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26.11.2025 | 06:10

Neue EU-Initiative pusht den Wasserstoffmarkt! Pure Hydrogen, Nel und SFC Energy profitieren davon!

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Bildquelle: pixabay.com

Mit dem Hydrogen Mechanism hat die EU ein neues und wichtiges Instrument auf den Markt gebracht. Der Launch erfolgte erst vor zwei Wochen, noch ist zu früh um ein Zwischenfazit zu ziehen. Der Ansatz hat aber das Potenzial den Wasserstoffmarkt auf eine neue Entwicklungsstufe zu heben, da die Plattform Angebote und Kaufinteresse zusammenbringt und Informationen über verfügbare Finanzierungsinstrumente zur Verfügung stellt. Davon sollten insbesondere kleinere Anbieter, wie Pure Hydrogen profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: PURE HYDROGEN CORPORATION LIMITED | AU0000138190 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , SFC ENERGY AG | DE0007568578

Inhaltsverzeichnis:


    Pure Hydrogen – Unterschätzter Allrounder

    Die Australier sind im Wasserstoffbereich breit aufgestellt. Ziel der Gesellschaft ist es, durch den Aufbau eines Ökosystems eine führende Rolle bei der Entwicklung von Fahrzeugen und Energieprojekten mit null Emissionen einzunehmen. Der Ansatz der Gesellschaft ist vielversprechend und technologie-offen. Pure Hydrogen fokussiert sich auf die Produktion grünen Wasserstoffs aus erneuerbaren Energien, bietet jedoch auch Produkte entlang der nachgelagerten Wertschöpfungskette an. Dazu zählt die Herstellung von Zero-Emission- Nutzfahrzeugen, die Vermarktung von Elektrolyseuren und Speichersystemen und der dazugehörige Service samt Wartung.
    In den letzten Monaten konnte Pure Hydrogen von erfreulichen Auftragseingängen im Millionenbereich berichten, darunter die Lieferung von Lastwagen an Heidelberg Materials, Scott Lovat Transport, Barwon Water und TOLL Transport auf dem Heimatmarkt Australien. Diese Aufträge untermauern das Potenzial im Bereich Nutzfahrzeuge. Für weitere Vertriebserfolge im Heimatmarkt könnte Hydrogen Diesel Electric Australia sorgen. Mit der Gesellschaft wurde eine Vereinbarung zum Vertrieb von Wasserstoff-Brennstoffzellen LKWs und batterieelektrischen Bussen in Westaustralien und Queensland unterzeichnet.
    Der Deal mit dem US-Unternehmen Riverview International zeigt, dass die Lösungen der Australier auch international wahrgenommen werden. Die Interessensbekundung von Riverview International umfasst die Lieferung von Müllfahrzeugen für den US-Markt, insbesondere Kalifornien. Ebenfalls in Kalifornien sind die Australier eine Vertriebsvereinbarung mit der heimischen GTS Group eingegangen.
    Auch das Interesse aus Schwellenländern ist vorhanden. In Argentinien wurde mit der ortsansässigen FRN Enterprise ein Vertriebsabkommen getroffen, um die Südamerikapräsenz ausbauen. Ebenso wurde der exklusive Vertrieb mit GreenH2 LATAM in Bezug auf die Märkte Mexiko und Kolumbien vereinbart. Über die Partnerschaften mit H₂ und Botala Energy besitzen die Australier Zugang zum afrikanischen Kontinent.
    Der globale Fußabdruck von Pure Hydrogen hat sich bis heute nennenswert ausgedehnt. Nun könnte Europa durch die neue EU-Plattform für Wasserstoff ein stärkeres Gewicht bekommen. Strategisch überzeugt der Ökosystem-Ansatz. Mit weiteren Auftragseingängen sollte die Aktie wieder deutlich an Fahrt gewinnen.

    Nel – Kommerzialisierung steigt sukzessive, operative Verluste sinken

    Die Norweger stellen Elektrolyseure zur Wasserstoffproduktion her und errichten Wasserstofftankstellen. In beiden Bereichen gehört die Gesellschaft zu den weltweit bekannten Namen. Nel ist derzeit mit rund 400 Mio. USD bewertet, das entspricht etwa dem vierfachen des im laufenden und im nächsten Geschäftsjahr erwarteten jährlichen Umsatzes.
    Auch wenn ab 2027 deutliche Umsatzsteigerungen von Analystenseite prognostiziert werden, wird Nel wohl erst in vielen Jahren profitabel werden. Vor diesem Hintergrund halten die meisten Experten die Anteilsscheine für überbewertet. Die letzten Quartalsdaten zeigen zwar einen Umsatzrückgang, der operative Verlust konnte jedoch sehr stark reduziert werden – also eine positive Entwicklung unter dem Strich. Zudem verfügt die Gesellschaft über einen Auftragsbestand von fast 100 Mio. USD und über einen Cash Bestand von rund 175 Mio. USD, mit dem die Norweger über mehrere Jahre hinweg das Wachstum finanzieren und Verluste verkraften können.

    SFC Energy – Kurssprung nach Auftrag aus Verteidigungsbereich

    SFC produziert Wasserstoff-Brennstoffzellen, mit denen mobil und stationär Strom erzeugt wird. Damit übernimmt die Gesellschaft in der Wertschöpfungskette bei der Nutzung von Wasserstoff als saubere, dezentrale Energieversorgung eine wichtige Rolle.
    Die Aktie hat seit dem Hoch im Mai rund die Hälfte verloren, könnte sich nach der jüngsten Unternehmensmeldung jedoch wieder gefangen zu haben. SFC schloss über seinen indischen Partner einen Wartungsvertrag im Wert von 3,2 Mio. EUR für taktische Brennstoffzellenlösungen des indischen Verteidigungsministeriums ab.
    Die Analysten von Cavendish sind sehr bullish für die Aktie. Bei der Coverage-Aufnahme im September formulierten die Experten ein Kursziel von 26 EUR – Verdopplungspotenzial! Die Experten betonten dabei die erfolgreiche M&A-Strategie der Süddeutschen. Akquisitionen wie u. a. die der niederländischen PBF Group und des stationären Wasserstoffzellengeschäfts von Ballard Power Europe belegten die Fähigkeit des Managements, Unternehmen und Technologien erfolgreich und profitabilitätssteigernd zu integrieren.
    Die Aussagen der Experten sind bestimmt perspektivisch richtig – die kürzlich vorgelegten Quartalszahlen zeigen jedoch ein etwas anderes Bild. Im Sommer musste die Jahresprognose gekappt werden, nach neun Monaten liegt der Umsatz leicht unter Vorjahr. Wesentlich schlimmer sind die Einbußen beim operativen Ergebnis – das bereinigte EBIT brach auf 5,0 Mio. EUR nach 13,7 Mio. EUR im Vorjahr ein. Kosteneinsparungen, ein in Aussicht gestelltes starkes Schlussquartal sowie der ansteigende Auftragseingang, auch aus dem Verteidigungsbereich, machen den ersten Aufbau von Positionen verlockend.

    Fazit

    Der neue Hydrogen Mechanism der EU besitzt das Potenzial dem Wasserstoffmarkt schnell positive Impulse zu verleihen. Besonders kleinere Gesellschaften dürften dadurch überproportional profitieren. Die Aktie von Pure Hydrogen mit einem Börsenwert von überschaubaren 31 Mio. AUD könnte somit schnell Fahrt aufnehmen. Strategisch überzeugt der Ökosystemansatz der Australier. Nel und SFC sollten ebenso von einer allgemeiner Marktbelebung profitieren. Analysten trauen SFC eine Verdopplung zu.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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