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07.07.2021 | 05:08

Gazprom, Saturn Oil + Gas, BP – Erstklassige Tradingchancen: Streit in der OPEC lässt Kurse schwanken

  • Öl
  • Gas
Bildquelle: pixabay.com

Vor wenigen Tagen haben die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und mehrere Kooperationspartner ihre Verhandlungen über künftige Fördermengen ergebnislos abgebrochen. Aufhorchen lässt, dass wie mehrere Nachrichtenagenturen berichteten, kein neuer Sitzungstermin festgelegt wurde. Damit schien es zunächst, dass eine Ausweitung des Öl-Angebots nun erstmal vom Tisch sei und einem weiteren Ölpreisanstieg kurzfristig nichts mehr im Wege stehe. Pustekuchen – jetzt spielen die Märkte eine andere Karte. Marktteilnehmer befürchten durch zu stark steigende Ölpreise einen Anstieg der Inflation. Zudem werden Ängste laut, die OPEC könne zerbrechen. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Aktien Sie die derzeitige Volatilität ausnutzen können!

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: SATURN OIL+GAS O.N. | CA80412L1076 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078 , BP PLC DL-_25 | GB0007980591

Inhaltsverzeichnis:


    GAZPROM PJSC ADR – Kurs verdoppelt

    Noch vor wenigen Tagen notierte die Ölsorte Brent bei 77 USD. Damit legte das schwarze Gold innerhalb der letzten 12 Monate um 80% zu und notiert auf dem höchsten Stand seit Oktober 2018. Die Rohölpreise steigen langfristig hauptsächlich aufgrund der zunehmenden globalen realwirtschaftlichen Aktivität und damit auf Basis einer steigenden Nachfrage. Die Öl-Fördermenge der wichtigsten Staaten kann jedoch kurzfristig einen nicht unwesentlichen Einfluss auf das Preisniveau des Rohstoffes ausüben. So wie momentan geschehen. Jetzt spielen die Märkte die Angst-Karte.

    In der OPEC geben die Saudis den Ton an. Ein anderes Schwergewicht ist Russland, welches mehrere Kooperationspartner anführt. Zuletzt wurde darüber diskutiert, die Tagesproduktion ab August um 400.000 Barrel pro Monat zu erhöhen, um der anziehenden Weltkonjunktur Rechnung zu tragen. Schlussendlich scheiterten die Gespräche daran, dass die Vereinigten Arabischen Emirate eine höhere Förderquote forderten und dies abgelehnt wurde. Droht nun das Zerbrechen der Organisation?

    Gazprom ist ein Profiteur höherer Rohstoffpreise. Die Aktie des weltweit größten Erdgasförderers verdoppelte sich seit vergangenem Herbst. Auch wenn Erdgas das Hauptgeschäft ist, so ist eine Produktionsmenge von 41,6 Mio. Tonnen Erdöl im vergangenen Geschäftsjahr keine Kleinigkeit. Der Konzern weist aktuell eine Marktkapitalisierung von 92 Mrd. USD auf. Der Titel ist trotz der starken Kursperformance der letzten Monate immer noch moderat mit einem 2022er KGV von 5 bewertet. Die prognostizierte Dividendenrendite liegt bei beachtlichen 10%!

    SATURN OIL + GAS INC – gute News!

    Kürzlich meldete der aufstrebende kanadische Öl- und Gas Produzent eine Reihe guter News. Saturn hat mit der Feldentwicklung im Südosten von Saskatchewan auf der jüngst erworbenen Oxbow-Liegenschaft begonnen. In diesem Sommer sollen zwei neue, nicht betriebene Bohrlöcher gebohrt werden, wobei die erste Bohrung zeitnah durchgeführt werden soll. Mit der Akquisition der Oxbow-Liegenschaft stößt die Gesellschaft in neue Dimensionen vor. Die Anlagen von Oxbow befinden sich im Südosten von Saskatchewan und produzieren derzeit fast 6.700 BOE täglich. Weitere wichtige Aspekte kommen hinzu: die Oxbow-Liegenschaft verfügt über eine umfangreiche Infrastruktur und Anlagen mit direkter Pipeline-Anbindung an das weltweite Vertriebsnetz. Das Projekt umfasst 11.484 qkm Land. Saturn erwarbt über 1.000 produzierende Bohrungen, 60 wichtige Anlagen, 2.500km angeschlossene Pipelines und 244 produktionsbereite Bohrlöcher. Vom unerschlossenen Land bis hin zu mehreren Bohrplätzen und Pipelines konnten die Vermögenswerte zu einem Bruchteil ihres Wiederbeschaffungswertes von rund 1 Mrd. CAD akquiriert werden.

    Um die weitere Expansion und Entwicklung auch personell zu verstärken, meldeten die Kanadier zudem, dass Kevin Smith als Vice President Corporate Development gewonnen werden konnte. Smith kann eine Erfahrung von über 20 Jahren in der Energie- und Finanzbranche vorweisen und hatte zuletzt die Position des Vice President Business Development von Renaissance Oil Corp. inne, wo er seit Gründung den ersten unabhängigen Öl- und Gasproduzenten in Mexiko seit über 80 Jahren aufbaute. Zudem zeichnen Smith mehrere Führungspositionen im Investmentbanking aus.

    Des Weiteren informierte die Gesellschaft darüber, dass die Konversion der Sonder-Warrants, die im Rahmen der überzeichneten Privatplatzierung in Höhe von 32,2 Mio. CAD zur Akquisition der Oxbow-Liegenschaft ausgegeben wurden, nun zu frei handelbaren Stammaktien und Aktien-Warrants werden. Jede Einheit pro Sonder-Warrant besteht aus einer Stammaktie des Unternehmens und einem Stammaktien-Warrant, wobei jeder Warrant seinen Inhaber berechtigt, innerhalb von 24 Monaten ab dem Ausgabedatum der Sonder-Warrants eine Stammaktie des Unternehmens zu einem Ausübungspreis von 0,16 CAD zu erwerben. Aktuell notiert die Aktie bei 0,135 CAD. Die Analysten von GBC sind von den Zukunftsperspektiven der Kanadier überzeigt und formulieren ein Kursziel von 0,46 CAD.

    BP – Analysten sehen fast 50% Kurspotenzial

    Die US-Bank JPMorgan hat in einer kürzlich veröffentlichten Studie das Kursziel für den britischen Rohölkonzern von 440 auf 480 Pence bzw. umgerechnet 5,61 EUR erhöht und das Votum „Overweight" bestätigt. Daraus errechnet sich aktuell ein Upside von fast 50%! Die Experten verweisen auf die gute „anhaltende Kapitaldisziplin“. Daraus lassen sich hohe Cash Flows erzielen, die zudem über den bisherigen Erwartungen der Analysten liegen, und erlauben den Rückkauf eigener Aktien deutlich hochzufahren. Kurzfristig bescheinigen die Experten aufgrund der Ablehnung höherer Fördermengen der OPEC anziehende Ölpreise und in Folge Impulse für eine positive Aktienperformance.


    Momentan spricht vieles für eine hohe Volatilität von Öl- und Gaswerten. Die Konjunktur zieht zwar an und der Rohstoff wird stärker nachgefragt, dennoch belasten der Streit in der OPEC, das Szenario zu hoher Ölpreise und damit steigender Inflation. Es ist Geschmackssache, ob sich Anleger bei großen Gesellschaften wie Gazprom oder BP engagieren oder bei kleineren aufstrebenden Playern wie Saturn Oil+Gas.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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