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05.01.2026 | 04:30

Zweistelliger Auftakt 2026 bei Plug Power, Nel ASA, Char Technologies und thyssenkrupp nucera

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Bildquelle: pixabay.com

Es geht so weiter, wie es in 2025 aufgehört hat. Hohe Volatilität, schwierige Begleitumstände und politische Verwerfungen. Nun sprechen wieder die Waffen, denn es gibt doch keinen Frieden in der Ukraine. Damit sind Rüstungsaktien wieder ganz oben auf der Kaufliste. Wegen jahrelanger Baisse wagen sich Anleger nun aber auch wieder an den alternativen Energie-Sektor. Denn seit dem Wasserstoff-Boom in 2021 haben die Branchen-Protagonisten bis zu 90 % an Kursverlusten eingefahren. Warum also nicht mal wieder dort hineinwagen, wo schon lange kein Geld mehr geflossen ist? Neu auf dem Schirm erscheint der Biomasse-Spezialist Char Technologies. Hier startete die Rally schon in 2025, sie dürfte sich auch weiter fortsetzen. Ein Blick lohnt auch thyssenkrupp nucera. Nach Ausgliederung aus dem Duisburger Konzern stehen die Ampeln scheinbar auf Grün!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001

Inhaltsverzeichnis:


    thyssenkrupp nucera - Chance für geduldige Energiewende-Investoren

    Bei Wasserstoff sitzt Deutschland mit am Tisch. Denn thyssenkrupp nucera gilt weltweit als Spezialist für großindustrielle Elektrolyseanlagen und ist damit ein zentraler Technologielieferant für grünen Wasserstoff. Das Unternehmen bringt jahrzehntelange Chemie- und Anlagenbaukompetenz in ein entstehendes Milliardensegment ein. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen Umsatz und Auftragseingang zwar zurück, dennoch gelang auf EBIT-Basis der Sprung in die Gewinnzone. Der Nettogewinn lag bei rund 5 Mio. EUR, was trotz schwieriger Rahmenbedingungen als respektable Leistung gilt.

    Das Management betont, dass sich die Kostenstrukturen verbessert haben und Investitionen nun klar auf Zukunftstechnologien fokussiert werden. CFO Stefan Hahn, gerade mal 3 Quartale im Amt, verweist auf seine stabile finanzielle Steuerung und ein konservatives Risikomanagement. Für das laufende Jahr spricht nucera von einem Übergangsjahr mit niedrigerem Umsatz und einem Ergebnis nahe der Nulllinie. Grund dafür sind verzögerte Investitionsentscheidungen bei Großkunden aus Stahl- und Raffineriebranchen. Damit bleibt die Auftragsbasis kurzfristig dünner als erhofft.

    Doch der Ausblick liest sich versöhnlich. Mittel- bis langfristig gilt das Unternehmen als einer der Profiteure staatlicher Förderprogramme und europäischer Wasserstoffinitiativen. Analysten auf der Plattform LSEG bewerten die Aktie mehrheitlich positiv und sehen signifikantes Erholungspotenzial bis etwa 10,77 EUR, gut 20 % über dem letzten Kurs. Die Investmentbank RBC kann sich sogar 15 EUR vorstellen. Spannend!

    Char Technologies - Saubere Energie aus Biomasse auf dem Weg

    Bislang eher unauffällig auf dem Weg, zeigt das kanadische Cleantech-Unternehmen Char Technologies, dass man mit innovativen Ansätzen punkten kann. Der Ansatz: Mit einer neuartigen Hochtemperatur-Pyrolysetechnologie wird Biomasse in erneuerbare Energieträger und Biokohlenstoff umgewandelt. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn die Nachfrage nach CO₂-armen Energielösungen steigt weltweit, nicht zuletzt durch den Energiebedarf von Cloud- und KI-Rechenzentren. Char positioniert exzellent sich als Anbieter industriell skalierbarer Alternativen zu Kohle und Erdgas.

    Besonders wichtig ist der Start der ersten kommerziellen Anlage in Thorold, womit das Unternehmen den Schritt aus der Pilotphase in ein wiederkehrendes Erlösmodell schafft. Aus Reststoffen der Forstwirtschaft entstehen Biokohle als Brennstoff für die Stahlindustrie sowie erneuerbare Gase, die über bestehende Netze vermarktet werden können. Durch Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduziert Char zentrale Risiken wie Rohstoffverfügbarkeit, Infrastruktur und Abnahmeverträge. So zählen ArcelorMittal und die kanadische Dofasco-Tochter zu den industriellen Partnern und Investoren. Gleichzeitig arbeitet Char mit forstnahen Organisationen zusammen, welche nachhaltig verfügbare Biomasse sichern. Ein modulares Ausbaukonzept ermöglicht dezentrale, gut integrierbare Anlagen in rohstoffnahen Regionen. Damit lassen sich Transportkosten senken und die regionale Wertschöpfung stärken.

    Das Biokarbon gibt es auch in pelletierter Form, es kann fossilen Kohlenstoff in energieintensiven Industrien elegant ersetzen. Besonders ESG-relevant erscheint die Tatsache, dass Abfallströme um bis zu 90 % reduziert werden, was Kosten spart und Emissionen mindert. Damit verbindet Char Abfallverwertung, Energieproduktion und Klimaschutz in einem industriell einsetzbaren Verfahren. In Baltimore wurde ein Demonstrationsprojekt zur Zerstörung von PFAS-Schadstoffen abgeschlossen, dessen Daten nun ausgewertet werden. Diese Anwendung könnte sich als zweites starkes Standbein entwickeln, da die Entsorgung solcher Stoffe weltweit ein ungelöstes Umweltproblem darstellt. Ein weiteres Großprojekt ist Lake Nipigon, das 2026 in die Bauphase gehen soll, wofür bereits Biomasse am Standort gesammelt wird. Besonders wichtig bleibt die enge Kooperation mit dem Infrastruktur-Spezialisten BMI Group, die nicht nur in Thorold investiert hat, sondern nun auch das Clean-Energy-Projekt am ehemaligen Espanola-Papierstandort gemeinsam mit Char voranbringt.

    Die kanadische Regierung unterstützt solche Projekte im Rahmen ihrer Dekarbonisierungs-Strategie bis 2050. CEO Andrew White betont, dass Char nun endgültig in die Rolle eines produzierenden Unternehmens hineinwächst. Mit dem Start der ersten Anlage sollen planbare Umsätze und mittelfristig Cashflows entstehen. Die modulare Technologie bleibt skalierbar, was die Expansion in rohstoffnahe Regionen erleichtert. Die Aktie wird seit Kurzem auch in Frankfurt gehandelt, mit 41 Mio. CAD ist die Marktkapitalisierung noch überschaubar. Gelingt der geplante Roll-Out, könnte Char Technologies zu einem attraktiven Übernahmeziel größerer Energie- oder Industriekonzerne werden. Ein gutes Setup für ein wachstumsstarkes Jahr mit M&A-Kicker für risikobewusste Investoren.

    IIF-Moderatorin mit CEO Andrew White im Gespräch über die vorliegende Strategie in 2026.

    https://youtu.be/NM6RiILMS-k?si=w8rN1wpgE_-6stTG

    Nel ASA versus Plug Power – Wer hat derzeit die besseren Karten?

    Das 90 %-Desaster ist hoffentlich verdaut. Plug Power und Nel ASA stehen beide sinnbildlich für die Hoffnungen und die große Ernüchterung im globalen Wasserstoffsektor. Während Plug Power in den USA einst als Marktführer für PEM-Elektrolyseure gefeiert wurde, leidet die Aktie nach einer fast 90-prozentigen Korrektur unter politischem Gegenwind und mehrfachen Kapitalerhöhungen. Die neue US-Administration setzt mit „Drill Baby Drill“ wieder stärker auf fossile Energien, was die Investitionsbereitschaft für grünen Wasserstoff deutlich bremst. Aber noch ist Hopfen und Malz nicht verloren. Aktuell kämpft Plug Power mit der Marke von 2 US-Dollar, am Freitag versuchten die New Yorker mal wieder einen Ausbruch Richtung 2,30 USD. Die Meinung bleibt noch gespalten: Nur 7 von 25 Analysten auf der Plattform LSEG sind positiv und errechnen ein mittleres Kursziel von 2,76 USD. Immerhin!

    Nel ASA aus Norwegen bewegt sich in einem ebenfalls schwierigen Umfeld, profitiert jedoch stärker von der EU-Förderpolitik aus Brüssel mit eher langfristigen Infrastrukturprogrammen. Im Vergleich zu Plug wirkt der Kapitalbedarf bei Nel kontrollierter, der Kassenbestand betrug zum 30.09. immerhin noch 1,76 Mrd. NOK. Nach einem siebenjährigen Entwicklungsprogramm hat der Vorstand grünes Licht für den Ausbau der Produktion im norwegischen Herøya gegeben. Im Zentrum steht die neue „Pressurized Alkaline“-Technologie, deren Prototypen laut Unternehmensangaben eine marktführende Effizienz bewiesen haben. CEO Håkon Volldal zielt mit dieser Maßnahme primär auf die Kostenführerschaft ab. Durch ein modulares Container-Design, das keine kostspieligen Gebäudehüllen mehr benötigt, sollen die Wasserstoffgestehungskosten so weiter gesenkt werden, dass Projekte auch ohne massive Subventionen rentabel werden.

    Beide Unternehmen sehen sich verzögerten Investitionen der Industrie gegenüber, doch bei Nel bleibt die strategische Positionierung als Technologiepartner großer Projekte relativ stabil. Plug Power dagegen muss zusätzlich mit Vertrauensverlust am Kapitalmarkt kämpfen, was den Erholungsweg erschwert. Für Anleger bedeutet das: Mit Nel ASA setzt man aktuell auf den defensiveren Wasserstoff-Wert, während Plug Power eher ein spekulatives Comeback-Szenario offeriert.

    Nach 12 Monaten mit über 80 % gut im Rennen liegt die Aktie von Char Technologies. Klar abgeschlagen versuchen thyssenkrupp nucera, Plug Power und Nel ASA einen Turnaround, bis jetzt noch recht glücklos. Quelle: LSEG vom 02.01.2026

    Die Börse startet frivol ins neue Jahr. Wieder im Fokus stehen alternative Energie-Produzenten wie Char Technologies und thyssenkrupp nucera. Auch Nel ASA und Plug Power wagten einen zweistelligen Auftakt, hoffentlich wird hier endlich eine Wende spürbar. Anleger sitzen immer noch auf Verlusten von bis zu 90 % seit dem Wasserstoff-Boom-Jahr 2021.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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