18.06.2026 | 05:30
Trump will Zinsen senken: Mit Newmont, Desert Gold und B2Gold in die Gold-Rally
Die jüngste Stagnation am Goldmarkt täuscht. Die fundamentalen Rahmenbedingungen verändern sich. Donald Trump will fallende Zinsen und Jerome Powell loswerden. Zusätzlich sorgen ein unter Druck geratener USD und die anhaltende Goldnachfrage der Notenbanken für ein explosives Gemisch. Diese Faktoren, untermauert von geopolitischen Spannungen, verdichten sich zu einem klaren Signal. Der Markt steht vor einem Wendepunkt, bei dem die nächste dynamische Aufwärtsbewegung nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint. Für Anleger eröffnet sich damit ein strategisches Fenster, das entschlossenes Handeln belohnen könnte. Wir sehen uns daher den Branchenprimus Newmont, den vielversprechenden zukünftigen Goldproduzenten Desert Gold und den etablierten Produzenten B2Gold an.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Newmont - zwischen Rekordquartal und Herausforderungen
Newmont hat zum Auftakt des Geschäftsjahres 2026 ein beeindruckendes Quartal hingelegt. Der weltweit größte Goldproduzent verbuchte mit 3,14 Mrd. USD den stärksten freien Cashflow in der Firmengeschichte und übertraf die Gewinnerwartungen der Analysten um mehr als 33 %. Der operative Cashflow erreichte 3,8 Mrd. USD, das bereinigte EBITDA lag bei 5,2 Mrd. USD. Das Unternehmen bestätigte trotz widriger Umstände wie Buschbränden in Boddington und extremen Schneefällen in Brucejack die Jahresproduktionsprognose von 5,3 Mio. Unzen. Der realisierte Goldpreis von durchschnittlich 4.900 USD pro Unze trieb die Erlöse auf 7,3 Mrd. USD nach oben.
Die Kapitalrückführung bleibt ein zentrales Element der Unternehmensstrategie. Nach Abschluss des vorangegangenen Aktienrückkaufprogramms wurde ein zusätzliches Volumen von 6 Mrd. USD genehmigt. Bereits im 1. Quartal flossen 2,7 Mrd. USD an die Aktionäre zurück. Mitte Juni kündigte Newmont zudem Veränderungen im Führungsteam an. Brian Tabolt wird zum 1. Juli neuer CFO, Mark Rodgers übernimmt als COO und David Thornton als CTO. Die Personalien sind Teil der strategischen Neuausrichtung unter CEO Natascha Viljoen, die das Executive Leadership Team weiter umstrukturiert.
Das Unternehmen hat derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 13,5. Analysten erwarten für das laufende Jahr ein deutliches Gewinnwachstum von bis zu 50 %. Andererseits sehen die Marktbeobachter auch Unsicherheiten. Die Gesamtkosten (AISC) dürften aufgrund höherer Energiekosten und gestiegener Steuern zunächst auf etwa 1.680 USD pro Unze klettern. Die Schließung der Straße von Hormus hat den Ölpreis auf über 100 USD getrieben. Mit dem Friedensabkommen sind die Energiepreise deutlich gefallen und bremsen so die Inflationserwartungen. Das erwartete Produktionstief 2026, nur moderates Wachstum in den Folgejahren und der zuletzt schwächere Goldpreis sind die Gründe für den Rücksetzer der Aktie, die derzeit für 108,44 USD zu haben ist.
Desert Gold - zweistufige Wertschöpfung in Westafrika
Desert Gold hat sich in der Senegal‑Mali‑Scherzone ein 440 qkm großes Terrain gesichert und ist umgeben von den Schwergewichten Barrick Mining, B2Gold und Endeavour. Das Unternehmen hat bereits 1,22 Mio. Unzen an Ressourcen ausgewiesen und stößt bei Bohrungen teilweise auf Gehalte von über 16 g/t. Vier mineralisierte Korridore durchziehen das Areal, und die strukturellen Kontakte deuten auf ein System hin, das deutlich grösser sein könnte als bisher dokumentiert. Die strategische Positionierung zwischen den bestehenden Mühlen der Großkonzerne ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger systematischer Landzusammenlegung. Die letzten Bohrergebnisse untermauern die Einschätzung, dass hier erhebliches Volumen nachweisbar ist, weit über die aktuelle Ressourcenschätzung hinaus.
Der cleverste Schachzug ist der Fahrplan zur Produktion. Anstatt sich in jahrelangen Machbarkeitsstudien zu verlieren, startet das Unternehmen mit einer modularen Gravitationsanlage, die 240 t pro Tag schafft. Die PEA rechnet mit einem Nettobarwert von 61 Mio. USD und einer internen Rendite von 57 %. Die Investitionskosten liegen bei überschaubaren rund 20 Mio. USD. Geplant ist zunächst der Abbau oxidierter Zonen im Tagebau, was das technische Risiko niedrig hält. Die Ausrüstung ist auf dem Seeweg, die Inbetriebnahme im Juli anvisiert. Der Cashflow aus dieser ersten Phase soll direkt in die nächsten Explorationsschritte fließen. Versorgungsengpässe in Mali werden durch vorausschauende Lagerhaltung und Bezugsquellen aus dem Senegal entschärft.
Ein weiterer Gamechanger könnte jedoch jenseits von Mali liegen. In der Elfenbeinküste hält Desert Gold eine Option auf das Tiegba‑Projekt. Die fast 300 km² große Liegenschaft hat eine ca. 4 mal 2 km mächtige, aber ungetestete Goldanomalie. Newcrest Mining hatte diese Struktur einst identifiziert, aber nie genauer untersucht. Sobald die finale Genehmigung vorliegt, sollen noch in diesem Jahr die ersten Bohrer anrollen. Die Attraktivität der Elfenbeinküste als Jurisdiktion ist unbestritten, und genau hierin liegt der zweite Werttreiber. Ein Treffer in diesem vielversprechenden Gürtel würde das Unternehmen schlagartig zu einem regional diversifizierten Akteur aufwerten. Mit Start der Goldproduktion sollte die Aktie, die aktuell bei 0,13 CAD handelt, eine Neubewertung erfahren.
B2Gold - solider Jahresstart, aber es bleiben Baustellen
Nach einem durchwachsenen 4. Quartal hat B2Gold im 1. Quartal 2026 überzeugt. Alle 4 Minen übertrafen die internen Erwartungen, die Produktion erreichte 237.763 Unzen. Die All-in Sustaining Costs von 1.964 USD je Unze lagen deutlich unter der Jahresprognose von 2.400-2.580 USD. Das ist ein klares Zeichen, dass die operative Umsetzung wieder stimmt. Begünstigt wurde das Ergebnis vom durchschnittlichen Goldpreis von 4.193 USD je Unze. Die noch bis Juni laufende Vorauszahlungsverpflichtung über 22.064 Unzen monatlich zu knapp halbem Marktpreis dämpfte den Cashflow jedoch temporär.
Die Bilanz hat sich merklich verbessert. Die liquiden Mittel stiegen auf 479 Mio. USD, nach dem Fingold-Verkauf für 325 Mio. USD dürfte der Kassenbestand nun bei über 700 Mio. USD liegen. Die Kreditlinie von 800 Mio. USD ist vollständig zurückgezahlt. Der operative Cashflow erreichte 386 Mio. USD, der freie Cashflow 362 Mio. USD. B2Gold nutzte die Mittel für Aktienrückkäufe von 80 Mio. USD und zahlte Dividende. Diese disziplinierte Kapitalallokation zu einem Kurs unter 5,00 USD signalisiert Vertrauen in den inneren Wert.
Die Risiken sind jedoch nicht vom Tisch. Der Brand in der Brecheranlage der Goose-Mine im April verursacht Reparaturkosten von rund 10 Mio. USD und einen Produktionsrückgang von etwa 10.000 Unzen im zweiten Quartal. Die Reparaturen sollen im 3. Quartal abgeschlossen werden. Zudem bleibt die Abbaugenehmigung für Fekola Regional in Mali offen, und der CEO-Wechsel im Juni bringt zusätzliche Unsicherheit. B2Gold liefert aktuell starke Zahlen, aber die kommenden Quartale werden zeigen, ob die operativen Verbesserungen nachhaltig sind und die offenen Baustellen geschlossen werden können. Momentan kostet eine Aktie 4,57 USD.
Die fundamentalen Treiber für Gold, Zinssenkungsdruck, schwächerer Dollar und anhaltende Notenbankkäufe, bleiben intakt und machen den Sektor zum strategischen Kauf. Newmont liefert mit Rekord-Cashflow und einer Bewertung von 13,5er-KGV eine solide Basis, auch wenn Produktionsrisiken den Kursspielraum begrenzen. Desert Gold bietet mit seinem zweistufigen Fahrplan zur eigenen Produktion und der Option in der Elfenbeinküste ein gutes Chance-Risiko-Profil, das bei Erfolg eine Neubewertung rechtfertigt. B2Gold überzeugt operativ, kämpft aber mit Reparaturkosten und offenen Genehmigungen, was die Nachhaltigkeit des Aufwärtstrends prüft.
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