23.10.2026 | 05:25
Vonovia, Desert Gold, Deutsche Telekom – Aktien mit knappen Assets und wichtigen Katalysatoren im Check
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Desert Gold Ventures Inc.
Knappe Güter wecken Begehrlichkeiten. In Berlin sieht das Sondierungspapier von SPD, Grünen und Linken vor, Wohnungsbestände ab 10.000 Einheiten zu vergesellschaften, bei einer Entschädigung von höchstens 16 Mrd. EUR. Beim Gold zählt dagegen, wann aus Vorkommen im Boden tatsächlich Metall im Barren wird. Und am 19. Oktober wurde bekannt, dass Telekom, Orange, Telefónica und Vodafone ein gemeinsames Gebot für Satellitenfrequenzen prüfen. Knappheit kann Besitzern in die Karten spielen, trotzdem sollten Anleger ihre Investmententscheidungen immer vorher prüfen. Wir sehen uns daher Vonovia, Desert Gold und die Deutsche Telekom genauer an.
Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Desert Gold Ventures Inc | CA25039N4084 , VONOVIA SE NA | DE000A1ML7J1 , DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Vonovia – Wohnungen unter Druck, Veveus als zweites Standbein
In Berlin geht die Politik großen Wohnungskonzernen an den Kragen. Nach einem Bericht vom 18. Oktober sieht das Sondierungspapier von SPD, Grünen und Linken vor, Bestände von Konzernen mit mehr als 10.000 Wohnungen zu vergesellschaften. Die Entschädigung soll höchstens 16 Mrd. EUR betragen. Ein Gesetz käme nach den bisherigen Plänen Mitte 2028 ins Abgeordnetenhaus und könnte frühestens Mitte 2029 gelten. Vonovia hält das Vorhaben für verfassungswidrig, wie am 19. Oktober bekannt wurde, und rechnet damit, dass es vor Gericht nicht standhält. Eine Entscheidung ist noch weit weg, sorgt aber für Unsicherheit.
Parallel dazu baut Vonovia ein zweites Standbein aus. Am 5. Oktober hat der Konzern auf der Expo Real die neue Marke Veveus vorgestellt. Die Marke bündelt Investment, Asset, Property und Facility Management für institutionelle Eigentümer und Investoren unter einem Dach, während das Mietgeschäft bei der Marke Vonovia bleibt. Bei null fängt man damit nicht an. Rund 75.000 Wohnungen verwaltet Vonovia bereits für Dritte, und das Segment Value Add erzielte im ersten Halbjahr 2026 externe Umsätze von 79,2 Mio. EUR, 13,8 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Bis 2028 soll das Geschäft jenseits der Miete 20 bis 25 % des bereinigten EBITDA ausmachen.
Vorsichtiger gibt sich der Konzern beim Neubau. Laut Medienberichten vom 10. Oktober prüft Vorstandschef Luka Mucic nach den rund 1.000 Wohnungen, die in Berlin gerade entstehen, vorerst keine neuen Projekte in der Hauptstadt zu beginnen. Als Grund nennt er die politische Unsicherheit. Die Vergesellschaftung schaffe keine einzige neue Wohnung, sagte er am 21. September, und bot einer neuen Landesregierung Gespräche an. Sollten verlässliche Rahmenbedingungen entstehen, könnte der Neubau in Berlin wieder anziehen. Am 4. November legen die Bochumer ihre Zahlen für die ersten neun Monate vor.
Desert Gold – Barani: Anlage vor Ort, erste Goldgewinnung im Visier
Auf der Baustelle in Westmali ist das Material für die Gravitationsanlage angekommen. Am 16. September meldete das kanadische Unternehmen, dass die Schwerkraftanlage mit einer Kapazität von 200 Tonnen pro Tag und der Generator mit 650 kVA auf dem Gelände von Barani eingetroffen sind. Der Generator erreichte im Juli den Hafen von Dakar, die Anlage folgte Mitte August. Der Lieferant Benhope Services SARL übernimmt neben der Montage auch die Inbetriebnahme und die Schulung des Personals. Die Hauptzufahrt von Bourdala zur Mine ist instandgesetzt, und die Wege zwischen den Camps werden auch in der Regenzeit gewartet. Die Teile liegen bereit.
Jetzt zählt der Zeitplan. Laut der Unternehmenspräsentation vom 7. Oktober auf dem International Investment Forum sind alle Anlagenteile und Verbrauchsmaterialien auf dem Gelände, und die Fundamente für die großen Bauteile sind gegossen. Die Inbetriebnahme der Schwerkraftanlage soll im November beginnen. Sobald der Boden nach der Regenzeit ausgehärtet ist, will Desert Gold im Dezember die erste Grube öffnen. Bis zum Ende des 1. Quartals 2027 peilt CEO Jared Scharf den vollen Betrieb mit 200 Tonnen pro Tag an. Die Genehmigungen für die kleine Mine liegen vor, ebenso Exportlizenz, Versicherung und Umweltlizenzen. Mit dem Start der Goldproduktion beginnt ein neues Kapitel der Unternehmensgeschichte.
Parallel richtet sich der Blick auf neue Entdeckungen. Für den Beginn des Jahres 2027 plant Desert Gold in Mali ein Bohrprogramm über 20.000 m, und das Projekt Senegal Mali Shear Zone (SMSZ) umfasst mehr als 440 qkm zusammenhängende Fläche. In der Elfenbeinküste gehört dem Unternehmen mit Tiegba ein weiteres Projekt auf 297 qkm, das früher von Newcrest entdeckt wurde. Die dortige Goldanomalie im Boden ist nach Angaben von Desert Gold knapp 5 km lang und knapp 2 km breit und wurde nie angebohrt. Die ersten Bohrungen sind geplant. Bei positiven Ergebnissen dort hätte sich Desert Gold ein zweites Standbein geschaffen.
Deutsche Telekom – Europas Konzerne greifen nach knappen Satellitenfrequenzen
Die Bonner greifen nach dem Orbit. Gemeinsam mit Vodafone, Telefónica und Orange will die Telekom sich um Frequenzen für mobile Satellitendienste bewerben. Wie am 19. Oktober bekannt wurde, haben die vier Konzerne dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel sind Verbindungen zwischen Satelliten und handelsüblichen Smartphones, auch in abgelegenen Gebieten, sowie der Schutz kritischer Kommunikation. Bodeninfrastruktur und Steuerung sollen in Europa liegen. Die Frequenzen sollen voraussichtlich 2029 nutzbar werden. Wer liefert die Satelliten? Einen Partner gibt es noch nicht. Damit wollen die Europäer den Ambitionen von Starlink Konkurrenz machen.
Auch beim Sparen und Wachsen setzt die Telekom auf künstliche Intelligenz. Beim AI Investor Day in Bonn nannte der Konzern am 5. Oktober neue Zielmarken. Der Umsatz mit künstlicher Intelligenz außerhalb der USA soll von rund 250 Mio. EUR im Jahr 2026 auf rund 800 Mio. EUR bis 2030 steigen. Bei den indirekten Kosten peilt die Telekom bis 2030 Einsparungen von rund 2,5 Mrd. EUR an, jeweils im Vergleich zu 2023. Für 2027 erwartet der Konzern außerhalb der USA Bruttoeinsparungen von rund 1,1 Mrd. EUR. Ihre Prognose und mittelfristigen Ziele bestätigte die Deutsche Telekom. Die Messlatte liegt also hoch.
Wie das im Alltag aussieht, zeigen erste Zahlen. Der Chatbot „Frag Magenta“ bearbeitete im ersten Halbjahr 2026 rund 2,6 Mio. Anrufe im Kundenservice. In den USA sank die Zahl der Kundenanrufe um 55 %, und Agenten mit künstlicher Intelligenz erledigen dort 40 % der Kontakte. Bei großen Netzereignissen sank die Reaktionszeit von mehreren Stunden auf etwa eine Minute. Mehr als 100.000 Mitarbeitende wurden im Umgang mit der Technik geschult. Ob sich der Aufwand auszahlt, zeigen am 5. November die Zahlen zum 3. Quartal.
Fazit
Knappe Güter wecken Begehrlichkeiten, und genau das macht die drei Unternehmen interessant. Vonovia sieht sich in Berlin mit politischem Gegenwind konfrontiert, baut mit Veveus aber ein Geschäft jenseits der Miete aus und legt am 4. November Zahlen vor. Desert Gold hat Anlage und Generator in Barani vor Ort, will im November mit der Inbetriebnahme beginnen und im Dezember die erste Grube öffnen, während in der Elfenbeinküste mit Tiegba ein weiteres Ziel wartet. Die Deutsche Telekom greift gemeinsam mit Vodafone, Telefónica und Orange nach Satellitenfrequenzen und setzt auf künstliche Intelligenz.
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