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23.03.2023 | 05:35

Gold auf 3.000 US-Dollar? Barrick Gold und Desert Gold profitieren. Was ist bei Vonovia los?

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Bildquelle: pixabay.com

Steigt der Goldpreis noch in diesem Jahr auf 3.000 USD je Unze? Dies hält jedenfalls Investmentprofi Leigh Goehring für möglich. Er ist Geschäftsführer bei Goehring & Rozencwajg, verwaltet unter anderem einen Rohstofffonds und erwartet „ein Jahrzehnt der Inflation“. Sollte die Prognose eintreffen, sind Gold-Aktien mindestens eine attraktive Depotbeimischung. Neben den Branchenschwergewichten wir Barrick Gold, können sich Explorer als Hebel auf den Goldpreis lohnen. Ein solcher ist Desert Gold. Die Aktie des kanadischen Unternehmens hat gestern mit einem Kurssprung von über 10% auf ein Projekt-Update reagiert. Dagegen sind bei „Betongold“ die Perspektiven weiterhin schwierig. So wurde Vonovia trotz der deutlichen Kursverluste der vergangenen Monate von Analysten nochmals abgestuft. Dabei gibt es auch positive Kommentare.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1

Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Gold im "Jahrzehnt der Inflation"

    Leigh Goehring erwartet, dass die US-Notenbank die Zinsen nicht mehr erhöhen, sondern vielleicht sogar im laufenden Jahr senken wird. "Dann werden wir ein weiteres großes Inflationsproblem bekommen. Dies ist das Jahrzehnt der Inflation", warnte er in einem Interview mit Kitco News. Die aktuelle Situation sei vergleichbar mit der in den 1970er-Jahren. Ab 1973 hatte die Fed die Zinsen aggressiv angehoben und der Goldpreis korrigierte um 45%. Doch die Fed bekam die Inflation nicht in den Griff und beendete die Zinsanhebungen trotz einer Inflation von 5%.

    Anschließend schoss der Goldpreis nach oben. Daher sei Goehring nicht überrascht, wenn wir im laufenden Jahr die 3.000 USD sehen würden. Im Gold-Sektor ist Barrick Gold ein Basisinvestment. Allerdings müssen Anleger bei dem Konzern auch mehr und mehr den Kupferpreis im Auge behalten. Denn Barrick arbeitet daran, eines der größten und hochwertigsten unerschlossenen Kupfer-Gold-Lagerstätten der Welt zu erschließen: das Reko Diq-Projekt in Pakistan.

    Desert Gold mit Kurssprung

    Mit einem Kurssprung von über 10% hat die Aktie von Desert Gold Ventures auf aktuelle Nachrichten des Unternehmens reagiert. Der Explorer hat bei dem Projekt SMSZ inzwischen 445 Bohrlöcher mit über über 2.067 Meter auf vorrangigen Boden- und Strukturzielen in der Nähe der Goldlagerstätten Mogoyafara South und Gourbassi West North geschafft. So wurde unter anderem etwa 500 Meter südlich der Goldlagerstätte Mogoyafara South (Schätzung der vermuteten Mineralressourcen im Umfang von 412.800 Unzen Gold mit einem Gehalt von 1,05 g/t Gold) mit der Erschleißung einer neuen, 400 Meter langen und 50 bis 75 Meter breit Zone begonnen.

    Proben von diesem Standort haben bis zu 1,55 g/t Gold ergeben. Eine weitere neue Abbaustätte befindet sich etwa 1.000 Meter östlich des Trends Mogoyafara South. Dort haben Stichproben aus zwei 50 Meter langen und 2 bis 5 Meter breiten handwerklichen Abbaustätten Werte von bis zu 5,04 g/t Gold ergeben. Mit dem SMSZ-Projekt in Mali besitzt Desert Gold mit 440 qkm eine der größten nicht-produzierenden Landflächen in Westafrika.

    Desert Gold CEO Jared Scharf: "Ich bin immer wieder angenehm überrascht, wenn auf unserem Konzessionsgebiet SMSZ neue handwerkliche Abbaustätten auftauchen. Diese neuen Aktivitäten bekräftigen uns in der Überzeugung, dass wir mit weiteren Arbeiten neue Goldzonen auf unserem Konzessionsgebiet entdecken werden. Ich freue mich auch, dass wir mehr Bohrlöcher als geplant absolvieren konnten und immer noch unter dem Budget liegen. Wir sehen der baldmöglichsten Veröffentlichung dieser Ergebnisse entgegen."

    Damit nährt Desert Gold die Übernahmefantasie. Dafür müssen die Kanadier beweisen, dass sich ein Minenbetrieb des SMSZ-Projekts lohnt. Dazu läuft derzeit ein über 35.000 Meter umfassenden Bohrprogramm. In der Nachbarschaft befinden sich mehrere produzierende Minen, unter anderem von Barrick Gold, Allied Gold, Endeavour Mining sowie B2Gold. Diese großen Konzerne schlucken immer wieder kleinere Explorer in der Region. Sollten die kommenden Bohrergebnisse von Desert Gold weiterhin positiv ausfallen, könnte dies zur Übernahme führen.

    Wird Vonovia im laufenden Jahr Objekte verkaufen? Quelle: Vonovia SE

    Vonovia-Aktie: 19 EUR oder 40 EUR?

    Von Gold zum Betongold. Dieses glänzt derzeit nicht. Die hohen Zinsen und Energiepreise machen den Immobilien-Unternehmen zu schaffen. So hat die Aktie von Deutschlands größtem Immobilienkonzern Vonovia in den letzten 52 Wochen rund 60% an Wert verloren und notiert inzwischen unter 19 EUR. Und die Analysten von Morgan Stanley sehen kein Licht am Ende des Tunnels. Die Immobilienunternehmen in Kontinentaleuropa verbinde überwiegend niedrige Renditen oder das Risiko fallender Mieteinnahmen – manchmal sogar beides. Auch die Schuldenlast sei bei vielen Unternehmen der Branche hoch. Bei Vonovia hätten die Analysten die vollständige Streichung der Dividende befürwortet, um die Bilanz zu festigen. Doch die Ausschüttung wurde nur reduziert, daher stuften die Analysten die Vonovia-Aktie von "Equalweight" auf "Underweight" ab. Das Kursziel wurde von 30 auf 19 EUR reduziert.

    Optimistischer ist Warburg Research. Die Analysten empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf und haben ihr Kursziel „nur“ von 45,40 auf 40 EUR reduziert. Sie erwarten, dass Vonovia im laufenden Jahr Immobilien verkaufen wird, um die Verschuldung zu reduzieren und die Zinskosten zu senken. Ob im aktuellen Umfeld ein Verkauf zu einem attraktiven Preis realistisch ist, ist eine Frage zu der sich die Analysten nicht äußern. Daher hatte Morgan Stanley gestern mehr Einfluss und die Vonovia-Aktie lag über 4% im Minus.


    Die Gemengelage aus hoher Inflation, steigenden Zinsen und Bankenkriese ist alles andere als übersichtlich. Davon dürfte Gold weiterhin profitieren. Und hoffentlich bald auch Gold-Aktien wie Barrick Gold und Desert Gold. Vielleicht übernimmt ja sogar bald der eine den anderen. Betongold erinnert derzeit eher an Blei. Daher drängt sich ein Kauf der Vonovia-Aktie derzeit nicht auf – allerdings wird das Kursniveau immer verlockender.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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