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13.08.2026 | 05:05

Flugaktien im Fokus mit Airbus, Volatus Aerospace und Lufthansa!

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Bildquelle: Gemini

Hohe Kerosinpreise, gesperrte Lufträume wegen des Kriegs oder Waldbränden und geopolitische Faktoren machen es Unternehmen aus dem gesamten Luftfahrtsektor nicht leicht. Trotz der Umstände befinden sich aber die Märkte für Drohnen und für den zivilen Luftverkehr weiter auf Wachstumskurs. Der Mensch will zum einen weiter reisen und fliegen. Zum anderen öffnen sich mit umbenannten Flugobjekten Märkte für neue und alte Unternehmen. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von Airbus, Volatus Aerospace und Lufthansa.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , AIRBUS | NL0000235190

Inhaltsverzeichnis:


    Airbus baut wieder besser!

    Noch im ersten Quartal hatte Airbus die Märkte enttäuscht. Probleme bei Triebwerkslieferungen (u. a. Pratt & Whitney), in der Produktion und Verzögerungen bei der Auslieferung von Flugzeugen sorgten für einen schwachen Jahresauftakt. Im zweiten Quartal ist der deutsch-französische Konzern aber wieder in Schwung gekommen. Die genannten Probleme wurden weitgehend behoben und das machte sich auch bei den Zahlen bemerkbar. So konnte der Konzern 237 Verkehrsflugzeuge ausliefern, ein Plus von rund 39 % gegenüber den 170 Maschinen im Vorjahresquartal. Im gesamten ersten Halbjahr summierten sich die Auslieferungen auf 351 Flugzeuge (+15 %). Das bereinigte EBIT stieg um 54 % auf rund 2,43 Mrd. EUR. Unterm Strich konnte Airbus seinen Gewinn nahezu verdoppeln, das EPS legte von 1,93 EUR auf 2,84 EUR zu.
    Die Aktie von Airbus steigt bereits seit April sehr kontinuierlich, aber mit teils recht volatilen Korrekturen. Im Gesamtjahr will man weiterhin rund 870 Verkehrsflugzeuge ausliefern, womit ein starkes zweites Halbjahr nötig ist. Der Free Cashflow soll vor Kundenfinanzierungen bei rund 4,5 Mrd. EUR landen. Der Fokus liegt derzeit vor allem auf der Erweiterung der Produktion. So sollen die monatlichen Auslieferungen der A320neo-Familie kontinuierlich steigen, ebenso wie die Fertigungskapazitäten der Langstrecke mit dem A350. Daneben bleibt es Strategie von Airbus, in den Bereich von Verteidigung, Sicherheitslösungen und Satellitensystemen zu expandieren, um die Zyklik im Flugzeuggeschäft zu reduzieren.
    Die Mehrheit der Analysten rät bei der Aktie von Airbus weiter zum Einstieg. Als Gründe werden vor allem der hohe Auftragsbestand und das langfristige Wachstumspotenzial im zivilen Luftfahrtbereich genannt. Im Bereich der zivilen Luftfahrt liegt der Auftragsbestand bei 9.222 Flugzeugen. Davon stammen 821 Bestellungen aus dem ersten Halbjahr 2026. Allein die Orders für die A320er-Familie reichen weit bis ins kommende Jahrzehnt. Im Konsens liegen die Kursziele bei 215 bis 230 EUR, was nur wenige Prozente über dem aktuellen Preis liegt. Das höchste Kursziel stammt von Barclays und liegt bei 260 EUR.

    Volatus Aerospace: Profiteur des Misstrauens!

    Volatus Aerospace hat mit dem etablierten US-Konzern Kraus Hamdani Aerospace eine strategische Partnerschaft im Bereich der Luft-Aufklärung geschlossen. Laut der Vereinbarung wird Volatus in Kanada den Rahmen für die Einführung des unbemannten Fluggeräts K1000ULE sowie der fliegenden Kommunikations- und Netzwerkinfrastruktur, Aerial Tier Network Extension schaffen. Zudem soll der stufenweise Aufbau einer kanadischen Fertigung in der Volatus-Luftfahrtanlage in Mirabel (Québec) vorangetrieben werden.
    Mit der Partnerschaft will man Kanadas Fähigkeit stärken, sich schnell entwickelnde Waldbrandereignisse zu erkennen und darauf zu reagieren. Zudem kann die Technologie auch im Bereich der militärischen Aufklärung eingesetzt werden. Kraus Hamdani Aerospace ist in den USA für das Modell K1000ULE (Ultra-Long Endurance) bekannt. Die Drohne kombiniert Akkus mit integrierten Solarzellen auf den Tragflächen. Sie stellte mit über 75 Stunden durchgehendem Flug einen Weltrekord in der Kategorie „Group 2 UAS“ (Drohnen unter 25 kg) auf. Das Besondere: Trotz einer Spannweite von fünf Metern wiegt sie nur etwa 19,3 kg, lässt sich im Kofferraum eines Autos transportieren und benötigt für Start und Landung keine Landebahn. Dies ist bei Waldbränden ein enormer Vorteil in Kanada. Dazu kommt die Fähigkeit der Drohne mit dem Aerial Tier Network Extension eine Art fliegender Mobilfunk- & Datenknotenpunkt zu sein. So kann ohne große Infrastruktur kommuniziert werden. Kraus Hamdani Aerospace beliefert in den USA zudem die Verteidigungsindustrie.
    Volatus Aerospace erweitert mit der Partnerschaft sein breites Spektrum an Drohnen und Software rund um unbemannte Flugobjekte. Die Kanadier verfügen heute bereits über eine Vertriebs-Pipeline von 500 Mio. CAD. Bei den Abnehmern setzt das Unternehmen voll auf befreundete NATO-Länder und Kanada selbst. Letzterer gilt als einer der größten Nato-Militärmärkte. Die kanadische Regierung will künftig mehr als zwei Drittel des nationalen Verteidigungsbudgets über rund 80 Mrd. USD im eigenen Land ausgeben. Volatus dürfte im Bereich der Drohnen-Technologie einer der ersten Ansprechpartner sein.
    Die Aktie von Volatus Aerospace scheint die seit Kriegsbeginn im Persischen Golf anhaltende Korrektur hinter sich gelassen zu haben. Binnen weniger Wochen ging es zuletzt um mehr als 15 % aufwärts. Zum Jahreshoch bei 0,88 CAD bleibt aber noch viel Raum.

    Lufthansa: Reiselust vs. Kerosin-Kosten!

    Von der schwachen Entwicklung der deutschen Wirtschaft ist bei der Lufthansa wenig zu spüren. Das Fluggastaufkommen stieg im 2. Quartal weiter an – angetrieben von einer sehr hohen Nachfrage im Premiumsegment (Business/First Class) und auf Langstrecken nach Nordamerika und Asien. Der Kranich kam auf eine starke Auslastung, dem sogenannten Sitzladefaktor von über 82 %. Und das gilt auch weltweit: Erst jüngst meldete Flightradar24 den Tag mit den meisten Flugbewegungen in der Geschichte der Menschheit. Am 23. Juli 2026 wurden 153.359 kommerzielle Flüge innerhalb von 24 Stunden registriert. Damit wurde der bisherige Rekord vom 13. Juli 2023 mit 137.225 Flügen um grob 12 % übertroffen.
    Zahlentechnisch sieht es etwas mauer für die Lufthanseaten aus. Und das liegt weder an der schwachen deutschen Wirtschaft oder der Reiselust. Vielmehr machten sich massiv gestiegene Kerosinkosten sowie Einmaleffekte aufgrund von Streiks im Frühjahr negativ bemerkbar. So stiegen die Mehrausgaben für Treibstoff im Q2 um rund 750 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Laut dem Unternehmen konnten 60 % dieser Mehrkosten durch höhere Ticketpreise und Durchschnittserlöse ausgeglichen werden.
    Diese Entwicklung machte sich dann bei den Gewinnzahlen bemerkbar. Der operative Gewinn (Adjusted EBIT) lag mit 383 Mio. EUR -56 % unter dem Vorjahreswert. Beim Nettogewinn betrug der Einbruch sogar 88 %. Unterm Strich verdiente der Konzern nur 123 Mio. EUR. Im Endeffekt verdiente das Unternehmen nur mit den Tochtergesellschaften Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo Geld. Immerhin gelang beim Umsatz mit +8 % und 11,4 Mrd. EUR ein ordentliches Plus.
    Der Fokus des Managements liegt daher vor allem auf Kostensenkungen sowie der Optimierung von Verwaltung und Streckennetz. Zudem wird die Flotte weiter erneuert, um Treibstoff zu sparen. Die Kerosin-Kosten dürften mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen am Persischen Golf hoch bleiben. Für das Gesamtjahr rechnet die Lufthansa mit Mehrkosten von insgesamt 1,7 Mrd. EUR. Die Aktie schwankte zuletzt meist mit dem Ölpreis. Ein Investment dürfte nur für absolute Optimisten hinsichtlich des Kriegs ratsam sein.


    Fazit: Airbus befindet sich operativ wieder in der Spur. Die Aktie ist etwas für das Langfrist-Depot dank des hohen Auftragsbestands. Mit Volatus können Anleger auf den Siegeszug der Drohnentechnologie im zivilen wie im militärischen Bereich setzen. Bei der Lufthansa hängt der Haussegen wegen der hohen Kerosinkosten schief. Hier sollten Anleger wohl besser abwarten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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