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18.03.2022 | 05:08

Meta Materials, Varta, Samsung SDI – Das ist die Zukunft!

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Bildquelle: pixabay.com

Die Energie- und Klimawende bleibt trotz aller internationalen Verwerfungen eines der beherrschenden Themen unserer Zeit. Für den Moment scheint das Rennen zwischen wasserstoffbasiertem und batterieelektrischem Antrieb entschieden zu sein. Tesla, Polestar, Lucid – zumindest im Individualverkehr hat sich aktuell die Batterietechnik durchgesetzt. Der springende Punkt bleibt die Reichweite, die sich aus der Kapazität der Stromspeicher ergibt. Aber auch die Energiegewinnung bleibt im Zuge der Energiewende spannend. So können sogenannte Meta-Materialien, die Licht und Wärme umleiten, unsere Stromerzeugung entscheidend verbessern.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Meta Materials Inc. | US59134N1046 , SAMSUNG SDI GDR(144A)/4 | US7960542030 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Meta Materials – Das Potenzial, die Solarbranche zu revolutionieren

    Im Zuge der aktuellen politischen Entwicklungen ist die beschleunigte Energiewende bereits beschlossene Sache. So hat die Bundesregierung entschieden, dass deutscher Strom bereits bis zum Jahr 2035 vollständig aus regenerativen Quellen erzeugt werden soll, also aus Solar- und Windenergie, Geothermie oder Wasserkraft. Gerade die Solarttechnologie bietet ein großes Potenzial.

    Leider ist die Erzeugung in Mitteleuropa trotz stark sinkender Preise für die Module immer noch sehr teuer und kompliziert. Das liegt unter anderem daran, dass der Einfallswinkel der Sonneneinstrahlung stark von der Tages- und Jahreszeit abhängig ist. In der Praxis werden Solarparks daher mit automatischen Nachführsystemen ausgestattet, die Solarzellen immer im optimalen Winkel zur Sonneneinstrahlung ausrichten. Abhilfe verspricht hier das an der NASDAQ notierte kanadische Unternehmen Meta Materials. Die Entwickler von Hochleistungs-Funktionsmaterialien und Nanokompositen beherbergen in ihrem Produktportfolio spezielle Beschichtungen, die in der Lage sind, Licht, Schall, Wärme oder Funkwellen mittels spezieller Nanotechnologie umzuleiten.

    Damit besteht die Möglichkeit, die Menge des einfallenden Lichts auf der Oberfläche von Solarzellen signifikant zu erhöhen und die produzierte Strommenge so zu steigern. Auch für andere Branchen sind die Technologien der Kanadier zukunftsweisend. So ist eines der Geschäftsfelder des Unternehmens auch der Erwerb entsprechender Patente. In diesem Bereich hatte das Unternehmen bereits 2021 die hohe Anzahl von 149 Patentanträgen eingereicht, für 82 Anträge davon wurde das Patent bereits erteilt.

    Die Materialien eignen sich beispielsweise auch dazu, um den 5G-Mobilfunkempfang wesentlich zu verbessern. Auch die Sicherheitstechnik ist ein Bereich, in dem Meta Materials zukünftig Fuß fassen möchte. Insgesamt lässt sich das Produktportfolio mit den drei Bereichen Holografie, Lithografie und drahtloser Sensorik mit starker IT-Vernetzung und Einbettung künstlicher Intelligenz (KI) beschreiben. Charttechnisch ist die Aktie in der letzten Zeit etwas unter die Räder gekommen. Nach der Verkündung sehr durchwachsener Quartalszahlen ist die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens auf rund 492 Mio. CAD gesunken.

    Varta – Warten auf Zahlen

    Einer der renommiertesten Batteriehersteller weltweit ist die deutsche Varta AG mit Sitz im baden-württembergischen Ellwangen. Bereits im Oktober letzten Jahres kündigte das Unternehmen an, in die Produktion hochleistungsfähiger Lithium-Ionen-Rundzellen des Typs 21700 einzusteigen. Dieser wird von Autoherstellern wie Tesla bereits seit geraumer Zeit erfolgreich in deren Fahrzeugen verbaut. Dabei setzt das Unternehmen auf seine proprietäre V4Drive-Technologie, die gegenüber den Produkten der Wettbewerber eine stark verbesserte Performance bieten soll.

    Eine Testproduktion war bereits für das vergangene Jahr avisiert und sollte bis 2023/2024 auf eine Kapazität von mindestens 2GWh ausgebaut werden. Leider hat sich Varta seitdem nicht mehr zum aktuellen Entwicklungsstand geäußert. Und so war die Aktie in den vergangenen Monaten Opfer unterschiedlichster Spekulationen. Immerhin konnte das Papier in den letzten Tagen wieder zulegen. Offensichtlich vertrauen die Anleger darauf, dass Varta am 31. März positive Zahlen vermelden wird. Es ist davon auszugehen, dass das Unternehmen sich in diesem Rahmen auch zur weiteren Zukunft der Batterietechnologie für die E-Mobility-Anwendungen äußern wird. Es bleibt spannend.

    Samsung SDI – Einer der wichtigsten EV-Batteriehersteller

    Nachdem Samsung SDI in den letzten Monaten von Platz drei der wichtigsten EV-Batteriehersteller auf den sechsten Rang gefallen ist (Marktanteil rund 5%), hat das Unternehmen nun bekannt gegeben, dass man eine Kooperationsvereinbarung mit dem Automobilbauer Stellantis (Peugeot, Citroen, Opel, Fiat, Chrysler) eingegangen sei, um gemeinsam eine neue Batterieproduktion aus der Taufe zu heben. Dem waren monatelange Gespräche mit dem eMobility Newcomer Rivian vorausgegangen, mit dem sich Samsung SDI aber nicht einig werden konnte.

    Hinter den Kulissen wurden die Weigerung einer festen Abnahmemenge sowie das Bestehen auf einer Übereignung der Fertigungstechnologie an Rivian als Hauptgründe für das Scheitern der Verhandlungen genannt. Für Samsung SDI, die im Bereich der Großbatteriespeicher nach eigenen Angaben immer noch führend sind, kommt die Ankündigung zur rechten Zeit, will man im Bereich der EV-Batterien nicht noch weiter ins Hintertreffen geraten.

    Gerade die chinesischen Wettbewerber haben in der letzten Zeit stark aufgeholt. So konnte das auf Rang zehn liegende Unternehmen SVOLT seinen Umsatz gegenüber dem vergangenen Jahr verfünffachen, die beiden chinesischen Riesen CATL (Platz 1) und BYD (Platz 4) ihre installierte Produktionskapazität um den Faktor 2,5 ausbauen. Samsung SDI konnte seinen Output hingegen lediglich um 50% steigern. Dabei lag das Wachstum der weltweiten EV-Batterieproduktion im vergangenen Jahr bei grandiosen 102,3%, Tendenz steigend.


    Die beschleunigte Energiewende macht ein Umdenken in vielen Bereichen notwendig und ist nur mittels technischer Innovationen zu meistern. Die Batterietechnik wird einer der entscheidenden Faktoren dafür sein, ob der Schwenk von der Verbrennertechnologie hin zur E-Mobilität gelingen wird. Varta und Samsung SDI bieten gute Voraussetzungen, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Aber E-Mobilität benötigt auch elektrische Energie, die am besten vor Ort zu erzeugen ist. Eine Solartechnologie, die auch in unseren Breitengraden wirtschaftlich Strom erzeugt, ist Gold wert. Die Kurskorrektur bei der Aktie der innovativen Meta Materials bietet eine gute Einstiegsgelegenheit.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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