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23.10.2026 | 05:39

Lieferkette der Rechenzentren – Micron, NU E Power und Super Micro Computer besetzen drei Glieder der Wertschöpfungskette

  • Micron Technology
  • NU E Power
  • Super Micro Computer
  • Speicher
  • Künstliche Intelligenz
  • Rechenzentren
  • Stromanschluss
  • Grundstückentwicklung
  • Server
  • Racks
  • Flüssigkeitskühlung
Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power Corp.
Das Geld im Rechenzentrumsboom fließt entlang der Lieferkette. Auf der OCP Global Summit in San José ging es Mitte Oktober um Racks, Kühlung und Stromversorgung für Anlagen der künstlichen Intelligenz. Dahinter steht eine einfache Rechnung, die für kleine wie für große Projekte gilt. Ohne Speicherchips läuft kein Beschleuniger, ohne Strom läuft keine Anlage, und ohne fertige Systeme bleibt beides ungenutzt. Wer eines dieser Glieder sicher besetzt, hat die Nase vorn. Wir sehen uns daher Micron Technology, NU E Power und Super Micro Computer genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NU E Power Corp | CA6699882065 , MICRON TECHN. INC. | US5951121038 , SUPER MICRO COMPUTER INC | US86800U3023

Inhaltsverzeichnis:


    Micron Technology – das Speicherglied läuft auf Hochtouren

    Am 30. September hat Micron Technology die Zahlen zum 4. Geschäftsquartal vorgelegt. Der Umsatz lag bei 54,23 Mrd. USD. Im Vorjahresquartal waren es lediglich 11,32 Mrd. USD. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 stehen 133,19 Mrd. USD zu Buche, nach 37,38 Mrd. USD im Jahr davor. Das Nettoergebnis nach GAAP betrug im Quartal 37,70 Mrd. USD, vor einem Jahr waren es 3.201 Mio. USD. Die Bruttomarge erreichte im Quartal 86,8 % nach 44,7 % im Vorjahresquartal. Die Zahlen sind regelrecht durch die Decke gegangen.

    Auch der Ausblick fällt stark aus. Für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt der Konzern einen Umsatz von 61,5 Mrd. USD in Aussicht, bei einer Schwankungsbreite von 1,5 Mrd. USD. Die Core Data Center Business Unit steuerte im 4. Quartal 18,00 Mrd. USD bei, nach 1,58 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Laut Management sind bislang 26 strategische Kundenvereinbarungen unterschrieben, die mehr als 35 % des Umsatzes bis 2030 abdecken sollen. Zudem soll das 1. Quartal bei der Bruttomarge den Boden für das laufende Geschäftsjahr markieren.

    Im Geschäftsjahr 2026 hat Micron die Volumenproduktion von HBM4 mit zwölf Lagen gestartet, und der Großteil der Bitlieferungen von HBM für das Kalenderjahr 2027 ist laut Management bereits vertraglich abgedeckt. Gelingt der Ausbau, könnte der Konzern davon profitieren. Doch die Gewerkschaft im taiwanischen Taoyuan hat am 7. Oktober mit 99 % der abgegebenen Stimmen einen Streik autorisiert und für den 22. Oktober einen eintägigen Ausstand angekündigt. Sie fordert, dauerhaft 15 % des operativen Gewinns an die Beschäftigten zu verteilen. Ein längerer Ausstand würde sich negativ auf den wichtigen Standort Taiwan auswirken. Am 29. Oktober zahlt Micron 0,15 USD Dividende je Aktie.

    NU E Power – Abnahmegespräche für Projekte im Süden Albertas

    Am 19. Oktober hat NU E Power Gespräche mit möglichen Stromabnehmern für sein Portfolio im Süden Albertas aufgenommen. Es umfasst die Standorte Lethbridge und Hanna mit 503,5 MWac brutto bzw. 251,75 MWac netto und beinhaltet Solar- und Batteriespeicheranlagen. Für Lethbridge Two und Lethbridge Three liegt die Genehmigung der Alberta Utilities Commission vor, Hanna befindet sich in der Vorentwicklung. Im Januar 2026 hatte NU E mit Green Harbor Partners eine unverbindliche Absichtserklärung über den geplanten Erwerb und die Entwicklung der Projekte unterzeichnet. Als mögliche Abnehmer nennt NU E Rechenzentren, Betreiber von Hochleistungsrechnern und Industriekunden. Abnahmeverträge bestehen bislang nicht.

    Am 7. Oktober hatte President und CEO Broderick Gunning die Prioritäten unter dem neuen Führungsteam vorgestellt. Die Abnahmevereinbarung ist demnach der Meilenstein, den die Aktionäre am genauesten verfolgen. Das Portfolio in Alberta kommt auf 512,25 MWac brutto und 253,94 MWac netto. Davon ist Lethbridge One mit 8,75 MWac brutto seit Dezember 2024 in Betrieb, NU E hält 25 % an dem Projekt. Weitere Projekte sollen laut Gunning 2027 und 2028 baureif werden. Das Unternehmen versteht sich als Entwickler von Stromerzeugung und nicht als Rechenzentrumsentwickler. Seit Ende August ist John Windsor als Chief Operating Officer im Amt.

    Nach dem Ende des zweiten Quartals am 30. Juni hat NU E frisches Kapital eingesammelt. Die Privatplatzierung wurde in zwei Tranchen am 8. Juli und am 12. August abgeschlossen und gegenüber der Ankündigung aufgestockt, die Nettoerlöse sollen unter anderem in die Weiterentwicklung des Projektportfolios fließen. Am 7. August meldete das Unternehmen eine unverbindliche Absichtserklärung für den Erwerb von 29,44 Acres Land in der Region Regina in Saskatchewan.
    Das Grundstück ist derzeit weder als Industriefläche ausgewiesen noch bebaut. Am 14. Oktober wurde der frühere Bundesminister Tony Clement in das Board of Directors berufen. Zuvor stieß schon Peter Espig am 1. September zum Board hinzu.

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    Super Micro Computer – Racks als drittes Glied der Kette

    Am 20. Oktober hat Super Micro Computer die Erwartungen für das erste Geschäftsquartal deutlich angehoben. Vorläufig rechnen die Kalifornier mit einem Umsatz von 18,5 bis 19,5 Mrd. USD, die bisherige Prognose lautete 14,5 bis 15,5 Mrd. USD. Als Grund nennt das Unternehmen vor allem die höhere Nachfrage nach Plattformen für künstliche Intelligenz. Die Bruttomarge soll 12,0 bis 12,5 % erreichen, bisher waren 10,4 bis 10,8 % angepeilt. Die Werte sind ungeprüfte Spannen, die endgültigen Zahlen folgen am 3. November. Das Geschäft brummt.

    Am 23. September hat Super Micro Computer begonnen, die Racks vom Typ NVIDIA Vera Rubin NVL72 auszuliefern. Ein Rack bündelt 72 NVIDIA Rubin GPUs und 36 NVIDIA Vera CPUs, dazu kommen 20,7 Terabyte Speicher vom Typ HBM4. Gekühlt wird mit dem Flüssigkeitssystem DLC-2 und Verteileinheiten mit je 1,8 MW Leistung. Eine Scalable Unit als Referenzkonfiguration umfasst 16 Racks für Rechenleistung mit 1.152 GPUs. Für Projekte von 5 MW bis in den Gigawattbereich bietet das Unternehmen fertige Bauanleitungen samt Planung, Installation und Support. Mit Rubin wird die Lieferfähigkeit der Kalifornier auf die Probe gestellt.

    Am 13. Oktober erweiterte Super Micro Computer zur OCP Global Summit das Angebot an Racks, Kühlung, Stromversorgung und Netzwerktechnik. Racks mit NVIDIA HGX B300 nehmen bis zu 144 Grafikprozessoren auf. Zudem hat der Konzern die Führung verstärkt. Am 15. Oktober übernahm Mark Long das Amt des Finanzchefs, zuvor war er in gleicher Rolle bei Western Digital tätig. Am 8. Oktober wurde Shesha Krishnapura als unabhängiger Direktor in den Verwaltungsrat berufen, er arbeitete zuvor als technischer Leiter der IT von Intel. Entscheidend bleibt, ob sich das breitere Angebot auch in der Bruttomarge niederschlägt.

    Fazit

    Rechenzentren entstehen nur, wenn alle Glieder der Lieferkette mitziehen. Micron hat im 4. Quartal 54,23 Mrd. USD umgesetzt und peilt für das nächste Quartal 61,5 Mrd. USD an, der Streik in Taiwan bleibt ein Risiko. NU E Power führt Gespräche mit möglichen Abnehmern für 503,5 MWac brutto im Süden Albertas, Verträge gibt es noch nicht. Super Micro Computer hebt die Erwartung für das 1. Quartal auf 18,5 bis 19,5 Mrd. USD an, bei einer Bruttomarge von 12,0 bis 12,5 %. Die Lieferkette hält nur, wenn alle Bereiche liefern.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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