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17.08.2026 | 04:00

Neue Drohnen und Weltraum-Akrobatik? SpaceX, Power Metallic, Thales und Heidelberger Druck im Flugmodus!

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Bildquelle: Pixabay

Die globale Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie erlebt derzeit einen beispiellosen technologischen Boom, der traditionelle Marktgesetze völlig verschwinden lässt. Von autonomen Systemen in der Stratosphäre bis hin zu revolutionären Trägerraketen im Orbit greifen immer mehr Branchen nach den Sternen. Um in diesem harten Wettbewerb zu bestehen, müssen etablierte Industriegiganten und visionäre Tech-Pioniere gleichermaßen neue Allianzen schmieden und ihre Kernkompetenzen radikal erweitern. Der Blick auf die aktuellen Marktbewegungen zeigt eindrucksvoll, dass Innovation heute vor allem durch die Synergie aus radikaler Hightech-Entwicklung und hochpräziser industrieller Skalierung entsteht. Während der NASDAQ-Neuling SpaceX mit spektakulärer Akrobatik alles Machbare ins All verschiebt, treiben spezialisierte Akteure wie die europäische Thales Group mit hochentwickelten Sensor- und Drohnentechnologien die Modernisierung der Verteidigungssysteme voran. Überraschend stark im Aufwind zeigt sich dabei auch Heidelberger Druck, die ihre traditionsreiche Präzisionsmechanik erfolgreich für den Zukunftsmarkt der Drohnenproduktion umrüsten. Und dann wären da noch die unverzichtbaren kritischen Metalle: Hier will Power Metallic bald zur nordamerikanischen Lieferkette aufschließen. Spannend!

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , THALES S.A. EO 3 | FR0000121329 , HEIDELBERG.DRUCKMA.O.N. | DE0007314007 , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX

Inhaltsverzeichnis:


    SpaceX – Nach dem Börsengang ist vor der Hausse

    8-fach überzeichnet, rauf bis 225 USD – dann der Ausverkauf bis auf 109 USD und wieder hoch auf 149 USD. Nach dem spektakulären Börsendebüt im Juni erlebte die SpaceX-Aktie eine extreme Achterbahnfahrt und verlor nach einem anfänglichen Allzeithoch zeitweise fast die Hälfte ihres Wertes. Diese Schwäche nutzten aggressive Leerverkäufer aus, die ihre Wetten massiv ausbauten und zeitweise bis zu 34 % des gesamten Streubesitzes leerverkauften. In den vergangenen Tagen mussten viele dieser Shortseller jedoch ihre Positionen fluchtartig schließen, wodurch die Leerverkaufsquote rapide auf rund 11 % sank. Für zusätzliche Spannung sorgte der jüngste Ablauf der ersten Haltefristvereinbarung, wodurch eine erste Tranche von 911,5 Millionen Aktien aus dem Lock-Up frei handelbar wurde. Elon Musk konterte die Skepsis der Bären an der Wall Street gewohnt kämpferisch und warnte die Leerverkäufer öffentlich auf der Plattform X vor einer geringen Überlebenschance ihrer Firmen. Gleichzeitig überraschte der CEO die Märkte mit der Ankündigung, das ambitionierte Ziel einer bemannten Mars-Mission bereits auf das Jahr 2030 vorzuziehen. Für das erste Berichtsquartal nach dem IPO verbuchte das Unternehmen trotz eines Rekordumsatzes von 4,2 Mrd. USD aufgrund der immensen Investitionen in das Starship-Programm einen Nettoverlust von 280 Mio. USD. Doch die Musk-Community feiert weiter. Wieder mal ein typischer Elon-Titel mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV 2026e) von 150 – frei nach Mr. Spock: Faszinierend!

    Rüstungsgigant im Angriffsmodus - Thales plant Drohnen-Massenproduktion mit Renault

    Von großer US-Fantasie zurück nach Europa. Der französische Rüstungs- und Technologiekonzern Thales Group untermauert seine Vormachtstellung im Drohnensegment derzeit durch spektakuläre Großprojekte, Übernahmen und exzellente Geschäftszahlen. Ein Meilenstein ist die frisch besiegelte strategische Allianz mit der Renault Group, um die neuartige ferngesteuerte Angriffsdrohne „Toutatis“ ab 2027 in einer industriellen Massenproduktion von monatlich 1.000 Einheiten zu fertigen. Ergänzend dazu stärkt Thales seine maritime Schlagkraft im Bereich der U-Boot-Abwehr durch ein vereinbartes milliardenschweres Übernahmeangebot für den führenden Unterwasserdrohnen-Spezialisten Exail. Zur Abwehr feindlicher Unbemannter Systeme brachte das Unternehmen zudem das fahrzeuggebundene Raketensystem „RapidStriker“ sowie hochpräzise Gefechtsfeldradare zur 360-Grad-Drohnenüberwachung auf den Markt. Angetrieben von der globalen Rüstungsnachfrage präsentierte Thales jüngst herausragende Finanzzahlen für das erste Halbjahr 2026. Der Konzernumsatz kletterte organisch um 7,8 % auf 10,95 Mrd. EUR, während der Auftragseingang sogar um 21 % auf spektakuläre 12,5 Mrd. EUR in die Höhe schoss. Auf der Plattform LSEG sind 11 von 20 Analysten freundlich gestimmt, sie erwarten einen 12-Monats-Zielkurs von knapp 294 EUR. Mit Kursen um 270 EUR und KGV 2027e von 22 sind die Franzosen kein Schnäppchen mehr!

    Heidelberger Druck – Mit ONBERG in die Rüstungsoffensive

    Und noch ein kleiner deutscher Nachzügler. Der angeschlagene Traditionskonzern Heidelberger Druckmaschinen treibt seine Transformation voran und setzt im Zuge einer strategischen Neuausrichtung massiv auf den Rüstungsboom. Zu diesem Zweck gründete das Unternehmen das Joint Venture ONBERG zusammen mit dem US-amerikanisch-israelischen Technologiepartner Ondas Autonomous Systems. Am traditionsreichen Werksstandort in Brandenburg an der Havel wird nun ein neues Kompetenzzentrum aufgebaut, um KI-gestützte Drohnenabfangsysteme und autonome Sicherheitssysteme für Flughäfen oder Kasernen zu vertreiben und zu fertigen. Zudem wurde das Portfolio kürzlich auf der Techshow der Bundeswehr sowie der Luftfahrtmesse ILA der Öffentlichkeit präsentiert, wo unter anderem das patentierte Abwehrsystem Iron Drone im Fokus stand. Erst kürzlich erweiterte das Gemeinschaftsunternehmen seine Ambitionen durch eine Absichtserklärung mit einem ukrainischen Drohnenhersteller, um die kampferprobte Aufklärungsdrohne Raybird auf industriellem Maßstab in Deutschland zu produzieren. Zusammen mit weiteren Rüstungsprojekten will der Konzernchef Jürgen Otto in diesem neuen Segment mittelfristig ein Umsatzvolumen von rund 300 Mio. EUR erzielen. Der angeschlagenen Bilanz würde das neue Segment guttun, doch die Zeit ist knapp, denn die Konkurrenz ist schnell. Die erste 50 %-Defense-Hausse im April wurde stark abverkauft, daher Vorsicht an der Bahnsteigkante!

    Power Metallic Mines kurz vor der Ressourcenschätzung – Ohne kritische Metalle geht gar nichts

    Rüstung braucht jede Menge kritische Metalle. Denn selbst Kupfer ist längst nicht mehr nur ein klassisches Industriemetall, sondern wird zum strategischen Baustein der Elektrifizierung, des Netzausbaus und der digitalen Infrastruktur. Viele Anwendungsbereiche, immer weniger Material, das ist das Setup für westliche Industriestaaten. Zum Glück gibt es hoffnungsvolle Nachrücker im Lieferketten-System, einer davon ist Power Metallic Mines mit seinem NISK-Projekt in Québec. Die kanadische Gesellschaft entwickelt dort ein polymetallisches System mit Kupfer, Nickel, Platin, Palladium, Gold und Silber und verfolgt das Ziel, aus NISK langfristig eine neue Quelle kritischer Rohstoffe für Nordamerika zu machen.

    Für die Investmentstory ist dabei weniger die schiere Größe des rund 330 km² umfassenden Gebiets entscheidend als die Frage, ob sich die bislang außergewöhnlich hochgradigen Treffer in eine belastbare Ressource und später in ein wirtschaftliches Minenmodell übersetzen lassen. Genau an diesem Punkt steht Power Metallic nun, denn die ursprünglich für Ende Juli angekündigte kombinierte Ressourcenschätzung für NISK und Lion wurde wegen Verzögerungen beim beauftragten Ingenieurbüro auf Ende August verschoben. Die Verspätung verändert die geologische Ausgangslage nicht, im Gegenteil: Während die Ressource auf den Tisch kommt, bohrt das Unternehmen mit fünf Bohrgeräten weiter und will ab September fortlaufend Ergebnisse aus dem Sommerprogramm liefern. Die Qualität des Systems ist dabei bemerkenswert, denn Lion lieferte zuletzt unter anderem 36,4 Meter mit 2,83 % Kupferäquivalent inklusive sechs Metern mit 12,38 % CuEq sowie zuvor sogar 22 Meter mit 11,46 % CuEq. Aus Investorensicht zählt jetzt vor allem die Kontinuität: Je besser sich diese hochgradigen Zonen räumlich modellieren lassen, desto stärker kann aus spektakulären Bohrkernen ein potenziell wirtschaftlich verwertbarer Erzkörper werden. Rückenwind liefert die im Juni veröffentlichte metallurgische Untersuchung, die auch für disseminierte, niedrigergradige Mineralisierung ermutigende Gewinnungsergebnisse zeigte und damit den Blick von einzelnen High-Grade-Treffern auf das gesamte metallurgische System erweitert. Gleichzeitig baut Power Metallic seine Exploration technologisch aus und kombiniert Muon-Tomografie mit ANT-, Gravimetrie- und SQUID-Untersuchungen, um insbesondere tiefere und bislang schwer erkennbare Ni-Cu-PGE-Ziele aufzuspüren.

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk interviewte CEO Terry Lynch über die anstehenden Schritte zur PEA und den Ausblick auf 2027. Hier geht´s zum Video…

    https://youtu.be/FxN8s8xFC2o

    Eine aktuelle Studie der Internationalen Energieagentur unterstreicht derweil das strukturelle Marktargument: Die Nachfrage nach wichtigen Energierohstoffen wächst deutlich schneller als jene klassischer Basismetalle, während Kupfer bis 2040 den größten absoluten Nachfragezuwachs unter den betrachteten kritischen Mineralien verzeichnen soll; für 2035 sieht die IEA im Basisszenario weiterhin ein mögliches Kupfer-Angebotsdefizit von rund 25 %. Damit trifft die NISK-Story auf einen Rohstoffmarkt, in dem hochwertige neue Projekte nicht nur wegen steigender Preise, sondern zunehmend wegen Versorgungssicherheit und geopolitischer Diversifizierung gesucht werden.

    Finanziell hat Power Metallic mit der Kapitalaufnahme von rund 28 Mio. CAD im Juni den nötigen Spielraum geschaffen, um Exploration und Projektentwicklung parallel voranzutreiben, während Eric Sprott mit seinem Einstieg zusätzlich ein prominentes Signal aus dem Rohstoffsektor setzte. Mit der geplanten Ressourcenschätzung, anschließendem PEA-Prozess, neuen Bohrergebnissen und möglichen US-Kapitalmarktschritten verfügt die Aktie damit über mehrere potenzielle Katalysatoren für einen turbulenten Herbst. CEO Terry Lynch jedenfalls ist die Ruhe selbst!

    Seit Jahresanfang kann sich die Thales-Aktie mit fast 20 % an die Spitze der Peergroup setzen. Power Metallic hat nach einem Sturmlauf in 2025 eine kleine Konsolidierung eingelegt. 30 % Abschlag muss Heidelberger Druck verkraften. Der Börsen-Neuling SpaceX bewegt sich sehr volatil, immerhin noch klar über Emissions-Niveau, aber deutlich unter den zwischenzeitlich erreichten Hochs. Quelle: LSEG Refinitiv vom 16.08.2026

    Im Segment der kritischen Rohstoffe zählen belastbare Ressourcen und klare Wachstumsperspektiven mehr als spektakuläre Versprechen. Power Metallic Mines verfügt mit seinem Projekt über eine solide Ausgangsbasis, die eine langfristige Wertentwicklung ermöglicht. Gleichzeitig sollten Anleger die Option einer strategischen Übernahme nicht außer Acht lassen. Bei SpaceX könnte nach dem Ende der ersten Lock-up-Phase der nächste Aufwärtsschub bevorstehen, nachdem größere Verkaufsaktivitäten ausgeblieben sind. Zusätzliche Dynamik versprechen die beiden Rüstungs- und Technologiewerte Heidelberger Druck und Thales. Wer sein Depot robuster aufstellen möchte, sollte Risiken gezielt auf verschiedene Themenfelder, Branchen und Weltregionen verteilen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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