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17.02.2021 | 04:50

BP, Deutsche Rohstoff, Va-Q-Tec – hier steckt extremes Aufholpotenzial!

  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Öl marschiert und marschiert. Seit dem Corona-Crash im vergangenen April, als die Sorte Brent ihr Tief bei 17,01 USD markierte, stieg das schwarze Gold inzwischen wieder über die 60 USD-Marke auf aktuell 63,00 USD. Die Aussichten auf eine Lockerung in der Pandemie und somit ein Beleben der Wirtschaft versprechen mittelfristig noch höhere Kurse. Aufholbedarf in Bezug auf den Aktienkurs haben neben den großen Ölproduzenten wie Exxon Mobil, BP und Total auch kleinere Unternehmen. Diese konnten in der Krise flexibler agieren und damit sogar als Profiteure hervortreten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
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Inhaltsverzeichnis:


    Deutsche Rohstoff AG – der Krisenhändler

    WKN: A0XYG7 ISIN: DE000A0XYG76 Symbol: DR0
    Flexibel und mutig agierte die in Mannheim tätige Investmentholding Deutsche Rohstoff AG während des Öl-Crashs im Frühjahr des vergangenen Jahres. So wurde zum einen die eigene Ölförderung schnell und drastisch reduziert. Daneben schnappte sich der erfahrene CEO Dr. Gutschlag mehrere Ölfelder zu Schleuderpreisen. Nachdem sich die Preise wieder über 50 USD je Barrel erholten, wurden die ersten Pumpen wieder angeworfen. Letzte Woche gab die Deutsche Rohstoff ein Update zur US-Öl-Gesellschaft Cub Creek Energy, an dem die Mannheimer mit 88,5% beteiligt sind, mit dem sofortigen Start von Bohrungen bekannt. Geplant sind bis zu 12 Horizontalbohrungen mit 2,25 Meilen horizontaler Länge.

    Der Konzern erwartet den Produktionsstart im vierten Quartal des laufenden Jahres. Die Kosten des Bohrprogramms werden auf bis zu 60 Mio. USD geschätzt. Die Finanzierung erfolgt durch den generierten Cash Flow, einer bereitgestellten Kreditlinie sowie aus Konzernmitteln. Gute Neuigkeiten gab es auch vom Olander Bohrplatz. Seit Anfang Januar ist hier die Produktion im Zuge steigender Ölpreisnotierungen wieder angelaufen. Ende Januar lag die Förderung schon bei nahezu 4.000 BOE. Der Konzern geht von einer weiteren Steigerung im Februar aus.

    Neben 4 Öl- und Gasproduzenten aus den USA und der deutschen Rhein Petroleum liegt mit der Almonty Industries ein wahrer Schatz im Depot der Mannheimer. Das kanadische Unternehmen ist kurz davor, in Südkorea die größte Wolframmine der Welt entstehen zu lassen. Bei voller Kapazität wird die Mine bis zu 10% des weltweiten Angebots ausmachen. Der Finanzierungsvertrag mit der KfW IPEX-Bank wurde bereits unterzeichnet. Die Projektfinanzierung hat einen Umfang von 75,1 Mio. USD. Ein Käufer für die Wolframkonzentrate, die ab 2022 produziert werden sollen, wurde mit dem jetzigen Großaktionär, der österreichischen Plansee-Gruppe ebenfalls akquiriert. Dieses Investment kann bei erfolgreichem Produktionsstart wie ein Hebel auf den Kurs der deutschen Rohstoff AG wirken. Aktuell liegt der Kurs bei 10,80 EUR. An der 11,50 EUR-Marke scheiterte der Aktienkurs zuletzt mehrmals. Ein nachhaltiges Überwinden dieser markanten Marke würde ein kurzfristiges Kursziel von 14,00 EUR hervorrufen.

    Va-Q-Tec – die nächste Welle

    WKN: 663668 ISIN: DE0006636681 Symbol: VQT
    Obwohl die Va-Q-Tec ein deutlich breiteres Portfolio als Boxen für Corona-Vakzine besitzt, wurde sie erst in Verbindung mit den Problemen beim BioNTech- Impfstoff in der breiten Öffentlichkeit bekannt. Im November vergangenen Jahres wurde in diversen Medien berichtet, „BNT 162-b2“ müsse bei mindestens -70°C gekühlt werden. Hier lag es nicht fern, die Würzburger als den Helfer in der Not zu feiern. So schoss die Va-Q-Tec- Aktie im November innerhalb von drei Handelswochen von 24,30 EUR auf 53,00 EUR nach oben. Nachdem das Joint Venture von BioNTech und den US-Amerikanern Pfizer Entwarnung in Sachen Kühlung und Aufbewahrung gaben, korrigierte der Aktienkurs der Würzburger und fiel im Verlauf des Januars wieder unter die 30,00 EUR-Marke, die jedoch dynamisch verteidigt werden konnte. Gelingt nun ein nachhaltiges Überwinden der 35,00 EUR- Widerstandszone, wären 42,50 EUR das nächste Ziel.

    Von Analystenseite bekam Va-Q-Tec starke Unterstützung. So hob die Privatbank Berenberg das Kursziel für Va-Q-Tec von 30,00 EUR auf 38,00 EUR an und hielt die Einstufung auf „Buy“. Der Grund für die Hochstufung war nach Meinung des Analysten der Gewinn eines bedeutsamen Transportauftrages eines namhaften Impfstoffherstellers. In einer Erststudie kam auch das Analystenhaus Montega zum Urteil „Kaufen“ und legte das 12-Monats-Kursziel auf 41,00 EUR fest. Laut den Analysten sei die starke Wettbewerbsposition und die profitablen Wachstumsaussichten noch nicht ausreichend im Kurs reflektiert.

    BP – Chance auf Turnaround

    WKN: 850517 ISIN: GB0007980591 Symbol: BPE5
    Das Jahr 2020 war hart für den Branchenprimus BP, noch härter als erwartet. Denn zum ersten Mal im Jahrzehnt rutschte der britische Ölkonzern in die Verlustzone. Im vierten Quartal schrumpfte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 96% auf nur noch 115 Mio. USD, Analysten hatten zumindest 370 Mio. USD netto erwartet. Zwar sank die Aktie, die Analysten waren jedoch geteilter Meinung. So nahm die Schweizer Großbank Credit Suisse ihr Kursziel von 380 Pence auf 350 Pence zurück. Das Urteil „Outperform“ wurde jedoch belassen.
    Trotz der schwächer als erwarteten Quartalszahlen sind dagegen die Experten von Goldman Sachs weiterhin überzeugt vom britischen Energieriesen. So liegt das Kursziel wie vor den Zahlen bei 430 Pence. Mit Blick auf 2021 in Bezug auf Konjunktur und der Erholung der Wirtschaft sehen die Experten Licht am Ende des Tunnels und damit starkes Turnaround-Potenzial. Charttechnisch ist die Aktie, die noch Anfang Januar 2020 bei 5,50 EUR notierte, auf unter 3,20 EUR abgetaucht. Aktuell findet eine Bodenbildung statt. Ein Überwinden des wichtigen Widerstandes bei 3,50 EUR würde Potenzial bis knapp unter die 5,00 EUR-Marke bieten.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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