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15.06.2026 | 04:41

Pan American Silver, Strategic Resources und AngloGold Ashanti: Drei starke Rohstoff-Aktien fürs Depot!

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Bildquelle: AI

Im aktuellen Marktumfeld mit korrigierenden Rohstoffpreisen lohnt sich der Blick auf stabile und wachstumsstarke Unternehmen im Sektor. Viele Bewertungen sind auch wegen des Kriegs am Persischen Golf und der Diskussion um Zinserhöhungen zurückgekommen. Dennoch verdienen die meisten Unternehmen prächtig. Das erste Quartal zeigte Rekordwerte bei Cashflows und Gewinnen. Zudem kommt hinzu, dass viele Unternehmen ihre Bilanz in den vergangenen Jahren bereinigt haben und nun eine Netto-Cashposition aufweisen. Das sind die perfekten Voraussetzungen, damit die Aktien im nächsten Aufschwung wieder abheben. Wir blicken heute deshalb auf die Papiere von Pan American Silver, Strategic Resources und AngloGold Ashanti.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: ANGLOGOLD ASHANTI LTD.ADR | US0351282068 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , PAN AMERICAN SILVER CORP | CA6979001089 | NYSE: PAAS , TSX: PAAS

Inhaltsverzeichnis:


    AngloGold Ashanti: Ohne Afrika-Abschlag!

    Wer solide Goldaktien in guten Jurisdiktionen vor einigen Jahren gesucht hatte, lag bei AngloGold Ashanti falsch. Doch inzwischen hat sich der Traditionskonzern gewandelt. Die Aktie des mittlerweile britischen Unternehmens mit Hauptsitz in Denver in den USA wird heute primär in New York gehandelt. Und auch operativ ist man aus Südafrika hinausgewachsen. Die wichtigsten Minen und Projekte liegen heute in Nevada, Australien, Ghana und Tansania.
    Die jüngsten Quartalszahlen überzeugten jedenfalls, AngloGold Ashanti vermeldete absolute Rekordwerte. So wurde der Free Cashflow auf 1,2 Mrd. USD nahezu verdreifacht. Das EBITDA, also der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um satte 130 % auf 2,3 Mrd. USD. Das Unternehmen hat den Konzernumbau und die wachsenden Gewinne genutzt, um die Nettoverschuldung abzubauen. Statt wie im Vorjahr Verbindlichkeiten von 755 Mio. USD auszuweisen, steht nun eine satte Netto-Cashbestand von 868 Mio. USD in der Bilanz. Wenn man etwas kritisieren will, dann die Kosten. Die weltweite Inflation und produktionsabhängige Abgaben wie Royalties machten sich negativ bemerkbar. Die All-In-Sustaining-Costs (AISC) legten auf 1.955 USD pro Unze zu. Allerdings realisierte AngloGold Ashanti bei seinen Verkäufen einen Goldpreis im selben Zeitraum von 4.863 USD pro Unze – ein historischer Rekordwert.
    Attraktiv ist die Aktie auf für Dividendenjäger. So zahlte das Unternehmen für das erste Quartal eine Ausschüttung von 116 US-Cents je Aktie aus. Zum Vergleich: Im Q1 2025 gab man noch 12,5 Cent je Aktie an die Anteilseigner weiter. AngloGold Ashanti bleibt damit seiner Divise treu: Die Aktionäre bekommen eine Basisdividende sowie einen Bonus abhängig vom Free Cashflow. Zudem plant das Unternehmen ein 2 Mrd. USD schweres Aktienrückkaufprogramm. Dem müssen allerdings noch die Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung am 23. Juli zustimmen. Das künftige Wachstum des Unternehmens dürfte vor allem aus den Entwicklungsprojekten in Nevada, insbesondere Merlin und North Bullfrog, kommen. Zudem dürften künftig immer mehr US-Fonds dank der Notiz in New York und dem Hauptsitz in den USA auf die Aktie aufmerksam werden.

    Strategic Resources: Wachstumsaktie aus Kanada

    Egal ob Stahl, Eisenerz oder Kohle: wegen des US-Handelskriegs gegen die halbe Welt orientieren sich Geschäftspartner um. Zölle und Auflagen beschränken den freien Handel. Das aber eröffnet den betroffenen Länder den Weg, stärker auf eigene Unternehmen und Ressourcen zu setzen. Von dieser Entwicklung will auch Strategic Resources profitieren. Das Unternehmen hat große Pläne. Am Anfang steht dabei das Vorkommen BlackRock in der Provinz Québec. Es weist erhebliche Mengen an hochreinem Eisen, zudem die wichtigen Spezialmetalle Titan und Vanadium auf. In der Region kann das Unternehmen auf billigen und nachhaltigen Strom aus Wasserkraft sowie eine etablierte Infrastruktur für Bergbau-Unternehmen setzen.
    Das allein wäre keine besonders interessante Börsenstory. Doch das Management hat noch deutlich umfangreichere Ziele und will kein reiner Bergbaukonzern bleiben. Die abgebauten Mineralien sollen auf einer geplanten Anlage auf der Liegenschaft aufbereitet werden. Dabei profitiert man von einer Besonderheit: Bei dem Gestein handelt es sich um ein Vanadium-Titan-Magnetit. Das hochreine Eisen fällt bei der Verarbeitung ohne großes Zutun nebenbei an. Für dieses Material kann Strategic deutlich höhere Verkaufspreise als für Standard-Material verlangen. Laut der Machbarkeitsstudien kann mit einer Jahresproduktion von 526.000 Tonnen Roheisen gerechnet werden. Im nächsten Verarbeitungsschritt will Strategic Resources daraus Eisenpellets herstellen, und zwar 4 Mio. Tonnen pro Jahr. Diese Direct Reduction Grade Pellets sind für Elektrolichtbogenöfen in der Stahlindustrie unverzichtbar, um „grünen Stahl“ zu produzieren.

    CEO Sean Cleary erläuterte die Pläne seines Unternehmens auf dem IIF:
    https://www.youtube.com/watch?v=ha8A2-FPIwk

    Hierfür plant das noch kleine Unternehmen den Bau einer Pelletieranlage im Hafen von Saguenay (Québec). Es handelt sich um einen Tiefseehafen, mit dem man über den St. Lorenz-Strom sowohl Abnehmer in Nordamerika als auch in Europa beliefern kann. Die Pläne sind groß, ebenso der Kapitalbedarf. Doch Strategic Resources hat sich einen finanzstarken Partner an Bord geholt. So wird der Rohstoffhändler Javelin Global Commodities - solange auf BlackRock noch nicht produziert wird - exklusiv hochgradiges Eisenerz liefern. Darüber hinaus wird der Partner die komplette Produktion sowie das Roheisen vermarkten. "Last but not least" stellt Javelin auch noch eine Betriebsmittel-Kreditlinie in Höhe von 150 Mio. USD bereit.
    Die Aktie von Strategic Resources ist ein Wachstumswert für die kommenden Jahre. Aktuell kommt das Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von gerade einmal 16 Mio. CAD. Zudem läuft parallel eine Kapitalerhöhung, um das Eigenkapital mit 10 Mio. CAD zu stärken. Die Aktien werden zum Preis von 0,25 CAD angeboten. Dazu gibt es einen Warrant (Kaufoption) mit einem Ausübungspreis von 0,40 CAD. Das Kapital soll für die Vorbereitungen zum Bau der Pelletieranlage eingesetzt werden. Aufgrund der niedrigen Bewertung bietet sich hier eine Einstiegschance für mutige Anleger mit einem mittel- und langfristigen Anlagehorizont.

    Pan American Silver: Aggressives Wachstum!

    Die hohen Cashbestände vieler Rohstofffirmen treiben die Investitionen an. Einen der aggressivsten Wachstumswege schlägt Pan American Silver ein. Der kanadische Gold- und Silberproduzent verfügte per Ende März über einen Cashbestand von 1,8 Mrd. USD. Allein in den Monaten zwischen Januar und März wurde ein Free Cashflow bei 488 Mio. USD eingefahren. Auch wenn im laufenden Quartal die durchschnittlichen Verkaufspreise etwas sinken dürfte, befindet sich der Konzern auf einem guten Weg und setzt nun auch die Grundlagen für das künftige Wachstum.
    Auf dem Investor Day am 1. Juni skizzierte CEO Michael Steinmann bereits den Weg. So will man jetzt investieren, um in den kommenden Jahren die Ernte einzufahren. Dahinter stehen wahrscheinlich auch zwei Gedanken: Zum einen gibt es weiterhin einen physischen Mangel an Silber, der durch die geopolitischen Kriege eher noch verschärft wird. Zum anderen hält der Trend zur De-Dollarisierung an. Langfristig dürfte also der Goldpreis profitieren. Die Citigroup bestätigte erst jüngst ihr Preisziel für das Edelmetall von 5.000 USD je Unze bis Jahresende.
    Pan American Silver setzt bei seinem Wachstumskurs auf mehrere Pferde und überrascht dabei auch. Denn bisher war man vor allem in Lateinamerika aktiv. Nun wird aber auch das Timmins-Camp in Kanada ausgebaut. Hier verfolgt man bereits eine aggressive Konsolidierungsstrategie. So will man die nicht voll ausgelastete Verarbeitungsanlage auf Bell Creek als zentrale Einheit nutzen. Der Konzern plant eine phasenweise Erweiterung und genehmigte ein Investitionsprogramm über 146 Mio. USD. Der Schacht auf Bell Creek soll um 625 Meter vertieft und für den Bau untertägiger Erkundungsgänge, sogenannter Drifts, genutzt werden. So kommt man besser an die nahegelegenen Satellitendepots Vogel und Samson ran. Diese lieferten zuletzt hochgradige Goldfunde.
    Doch auch in Spanisch-Amerika wird weiter expandiert, wobei vor allem die Mine "La Colorada Skarn" in Mexiko im Fokus steht. Das Flaggschiffprojekt für die künftige Silber- und Basismetallproduktion ist das große Skarn-Vorkommen unterhalb der bestehenden Mine. Pan American Silver will hier das Abbauverfahren optimieren. Die Ziele wurden hoch gesteckt: Das Unternehmen will nach Fertigstellung und Hochlauf in den ersten fünf Jahren durchschnittlich 19,1 Mio. Unzen Silber fördern. Die aktuellen Investments 2026 wurden hier bereits auf knapp 95 Millionen USD hochgeschraubt.
    Die Aktie hat wie viele Goldwerte im Zuge des Kriegs an Wert verloren und notiert momentan rund 20 USD oder 26 % unter dem Jahreshoch Ende Februar. Angesichts des starken Starts ins Jahr mit einem Rekordumsatz (+ 50 % auf 1,2 Mrd. USD), den laufenden Aktienrückkäufen und den geplanten Investments scheint Pan American zu jenen Silberwerten zu gehören, die mittel- und langfristig am besten aufgestellt sind.


    Fazit: Mit AngloGold Ashanti setzten Anleger auf einen internationalen Goldminer, der sich von seiner Heimat Südafrika gelöst hat. Neue Projekte und gut laufende Minen runden das Bild ab. Aber: die Kosten legten zuletzt zu. Strategic Resources profitiert wiederum von den Handelskonflikten und will sich als Partner für die Stahlindustrie etablieren – vom Rohstoffabbau bis zur Veredelung. Pan American Silver ist einer der am besten aufgestellten Gold- und Silberproduzenten. Mit seinem aggressiven Wachstumskurs will das Management die Weichen für die Zukunft stellen.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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