resources könnte von diesem Sinneswandel in westlichen Industrien profitieren. Und nicht nur davon. Das Unternehmen befindet sich gerade im Umbruch, vom reinen Explorer zu einem künftigen Produzenten von Eisenerz und Eisenpellets. Das Herz des Unternehmens ist das BlackRock-Projekt im Norden Québec. Dort in Chibougamau befindet sich nicht nur das Vorkommen mit Eisen, Vanadium und Titan, sondern bereits eine Aufbereitungsanlage. BlackRock überzeugt dabei mit einer besonderen Geologie. Das Erz dort ist ein Vanadium-Titan-Magnetit. Bei der Verarbeitung fällt neben Vanadium und Titan auch hochreines Roheisen (Pig Iron) an, was höhere Preise am Weltmarkt verspricht. Laut Machbarkeitsstudien wird mit einer durchschnittlichen jährlichen Produktion von 526.000 Tonnen Roheisen gerechnet.

    Der Schritt zum Verarbeiter

    Doch Strategic Resources will nicht nur ein weiteres Mining-Unternehmen werden. Das Ziel ist die Produktion von verarbeiteten Eisenpellets. Dazu plant das Unternehmen den Bau einer Pelletieranlage im Hafen von Saguenay (Québec). Die Kapazität soll bei 4 Mio. Tonnen Eisenpellets pro Jahr liegen. Es handelt sich dabei um „Direct Reduction (DR) Grade Pellets“ – die hochwertigste Form, die für moderne Elektrolichtbogenöfen benötigt wird, um „grünen Stahl“ herzustellen. Dabei hat man einen großen logistischen Vorteil. Bei Saguenay handelt es sich um einen Tiefseehafen, der über den St. Lorenz-Strom mit dem nordamerikanischen und dem europäischen Markt verbunden ist. Die Energie stammt dabei aus dem riesigen Wasserkraftnetz von Québec, was die Produktion besonders emissionsarm macht.
    Für dieses Vorhaben hat Strategic Resources bereits einen großen Partner gewonnen. So gab man bereits Ende 2024 eine Vereinbarung mit Javelin Global Commodities bekannt. Demnach wird Javelin, solange die BlackRock-Mine noch nicht in Produktion ist, Strategic Resources exklusiv mit hochgradigem Eisenerz beliefern, das als Ausgangsmaterial für die geplante Pelletanlage im Hafen von Saguenay dient. Dabei verpflichtet sich Javelin auch, 100 % der produzierten Eisenpellets sowie künftiges Roheisen aus dem BlackRock-Projekt abzunehmen und weltweit zu vermarkten. Finanziell hat die Partnerschaft einen großen Vorteil, denn Javelin stellt eine Betriebsmittel-Kreditlinie in Höhe von 150 Millionen USD zur Verfügung. Diese sichert die Liquidität für den laufenden Betrieb.
    Die Aktie von Strategic Resources läuft noch weitgehend unter dem Radar vieler Investoren in Nordamerika und Europa. Der Börsenwert beträgt lediglich knapp 17 Mio. CAD. Vor vier Jahren lag der Aktienkurs etwa 12 Mal höher. Dementsprechend bietet sich hier großes Potenzial für mutige Investoren, die einen langen Atem mitbringen.

    Glencore: Starke Zahlen!

    Viele Kupferproduzenten haben derzeit Probleme mit ihrer Produktion. In Chile, dem größten Förderland der Welt, sinken die Erzgrade und es muss massiv investiert werden, um nur die bestehenden Output-Zahlen aufrechterhalten zu können. Firmen wie Quantum und Freeport-McMoRan melden zudem Probleme in ihrer Produktion. Da kommt Glencore dem Markt gerade Recht. Das Unternehmen veröffentlichte vor wenigen Tagen seine Produktionszahlen für das erste Quartal (die Finanzzahlen liegen noch nicht vor). Und siehe da: Glencore hat seinen Kupfer-Ausstoß um satte 19 % auf fast 200.000 Tonnen gesteigert - gegenüber dem Vorjahresquartal. Ursache hierfür sind bessere Erzgehalte in den afrikanischen Minen. Der in der Schweiz ansässige Rohstoffhändler und Bergbaukonzern meldete zudem einen höheren Abbau in seiner Antamina-Mine in Peru. Glencore hielt trotz betrieblicher Herausforderungen und der Schließung von zwei australischen Minen, die das Ende ihrer wirtschaftlichen Lebensdauer erreicht hatten, an seiner Produktionsprognose für 2026 fest. Und auch von der Kostenfront gab es teils gute Nachrichten: So hat laut CEO Gary Nagle der Krieg am Persischen Golf im ersten Quartal nur begrenzte Auswirkungen auf den Betrieb gehabt. Allerdings zeichne sich Druck aufgrund höherer Diesel- und Schwefelsäurepreise ab. Insofern könnte das Jahr 2026 noch herausfordernd werden. Dabei war man erst 2025 nach einigen schwierigen Jahren wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt und hatte ein fulminantes Comeback gefeiert. Die Börsianer bleiben auf jeden Fall erst einmal optimistisch. Die Aktie von Glencore hat seit November um rund 50 % zugelegt und hält das hohe Niveau. Sollten schlechte Nachrichten kommen, drohen hier allerdings Gewinnmitnahmen.


    Fazit: Alcoa ist ein Kriegsprofiteur und springt dort in die Bresche, wo die Aluminiumproduzenten am Golf ausfallen. Höhere Preise verbessern die Margen, so dass die Aktie weiteres Potenzial hat. Strategic Resources ist ein Wert fürs strategische Depot. Mit einer emissionsarmen Eisenpellet-Produktion wollen die Kanadier auf den Weltmarkt stoßen. Der niedrige Börsenwert und das geringe aktuelle Interesse der Investoren bietet Potenzial. Glencore hat wiederum einen Lauf hinter sich. Sollten die Diesel- und Schwefelsäurepreise jedoch hoch bleiben, drohen hier Gewinnmitnahmen.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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