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14.04.2023 | 05:30

dynaCERT, Daimler Truck, Plug Power – mit Wasserstoff Lösungen in die Zukunft

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Bildquelle: pixabay.com

Wir stehen am Beginn einer neuen Ära der Nachhaltigkeit und Effizienz. Der Verbrauch von fossilen Brennstoffen soll in den westlichen Industrienationen in den kommenden Jahren deutlich heruntergefahren werden. Allerdings braucht man Alternativen. Die Zukunft der Energieversorgung könnte im Wasserstoff liegen. Durch die Nutzung von Elektrolyse wird Wasser in seine Bestandteile, Sauerstoff und Wasserstoff, zerlegt. Der erzeugte saubere Brennstoff kann dann direkt verwendet oder gespeichert werden, um bei Bedarf Strom zu produzieren. Nutzt man die Erneuerbaren Energien, um daraus grünen Wasserstoff herzustellen, gibt es keine CO2-Emissionen. Wir sehen uns heute 3 Unternehmen an, die die Wasserstoff Technologie für ihre Produkte nutzen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT – Nachfrage nach der HydraGEN-Technologie steigt

    Das kanadische Unternehmen dynaCERT nutzt Wasserstoff zur Optimierung der Verbrennung von Diesel Kraftstoff. Die patentierte HydraGEN-Technologie kann bei allen Dieselfahrzeugen nachgerüstet werden. So spart man nicht nur Kraftstoff, sondern schont auch noch die Umwelt, da die Emissionen bei der Verbrennung reduziert werden. Mittels der unternehmenseigenen HydraLytica-Software erhält der Nutzer eine Auswertung darüber, wieviel CO2 eingespart wurde. Momentan wartet das Unternehmen auf die Freigabe durch VERRA um CO2-Zertifikate zu erhalten. Damit können Kunden von dynaCERT ihren CO2-Fußabdruck entsprechend verkleinern, was in Zukunft auch immer wichtiger für die Wettbewerbsfähigkeit sein wird.

    Mittlerweile gibt es 4 HydraGEN Modelle, die auch in großen Fahrzeugen wie dem Bergbau oder der Landwirtschaft zum Einsatz kommen können. Im 4. Quartal wurden 137 HydraGEN Systeme verkauft. Für das 1. Quartal erwartet CEO Jim Payne einen neuen Rekord. Auf der Rohstoffmesse PDAC in Kanada hat man gute Gespräche mit Bergbauproduzenten geführt. Das Unternehmen rechnet laut researchanalyst.com mit einer steigenden Nachfrage in den nächsten Monaten. Da passt es ins Bild, dass sich das Unternehmen am 11. April Working Capital über eine Privatplatzierung gesichert hat. Es wurde eine Wandelanleihe über 2 Mio. CAD begeben, die bis zum 31. Dezember 2023 mit 10% verzinst wird. Der Inhaber kann die Anleihe teilweise oder gesamt in bis zu 6.666.667 Stammaktien des Unternehmens zu einem Stückpreis von 0,30 CAD wandeln und erhält zusätzlich 666.667 Warrants mit dreijähriger Laufzeit.

    CEO Jim Payne kommentierte: „Mit dem Erlös aus diesem Emissionsangebot können wir die Auslieferung der Aufträge, die für dynaCERT von großer strategischer Bedeutung sind, schneller abwickeln.“. Nach den langen Verzögerungen durch Corona kommt langsam Schwung ins Geschäft. Die Aktie konnte bis jetzt ihre Seitwärtsphase zwischen 0,17 CAD und 0,20 CAD noch nicht verlassen, notiert aber mit 0,195 CAD im oberen Bereich. Es gibt gleich 3 Katalysatoren, die für den Durchbruch nach oben sorgen könnten. Erstens ein weiteres Rekordquartal, zweitens die Bestätigung von VERRA, dass man in Zukunft CO2-Zertifikate erhält. Zu guter Letzt die Canadian Hydrogen Convention Ende April, auf der dynaCERT und Cipher Neutron ihren 5 Kilowatt-AEM-Wasserstoff-Elektrolyseur vorstellen, der in der Lage ist, pro Stunde 1.000 l grünen Wasserstoff zu produzieren.

    Daimler Truck – ordentliches Jahr 2022

    Daimler Truck hat seine reine Elektro-LKW Strategie über Bord geworfen und entwickelt einen Wasserstoffantrieb für seine LKWs. So deckt der Konzern die verschiedenen Anwendungsbereiche ab und kann je nach Nutzungsprofil entsprechende Fahrzeuge anbieten. Die GenH2 Trucks sollen mindestens eine doppelt so hohe Reichweite wie die E-LKWs haben. Durch den Wasserstoffantrieb steigt die Nutzlast und tanken geht im Vergleich zum Elektroantrieb deutlich schneller. Dabei setzt Daimler Truck auf flüssigen Wasserstoff, weil der Tank deutlich kleiner wird, als bei der 700-bar Speicherung.

    Die Zahlen von 2022 konnten sich sehen lassen. Der Umsatz lag bei rund 51 Mrd. EUR und das EBIT legte um 55% zu auf knapp unter 4 Mrd. EUR. Insgesamt wurden 520.300 Fahrzeuge abgesetzt. 2023 soll der Umsatz weiter gesteigert werden, wobei nicht mehr Busse und Trucks verkauft werden sollen. Bis zum 9. Mai müssen die Investoren auf Zahlen zum 1. Quartal warten. Konkurrent Volvo hat bereits gute Zahlen vorgelegt und so steigen die Hoffnungen, dass auch Daimler Truck gut performt hat. Vor allem die Lieferkettenprobleme scheinen kleiner zu werden.

    Bei der Konzerntochter Evobus sollen Kosten gesenkt werden. Darauf hat man sich mit dem Gesamtbetriebsrat geeinigt. In Zukunft soll der Rohbau der Busse in Tschechien erfolgen. Die Restrukturierung soll bis 2028 abgeschlossen sein. Am Standort Mannheim will man sich auf Elektrobusse fokussieren. Reisebusse werden in Neu-Ulm gefertigt. Die Aktie bewegt sich seit Jahresanfang zwischen 29 und 33 EUR. Aktuell kostet ein Anteilsschein 29,96 EUR. Als Dividende ist 1,30 EUR vorgeschlagen worden, was einer Dividendenrendite von 4,3% entspricht.

    Plug Power – Rekord bei der Produktion

    Plug Power deckt die komplette Wertschöpfungskette im Bereich Wasserstoff ab. Dabei konnten schon große Konzerne wie Amazon als Kunden gewonnen werden. Das Unternehmen hat mittlerweile weltweit Projekte laufen und ist von daher diversifiziert aufgestellt. Die Bedingungen für Wasserstoff werden sich in den kommenden Jahren weiter verbessern. Die USA haben ein 750 Mrd. USD Klimapaket auf den Weg gebracht und die Europäische Union hat einen vorläufigen Deal erreicht, um den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix der Mitgliedsstaaten zu erhöhen. Das Ziel wurde von 32% auf 42,5% bis 2030 angehoben.

    Die überschüssige Energie aus der Solar- und Windkraft muss gespeichert werden. Damit erzeugt man grünen Wasserstoff in Zukunft immer günstiger und macht Wasserstoff so letztlich wettbewerbsfähig. Da passt es gut, dass Plug Power im 1. Quartal 122 Stück der 1-MW-Elektrolyseur-Stack-Plattform produziert hat. Außerdem wurden fast 1.000 Stacks für Spezialanwendungen mit einer Gesamtkapazität von 5,7 MW ausgeliefert. Die 2,5-GW-Gigafabrik in Rochester nähert sich damit langsam der vollen Kapazität.

    Nachdem der Konzern im vergangenen Jahr mehrfach seine Ziele revidierte und am Ende auch die reduzierten Erwartungen nicht erfüllte ging es mit der Aktie bergab. Zuletzt stufte Morgan Stanley die Aktie Anfang April herunter auf Halten mit einem Kursziel von 15 USD. Das brachte die Aktie erneut unter Druck und sorgte für den neuen Jahrestiefpunkt bei 8,90 USD. Das Hauptproblem bei Plug Power sind die schwachen Margen und der Cash Burn, der für Finanzierungsprobleme sorgen könnte.


    Mit Wasserstoff lassen sich einige neue Technologien voranbringen. In manchen Fällen dauert es noch ein wenig, wie bei Daimler Truck, die den Wasserstoff-LKW gerade noch entwickeln. In anderen Fällen läuft der Verkauf bereits wie bei dynaCERT, die in Q4 2022 einen neuen Rekord aufstellen konnten. Hier sind die Aussichten laut dem CEO für die Zukunft gut, da es immer mehr Nachfrage nach der patentierten Technologie gibt. Plug Power hat durchaus nennenswerte Umsätze, aber verdient noch kein Geld und hat eine hohe Cash-Burn-Rate. Hier muss erst das Vertrauen der Investoren zurückgewonnen werden, bevor die Aktie nachhaltig drehen kann.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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