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26.08.2022 | 06:00

Edelmetallproduzent Manuka Resources vor Transformation, was machen Barrick Gold und Newmont?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Edelmetalle Gold und Silber konnten mit Beginn der Ukraine Krise eine Rallye starten. Bei hohen Inflationsraten sollte Gold der sichere Hafen sein, doch die Stärke des US-Dollars und die Zinsanhebungen drückten den Goldpreis wieder nach unten. Zusätzlich hat die Ukraine laut Wirtschaftswoche Gold im Wert von 12,4 Mrd. USD verkauft, also mehr als das Land offiziell besessen hat. Doch seit Gold am wichtigen 1.680 USD Level nach oben abgeprallt ist und auch die Abwärtstrendlinie brechen konnte, könnte nun die Zeit für Gold gekommen sein. Wir sehen uns daher heute die beiden Big-Player, sowie einen aufstrebenden Edelmetallproduzenten an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , Manuka Resources Limited | AU0000090292 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084

Inhaltsverzeichnis:


    Newmont – schwache Quartalszahlen

    Newmont ist das weltweit führende Goldunternehmen und produziert als Nebenprodukte Kupfer, Silber, Zink und Blei. Die Projekte sind weltweit verteilt, so dass man bei lokalen Problemen diversifiziert aufgestellt ist. Das im S&P 500 Index gelistete Unternehmen ist zuletzt aber deutlich unter die Räder gekommen. In der Spitze verlor die Aktie mehr als 50% ihres Wertes. Grund für die Rückgänge waren steigende Kosten und ein gleichzeitig fallender Goldpreis. Nachdem Gold saisonal ab Herbst an Wert zulegt, ist es jetzt an der Zeit, Newmont unter die Lupe zu nehmen.

    Die Quartalszahlen am 25. Juli verursachten noch einmal einen ordentlichen Kursrutsch, als die Erwartungen der Analysten teilweise deutlich verfehlt wurden. Die Produktion konnte im Vergleich zum Vorquartal auf 1,83 Mio. Unzen Goldäquivalent gesteigert werden, doch der Gewinn je Aktie lag nur noch bei 0,46 USD. Ein dickes Minus verglichen mit 0,83 USD im Vorjahr. Man sieht vor allem bei den Gesamtkosten, wo der Schuh drückt. Kostete die Produktion im 2. Quartal 2021 noch 1.035 USD, so waren es in diesem Jahr 1.199 USD, was den Gewinn natürlich deutlich schmälert.

    Wenn dann noch der CEO Thomas Palmer Anfang August Aktien verkauft, ist das kein positives Signal. Es waren zwar nur 11.000 Aktien, ein Bruchteil seines Gesamtbestandes, aber ein Kauf wäre sicherlich besser für das Unternehmen gewesen. Die Frage ist, wie man die Kosten eindämmt. Die Investitionskosten wurden zunächst einmal heruntergefahren. Die Aktie konnte zuletzt nicht mal mehr vom steigenden Goldpreis profitieren und steht aktuell bei 44,80 USD. Es scheint so, als wenn der Supportbereich um die 43 USD als Unterstützung halten könnte. Wenn nicht, wartet eine größere Supportzone zwischen 33 und 40 USD.

    Manuka Resources – transformierende Akquisition

    Der australische Edelmetallproduzent Manuka Resources besitzt zwei produzierende Projekte, die in der unternehmenseigenen Laugungsanlage bereits Edelmetalle produziert haben. Das Projekt Wonawinta macht Manuka zum größten Silberproduzenten in Australien. Die Mineralressourcenschätzung geht von rund 51 Mio. Unzen Silber aus, sowie zusätzlich 207.200t Blei. Die Produktion ist im Gang und es stehen Vorräte von 515.000t Gestein aus der Mine zur Verarbeitung bereit. Das zweite Projekt ist das Mt Boppy gold project, bei dem die Produktion aktuell gestoppt ist. Die Tagebau-Mine hat bisher etwa 500.000 Unzen Gold bei einem Goldgehalt von ca. 15g/t produziert. Im ersten Quartal soll der Bergbau wiederaufgenommen werden.

    Am 1. August konnte das Unternehmen die Akquisition von Trans Tasman Resources Limited (TTR) vermelden. Damit übernimmt Manuka das South Taranaki Bight, das 3,8 Mrd. Tonnen Eisensand, Vanadium und Titan beherbergt und damit eine Tier-1 Ressource darstellt. Die vorläufige Machbarkeitsstudie wurde erfolgreich abgeschlossen und jetzt geht es nur noch um die Finanzierung. Die sollte angesichts der Zahlen keine Hürde darstellen. Pro Jahr können 5 Mio. Tonnen Eisenerz produziert werden, bei einer Lebensdauer der Mine von fast 20 Jahren. Die Kosten werden auf 20 USD/t angegeben, inklusive Transport kommt man auf maximal 30 USD/t, was sehr günstig ist. Aktuell beträgt der Marktpreis über 105 USD. Damit würde der aktuelle Gewinn pro Jahr bei 375 Mio. USD liegen, sofern der Eisenerzpreis stabil bleibt.

    Das Unternehmen geht davon aus, dass man im Vergleich mit anderen Eisenerzproduzenten mit die wenigsten CO2-Emissionen verursacht. Zusätzlich besteht die Möglichkeit 10t Vanadium pro Jahr zusätzlich herzustellen, womit man gleichzeitig zum größten Produzenten außerhalb Russland und Chinas wird. Der Umsatz würde sich bei einem aktuellen Vanadiumpreis von rund 7 USD je Pfund auf 140 Mio. USD belaufen. Die Planungen sehen vor, dass das Projekt bis Ende 2025 in Produktion gehen kann. Unter diesen Voraussetzungen konnte die Kreditfazilität mit TransAsia Private Capital Limited am 24. August um ein Jahr verlängert werden. Somit besteht in den nächsten Monaten voraussichtlich kein Kapitalbedarf. Die Aktie hat bislang auf diese Nachricht noch gar nicht reagiert und handelt bei 0,16 AUD.

    Barrick Gold – schlägt sich besser als die direkte Konkurrenz

    Barrick Gold hat sich im Vergleich mit seinem größten Konkurrenten Newmont gut geschlagen. Die Aktie hat die Bewegungen beim Goldpreis mit vollzogen. Und das obwohl der CEO Mark Bristow darauf hinwies, dass das Unternehmen seine Kostenprognose möglicherweise aufgrund der Inflation nicht einhalten kann. Allerdings wurden die Analystenerwartungen hinsichtlich des Gewinns übertroffen. Der Markt ist nervös und es sind kleine Feinheiten, die die beiden größten Goldproduzenten unterscheiden. Werfen wir einen genaueren Blick auf die Zahlen von Barrick.

    Der Gewinnanstieg um 19% sieht schon einmal deutlich besser aus als bei Newmont. Haupttreiber war die um 25% höhere Kupferproduktion im Vorjahresvergleich. Auch bei Barrick kletterten die Gesamtkosten je Unze, allerdings nicht ganz so stark wie beim Konkurrenten. Im ersten Halbjahr lagen die Kosten bei 1.188 USD je Unze und damit über der Prognose des Managements. Durch eine höhere Produktion sollen die erhöhten Kosten fallen. Der Nettogewinn in Höhe von 0,27 USD je Aktie bedeutet einen Anstieg von 0,04 USD im Vergleich zum Vorjahr.

    Die Dividende von 0,20 USD wurde beibehalten und das obwohl die Investitionen um 23% anstiegen. Auch hier gibt es einen Unterschied zu Newmont, die ihre Ausgaben reduziert haben. Die Aktie hat einen ersten Aufwärtstrend ausgebildet und kostet momentan 16,50 USD. Fällt die Aktie nicht mehr unter 15,09 USD auf Schlusskursbasis wartet der nächste Widerstand erst bei 18,21 USD. Die Dividendenrendite beträgt auf dem aktuellen Niveau rund 4,8%.


    Die steigenden Kosten und der fallende Goldpreis sind Gift für die Goldproduzenten. Zieht der Goldpreis jedoch an, werden die Aktien der Produzenten schnell anspringen. Das gilt sowohl für Newmont, als auch für Barrick Gold. Anders sieht es aktuell bei Manuka Resources aus, die mit ihrer jüngsten Akquisition ein neues Kapitel der Firmengeschichte aufgeschlagen haben könnten. Das neue Projekt könnte eine echte Cash-Cow werden. Die aktuelle Bewertung spiegelt das Potential nicht ansatzweise wieder.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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