Menü schließen




17.07.2026 | 04:50

Vom Erz zur Panzerplatte: Strategic Resources rückt in den Fokus, Bodenbildung bei Rheinmetall? Zeigt der thyssenkrupp-Umbau bald Kurseffekte?

  • Eisenerz
  • grüner Stahl
  • grüner Wasserstoff
  • Vanadium
  • Titan
  • Stahlbranche
  • Verteidigungsindustrie
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Wenn das Wort eigentlich nicht wäre. Eigentlich profitiert der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall von den immens steigenden europäischen Verteidigungsbudgets, doch das Sentiment hat sich negativ gefärbt, der Kurs notiert unter der Marke von 1.000 EUR. Eigentlich kommt thyssenkrupp beim Transformationsprozess gut voran und plant in diesem Jahr die Materialsparte abzuspalten. Das IPO der Marine-Aktivitäten (TKMS) im vergangenen Jahr verlief äußerst erfolgreich. Und eigentlich sollte Strategic Resources viel stärker auf dem Radar von Investoren präsent sein. Die Gesellschaft arbeitet in Kanada an einem spannenden Erzprojekt mit dem Ziel hochwertiges Eisenerz für die Stahlproduktion der Zukunft zu liefern und adressiert dabei die wichtigen Herausforderungen „grüner Stahl“ und Versorgungssicherheit. Was bedeutet dies alles konkret für die genannten Unternehmen und wer macht schlussendlich das Rennen?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001

Inhaltsverzeichnis:


    Strategic Resources – Meilenstein wird vom Markt ignoriert

    Das kanadische Unternehmen konzentriert sich auf das große Entwicklungsprojekt BlackRock in der Provinz Québec. Dabei verfolgt die Gesellschaft einen integrierten Ansatz für kritische Metalle wie Eisen, Vanadium und Titan.
    Dies umfasst den Abbau des Erzes bis hin zur Produktion hochwertiger Vorprodukte, Eisenerzkonzentrat und Pellets, für moderne Stahlwerke. Eisenerz ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt. Traditionell wird Stahl überwiegend in Hochöfen hergestellt, wobei Eisenerz zusammen mit Kokskohle verarbeitet wird. Ein großer Nachteil ist die damit verbundene Emission enormer Mengen an CO2. Damit steht die Stahlindustrie mit einer jährlichen Produktionsmenge von Milliarden Tonnen für Gebäude, Fahrzeuge, Maschinen, Infrastruktur sowie Verteidigung unter massivem Transformationsdruck.
    Die Lösung für dieses Problem heißt „grüner Stahl”. Dessen Produktion hängt jedoch von mehreren entscheidenden Faktoren ab. Anstatt Kohle wird Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen als Reduktionsmittel eingesetzt. Zudem wird besonders hochwertiges Eisenerz mit einem hohen Eisenanteil und wenig Verunreinigungen benötigt. An dieser wichtigen Stelle positionieren sich die Kanadier.
    Das BlackRock-Projekt verfügt über hochwertige und massive Eisenerzvorkommen von rund 128 Mio. Tonnen und könnte somit eine wichtige Rolle in der Versorgung der modernen Stahlindustrie spielen. Dabei ist die Pelletanlage im Tiefseehafen von Port Saguenay mit einer geplanten Jahreskapazität von 4 Mio. Tonnen ein zentraler Bestandteil.
    Kürzlich konnte die Gesellschaft einen wichtigen und strategischen Meilenstein erreichen, welcher sich auf ihr finnisches Vanadium-Projekt Mustavaara bezieht. Das Vanadium-Magnetit-Konzentrat des Projekts wurde für das 17 Mio. EUR umfassende Forschungsprojekt FutSteel ausgewählt. Unter Federführung der Universität Oulu und SSAB fokussiert sich das Forschungsprojekt auf die klimaneutrale Stahlproduktion der Zukunft.
    Der Blick auf die Zahlen und Daten offenbart ein massives Missverhältnis zwischen Projektwert und Marktkapitalisierung. Während die Machbarkeitsstudie einen Projektwert für BlackRock in Höhe von 1,93 Mrd. CAD errechnete, bringt die Gesellschaft bei einem Kurs von 0,28 CAD lediglich 17 Mio. CAD auf die Börsenwaage.

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Sean Cleary. Hier geht´s zum Video.

    https://youtu.be/ha8A2-FPIwk

    Rheinmetall – Kurskorrektur hält an

    Die Verteidigungsindustrie ist stark abhängig von sicheren Lieferketten für zahlreiche (kritische) Rohstoffe. Für die Herstellung von Panzern, Militärfahrzeugen, Schiffen etc. werden u. a. hochwertige Stähle und Spezialmaterialien benötigt.
    Zwar zeichnet sich ein langfristig anhaltendes Wachstum der Branche durch steigende Verteidigungsbudgets ab, die breit angelegt zu immer neuen Rekorden bei Auftragsbeständen gehören, jedoch scheint der Boom von Rüstungsaktien derzeit vorbei zu sein. Die Anteilsscheine der Deutschen haben sich seit Jahresbeginn halbiert.
    Sehr hoch gesteckte Erwartungen wurden letztlich nicht erfüllt. Insbesondere die Rückschläge des erst neu zugekauften Marine-Bereichs enttäuschten, wodurch die kurzfristigen Wachstumsziele von Marktteilnehmern in Frage gestellt werden. Dass sich das Sentiment deutlich verschlechtert hat, zeigt auch die kürzliche Verschiebung des Börsengangs des französisch-deutschen Panzer- und Geschützherstellers KNDS.
    Ein Punkt, der die Börse lange Zeit nicht interessierte, gewinnt zunehmend an Gewicht. Das Produktportfolio des Konzerns besteht schwerpunktmäßig aus Waffen und Munition. Daran wird sich auch laut der Mittelfristprognose der Gesellschaft bis mindestens 2030 auch nichts ändern.
    Derzeit sind Drohnen und Systeme für Präzisionsschläge jedoch viel gefragter und dieser Trend wird sich fortsetzen. BofA-Analysten rücken diese Schwachpunkte in den Vordergrund und senkten das Kursziel für den Titel auf zuletzt 1.300 EUR, was einem Upside von rund einem Drittel entspricht.

    thyssenkrupp - Materialsparte TK Accelis soll abgespalten werden

    Der Konzern durchläuft einen umgreifenden Transformationsprozess in eine reine Finanzholding und stellt die jeweiligen Sparten als eigenverantwortliche Unternehmen auf. Den Anfang bildete im vergangenen Jahr die Marine-Sparte TKMS mit ihrem Börsengang.
    Nun kündigten die Deutschen an, die Materialsparte TK Accelis in diesem Jahr an die Börse bringen zu wollen. Die finale Entscheidung darüber trifft die außerordentliche Hauptversammlung am 7. August. Wird dies zu weiteren Kursimpulsen für die thyssenkrupp-Aktie führen? Die Mehrheit der Analysten sieht mit einem durchschnittlichen Kursziel von 11,30 EUR lediglich begrenztes Aufwärtspotenzial.
    Zuletzt veräußerte der Konzern seinen 50 %-Anteil am Stahlhersteller Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM). Da auch die französische Vallourec ihren Anteil verkauft, ist nun Salzgitter alleiniger Eigentümer und plant eine Neuaufstellung des Standorts. Über das Volumen des Deals wurde Stillschweigen vereinbart. Am 11. August legt thyssenkrupp seine Halbjahreszahlen vor.

    Fazit

    Hochwertiges Eisenerz wird zu einem Schlüsselmaterial für grünen Stahl. Gleichzeitig wächst der politische Druck, kritische Lieferketten unabhängiger und sicherer zu machen. Hier positioniert sich Strategic Resources mit dem aussichtsreichen BlackRock-Projekt, welches sich zu einem wichtigen Baustein einer neuen nordamerikanischen und europäischen Rohstoffstrategie entwickeln könnte. Die Diskrepanz zwischen Projektwert und Marktkapitalisierung ist außerordentlich hoch. Auch wenn Verteidigungsbudgets weiter steigen, verliert die Börse das Interesse an Rheinmetall. Bei thyssenkrupp machen Analysten nur ein moderates Aufwärtspotenzial aus.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 16.07.2026 | 04:45

    Der Wettlauf verschärft sich: Rock Tech Lithium auf der Überholspur, geht Volkswagen unter? Nutzt BYD die Chance?

    • Lithium
    • Batteriemetalle
    • Elektromobilität
    • Automobilindustrie
    • Investments

    Der Wettbewerb in der Automobilbranche verschärft sich. Laut den neuesten Daten des Center of Automotive Management (CAM) verbuchten die deutschen Autobauer, gemessen am Durchschnitt der TOP 20 der Branche, überdurchschnittlich hohe Absatzrückgänge in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Das Fazit der Experten ist glasklar. Es wird ein neues Kapitel in Sachen Marktbereinigung aufgeschlagen und denjenigen, die zu langsam auf die Veränderungen des Marktes und der Technologie reagieren, droht längerfristig das Aus. Kann sich Volkswagen schnell genug gesundschrumpfen? Welche Antworten hat BYD auf den harten inländischen Wettbewerb und wie massiv können die Chinesen in Europa angesichts der schwächelnden heimischen Unternehmen expandieren? Ein Player, auf den beide Unternehmen zunehmend angewiesen sein könnten, ist Rock Tech Lithium. Die Kanadier wollen die komplette Wertschöpfungskette im Bereich Lithium aufbauen und so die dringend benötigten sicheren Lieferketten für die westlichen Industrienationen sicherstellen. Wer hat die Nase in dieser entscheidenden Phase vorn?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 15.07.2026 | 08:15

    Die Zukunft der Ernährung: Große Chancen für MustGrow und K+S! Wie geht es nach dem Absturz bei Evotec weiter?

    • Senfpflanze
    • Innovation
    • Landwirtschaft
    • Nachhaltigkeit
    • Investments

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.

    Die globale Lebensmittelversorgung steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Eine wachsende Weltbevölkerung, die Erderwärmung und strengere Umweltauflagen stellen Herausforderungen und zugleich Chancen für Unternehmen mit den richtigen Rezepten dar. Mit biologischem Pflanzenschutz, Biostimulanzien und regenerativer Landwirtschaft adressiert MustGrow milliardenschwere Zukunftsmärkte. Analysten bescheinigen der Aktie enormes Aufwärtspotenzial. Wie sollten sich Anleger jetzt positionieren?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 13.07.2026 | 04:45

    Warum Lahontan Gold jetzt Aufmerksamkeit verdient: Zahlreiche Trigger treffen auf massive Unterbewertung!

    • Gold
    • Transformation
    • Goldproduktion
    • Hebel
    • Investments

    Der Goldpreis bewegt sich mit rund 4.100 USD je Unze nach wie vor auf einem historisch hohen Niveau. Wenn hohe und tendenziell steigende Goldpreise auf aussichtsreiche Projekte treffen, kann es an der Börse schnell spannend werden. In solch einer Phase befindet sich Lahontan Gold. Die Kanadier arbeiten an der Weiterentwicklung der historischen Goldmine Santa Fe im US-Bundesstaat Nevada. Der Produktionsstart ist für Ende 2027 in Aussicht gestellt. Auf dem Weg dahin hat die Gesellschaft bereits etliche Meilensteine in Aussicht gestellt, von denen bereits zwei in wenigen Wochen zu erwarten sind. Schon heute liegt der Projektwert, der in Kürze deutlich zulegen könnte, über der aktuellen Marktkapitalisierung. Das bedeutet Chancen für Anleger.

    Zum Kommentar