18.08.2026 | 05:00
Betongold, Panzergetriebe und kritische Rohstoffe: Wie mutige Anleger bei Vonovia, Renk und Strategic Resources profitieren
Die Börse, bzw. Geld schläft nie, sagt man. Der Spruch ist berühmt durch den Film "Wallstreet" geworden. Doch manche Wendepunkte kommen auch am Kapitalmarkt ganz leise, fast unbemerkt. Wir schauen heute auf drei Aktien und auch drei verschiedene Geschichten. Zum einen Deutschlands größter Wohnungsvermieter. Dieser kämpft gerade mit steigenden Zinsen, mit politischem Streit und mit teils noch skeptischen Analysten. Etwas anders sieht es bei einem Augsburger Antriebsspezialisten aus. Der reitet auf einer Welle aus Rekordaufträgen im Verteidigungssektor. Und dann gibt es noch einen Rohstoffwert, den immer noch kaum einer auf dem Schirm hat. Der Chart dieses „Goldjuwels“ könnte schon bald plötzlich Signale senden, die aufmerksam machen dürften. Drei unterschiedliche Welten. Und doch stehen alle drei Aktien gerade an einer entscheidenden Marke. Wer jetzt genau hinschaut, findet fast alles: von defensiver Substanz, echtem Wachstum und einer möglichen Ausbruchschance. Es dürfte sich lohnen, diese drei Werte jetzt im Blick zu behalten.
Lesezeit: ca. 5 Min.
|
Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1 , RENK AG O.N. | DE000RENK730 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
Vonovia SE - Operative Stärke im Schatten der Zinslast
Deutschlands führender Wohnimmobilienkonzern zeigt sich an der Börse weiterhin angeschlagen. Der Aktienkurs pendelt eher enttäuschend um die Marke von 20,50 EUR. Vom Jahreshoch bei knapp über 29 EUR ist der Titel momentan weit entfernt. Dennoch arbeitet der Konzern im Hintergrund unermüdlich an seinen Hausaufgaben. Z. B. investierte Vonovia jüngst rund 1,6 Millionen EUR in eine energetische Sanierung von sechs Wohngebäuden. Das Projekt umfasst 31 Wohnungen und senkt die CO2-Emissionen vor Ort um etwa 45 %. Gemessen am gesamten Portfolio mit einem Verkehrswert von über 81 Milliarden EUR wirkt die Maßnahme unscheinbar klein, jedoch unterstreicht sie die Möglichkeit der schrittweisen Aufwertung der Bestände. Zugleich stärkt sie das organische Mietwachstum, das im ersten Halbjahr 2026 bei 3,6 % lag.
Operativ läuft das Geschäft recht solide. Das bereinigte EBITDA im Vermietungsbereich stieg im ersten Halbjahr um 3,5 % auf 1,27 Milliarden EUR. Das gesamte bereinigte EBITDA kletterte um 2,4 % auf 1,46 Milliarden EUR. Allerdings drücken die Finanzierungskosten auf den Ertrag. Das bereinigte EBT sank um 2,6 % auf 962,30 Millionen EUR. Der bereinigte Periodengewinn für die Aktionäre ging um 4,9 % auf 771,60 Millionen EUR zurück.
Der Kapitalmarkt reagierte auf diese Meldungen zunächst recht skeptisch. Die Investmentbank ING stufte das Papier von Kaufen auf Halten ab. Das Kursziel wurde von 37,00 EUR auf 22,50 EUR gesenkt. Die Experten verwiesen auf gestiegene Finanzierungskosten und eine Beleihungsquote von 46,0 % nach der Dividende. Dem gegenüber steht eine erfolgreiche Refinanzierung von rund 4,4 Milliarden EUR seit Jahresbeginn. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt acht Jahre bei einem Kupon von etwa 3,2 %. Und auch politisch bleibt die Lage für Vonovia angespannt. Während die Koalition ein Enteignungsverbot plant, fordert die Linke weiterhin die Vergesellschaftung. Da kann man nur hoffen, dass die Vernünftigen in der Politik die Oberhand behalten. Irre, wenn alleine schon die Forderung einer Partei für eine Enteignung ausgesprochen wird! Für Anleger könnte Vonovia wohl auch noch eine ganze Weile ein Geduldsspiel bleiben.
Renk Group - Augsburger Antriebsspezialist schwimmt auf einer Rekordwelle
Während Vonovia gegen den Zinswind ankämpft, bläst dem Augsburger Spezialisten für Antriebstechnik der Wind nicht entgegen. Renk profitiert von der globalen Aufrüstung und verzeichnet historische Erfolge. Die Aktie notiert aktuell bei etwa 51,50 EUR. Analysten sehen hier noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt oberhalb von 66 EUR. J.P. Morgan traut dem Papier sogar 75 EUR zu und stuft den Wert mit „Overweight“ ein. Barclays startete die Bewertung mit einem Ziel von 60 EUR, während die Deutsche Bank 73 EUR anvisiert.
Die Zahlen von Renk zuletzt zeigen, wie stark das Geschäft läuft. Der Auftragseingang kletterte im ersten Halbjahr um 30 % auf 1,195 Milliarden EUR. Allein das zweite Quartal steuerte mit rund 612,8 Millionen EUR den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte bei. Der Auftragsbestand erreichte die Rekordmarke von 7,4 Milliarden EUR. Damit sind die Auftragsbücher für Jahre prall gefüllt. Bei einem Halbjahresumsatz von 637,2 Millionen EUR erzielte Renk ein bereinigtes EBIT von rund 98 Millionen EUR. Dies entspricht einer guten Marge von 15,4 %. Das Management bestätigte die Jahresziele für 2026 und erwartet einen Umsatz von über 1,5 Milliarden EUR sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen EUR.
Auch strategisch stellt Renk die Weichen auf Expansion. Der Konzern plant die Übernahme des britischen Spezialisten David Brown Defence für geschätzte 200 bis 250 Millionen USD. Das Unternehmen bringt 530 Mitarbeiter und Know-how bei Hochpräzisionsgetrieben ein. Um das Wachstum abzusichern, schloss Renk Ende Juli eine Refinanzierung über 1,05 Milliarden EUR ab. Dies senkt die jährlichen Zinsaufwendungen um mehr als 7 Millionen EUR und eröffnet zudem einen neuen Markt, denn die Komponenten von Renk könnten künftig in Gasturbinen für die Stromversorgung großer KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen. Das wäre ein Markt für die Zukunft!
Strategic Resources - Rohstoff-Spezialist vor einem möglichem charttechnischen Befreiungsschlag
Von den beiden Großkonzernen geht der Blick nun zum eher kleineren, aber möglicherweise dennoch dynamischen Kanadawert Strategic Resources. Die Aktie notiert derzeit bei etwa 0,26 CAD und bewegt sich innerhalb eines seitwärts gerichteten Trendkanals. Aus charttechnischer Sicht könnte der Titel unmittelbar vor einer Richtungsentscheidung stehen. Um nach oben dynamisch auszubrechen, muss die Aktie allerdings die Widerstandszone bei 0,30 CAD überwinden. Ein Anstieg über 0,32 CAD würde das Ausbruchssignal massiv verstärken. Gelingt dieser Befreiungsschlag, eröffnen sich Kursziele im Bereich von 0,40 CAD. Bei anhaltendem Schwung wäre charttechnisch sogar Luft bis in die Spanne von 0,50 bis 0,60 CAD vorhanden. Die letzte Handelskerze war zudem von einem außergewöhnlich hohen Handelsvolumen geprägt. In der Technischen Analyse markieren solche Kerzen mit sprunghaftem Umsatzanstieg oft nachhaltige Umkehrpunkte. Es spricht daher dafür, dass sich hier eine Bodenbildung vollziehen könnte.

Für einen nachhaltigen Ausbruch braucht es fundamentale Auslöser. Ein Blick auf die letzten Meldungen und die Präsentation zeigt das Potenzial. In der Meldung vom 26. Mai berichtete das Unternehmen über entscheidende Fortschritte bei den metallurgischen Testergebnissen. Diese bestätigten die Effizienz der Aufbereitungsverfahren.
Die News vom 29. Juni unterstrich wichtige Meilensteine bei der Genehmigung und der wirtschaftlichen Optimierung des Mustavaara-Projekts in Finnland. Zudem wurden die Gespräche mit potenziellen Partnern aus der europäischen Industrie vertieft.
Die Unternehmenspräsentation hebt zudem die strategische Ausrichtung hervor. Strategic Resources konzentriert sich auf kritische Mineralien für die Energiewende. Im Fokus stehen Vanadium, Titan und hochreines Eisen für die grüne Stahlproduktion. Vanadium gewinnt als Speichermedium in Vanadium-Redox-Flow-Batterien enorm an Bedeutung. Das Mustavaara-Projekt punktet durch erstklassige Infrastruktur im Bergbau-Land Finnland.
Es gibt wohl einen tiefen Bewertungsabschlag gegenüber dem eigentlichen Vermögenswert der Vorkommen. Sollte das Management die Projektmeilensteine weiter zügig umsetzen, besitzt die Aktie auf dem aktuellen Niveau interessantes Aufholpotenzial.
Fazit
Vonovia bleibt ein substanzstarker Immobilienriese, der operativ verlässlich arbeitet, aber unter der Zinslast und regulatorischen Debatten leidet. Wer hier einsteigt, setzt auf eine Erholung bei sinkenden Renditen.
Renk präsentiert sich als aufstrebender Rüstungschampion mit prall gefüllten Auftragsbüchern, steigenden Margen und klarer Wachstumsperspektive. Hier könnte es weiter nach oben gehen, wenn alles so weiterläuft.
Bei Strategic Resources ist die Ausgangslage spekulativer, aber dennoch hochinteressant. Die fundamentale Ausrichtung auf kritische Rohstoffe in Europa stimmt.
Auch die Kombination aus hohem Kerzenvolumen und den oberen Chartmarken sind Anzeichen auf eine bevorstehende Bewegung. Strategic Resources könnte eine chancenreiche Beimischung sein.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.