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28.11.2025 | 06:00

Das Comeback ist da: So setzen Sie mit Plug Power, First Hydrogen und Nel ASA auf den Wasserstoff-Aufschwung

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Bildquelle: pixabay.com

Nach einer tiefen Talfahrt steht die Wasserstoff-Branche vor einer spektakulären Wende. Globale Dekarbonisierungsziele und massive Infrastrukturprogramme, wie Deutschlands geplanter 9.000 km Pipelinekorridor, katapultieren den Markt für grünen Wasserstoff in eine neue Wachstumsphase. Diese politischen Impulse lösen jetzt ein explosives Comeback aus und schaffen ein investitionsfreundliches Umfeld, in dem die einst geächteten Pioniere ihre operative Rentabilität beschleunigen können. Genau diese Aufschwungsphase versuchen Plug Power, First Hydrogen und Nel ASA zu nutzen. Wir analysieren die aktuellen Situationen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power - finanzielle Atempause, aber der Weg bleibt steil

    Für Plug Power war das letzte Quartal von entscheidenden Finanzierungsentscheidungen geprägt. Das Unternehmen hat erfolgreich rund 431 Mio. USD durch wandelbare Anleihen eingesammelt. Nach Abzug der Kosten verbleiben netto etwa 399 Mio. USD, die gezielt zur Stärkung der Bilanz verwendet werden. Damit tilgt Plug nicht nur teure Altlasten mit Zinsen von bis zu 15 %, sondern verlängert auch die Laufzeit seiner Verbindlichkeiten auf 8 Jahre. Diese Neuordnung senkt die Zinslast spürbar und nimmt den Druck von den kurzfristigen Rückzahlungen. Das verschafft der Geschäftsführung die dringend benötigte finanzielle Flexibilität, um den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen, ohne ständig über die liquiden Mittel wachen zu müssen.

    Die operativen Zahlen des Wasserstoffspezialisten zeigen weiterhin ein gemischtes Bild. Mit einem Umsatz von 177 Mio. USD im 3. Quartal legte das Unternehmen minimal zu. Treiber war das Elektrolysegeschäft, das ein kräftiges sequenzielles Wachstum verzeichnete. Bemerkenswert ist die Verbesserung bei der Kostendisziplin. Die angepasste Bruttomarge, die Sondereffekte herausrechnet, hat sich im Jahresvergleich deutlich verbessert. Dennoch verbucht Plug weiterhin einen angepassten Bruttoverlust. Der operative Cashflow bleibt zwar negativ, hat sich aber im Vergleich zu den Vorperioden erheblich verbessert. Die ungebundenen Barmittel beliefen sich zum Quartalsende auf 166 Mio. USD.

    Strategisch setzt Plug Power auf eine doppelte Schwerpunktsetzung. Einerseits treibt man die bestehenden Kerngeschäfte voran. Über 230 MW an Elektrolyseprojekten sind weltweit in der Umsetzung, und im Material-Handling-Sektor meldet das Unternehmen weiterhin Kundenmomentum. Andererseits vollzieht das Unternehmen eine bemerkenswerte strategische Wende. Geplante eigene Wasserstoffproduktionsstätten werden vorerst nicht weiterverfolgt, stattdessen setzt man auf langfristige Lieferverträge mit einem etablierten Industriegasanbieter. Parallel dazu werden Stromrechte an zwei Standorten monetarisiert, was die Bilanz um über 275 Mio. USD entlasten und eine Kooperation mit einem Rechenzentrumsbetreiber einleiten soll. Die Aktie ist derzeit für 1,98 USD zu haben.

    First Hydrogen - setzt auf kleine Reaktoren für grünen Wasserstoff

    Während die Welt nach skalierbaren Lösungen für saubere Energie sucht, setzt First Hydrogen auf einen vielversprechenden Zweig der Nukleartechnologie. Der Fokus liegt auf kleinen, modularen Reaktoren, sogenannten SMRs. Diese kompakten Kraftwerke sollen künftig die zuverlässige und wetterunabhängige Produktion von grünem Wasserstoff antreiben. Um dieses Ziel voranzutreiben, wurde eigens die Tochtergesellschaft First Nuclear Corp. gegründet. Die Strategie zielt besonders auf netzferne Industrie- und abgelegene Standorte ab, wo eine stabile, emissionsfreie Energieversorgung entscheidend ist. Eine technische Kooperation mit der University of Alberta soll die SMR-Entwicklung in Bereichen wie Reaktordesign und Kühltechnologien beschleunigen.

    Neben der Technologie erhält das Unternehmen Rückenwind durch politische und marktseitige Entwicklungen. Die kanadische Regierung hat das Darlington SMR-Projekt als national prioritär eingestuft und beschleunigt dessen Genehmigung. Diese Signale aus der Politik erleichtern First Hydrogen die Gespräche mit Versorgungsunternehmen und regionalen Partnern. Parallel dazu schafft die Europäische Union mit ihrer neuen "H2 Matchmaking"-Plattform einen konkreten Markt, der Angebot und Nachfrage nach sauberem Wasserstoff zusammenbringt. Diese Initiativen reduzieren das Projektrisiko und eröffnen breitere Absatzmöglichkeiten für die geplanten Wasserstoff-Fahrzeuge und die SMR-gestützte Energieerzeugung.

    Aktuell konzentrieren sich die Forschungsarbeiten mit der University of Alberta auf die Identifizierung nicht radioaktiver Schmelzsalz-Brennstoffgemische für künftige Laborprototypen. Diese frühe, risikoarme Forschungsphase ist ein wichtiger Schritt, um die kommerzielle Skalierung der SMR-Technologie langfristig zu beschleunigen. Ein zentraler Treiber für den künftigen Energiebedarf ist der exponentielle Stromhunger von KI-Rechenzentren. First Hydrogen positioniert sich mit seiner SMR-Strategie somit an der Schnittstelle zweier Wachstumsfelder. Einerseits soll die zuverlässige Dekarbonisierung der Industrie vorangetrieben werden und andererseits die Stromversorgung für die digitale Infrastruktur der Zukunft gesichert werden. Die Aktie notiert aktuell bei 0,455 CAD.

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    Nel ASA - zwischen kurzfristigen Dellen und langfristigen Chancen

    Die aktuellen Quartalszahlen von Nel zeigen die anhaltenden Herausforderungen im Wasserstoffmarkt. Der Umsatz aus Kundenverträgen sank auf 303 Mio. NOK, ein Minus von 17 % im Jahresvergleich. Die operative Entwicklung (EBITDA) von minus 37 Mio. NOK ist dennoch ein deutlicher Schritt nach vorn gegenüber dem Vorjahresquartal. Besonders auffällig ist der schwache Auftragseingang von nur 57 Mio. NOK, der den Auftragsbestand schrumpfen ließ. Positiv sticht die solide Cash-Position von rund 1,8 Mrd. NOK hervor, die dem Unternehmen Luft für die weitere Entwicklung gibt.

    Kürzlich eingegangene Großaufträge lassen jedoch auf eine Wende hoffen. Ein Festauftrag über zwei 20-MW-PEM-Anlagen in Norwegen mit einem Volumen von über 50 Mio. USD ist der zweitgrößte Auftrag in der Unternehmensgeschichte. Kurz darauf folgte eine Vereinbarung für mindestens 20 MW an 2 weiteren Standorten mit dem Projektentwickler GreenH. Diese Projekte stärken nicht nur die Sichtbarkeit, sondern belegen auch die Wettbewerbsfähigkeit der PEM-Plattform für größere Installationen und werden die Auslastung ab 2026 spürbar verbessern.

    Die strategische Ausrichtung bleibt klar auf Kostendisziplin und Technologieführerschaft konzentriert. Während die aktuelle Marktschwäche die Zahlen belastet, arbeitet Nel intensiv an der nächsten Gerätegeneration. Eine kompakte Hochdruck-Alkaline-Lösung, die 2026 auf den Markt kommen soll, verspricht deutlich niedrigere Gesamtinvestitionskosten. Zusammen mit den automatisierten Gigawatt-Fabriken und starken Partnern wie General Motors könnte Nel gut aufgestellt sein, sobald der Wasserstoffmarkt an Fahrt aufnimmt. Momentan kostet eine Aktie 2,37 NOK.


    Das Wasserstoff-Comeback gewinnt an Fahrt, getrieben von globalen Dekarbonisierungszielen und Infrastrukturprogrammen. Plug Power hat sich mit einer finanziellen Restrukturierung wertvolle Zeit erkauft, um seinen Kurs fortzusetzen. First Hydrogen setzt mit kleinen modularen Reaktoren auf eine technologiegetriebene Nischenstrategie für netzferne Standorte und die Dekarbonisierung mittels Wasserstoff. Nel ASA hingegen überzeugt mit solider Liquidität und profitiert bereits von Großaufträgen, die seine Technologieführerschaft bei Elektrolyseuren bestätigen. Trotz kurzfristiger Schwankungen positionieren sich alle drei Unternehmen strategisch, um von der anspringenden Wasserstoff-Nachfrage zu profitieren.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 10.03.2026 | 05:20

    Plug Power, dynaCERT, Nel ASA: So profitieren Sie 2026 vom neuen Milliarden-Run auf Wasserstoff

    • Plug Power
    • dynaCERT
    • Nel ASA
    • Wasserstoff
    • grüner Wasserstoff
    • Elektrolyseure
    • CO2-Gutschriften
    • CO2-Zertifikate
    • Dekarbonisierung
    • Dieselmotoren
    • alkalische Elektrolyse

    Die Börse hat 2026 den Wasserstoff als Spekulationsobjekt abgehakt und entdeckt ihn gerade als soliden Industriewert neu. Während die erste Euphorie verflogen ist fließen jetzt Rekordsummen in konkrete Infrastruktur und Produktion. Allen voran treiben drei Technologieführer die Entwicklung mit ihren unterschiedlichen Ansätzen entscheidend voran. Plug Power setzt auf die Kommerzialisierung von Wasserstoff-Ökosystemen, dynaCERT optimiert mit seinen HydraGEN-Systemen den Verbrennungsprozess für sauberere Dieselmotoren, und Nel ASA skaliert mit seinen Elektrolyseuren die grüne Erzeugung.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.03.2026 | 04:30

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    • Kritische Rohstoffe
    • Erneuerbare Energien
    • Klimawende
    • Strategische Metalle
    • Uran
    • Wasserstoff

    Die aktuellen Kriegshandlungen im Iran waren jetzt nicht gänzlich unerwartet. Eine Ausdehnung auf den gesamten Nahen Osten hatten allerdings die wenigsten Auguren auf dem Plan. Öl und Gas testen somit mal wieder den Ausbruch, obwohl an den Weltmärkten wegen der schwachen Konjunktur ein Überschuss vorhanden sein müsste. Egal, die Spekulanten handeln die fossilen Rohstoffe einfach mal höher, mal sehen ob sie dort oben bleiben. Die globale Expansion von Atomkraftprogrammen wird durch solche Unsicherheitslagen gestützt. Ein Beispiel dafür ist Indien, das seine Kernkraftkapazität bis 2047 auf etwa 100 GW ausbauen möchte, während aktuell weniger als 10 GW installiert sind. Solche Ausbaupläne reflektieren den wachsenden Bedarf an verlässlicher Grundlastenergie in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft und wirken als Hedge gegen rohstoffinduzierte Krisen. Die langfristige Nachfrageperspektive für Uran verbessert sich durch solche Tendenzen fast täglich, das lenkt die Aufmerksamkeit der Investoren auf Unternehmen mit aussichtsreichen Projekten. Hier ein paar Vorschläge.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.03.2026 | 04:00

    Krieg – Knappheit – Kapitulation! Nel ASA, American Atomics, Oklo und Siemens Energy im Fokus

    • Nuklearenergie
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    In einem Umfeld mit eh schon sehr angespannten Kapitalmärkten gesellt sich Anfang März der nächste Nahost-Kriegskonflikt, diesmal zwischen Israel, USA und dem Iran. Natürlich ist auch die Hisbollah im Libanon Gewehr bei Fuß, die Finanziers des persischen Staates zu unterstützen. Alles Tropfen auf den heißen Stein, der wegen globaler Knappheiten in Energie, Waffen und Rohstoffen eh nicht mehr abkühlen kann. Für Börsianer birgt dieses Umfeld Chancen und Risiken, denn wo Verlierer stecken, gibt es auch immer Gewinner. Bei 15 % höheren Öl- und Gaspreisen rücken schnell wieder die alternativen Energiequellen in den Fokus. Aktien wie Nel ASA, die schon in Vergessenheit geraten waren, bekommen so wieder Flügel. Ein spezielles Licht fällt auf die Atom-Industrie, denn sie ist jetzt wichtiger denn je! Risikobewusste Anleger sollten noch auf den fahrenden Zug aufspringen!

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