23.10.2026 | 05:43
Mehr Strom braucht mehr Infrastruktur! Chancen für Phenom Resources, Siemens Energy und Nordex?
Die Energiewende braucht Netze, Kraftwerke, Speicher und Rohstoffe. Der Strom muss zuverlässig transportiert, bedarfsgerecht bereitgestellt und wirtschaftlich gespeichert werden. So entstehen Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Siemens Energy profitiert von der wachsenden Nachfrage nach Energieinfrastruktur. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Andererseits nehmen die Zweifel am KI-Boom zu. Nordex übertraf mit den Quartalszahlen deutlich die Erwartungen und schraubt das Margenziel im laufenden Jahr nach oben. Zuerst ein Kurssprung, dann wieder Gewinnmitnahmen. Phenom Resources ist vielseitig aufgestellt. Die Explorationsgesellschaft bietet Anlegern einen spannenden Zugang zu Vanadium und Gold und weiteren Feldern. Welche Aktie startet jetzt durch?
Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Phenom Resources Corp | CA71743P1071 , SIEMENS ENERGY AG NA | DE000ENER6Y0 , NORDEX SE | DE000A0D6554
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
Phenom Resources: Mehrere Kurshebel vorhanden
Phenom entwickelt mehrere Rohstoffprojekte im US-Bundesstaat Nevada. Zum Portfolio gehört u.a. das vollständig kontrollierte Carlin-Gold-Vanadium-Projekt. Carlin verfügt über eine Vanadiumressource. Die Ressourcenschätzung stammt aus dem Jahr 2019 und weist in der Kategorie „angezeigt“ rund 303 Mio. Pfund Vanadiumpentoxid aus. Vanadium macht Stahl härter und widerstandsfähiger und ist damit ein wichtiger Rohstoff für Industrie und Infrastruktur. Zusätzlich eröffnet der Einsatz in langlebigen Vanadium-Redox-Flow-Batterien Chancen bei der Speicherung von Wind- und Solarstrom.
Phenom hat zudem im Sommer eine vorläufige US-Patentanmeldung für ein neu entwickeltes Aufbereitungsverfahren eingereicht. Das sogenannte „Flowsheet“ beschreibt die Abfolge der Verarbeitungsschritte, mit denen Vanadium und Nickel aus dem Ausgangsmaterial gewonnen und getrennt werden sollen. Nach Unternehmensangaben konnten in Tests rund 80 % des im Ausgangsmaterial enthaltenen Vanadiums und etwa 75 % des Nickels zurückgewonnen werden. Für die Umsetzung sucht Phenom einen strategischen Partner, der eine entsprechende Verarbeitungsanlage finanziert und betreibt.
Eine direktere Verbindung zur Speichertechnik bietet Phenoms 5%ige Beteiligung am japanischen Unternehmen MK Plus. Dieses entwickelt Vanadium-Festkörperbatterien und baut seine industrielle Basis in Schweden aus. Laut Phenom erhielt die schwedische Gesellschaft eine Förderzusage über knapp 120 Mio SEK, umgerechnet rund 10,8 Mio. EUR. Im August wurden erste Auslieferungen nach dem Anlagenumbau für den Herbst angekündigt.
Für die nähere Entwicklung ist zudem das Dobbin-Gold-Projekt wichtig. SSR Mining erwarb im September für 4 Mio. USD einen Anteil von 15 % am Dobbin-Projekt. Phenoms Tochter hält zunächst 85 % und führt das Gemeinschaftsprojekt. Mit Spannung können Anleger neue Bohrergebnisse erwarten. Aktuell sind die Kanadier an der Börse mit 49 Mio. CAD bewertet.
Siemens Energy: Setzt sich der Wachstumstrend fort?
Phasenweise wachsen die Zweifel an der Rentabilität milliardenschwerer KI-Investitionen und setzen Technologie-, Automatisierungs- und Energietechnikwerte unter Druck. Selbst rekordhohe Auftragseingänge bilden dann keinen Schutz für Unternehmen wie Siemens Energy. Steigende Zinsen erhöhen zudem die Finanzierungskosten und Kreditrisiken. Analysten warnen, dass sich die Preissetzungsmacht der Anbieter von Rechenzentrums- und Energietechnik abschwächen könnte, nachdem die Margen in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen sind. Die Quartalszahlen großer US-Technologiekonzerne dürften zeigen, ob der KI-Boom seine Dynamik beibehält.
Die Wachstumstreiber sind zusätzliche Netzkapazitäten, neue Kraftwerke und das Servicegeschäft. Siemens Energy liefert unter anderem Gasturbinen, Transformatoren, Netztechnik und über Siemens Gamesa Windanlagen. Im dritten Quartal, welches im Juni endete, stieg der Umsatz um 18,5 % auf 11,45 Mrd. EUR. Nach Steuern verdiente der Konzern 1,19 Mrd. EUR. Siemens Gamesa erzielte erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Quartalsergebnis. Damit verbessert sich eine bislang zentrale Schwachstelle des Konzerns.
Der Auftragseingang erreichte 17,9 Mrd. EUR, wodurch der Auftragsbestand auf beeindruckende 162 Mrd. EUR anwuchs. Dies gibt Anlegern eine Umsatzplanbarkeit über mehrere Jahre. Die für den 11. November angesetzte Ergebnisvorlage wird zeigen, ob sich der starke Geschäftsverlauf fortgesetzt hat und ob der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr den hohen Ansprüchen der Investoren genügt.
Nordex: Prognoseerhöhung begeistert nur kurz
Nordex überraschte kürzlich mit einem starken dritten Quartal und hob die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich an. Statt bislang 8 bis 11 % erwartet der Windkraftanlagenbauer nun eine EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5 %, während die Umsatzprognose bei 8,2 bis 9 Mrd. EUR bleibt. Nach vorläufigen Zahlen legte der Umsatz in Q3 um 28 % zu, das EBITDA verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als das Doppelte auf 278 Mio. EUR. Entsprechend weitete sich die EBITDA-Marge von 8,0 auf 12,7 % aus. Rückenwind liefern das margenstärkere Servicegeschäft, eine starke Projektabwicklung und geringere Belastungen als ursprünglich erwartet.
Die Börse feierte dies mit zwischenzeitlichen Aufschlägen von mehr als 10 %, was die Aktie wieder in den Bereich von 40 EUR führte. Hier verläuft auch die 200-Tage-Linie. Analysten von Berenberg und Jefferies reagierten mit höheren Kurszielen von 61 bzw. 63 EUR und bestätigten ihre Kaufempfehlungen. Dennoch legten die Anteilsscheine den Rückwärtsgang ein und notieren aktuell bei rund 37 EUR. Die endgültigen Quartalszahlen veröffentlicht Nordex am 5. November.
Fazit
Phenom ist breit aufgestellt und deckt insbesondere die Exploration mit Gold und Vanadium, die Verfahrenstechnik und per Beteiligung das Feld Batterietechnik ab. Der SSR-Einstieg verleiht dem Dobbin-Goldprojekt zudem mehr Schub. Siemens Energy weist einen riesigen Auftragsbestand aus. Können die neuen Ziele die Börse begeistern? Nordex überzeugt mit steigender Profitabilität, deren Dauerhaftigkeit die nächsten Quartale jedoch bestätigen müssen.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.



