17.08.2026 | 05:10
Almonty Industries, Energy Fuels, Antofagasta - China dominiert noch, doch diese Aktien greifen an
Der Kampf um kritische Rohstoffe wird zur geopolitischen Machtfrage. Verteidigung, KI, Stromnetze und Hightech benötigen enorme Mengen strategischer Metalle, während China zentrale Teile der Lieferketten kontrolliert. Die USA reagieren inzwischen mit Milliardeninvestitionen und wollen ihre Abhängigkeit drastisch reduzieren. Davon profitieren Produzenten, die neue westliche Lieferketten für Seltene Erden, Wolfram oder Kupfer aufbauen. Drei Aktien stehen dabei besonders im Fokus.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
ANTOFAGASTA PLC LS-_05 | GB0000456144 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , ENERGY FUELS INC. | CA2926717083
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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Almonty Industries – Zahlen explodieren, Potenzial wächst
Almonty Industries hat im zweiten Quartal eindrucksvoll gezeigt, welche Dynamik der operative Hochlauf entfalten kann. Der Umsatz sprang gegenüber dem Vorjahr um 498 % auf 43 Mio. CAD. Noch deutlicher fiel die Ergebniswende aus: Nach einem Verlust von 59,2 Mio. CAD im Vorjahresquartal stand nun ein Nettogewinn von 181,8 Mio. CAD. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich von minus 4,8 Mio. auf plus 17,6 Mio. CAD.
Dabei steht der größte Wachstumstreiber erst am Anfang. Die Sangdong-Mine in Südkorea befindet sich weiterhin im Hochlauf und soll zunächst einen Durchsatz von 640.000 t jährlich erreichen. Die bereits genehmigte zweite Ausbaustufe könnte die Kapazität auf bis zu 1,2 Mio. t verdoppeln. Gleichzeitig treibt Almonty das Gentung-Projekt in Montana, die Erweiterung von Panasqueira in Portugal sowie eine Wolframoxid-Anlage voran.
Ein entscheidender Vorteil ist die Finanzierung. Nach der überzeichneten Wandelanleihe über 800 Mio. USD verfügte Almonty Ende Juni über rund 1,2 Mrd. CAD Cash. Statt Projekte nacheinander finanzieren zu müssen, kann das Management nun mehrere Wachstumsvorhaben parallel vorantreiben.
Zusätzliche Planungssicherheit schafft der verlängerte Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders. Die Laufzeit wurde um sechs Jahre auf 21 Jahre erhöht, das vereinbarte Volumen steigt um 40 % und die Preisgestaltung verbessert sich um 6,3 %. Damit wächst nicht nur die Produktion, sondern auch die langfristige Ertragsbasis.
Nach den deutlichen Kursrücksetzern könnte sich daraus eine neue Chance ergeben. Analysten sehen bei Kurszielen von 23 bis 33 USD erhebliches Potenzial. Gelingt der weitere Produktionshochlauf, dürfte Almonty erst am Beginn seiner nächsten Wachstumsphase stehen.
Energy Fuels mit klarer Strategie
Energy Fuels stemmt sich gegen das Reich der Mitte. Das amerikanische Unternehmen übernimmt aktuell den australischen Betrieb Australian Strategic Materials, um die chinesische Abhängigkeit zu reduzieren. ASM entwickelt eine integrierte Lieferkette für Seltene Erden und kritische Metalle außerhalb Chinas, indem das Unternehmen Rohstoffe wie Neodym, Praseodym, Dysprosium, Terbium, Zirkonium und Hafnium erschließen, aufbereiten und zu hochreinen Metallen bzw. Legierungen für Permanentmagnete, E-Mobilität, Rüstung und Hightech-Anwendungen verarbeiten will.
Die Eigentümer von ASM haben diesem Schritt Mitte August 2026 auf einer Versammlung mit großer Mehrheit zugestimmt. Weit über 90 % der abgegebenen Stimmen waren für den Verkauf. Als Gegenleistung erhalten die Aktionäre eine festgelegte Kombination aus Bargeld und neuen Anteilen an Energy Fuels. Die rechtliche Umsetzung dieses Geschäfts läuft über eine Tochtergesellschaft. Ein australisches Gericht muss den gesamten Vorgang nun noch abschließend prüfen und formal genehmigen. Sobald diese Erlaubnis vorliegt, wird der Aktienhandel von ASM an der Börse sofort angehalten. Der endgültige Abschluss des Kaufs ist für Ende August 2026 angesetzt.
Mit diesem Zukauf setzt Energy Fuels einen klaren wirtschaftlichen Plan um. Das Ziel ist der Aufbau einer eigenen Produktionskette für Seltene Erden, die komplett in westlichen Ländern angesiedelt ist. Bisher betreibt die Firma primär eine große Verarbeitungsanlage in den USA. Durch die Übernahme von ASM kommen nun wichtige Bausteine hinzu. Energy Fuels erhält direkten Zugang zu Rohstoffminen in Australien sowie zu einer Fabrik für Metalle in Südkorea. Die Erze sollen künftig direkt aus den Minen in die eigenen Anlagen geliefert werden.
Zusätzlich erweitert Energy Fuels derzeit seine bestehende Fabrik in den USA, um dort künftig auch schwere Seltene Erden verarbeiten zu können. Diese speziellen Materialien sind für moderne Technik zwingend notwendig. Um auch den letzten Schritt der Produktion abzudecken, bereitet das Unternehmen bereits einen weiteren Kauf vor. Bis Anfang 2027 soll ein Hersteller von Magneten übernommen werden. Gelingt dies, kontrolliert Energy Fuels alle Arbeitsschritte vom Abbau bis zum fertigen Endprodukt. Die Industrie kann diese Bauteile dann beziehen, ohne von asiatischen Lieferanten abhängig zu sein.
Antofagasta passt Jahresprognose nach Quartalszahlen an
Auch Antofagasta möchte seine Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten reduzieren. Dies gelang dem Unternehmen bisher unter anderem durch Projekte wie in Chile. Nun hat das Unternehmen seine Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 präsentiert und meldet deutlich gestiegene Finanzkennzahlen. Der Vorsteuergewinn des Bergbaukonzerns stieg im Vergleich zum Vorjahr um 72 % und erreichte 2 Mrd. USD. Parallel dazu nahmen die Umsatzerlöse um 18 % auf 4,48 Mrd. USD zu. Hauptgrund für diese Entwicklung waren höhere Verkaufspreise für Kupfer, die im Durchschnitt um 36 % über dem Vorjahresniveau lagen. Das operative Ergebnis stieg um 27 % auf 2,84 Mrd. USD an, woraus sich eine Marge von 63,4 % ergab. Zudem konnte das Unternehmen die Netto-Cash-Kosten um 8 % reduzieren, unterstützt durch ein internes Effizienzprogramm, das Einsparungen von 67 Mio. USD einbrachte.
Aufgrund des gestiegenen operativen Cashflows wurde die Zwischendividende für die Aktionäre um 81 % je Aktie angehoben. Das Unternehmen musste allerdings einen Rückgang der produzierten Kupfermenge um 9 % auf 285.000 t verkraften.
Mit Blick auf das Gesamtjahr 2026 passte das Management die Produktionsziele nach unten an. Die neue Schätzung geht von einer Kupferförderung zwischen 625.000 und 655.000 t aus, während zuvor bis zu 700.000 t angepeilt worden waren. Diese Korrektur ist auf schwere Unwetter in Chile zurückzuführen. Die Wetterereignisse erzwangen eine vorübergehende Unterbrechung des Betriebs in der Anlage Los Pelambres, wo im Anschluss Instandsetzungsarbeiten an den Wassermanagementsystemen und Leitungswerken notwendig wurden. Zusätzlich dämpften vorübergehend geringere Erzgehalte in den Abbaugebieten die Fördermengen. Ungeachtet dessen investiert das Unternehmen weiterhin in den Ausbau der Kapazitäten, um die Gesamtproduktion bis 2027 um etwa 30 % zu steigern.
Kritische Rohstoffe werden zum strategischen Schlüssel für die westliche Industrie. Almonty Industries steht mit seinem Wolfram-Ausbau vor einer neuen Wachstumsphase, während Energy Fuels mit der ASM-Übernahme eine westliche Lieferkette für Seltene Erden aufbauen will. Antofagasta liefert trotz Produktionsproblemen hohe Gewinne und investiert kräftig in zusätzliches Kupfer.
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