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15.10.2026 | 05:31

Goldrausch in der Côte d'Ivoire: Kobo Resources bohrt im Schatten von Endeavour Mining und Fortuna Mining

  • Côte d'Ivoire
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Bildquelle: KI-generiert (Nano Banana)

Die Côte d'Ivoire steigt zum Wachstumsmotor der afrikanischen Goldbranche auf. Während Nachbarländer wie Mali und Burkina Faso unter geopolitischen Verwerfungen leiden, punktet der Staat mit verlässlichen Genehmigungen und direkter Anbindung an Stromnetze sowie Fernstraßen. Die Regierung will die jährliche Goldförderung binnen eines Jahrzehnts von 59 t im Jahr 2025 auf 100 t deutlich steigern. Laut Bergbauminister Sangafowa-Coulibaly soll zudem zum Ende des ersten Halbjahres 2027 in Abidjan eine Raffinerie mit einer Kapazität von rund 100 t Gold in Betrieb gehen. Nach dem Allzeithoch von 5.589 USD im Januar 2026 und einer Korrektur bis knapp unter 4.000 USD im Juni notiert der Goldpreis wieder deutlich darüber und beschert den Produzenten hohe Margen. Wir beleuchten die Entwicklungen und zeigen Chancen auf.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Kobo Resources Inc. | CA49990B1040 , ENDEAVOUR MINING PLC | GB00BL6K5J42 , CA3499151080 , Montage Gold Corp | CA61178L1013 , Perseus Mining Ltd | AU000000PRU3

Endeavour Mining: Branchenprimus skaliert im Rekordtempo

Endeavour Mining setzt in der Côte d'Ivoire Maßstäbe und hält 85 % an der größten Mine des Landes, Ity. Sie soll im Jahr 2026 zwischen 285.000 und 330.000 Unzen Gold zu nachhaltigen Gesamtkosten (AISC) von 1.300 bis 1.500 USD je Unze fördern. Konzernweit erzielte Endeavour Mining im ersten Halbjahr 2026 bei 564.000 geförderten Unzen einen Rekord-Free-Cashflow von 761 Mio. USD und wies zum Ende des zweiten Quartals eine Netto-Cash-Position von 254 Mio. USD aus. Für die Jahre 2026 bis 2028 stellt der Konzern seinen Aktionären eine Mindestdividende von 1 Mrd. USD in Aussicht, sofern der Goldpreis über 3.000 USD je Unze liegt. Neben der seit Mitte 2024 produzierenden Mine Lafigué soll vor allem das Projekt Assafou die Konzernproduktion bis 2030 auf 1,5 Mio. Unzen pro Jahr heben. Die 2022 für rund 13 Mio. USD entdeckte Lagerstätte umfasst inzwischen gemessene und angezeigte Ressourcen von über 5 Mio. Unzen. Die im April 2026 vorgelegte Machbarkeitsstudie bestätigt Reserven von 4,4 Mio. Unzen und sieht eine Anlage vor, die in den ersten acht Jahren jährlich 320.000 Unzen zu AISC von 1.026 USD je Unze fördern soll. Anfang Juni berichtete Reuters zudem, Barrick Mining prüfe Optionen für sein Afrika-Geschäft bis hin zu einem Zusammenschluss mit Endeavour Mining. Endeavour-Chef Ian Cockerill zeigte sich Ende Juli allerdings skeptisch.

Fortuna Mining: Millionen-Ausbau trotz vorübergehender Produktionsdelle

Wie schnell Projekte im Land wachsen, zeigte zuletzt Montage Gold: Ende September goss das Unternehmen auf der Mine Koné nach nur 21 Monaten Bauzeit das erste Gold, rund 1.140 Unzen. Das Investitionsbudget für Koné beläuft sich auf 885 Mio. USD. Auch Fortuna Mining, mit einem Börsenwert von über 3 Mrd. USD, setzt auf Wachstum in der Côte d'Ivoire. Im dritten Quartal 2026 glich das starke Ergebnis der argentinischen Mine Lindero eine temporäre Delle auf der ivorischen Mine Séguéla aus. Dort dämpften niedrigere Erzgehalte, Geräteausfälle beim Bergbaudienstleister und eine vorübergehende Blockade durch Kleinbergleute die Produktion auf 33.744 Unzen Gold. Bereits Ende Juli hatte Fortuna Mining den Ausbau von Séguéla beschlossen, im dritten Quartal folgte ein Budget von 109 Mio. USD. Finanziert wird es aus dem laufenden Cashflow. Die Verarbeitungskapazität soll um 30 % auf 2,3 Mio. t pro Jahr steigen, die durchschnittliche Goldausbeute auf 94,5 %. Zusammen mit dem neuen Untertagebau Sunbird, der im zweiten Quartal 2027 starten soll, rechnet Fortuna Mining mit einer Amortisationszeit von rund 2,5 Jahren und ab der zweiten Jahreshälfte 2028 mit einer Jahresproduktion von über 200.000 Unzen Gold in Séguéla. Aus dem Senegal meldete der Konzern zuletzt Bohrergebnisse von bis zu 7,8 g/t Au über 12,8 m. Mit dem Ausbau in Séguéla und dem Projekt Diamba Sud steuert Fortuna Mining bis 2028 auf eine Jahresrate von rund 500.000 Unzen Gold zu.

Kobo Resources: Hochgradige Treffer und 97 % Ausbeute auf Kossou

Umgeben von diesen Großprojekten treibt Kobo Resources die Exploration auf seinem zu 100 % eigenen, rund 110 km² großen Goldprojekt Kossou etwa 20 km nordwestlich der Hauptstadt Yamoussoukro voran. Bodenproben grenzen dort Goldanomalien auf einer Streichlänge von über 9 km ab. Seit 2023 absolvierte das Team über 53.430 Bohrmeter in 260 Löchern, seit April 2026 mit zwei Diamantbohrgeräten. In der Road Cut Zone, wo frühe Schürfgräben an der Oberfläche bereits 3,92 g/t Au über 47,0 m lieferten, bestätigten neue Bohrungen Ende September die durchgehende Vererzung. Ein Bohrloch durchteufte dabei ab 67 m Tiefe 1,94 g/t Au über 19,0 m, inklusive eines hochgradigen Kerns von 3,29 g/t Au über 9,0 m und schloss damit die Lücke zwischen früheren Treffern. Im Norden dehnten Bohrungen das System mit Spitzenwerten von bis zu 68,60 g/t Au über 1,0 m aus. Eine kaum explorierte Lücke von rund 200 m bietet dort weiteres Potenzial. Südlich schließt die Jagger Zone an, die sich über eine Bodenanomalie von mehr als 2 km erstreckt und für mächtige oberflächennahe Abschnitte wie 1,55 g/t Au über 38,2 m bekannt ist. Ende Mai lieferte die Jagger Zone ab 99,0 m Tiefe mit 75,29 g/t Au über 2,0 m, inklusive 150,0 g/t Au über 1,0 m, einen der hochgradigsten Treffer des Projekts.

Die Aktie von Kobo Resources hat sich zuletzt wieder stabilisiert.

Starke Metallurgie, prominenter Nachbar

Hinzu kommt die Kadie Zone, auf der Kobo die Kontinuität hochgradiger Gänge derzeit mit weiteren Bohrungen klärt. Ein Bohrloch lieferte dort zuletzt 2,44 g/t Au über 9,0 m. Für die Metallurgie liegen bereits Ergebnisse vor: Ein im Juni veröffentlichtes Testprogramm von SGS Canada an rund 246 kg Bohrkernen aus der Jagger und der Road Cut Zone ergab über alle Gesteinstypen hinweg eine Goldausbeute von 94 bis 99 %, im Schnitt rund 97 %. Allein die Schwerkraftabscheidung gewinnt dabei im Schnitt rund 57 % des Goldes. In der anschließenden Zyanidlaugung gingen bereits in den ersten zehn Stunden 71 bis 87 % des Goldes in Lösung, nach rund 30 Stunden war das Maximum weitgehend erreicht. Damit eignet sich das Erz laut Kobo für einen konventionellen Verarbeitungsweg, wie ihn mehrere produzierende Goldminen im Land nutzen. Nach Angaben von Atrium Research liegt Kossou rund 7 km von der Mine Yaouré von Perseus Mining entfernt, die nach Einschätzung der Analysten ab 2030 neue Erzquellen benötigt. Auf Yaouré lagen die Gesamtkosten (AISC) im Geschäftsjahr 2026 laut Guidance bei 1.620 bis 1.790 USD je Unze. Perseus Mining hat bereits 124,6 Mio. USD für den Untertagebau CMA genehmigt und investiert im laufenden Geschäftsjahr weitere 34 Mio. USD in Bohrungen rund um Yaouré, um die Lebensdauer der Mine zu verlängern. Finanziell ist Perseus mit Barmitteln und Goldbeständen von über 1 Mrd. USD gut ausgestattet. Ob sich aus der Nachbarschaft strategische Optionen ergeben, bleibt offen.

Bei Kursen um 0,22 CAD ist Kobo Resources an der Börse mit rund 30 Mio. CAD bewertet. Im April platzierte das Unternehmen 5,5 Mio. CAD zu 0,335 CAD je Aktie ohne verwässernde Warrants. Hauptzeichner war der Fonds Funde Investment, der seither knapp 10 % hält. Insider kontrollieren rund 35 % der Aktien. Auf der Zweitlizenz Kotobi will Kobo zudem erste Bohrungen niederbringen.

Erste Ressourcenschätzung als nächster Meilenstein

Das Management arbeitet auf die erste Ressourcenschätzung nach dem kanadischen Standard NI 43-101 hin, die laut Kobo im vierten Quartal 2026 vorliegen soll. Sie soll erstmals Tonnagen, Gehalte und Unzen für Kossou beziffern. Atrium Research bestätigte zuletzt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 0,60 CAD. Das entspricht beim aktuellen Kurs von rund 0,22 CAD einem Aufwärtspotenzial von gut 170 %. Als zentrale Risiken verbleiben die noch ausstehende Modellierung der Kadie Zone, das Ergebnis der ersten Ressourcenschätzung, deren Termin im Jahresverlauf bereits mehrfach angepasst wurde, sowie der Finanzierungsbedarf eines Explorers. Für spätere Produzenten im Land gilt zudem seit 2025 eine Lizenzgebühr von 8 % auf den Umsatz, ergänzt um eine Abgabe von 0,5 % für lokale Entwicklungsfonds.

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Der Autor

Nico Popp

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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