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30.10.2026 | 13:54

Pharma als defensive Alternative: Eli Lilly, Formycon und GSK im Fokus!

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Bildquelle: KI generiert

In diesem Jahr haben wir insbesondere an den US-Aktienmärkten immer wieder große Rotationsbewegungen gesehen. Schwächelten die KI-Aktien, konnten andere Sektoren wie Versorger oder Pharma punkten. So richtig Geld wurde dabei nicht aus den Märkten abgezogen. Pharma-Titel könnten zu den großen Gewinnern zählen, falls es in den großen Indizes mal richtig kracht. Ein Ende des KI-Booms beispielsweise wäre ein Desaster für Anleger und Börsianer. Wer sich sukzessive defensiver aufstellen will, sollte sein Portfolio mit Gesundheitsaktien aufrüsten. In der Vergangenheit hat sich diese Strategie jedenfalls oft bewährt. Heute blicken wir deshalb auf die Aktien von Formycon, Eli Lilly und GSK.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: FORMYCON AG | DE000A1EWVY8 , US5324571083 , GSK PLC | GB00BN7SWP63

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Tarik Dede

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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    Eli Lilly: Spannung vor den Zahlen!

    Es sind nicht immer die lebenswichtigen Dinge, die das große Geld im Gesundheitssektor bringen. Derzeit sind es vor allem die Abnehmpräparate, die Anleger und Analysten erfreuen. Hier dominiert der Wunsch nach dem perfekten Körper, ein typisches Phänomen unserer Zeit.

    Der größte Profiteur dieser Entwicklung ist Eli Lilly. Der US-Konzern dominiert den Markt für Abnehmpräparate wie kein Zweiter. Allein im zweiten Quartal sorgten Fettspritzen und -tabletten dafür, dass die Umsätze massiv um 48 % auf 22,97 Mrd. USD anzogen. Damit pulverisierte man die Schätzungen der Wall-Street-Analysten. Das Management hob die Umsatz-Prognose für dieses Geschäftsjahr an und erwartet nun konzernweit Einnahmen von 85 Mrd. USD bis 87 Mrd. USD. Beeindruckend ist bei dem Konzern aus Indianapolis auch der Free Cashflow, der in den ersten sechs Monaten 10,76 Mrd. USD erreichte – eine Versechsfachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

    Am morgigen Donnerstag wird Eli Lilly die Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Die Erwartungen sind extrem hoch, die Analysten sind nach der Prognoseerhöhung extrem bullisch. Entscheidend dürfte einmal mehr der Ausblick werden. Die Aktie von Eli Lilly hatte im Frühjahr die Marke von 1.000 USD übersprungen. Inzwischen liegt der Kurs noch einmal ein Viertel höher und hat nach einer kleinen Septemberschwäche wieder den Aufwärtstrend aufgenommen. Die höchsten Kursziele der Analysten liegen zum Teil bereits im Bereich von 1.500 USD bis 1.600 USD. 

    Formycon: Nächster Erfolg bei Biosimilars!

    Generika sind heute weitverbreitet und sorgen dafür, dass die Kosten von Medikamenten sinken. Nach Ablauf des Patentschutzes können diese 100%ig identischen chemischen Kopien des Originalpräparats zugelassen werden. Daneben etabliert sich eine weitere Klasse von Nachahmerpräparaten gerade an den Märkten: Biosimilars. Sie sind die Nachahmer von Biologika, also aus lebenden Organismen wie Hefen oder Bakterien hergestellten Medikamenten. Sie sind zwar nicht absolut identisch zum Original, aber Biosimilars besitzen nachweislich die gleiche medizinische Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität wie das Original.

    Zu den deutschen Akteuren in diesem Geschäft zählt die Formycon AG. Die Münchener haben bereits mit Ranibizumab und Aflibercept zwei Biosimilars auf dem Markt, die in der Augenheilkunde zum Einsatz kommen, sowie Ustekinumab gegen chronisch-entzündliche Erkrankungen. Nun könnte im zweiten Halbjahr 2027 das vierte Biosimilar zugelassen werden. Und hier handelt es sich um einen der größten Märkte der Welt. Denn der von Formycon entwickelte Wirkstoff FYB206 ist ein Nachfolgepräparat des Krebsmedikaments Keytruda. Keytruda gehört dem US-Pharmariesen Merck & Co. und erzielte allein im ersten Halbjahr 2026 einen globalen Umsatz in Höhe von 16,4 Mrd. USD. Keytruda kommt bei diversen Krebserkrankungen zum Einsatz, wie beispielsweise Lungenkrebs, Melanomen, Brustkrebs, im urologischen und gynäkologischen Bereich – oft in Kombination mit anderen Therapien.

    Nun hat die US-Arzneimittelbehörde FDA den Zulassungsantrag für FYB206 zur Prüfung angenommen. Es ist laut Unternehmensangaben die erste öffentlich bekanntgegebene Annahme eines Antrags für ein Keytruda-Biosimilar überhaupt. Eine Entscheidung der FDA über den Antrag wird für das dritte Quartal 2027 erwartet. Bis dahin muss sich das Unternehmen noch gedulden. Schon jetzt aber bringt die Annahme des Antrags eine Meilensteinzahlung. Der indische Konzern Zydus Lifesciences besitzt nämlich die Vermarktungsrechte für Nordamerika. Nach dem Markteintritt von FYB206 sind die Süddeutschen zudem am Bruttogewinn aus dem Verkauf in den USA und Kanada beteiligt.

    Die Aktien von Formycon bewegen sich in diesem Jahr weitgehend in einer Handelsspanne zwischen 18 und 20 EUR. Analysten sehen erhebliches Potenzial in dem Mid-Cap. Berenberg gab ein Kursziel von 30 EUR aus, H.C. Wainwright erhöhte jüngst seinen Zielpreis von 36 auf 42 EUR.

    GSK lockt mit einer stabilen Dividende!

    Auch die Aktie von GSK (GlaxoSmithKline) zeigt in einem dynamischen Marktumfeld viel Stabilität, aber nicht die Top-Performance von Eli Lilly. Sie liegt aktuell rund 15 % unter dem Jahreshoch aus dem Februar.

    Die Briten sind auch ganz anders aufgestellt. GSK setzt einerseits auf Spezialmedikamente wie gegen HIV, Atemwegserkrankungen und Entzündungen und ist nicht zuletzt auch in Krebstherapien bei der Gebärmutter und im Enddarm unterwegs. Dazu kommt das wohl weltweit breiteste Portfolio an Impfstoffen.

    Dieses Jahr hat kurzzeitig eine für die Märkte überraschende Übernahme den Kurs belastet. Der seit Jahresanfang amtierende CEO Luke Miels möchte stärker in die Onkologie vordringen, weshalb man satte 10,6 Mrd. USD für den Kauf von Nuvalent auf den Tisch legte. Das US-Biotechunternehmen mit seiner breiten Pipeline im Bereich nicht-kleinzelligen Lungenkrebses war GSK einen Aufschlag von 40 % auf den aktuellen Kurs wert. Für das vierte Quartal werden bereits erste Zulassungsentscheidungen der US-Arzneimittelbehörde FDA erwartet.

    Kurstechnisch hat GSK noch Aufholpotenzial gegenüber dem Wettbewerb. Die Aktie kommt auf ein Forward-KGV von etwa 11 und liegt damit deutlich hinter den großen US-Konkurrenten. Bei der Dividende gibt es trotz der großen Übernahme keine Abschläge. Aktuell liegt die Ausschüttungsrendite bei etwa 3,5 %.

    Fazit

    Mit Eli Lilly setzen Anleger auf den wachstumstärksten Blue Chip der Pharmabranche. Solange der Trend bei den Abnehmspritzen anhält, sollte das Unternehmen die hohen Erwartungen erfüllen. Formycon kommt jetzt mit seinen Präparaten in die Wachstumsphase und hat schon den nächsten Zulassungsantrag gestellt. GSK ist ein solider Dividendenzahler, der extern wachsen will.


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    Tarik Dede

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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    Wenn der Patentschutz umsatzstarker Biopharmazeutika ausläuft, entsteht ein Milliardenmarkt für Nachfolgeprodukte. Michael Sen, der Unternehmenslenker des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius SE, nennt in diesem Zusammenhang eine beeindruckende Zahl. Bis 2035 könnte so ein Umsatzvolumen von rund 180 Mrd. EUR entstehen. Insbesondere Biosimilars, also biotechnologisch hergestellte Nachfolgepräparate, die dem jeweiligen Originalmedikament in ihrer Zusammensetzung hochgradig ähnlich und in Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit gleichwertig sind, wird ein enormes Wachstum vorhergesagt. Zudem können Biosimilars den Wettbewerb stärken und Behandlungskosten senken. Als Pure Play sticht Formycon heraus. Die Gesellschaft hat zuletzt einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Die US-Arzneimittelbehörde FDA nahm den Zulassungsantrag - als ersten öffentlich bekannten dieser Art - für FYB206, einen Biosimilar-Kandidaten zum Krebsmedikament Keytruda, zur Prüfung an. Keytruda steht für einen Jahresumsatz von rund 32 Mrd. USD und ist damit das weltweit umsatzstärkste Medikament! Fresenius verstärkt seine Positionierung im Biosimilar-Bereich durch einen Zukauf. Pfizer muss neue Wachstumstreiber erschließen. Wer ist am besten für die Jahresend-Rally positioniert?

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