Menü schließen




08.07.2026 | 05:00

Weg mit dem Reichweiten-Engpass: SpaceX denkt groß, Siemens Energy glaubt an KI und First Hydrogen löst irdische Probleme

  • Wasserstoff
  • KI
  • Energie
  • Atomkraft
Bildquelle: KI

Wenn am Samstagmorgen in deutschen Großstädten die Kehrmaschinen ihre Runden drehen, haben wir meist noch immer ein monotones Dieselbrummen im Ohr. Doch hinter den Kulissen vollzieht sich längst ein Wandel. Die Klimaneutralität zwingt Flottenbetreiber zum Umdenken. Das Credo: Weg vom Diesel und hin zu neuen Technologien. Reine Batterie-Transporter stoßen im Mehrschichtbetrieb aufgrund unzureichender Reichweiten und stundenlanger Ladezeiten jedoch oft an ihre Grenzen. Hier schlägt die Stunde innovativer Technologien wie Wasserstoff. Wir stellen drei spannende Unternehmen vor und zeigen Investoren Chancen auf.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 | TSXV: FHYD , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy macht KI-Rechenzentren erst möglich

    Ein echtes Schwergewicht der Energiebranche ist Siemens Energy. Der Konzern geht bei der Skalierung der weltweiten Erzeugungskapazitäten für grünen Wasserstoff entschlossen voran und betreibt gemeinsam mit dem Partner Air Liquide in Berlin eine hochautomatisierte Gigafactory für Protonenaustauschmembran-Elektrolyseure (PEM). Die Berliner Produktionsstätte weitete ihre Kapazität von anfänglich einem Gigawatt auf drei Gigawatt pro Jahr aus, um die Herstellungskosten für das grüne Gas deutlich zu senken. Großprojekte wie das französische Vorhaben „Air Liquide Normand’Hy“ in Port-Jérôme, das auf 288 in Berlin gefertigten PEM-Stacks basiert und ab 2026 jährlich rund 250.000 t Kohlendioxid einsparen soll, untermauern dieses Potenzial. Doch auch das angestammte, fossil getriebene Kraftwerkssegment erlebt eine beispiellose Sonderkonjunktur. Der Grund: Der Energiehunger nordamerikanischer KI-Rechenzentren. Um jahrelange Verzögerungen beim Netzanschluss zu umgehen, installieren Tech-Giganten vermehrt modulare Erdgasturbinen direkt an ihren Datenhubs – ein Phänomen, das Experten als „Dark Energy“-Nachfragewelle bezeichnen. Siemens Energy bedient diesen Trend gemeinsam mit Eaton über standardisierte, vorkonfigurierte 500-MW-Kraftwerksmodule auf Basis von Gasturbinen.

    SpaceX will Raketenstarts klimaneutral machen

    In einem ganz anderen Bereich des technologischen Wandels agiert das Raumfahrtunternehmen SpaceX unter der Führung von Visionär Elon Musk. Mit der Starship-Plattform vollzog das Unternehmen den Wechsel zum kryogenen Methalox-System, da dieses im Vergleich zu klassischen Kerosin-Triebwerken kaum Rußpartikel hinterlässt und die schnelle Wiederverwendbarkeit der Raptor-Triebwerke überhaupt erst ermöglicht. Trotz der saubereren Verbrennung stößt jeder einzelne Starship-Start rund 2.338 t CO2-Äquivalent aus, was SpaceX zu ambitionierten Kompensationsprojekten auf der Erde zwingen dürfte. Beim texanischen Riesenprojekt „Hydrogen City“ will Green Hydrogen International (GHI) ab 2029 über ein 60-GW-Wind- und Solar-Projekt mehr als 2,5 Mio. t grünen Wasserstoff pro Jahr erzeugen. Das Gas soll in unterirdischen Kavernen gelagert, zum Hafen von Brownsville transportiert und dort mit abgeschiedenem CO2 zu synthetischem, grünem Flüssigmethan veredelt werden. Die Vision vieler Beobachter: Das Projekt könnte den Betrieb von Raketen klimaneutral machen. Eine Kooperation beider Unternehmen besteht aktuell jedoch nicht. Bei der Software setzt SpaceX übrigens voll auf Deutschland und die PLM-Plattform Siemens NX für digitales 3D-Design und Datenmanagement.

    First Hydrogen überzeugt im harten Wintertest

    Inmitten der Visionen der Konzerne sucht der kanadische Wasserstoff-Innovator First Hydrogen seine Chance mit leichten Nutzfahrzeugen. Das Unternehmen verfolgt eine Best-of-Strategie und umgeht die teure Neuentwicklung eigener Plattformen, indem es das etablierte Fahrgestell des MAN eTGE nutzt und dieses in Kooperation mit AVL Powertrain und Ballard Power Systems mit modernsten PEM-Brennstoffzellen bestückt. Flottentests in Großbritannien bestätigten die Praxistauglichkeit: ein Lieferbetrieb mit Amazon in London sowie ein Kälte-/Winterbetrieb bei Wales & West Utilities. Laut Unternehmensangaben aus den SSE-/Rivus-Tests erreichte ein Fahrzeug eine Reichweite von 630 km mit einer Tankfüllung. Der Durchschnittsverbrauch lag bei bemerkenswert niedrigen 1,58 kg Wasserstoff pro 100 km, während die Abwärme der Brennstoffzelle direkt für die Innenraumheizung genutzt wurde. Um Skalierung möglich zu machen, treibt das Management das Projekt Shawinigan in der kanadischen Provinz Québec voran, wo eine 35-MW-Elektrolyseanlage für günstigen Strom aus Wasserkraft sowie eine Fabrik für die jährliche Endmontage von bis zu 25.000 Fahrzeugen entstehen sollen.

    Heißes Eisen mit Potenzial: die Aktie von First Hydrogen.

    First Hydrogen mit vielen Ideen und vielversprechender Ausgangslage

    Neben dem Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen hat sich First Hydrogen in den vergangenen Quartalen weitere Standbeine geschaffen. So gründete man etwa ein Tochterunternehmen, das sich innovativen Kleinreaktoren (SMR) verschrieben hat. Diese modularen Reaktoren sollen sicherer sein und dezentral Energie bereitstellen, etwa in der Nähe von Rechenzentren oder zur Herstellung von Wasserstoff in Dunkelflauten. First Hydrogen war in der Vergangenheit auch an der Börse immer wieder für Höhenflüge gut. Trifft die Innovationskraft des Unternehmens auf Abnehmer aus dem Mittelstand oder potente Partner aus der Industrie, kann die Aktie jederzeit erneut durchstarten. Der Wert bringt vieles mit, was sich spekulativ denkende Anleger wünschen. Angesichts der Kursrückschläge in den vergangenen Monaten befindet sich die Aktie in einer spannenden Ausgangsposition. Die Marktkapitalisierung von rund 30 Mio. CAD verdeutlicht dieses Potenzial, mahnt aber auch zu einem entsprechenden Risikomanagement.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Tarik Dede vom 24.08.2026 | 05:04

    Energiemarkt im Fokus mit den Aktien von 2G Energy, A.H.T. Syngas Technology und SFC Energy!

    • KWK
    • 2G Energy
    • A.H.T. Syngas
    • SCF Energy
    • Energie

    Der Markt für Energie im Umbruch. Das Öl-Zeitalter neigt sich nicht dem Ende zu, doch alternative Energie holt auf und füllt Lücken, die eine geopolitisch chaotische Welt hinterlässt. Historisch gesehen befinden sich die Preise für Öl und Gas auf hohem Niveau. Beim Endkunden aber hat die derzeitige Lage teils desaströse Auswirkungen. Extrem hohe Dieselpreise belasten Pendler, Reisende und Spediteure. Das teure Kerosin macht sich als großer Kostenblock bei den Airlines bemerkbar. Und die Aussichten werden nicht unbedingt besser. Denn der Krieg im Nahen Osten und in der Ukraine bzw. Russland sorgt für Lieferausfälle in einem bisher kaum gekannten Ausmaß. Manche Experten sprechen beim Öl von größeren Auswirkungen als die Ölkrisen der 1970er Jahre. Dezentrale Energielösungen sind ein Weg, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von 2G Energy, A.H.T Syngas Technology und SFC Energy!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Tarik Dede vom 24.08.2026 | 04:50

    Daten als Währung im KI-Zeitalter: Wie Samsung Electronics, Aspermont und Siemens profitieren!

    • KI
    • Aspermont
    • Siemens
    • Samsung Electronics
    • Daten
    • Automobile
    • Chips
    • Bergbau

    Es gibt jetzt schon viele Menschen, die ihre Arbeit durch KI-Sprachmodelle vereinfacht haben. Schnelle Recherchen für den Job, aber auch Wetterabfragen für den Freizeitspaß sind meist nur einen Griff weit entfernt. Doch die wahre Revolution dürfte im Industriebereich stattfinden. Dort verfügen die Konzerne über historische Daten und können diese nutzen, um nicht nur Kosten einzusparen, sondern Umsätze und Gewinne zu steigern. Dies geschieht derzeit an allen Fronten, von der Autoindustrie, über den Flugzeugbau, das Mining oder die Chipfertigung. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von Samsung Electronics, Aspermont und Siemens!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 21.08.2026 | 04:50

    Nicht verpassen! Die (Hidden) Champions der Umweltindustrie: Zefiro Methane, Siemens Energy und 2G Energy!

    • Dekarbonisierung
    • Methan
    • Methanemissionen
    • Methanmessungen
    • Öl und Gas
    • Klimawandel
    • Emissionen
    • Emissionszertifikate
    • KI
    • Stromversorgung
    • Stromhunger
    • Investments

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane Corp.

    Der Ersatz fossiler Energieträger und damit die Verringerung von Treibhausgasen sollen die negativen Auswirkungen des Klimawandels eindämmen. Vorangetrieben wird die Dekarbonisierung durch internationale Klimaziele wie das Pariser Abkommen, gesetzliche Vorgaben der EU, nationale Regierungen sowie durch wachsenden Handlungsdruck aus Wirtschaft, Kapitalmärkten und Gesellschaft. Neben den bekannten Vertretern wie Siemens Energy und 2G Energy, die für die flexible dezentrale Energieerzeugung sowie den Umbau der globalen Stromnetze stehen, sticht Zefiro Methane als Hidden Champion der energetischen Altlastensanierung in einem Milliardenmarkt hervor. Die Analysten von GBC erkennen bei den Kanadiern ein Aufwärtspotenzial von über 200 %.

    Zum Kommentar