23.10.2026 | 05:32
Effizienzwettlauf: HPQ Silicon, BYD und Infineon - Wer macht das Rennen und wer wird abgehängt?
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von HPQ Silicon
Die Elektrifizierung braucht bessere Batterien und leistungsfähigere Chips. Sie braucht aber auch Unternehmen, die diese Technik zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren. Genau an dieser Schwelle steht HPQ Silicon. HPQ will mehr Energie in Zellen unterbringen. Die operativen Erfolge nehmen zu. Die Kommerzialisierung ist der nächste Meilenstein. Jüngst kündigten die Kanadier eine Initiative für eine eigenständig finanzierte US-Batteriegesellschaft an. BYD bringt elektrische Antriebe in den Massenmarkt, leidet aber unter einem starken Wettbewerb. Infineon liefert wichtige Leistungselektronik. Werden die anstehenden Zahlen die Aktie beflügeln? Wo liegen nun die überzeugendsten Chancen für Anleger?
Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: HPQ Silicon Inc | CA40444L1031 , BYD CO. LTD H | CNE100000296 , INFINEON TECH.AG NA | DE0006231004
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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HPQ Silicon: Kommerzialisierung ist der nächste Meilenstein
HPQ ist ein Technologieentwickler für siliziumbasierte Materialien und verwandte Verfahren. Im Batteriegeschäft arbeitet das Unternehmen mit dem französischen Partner Novacium zusammen, an dem die Kanadier 36,8 % halten. Dessen siliziumbasierte Anodenmaterialien sollen die Speicherkapazität von Lithium-Ionen-Zellen erhöhen. Für Kunden zählt letztlich, ob ein fertiger Akku bei vertretbaren Kosten mehr Energie speichert und im praktischen Einsatz zuverlässig funktioniert. Mehr Reichweite, längere Laufzeiten und geringere Energieverluste stehen damit im Fokus.
HPQ Silicon will sein nordamerikanisches Batteriegeschäft unter dem Namen „Project ENDURA“ in eine eigenständige US-Gesellschaft ausgliedern und damit den Weg von der Technologieentwicklung zur kommerziellen Produktion beschleunigen. Diesen bedeutenden Schritt gab die Gesellschaft jüngst bekannt. Geplant sind eine externe Finanzierung von rund 20 Mio. USD, eine Barzahlung von 4,2 Mio. USD an HPQ sowie eine anfängliche Investition von mindestens 8 Mio. USD in Produktionsanlagen und Fertigungskapazitäten. Im Gegenzug für die Übertragung bestimmter Rechte und Geschäftsvereinbarungen soll HPQ nach der ersten Finanzierungsrunde voraussichtlich 55 % an der neuen Gesellschaft halten. Zudem wird ein möglicher späterer US-Börsengang geprüft.
Kürzlich hat HPQ zudem mit dem US-amerikanischen Solar-Elektromobilitätsunternehmen Aptera Motors eine Vereinbarung zur Evaluierung seiner leistungsstarken HPQ ENDURA+ 21700-Lithium-Ionen-Batteriezellen unterzeichnet, die auf siliziumbasierten Anodenmaterialien des Technologiepartners Novacium beruhen. Die geplanten Labortests markieren einen wichtigen Schritt in Richtung Kommerzialisierung, da die Batteriezellen erstmals von einem potenziellen Anwendungspartner geprüft werden.
Noch deutlicher sind die Fortschritte bei militärischen Anwendungen. Novacium lieferte im dritten Quartal erste Batterieprototypen für taktische Funkgeräte an die technische Sektion der französischen Armee, STAT. Nach Unternehmensangaben speichern die neuen Akkus 144 statt 72 Wattstunden. Die Energiedichte steigt dabei von 160 auf 261 Wattstunden je Kilogramm. Bei einem aktuellen Kurs von 0,13 CAD ist die Gesellschaft mit rund 60 Mio. CAD bewertet. Mit Spannung sollten Anleger die weiteren Fortschritte zusammen mit Novacium und das „Project ENDURA“ verfolgen.
BYD: Industrielle Größe schützt nicht vor Margendruck
BYD besitzt eine starke Position bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Darüber hinaus produzieren die Chinesen Batterien und sind über ihr Elektronikgeschäft zusätzlich diversifiziert. Der Vorteil dieser strategischen Positionierung liegt in der engen Verzahnung wichtiger Komponenten und der Fahrzeugproduktion. Damit können technische Verbesserungen schneller in große Stückzahlen umgesetzt werden.
Allerdings muss BYD diesen Vorteil gegen intensiven Wettbewerb im Heimatmarkt verteidigen. Die Zahlen des ersten Halbjahres zeigen die Belastung mit Umsatz- und Ergebnisrückgängen. Der jüngere Absatztrend liefert dagegen Rückenwind. Im September verkaufte BYD 463.561 Fahrzeuge, rund 17 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Auslandsauslieferungen stiegen wesentlich stärker. Damit gewinnt die internationale Expansion als Gegengewicht zum schwierigen Heimatmarkt weiterhin an Bedeutung. Mit einem KGV von 11,7 für 2027 ist der Titel moderat bewertet. Analysten machen über 60 % Kurspotenzial aus.
Infineon: 70 % Upside?
Infineon liefert Halbleiter an Autohersteller, Industrieunternehmen und Anbieter von Stromversorgungssystemen. Leistungshalbleiter schalten und wandeln elektrische Energie. Neben Elektrofahrzeugen entwickeln sich KI-Rechenzentren zu einem wichtigen Absatzmarkt. Dies hat die Aktie in den letzten Quartalen bereits deutlich beflügelt. Das Kursplus seit Jahresbeginn liegt bei rund 40 %. Analysten trauen dem Titel viel zu und machen im Durchschnitt ein Upside von rund 70 % in den kommenden 12 Monaten aus.
Zuletzt vereinbarte der Konzern mit Wolfspeed die Lieferung von Siliziumkarbid-Wafern mit 200 Millimetern Durchmesser. Der Übergang von 150 auf 200 Millimeter soll die Fertigungswirtschaftlichkeit verbessern und die Lieferbasis absichern. Im dritten Quartal, welches im Juni endete, erzielte Infineon 4,17 Mrd. EUR Umsatz und 797 Mio. EUR Segmentergebnis, eine bereinigte operative Kennzahl. Die entsprechende Marge erreichte 19,1 %. Der freie Mittelzufluss betrug 599 Mio. EUR. Die im August veröffentlichte Prognose für das Geschäftsjahr sieht rund 16,3 Mrd. EUR Umsatz und etwa 20 % Segmentergebnismarge vor. Am 10. November legt Infineon die Jahreszahlen vor.
Fazit
Der Bedarf an effizienteren Energiesystemen eröffnet allen drei Unternehmen Chancen. HPQ liefert eine gute News nach der anderen. Besonders spannend ist nun der geplante Schritt in die USA. BYD verfügt bereits über industrielle Größe, muss daraus jedoch wieder eine überzeugendere Gewinnentwicklung erzielen. Infineon trauen Analysten eine starke Performance in den kommenden 12 Monaten zu.
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