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29.10.2025 | 05:30

Plug Power, Pure Hydrogen und Nel ASA: Wo das größte Wachstumspotenzial im Wasserstoff-Markt schlummert

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Bildquelle: pixabay.com

Die globale Wasserstoff-Revolution nimmt Fahrt auf und eröffnet Anlegern ein beispielloses Momentum. Getrieben durch technologische Durchbrüche, sinkende Produktionskosten und massiven politischen Rückenwind wird grüner Wasserstoff zum Game-Changer für Industrie und Energieversorgung. Die Wachstumsprognosen sind atemberaubend und versprechen ein Vermögen für die Pioniere, die sich langfristig durchsetzen können. Wir sehen uns daher heute mit Plug Power, Pure Hydrogen und Nel ASA drei Unternehmen an und beleuchten Ihre Chancen, von diesem Boom zu profitieren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , PURE HYDROGEN CORPORATION LIMITED | AU0000138190 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power - zwischen operativem Fortschritt und finanziellen Baustellen

    Die Lage bei Plug Power ist derzeit eine Zwickmühle für Investoren. Auf der einen Seite liefert das Unternehmen konkrete operative Erfolge. Die Wasserstoff-Produktionsanlage in Georgia arbeitet mit Rekordwerten und hoher Zuverlässigkeit. Zudem geht das internationale Geschäft voran, wie die Auslieferung von Groß-Elektrolyseuren für eine Raffinerie in Portugal im Oktober zeigt. Diese Projekte beweisen, dass Plug Power mehr als nur Zukunftsvisionen hat, es liefert bereits im kommerziellen Maßstab. Diese sichtbaren Fortschritte sind es, die dem Aktienkurs in den letzten Monaten Rückenwind gegeben haben.

    Dennoch bleiben die finanziellen Fundamentaldaten eine massive Herausforderung. Die Verluste sind nach wie vor hoch, und die liquiden Mittel sind begrenzt. Die im Oktober bekanntgegebene Ausübung von Warrants brachte zwar frisches Kapital, unterstreicht aber das anhaltende Verwässerungsrisiko für Aktionäre. Die große Frage ist, ob die Verbesserung der Margen, angetrieben durch Kosteneinsparungen und die eigene Wasserstoffproduktion, schnell genug kommt, um den Kapitalbedarf zu decken, bevor die Kasse leer wird. Der Pfad zur Profitabilität ist erkennbar, aber noch steil.

    Ein weiterer Unsicherheitsfaktor kam im Oktober von politischer Seite. Das US-Energieministerium strich milliardenschwere Förderprojekte, darunter auch mehrere mit Beteiligung von Plug Power. Das volle Ausmaß der Auswirkungen ist noch unklar, aber jeder Finanzierungsentzug belastet den ohnehin schon angespannten Kurs zur Rentabilität. Für Anleger wird es in den kommenden Monaten entscheidend sein, ob das Unternehmen seine operative positive Dynamik von den politischen und finanziellen Risiken entkoppeln kann. Die Weichen für die nächste Phase werden jetzt gestellt. Derzeit kostet eine Aktie 2,96 USD.

    Pure Hydrogen - formt das saubere Transportwesen neu

    Die letzten Monate haben Pure Hydrogen sichtbaren Schwung verliehen. Das Unternehmen hat sich von einem vielversprechenden Player zu einem ernstzunehmenden Anbieter im Markt für emissionsfreie Nutzfahrzeuge entwickelt. Mit konkreten Fahrzeugübergaben an namhafte Kunden wie den Versorger Barwon Water und den Logistiker TOLL Transport beweist das Unternehmen, dass seine Technologie nicht nur im Prototypenstadium funktioniert, sondern auch im harten Alltagsbetrieb ankommt. Dieser operative Fortschritt schafft Vertrauen und legt den Grundstein für die weitere Skalierung des Geschäfts. Die wachsende Pipeline an Aufträgen, die jetzt auch Abfallsammelfahrzeuge und Betonmischer umfasst, zeigt, dass die Nachfrage nach praktikablen Zero-Emissions-Lösungen für den Schwerlastverkehr spürbar zunimmt.

    Die Expansion über Australien hinaus gewinnt spürbar an Fahrt. Der jüngste Verkauf eines Wasserstoff-Müllwagens an den US-Händler Riverview International Trucks markiert einen wichtigen Meilenstein für den Markteintritt in Nordamerika. Parallel dazu baut Pure Hydrogen seine Präsenz in Lateinamerika systematisch aus, gestützt durch die exklusive Vertriebspartnerschaft mit GreenH2 LATAM in Mexiko und Kolumbien. Diese internationalen Aktivitäten sind mehr als nur Absichtserklärungen, sie münden in konkreten Lieferverträgen mit erheblichem Volumen. Diese strategische globale Positionierung nutzt die Chance, die durch den Rückzug einiger Wettbewerber in den USA entstanden ist, und erschließt neue, wachstumsstarke Märkte noch bevor diese vollständig ausgereift sind.

    Strategisch hat sich das Unternehmen breiter aufgestellt. Die geplante Umfirmierung zu "Pure One" unterstreicht den Wandel hin zu einem umfassenden Anbieter für saubere Transportlösungen, der über reinen Wasserstoffantrieb hinausgeht. Die Erweiterung der Produktpalette um batterieelektrische und hybride Modelle bietet Kunden nun flexible Übergangslösungen und adressiert unterschiedliche Einsatzprofile. Diese Diversifizierung, gepaart mit der geplanten Abspaltung der Gas-Assets, schärft das Unternehmensprofil und konzentriert die Ressourcen auf den Kern des Clean-Energy-Ökosystems. Die erwarteten F&E-Steuergutschriften unterstützen diese Innovationskraft weiter und finanzieren die Entwicklung ohne Aktionärsverwässerung. Die Aktie notiert aktuell bei 0,083 AUD und kommt damit auf eine geringe Marktkapitalisierung von rund 33 Mio. AUD.

    Nel ASA - zwischen schwierigem Markt und strategischen Weichenstellungen

    Die Wasserstoffbranche durchlebt eine anspruchsvolle Phase, und der norwegische Elektrolyseur-Spezialist Nel ASA spürt die Auswirkungen deutlich. Im 2. Quartal brach der Umsatz um 48 % ein, und der Auftragseingang ging sogar um 74 % zurück. Verzögerte Investitionsentscheidungen, insbesondere bei Großprojekten, lasten auf dem Geschäft. Während das Alkaline-Segment einen massiven Rückgang verkraften musste zeigte sich die PEM-Sparte deutlich robuster. Diese Diskrepanz unterstreicht die aktuellen Marktturbulenzen, lässt aber auch die technologische Stärke des Unternehmens in einem Bereich erkennen, der weniger von den stockenden Großaufträgen abhängt.

    Trotz des rauen Marktumfelds arbeitet Nel weiter daran, sich für die nächste Wachstumsphase zu positionieren. Im Oktober sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag über 2,5 MW PEM-Elektrolyseure für einen Wasserstoffstandort in der Schweiz, der Müllfahrzeuge versorgen wird. Zudem gehen strategische Partnerschaften mit Partnern wie SAMSUNG E&A voran, um skalierbare Produktionslösungen zu entwickeln. Eine weitere Absichtserklärung zielt auf den Ausbau modularer Anlagen in Küstenregionen ab. Diese Initiativen zeigen, dass Nel nicht tatenlos abwartet, sondern aktiv neue Märkte und Anwendungsfelder erschließt.

    Finanziell bewegt sich Nel noch auf einem soliden Fundament, gestützt durch eine liquide Mittelreserve von knapp 1,9 Mrd. NOK. Diese starke Cash-Position gibt dem Unternehmen den nötigen Puffer, um die gegenwärtige Durststrecke zu überstehen. Begleitet wird dies von umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen, um die operative Effizienz zu erhöhen. Für Investoren bleibt der Blick auf die langfristige Perspektive entscheidend. Die anhaltenden regulatorischen Fortschritte, beispielsweise in den USA, könnten die Nachfrage nach Elektrolyseuren wieder beleben. Die anstehenden Quartalszahlen am heutigen 29. Oktober werden ein wichtiger Indikator dafür sein, ob sich erste Anzeichen einer Stabilisierung abzeichnen. Im Moment ist die Aktie für 2,316 NOK zu haben, was umgerechnet etwa 0,196 EUR entspricht.


    Das Wasserstoff-Momentum bleibt intakt, doch die Wege der Player unterscheiden sich fundamental. Plug Power beweist mit laufenden Großprojekten operative Stärke, kämpft aber weiter mit hohen Verlusten und akutem Kapitalbedarf. Pure Hydrogen formt mit konkreten Fahrzeugauslieferungen und internationaler Expansion das praktische Transportwesen der Zukunft. Nel ASA hingegen durchlebt eine schwierige Phase mit schwacher Nachfrage nach Groß-Elektrolyseuren. Die Quartalszahlen dürften für Bewegung sorgen. Für Anleger bietet Pure Hydrogen derzeit das schlüssigste Wachstumsnarrativ, während Plug Power und Nel stärker von einer gesamtwirtschaftlichen Erholung des Sektors abhängen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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