02.07.2026 | 04:57
Der Milliardenmarkt zwischen Diesel und Dekarbonisierung: dynaCERT, VW und Heidelberg Materials!
Die Dekarbonisierung von Industrie und Transportsektor zählt zu den großen Investitionsthemen der nächsten Dekaden. Verschiedene Antriebssysteme, wie Elektro oder Wasserstoff konkurrieren um die Gunst der Kunden und Anleger. Aber der Diesel hat noch lange nicht ausgedient. Es entsteht ein riesiger Markt für Effizienzsteigerungen bestehender Flotten. Hier hat sich dynaCERT mit Nachrüstlösungen, die Kraftstoffverbrauch und Emissionen deutlich senken, positioniert. Sind Volkswagen, die Nutzfahrzeug-Tochter Traton oder Heidelberg Materials die nächsten Kunden?
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , HEIDELBERG MATERIALS AG | DE0006047004
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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dynaCERT – Kommerzialisierungserfolge
Die Kanadier haben sich erfolgreich mit HydraGEN am Markt positioniert und berichteten zuletzt über Erfolge der forcierten Kommerzialisierungsstrategie. Die Nachrüsttechnologie HydraGEN bringt Wasserstoff und Sauerstoff bedarfsgerecht in geringen Mengen in den Verbrennungsprozess von Dieselmotoren ein. Dadurch werden Kraftstoffverbrauch und Emissionen reduziert.
Ergänzend dazu liefert die proprietäre Plattform HydraLytica eine digitale Überwachung der Einsparungen, insbesondere im Hinblick auf CO2-Reduktionen, die perspektivisch zertifiziert und monetarisiert werden sollen. Diese Kombination ist entscheidend, weil sich die Gesellschaft so von reinen Hardwareanbietern durch den erweiterten daten- und zertifikatebasierten Ansatz abgrenzt.
Die industrielle Realität zeigt, dass ein signifikanter Teil der globalen Nutzfahrzeugflotten noch über viele Jahre hinweg auf Diesel basieren werden. Flottenbetreiber stehen unter Druck, kurzfristig Emissionen zu reduzieren, ohne die Fahrzeuge zu ersetzen. Dadurch entstehen große Marktpotenziale für die Brückentechnologie von dynaCERT, welche zudem durch die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs die Betriebskosten senkt.
In der Vergangenheit zeigte das Unternehmen entscheidende Fortschritte in Bezug auf die kommerzielle Anwendung der Lösungen. Insbesondere durch Pilotprojekte in den Bereichen Logistik, Bergbau und Industrie konnten wichtige Schritte gegangen werden. Zuletzt wurde mit einem Großauftrag aus Vietnam ein entscheidender Meilenstein erzielt. Das Land verfügt über einen großen adressierbaren Markt und ist zugleich Plattform für die Expansion in der Region.
Die Erfolge der Strategie gehen auf das Konto des neuen CEO Kevin Unrath und seiner Mannschaft. Unrath hat sich die forcierte Kommerzialisierung und Wachstum auf die Fahnen geschrieben und liefert. Das ignoriert die Börse bislang, woraus sich für Anleger große Chancen ergeben. Um den weiteren Wachstumskurs zu finanzieren platzierte die Gesellschaft zuletzt eine Wandelanleihe über 5 Mio. CAD mit zweijähriger Laufzeit. Aktuell notieren die Anteilsscheine bei 0,13 CAD, womit die Gesellschaft mit 66 Mio. CAD bewertet ist.
Volkswagen Vz. – Im Strudel
Die Aktien der deutschen Autobauer sind deutlich unter Druck geraten. Den Ausgangspunkt bildete zuletzt eine massive Gewinnwarnung von BMW, die eine Halbierung der zuvor in Aussicht gestellten operativen Marge im schlimmsten Fall zur Folge haben könnte. Der Schock erfasste den ganzen Sektor. Umso mehr, da sich BMW in den letzten Quartalen in dem herausfordernden Marktumfeld am besten geschlagen hatte.
Abseits des PKW-Markts positioniert sich Volkswagen als Großaktionär von Traton im Nutzfahrzeugmarkt. Traton bündelt Marken wie MAN, Scania und Navistar und ist damit weltweit einer der größten Anbieter im Bereich schwerer Nutzfahrzeuge. Traton verfolgt eine Multi-Technologie-Strategie, bei der batterieelektrische Fahrzeuge, Wasserstoff und hocheffiziente Dieselantriebe parallel entwickelt werden. Daraus ergeben sich auch Chancen für dynaCERT.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, will VW laut eines Medienberichts bis 2030 bis zu 100.000 Stellen streichen. Das ist das Doppelte, was bislang vom Konzern selbst kommuniziert wurde. Die VW-Aktie ist mittlerweile auf unter 70 EUR abgesackt. Mit Blick auf die Einstufung der Analysten, welche ein durchschnittliches Kursziel von 110 EUR formulieren, verfügen die Anteilsscheine nach dem Kursrutsch über ein deutliches Aufwärtspotenzial.
Heidelberg Materials – Analysten heben den Daumen
Ein besonders relevanter Anwendungsbereich für Effizienz- und Emissionsreduktions-Technologien ist die Grundstoffindustrie. Der Konzern zählt zu den global größten Herstellern von Zement, Beton und Baustoffen und damit zu den stärksten industriellen CO2-Emittenten.
Die Dekarbonisierungsstrategie von Heidelberg Materials umfasst im Wesentlichen die Bereiche alternative Brennstoffe, CO2-Abscheidung, effizientere Produktionsprozesse und logistische Optimierung. So ist auch hier ein potenzieller Anwendungsfall für die Technologien der Kanadier auszumachen.
Im laufenden Jahr ist die Aktie der Deutschen um rund ein Viertel zurückgekommen. Die Bewertung ist nun mit einem 2026er KGV von 13 und einem 2027er KGV von 11,5 moderat. Analysten zeigten sich zuletzt uneinig über die Zukunftsperspektiven. Das Gros der Experten vergibt jedoch ein positives Votum und sieht auf Jahressicht ein Upside von mehr als 30 %.
Fazit
Die Dekarbonisierung des Industrie- und Transportsektors vollzieht sich schrittweise, wodurch ein großer Markt entsteht, in dem Effizienzsteigerungen im Bestand eine große Rolle spielen. Genau hier hat sich dynaCERT erfolgreich positioniert und treibt, wie zuletzt unter Beweis gestellt, die Kommerzialisierung erfolgreich voran. Die Aktie spiegelt die jüngsten Erfolge und die Marktpotenziale indes nicht wider. Volkswagen befindet sich in schwerem Fahrwasser, da geht es der Tochter Traton besser. Nach den Kursrückgängen empfehlen Analysten den Autobauer und Heidelberg Materials zum Kauf.
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