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08.06.2026 | 05:20

Wie Sie mit Barrick Mining, North Arrow Minerals und B2Gold den Abverkauf in eine Goldgrube verwandeln

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Bildquelle: pixabay.com

Am 5. Juni 2026 brach der Goldpreis um 3,37 % auf 4.324 USD ein. Das ist der niedrigste Wert seit Ende März. Panikverkäufe machten die Runde, doch Analysten sprechen von einer längst überfälligen technischen Korrektur nach neun Wochen Rally. Goldminenaktien verstärken solche Bewegungen: Sie fallen etwa doppelt so stark, erholen sich aber auch doppelt so rasant. Wer jetzt nicht verkauft, sondern einsteigt, kann von diesem Hebel profitieren. Die aktuelle Schwäche ist keine Katastrophe, sondern ein opportuner Einstiegszeitpunkt für langfristig orientierte Anleger. Wir sehen uns Barrick Mining, North Arrow Minerals und B2Gold genauer an.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , NORTH ARROW MINERALS INC | CA6572805092 | TSXV: NAR , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099

Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Mining - nach dem Gold-Abverkauf greifen die Fundamentaldaten

    Die jüngste Schwächephase am Goldmarkt hat auch Barrick Mining erwischt. Doch wer genauer hinschaut, erkennt ein Unternehmen, das operativ endlich liefert, was lange versprochen wurde. Im 1. Quartal lag die Goldproduktion mit 719.000 Unzen deutlich über der eigenen Prognose von maximal 680.000 Unzen. Gleichzeitig sanken die Gesamtkosten je Unze um 4 % auf 1.708 USD. Diese Kombination aus höherer Ausbeute und disziplinierter Kostenführung verwandelt den hohen Goldpreis in liquide Mittel. Der operative Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 2,55 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,98 USD übertraf die Markterwartungen um rund ein Viertel.

    Barrick schüttet den neu gewonnenen finanziellen Spielraum großzügig aus. Ein Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd. USD und eine quartalsweise Dividende von 0,175 USD sind nur der sichtbare Teil. Die neue Politik sieht vor, insgesamt die Hälfte des zurechenbaren freien Cashflows auszuschütten. Das könnte für dieses Jahr eine Gesamtdividendenrendite von gut 3 % bedeuten. Entscheidend ist das geplante IPO der nordamerikanischen Sparte noch 2026. Diese Trennung schafft Klarheit. Die stabilen, margenstarken US-Assets werden künftig eigenständig bewertet, während der Rest der Welt mit seinen politischen Risiken separat dasteht. Das entzerrt das Risikoprofil und kann eine Bewertungslücke schließen.

    Langfristig setzt Barrick auf Kupfer. Die Lumwana-Erweiterung in Sambia soll die Produktion bis 2028 auf 240.000 t pro Jahr verdoppeln. Hinzu kommt das hochgradige Fourmile-Projekt in Nevada, das in den frühen 2030er-Jahren eine erstklassige Mine werden könnte. Allerdings bleibt das Risiko des Rechtsstreits mit Newmont um Fourmile. Doch nach dem jüngsten Abverkauf im Goldsektor dürften die Risiken bereits größtenteils eingepreist sein. Bei stabil bleibenden Edelmetallpreisen über 4.000 USD bietet Barrick eine überzeugende Mischung aus operativem Hebel, Aktionärsrückflüssen und versteckten Werten aus der geplanten Abspaltung. Genau das macht das Papier, das derzeit bei 39,46 USD handelt, jetzt interessant.

    North Arrow Minerals - Botswanas vergessener Goldgürtel rückt in den Fokus

    Der kanadische Explorer North Arrow Minerals treibt die Erschließung des Kraaipan-Grüngürtels im Süden Botswanas voran. Ein Team mit Erfahrung, strategische Partner im Hintergrund und eine effiziente Technologie sprechen für sich. Das Projekt erstreckt sich über 724 qkm. Geologisch liegt es im gleichen Terrain wie Harmony Golds Kalgold-Mine, die 40 km südlich von North Arrows Projekt liegt. Dort werden seit über 25 Jahren sogenannte Banded Iron Formations (BIF)-gebundene Goldvorkommen abgebaut. Bei North Arrow deckt eine dünne Kalahari-Sandschicht das anstehende Gestein ab. Genau hier setzt die Explorationsstrategie an. Mit hochauflösenden proprietären Drohnen-Magnetikverfahren und einem mobilen RC-Bohrgerät umgeht das Team das Deckgebirgsproblem kostengünstig.

    Die Bohrgeschwindigkeit und die ersten Bohrergebnisse lassen aufhorchen. Das Unternehmen schafft bis zu 6 Bohrlöcher pro Tag. Das ist ein Tempo, das kaum ein Explorer erreicht. Im vergangenen Jahr durchteufte ein Bohrloch 30 m mit 1,56 g/t Gold ab Oberfläche. Hinzu kommen Einzelwerte von über 7 g/t Gold. Aktuelle Oberflächenproben lieferten bis zu 68,5 g/t. Die laufende Kampagne 2026 hat ein Budget von 2,3 Mio. USD. Bereits abgeschlossen sind 20 RC-Löcher auf Target A entlang einer 700 m langen Streichlänge. Die zweite Bohrrunde läuft gerade auf den Zielen AE und AF, wo sich die Mineralisierung über 250 beziehungsweise 450 m erstreckt. Die Laborergebnisse aus der ersten Runde werden noch im 2. Quartal erwartet.

    Das Management vereint Gold- und Botswana-Erfahrung. CEO Eira Thomas war an der Entdeckung der Diavik-Mine beteiligt, COO Dr. John Armstrong arbeitete unter Tage in Red Lake und führte bei Lucara die technische Planung für die Karowe-Tiefbauentwicklung. Er kennt das Land aus über einem Jahrzehnt vor Ort. Strategische Investoren wie Ross Beaty mit rund 5 % und Rick Rule über Sprott sitzen mit im Boot. Das Management hält rund 14 % der 46,8 Mio. ausstehenden Aktien. Eine frische Finanzierung über 4 Mio. CAD sichert die laufenden Arbeiten. Die Projektstruktur ist sauber und es gibt keine belastenden Royalties. Wer früh in einem unterexplorierten, aber geologisch interessanten Goldgürtel positioniert sein will, bekommt hier ein gut geführtes Unternehmen. Die Aktie notiert aktuell bei 0,27 CAD.

    B2Gold – operativ läuft es

    Die jüngste Schwächephase am Goldmarkt hat bei vielen Produzenten für Kurskorrekturen gesorgt, bei B2Gold besonders ausgeprägt. Dabei zeigt der Blick auf die operativen Zahlen ein anderes Bild. Das 1. Quartal 2026 lief besser als geplant. Es wurden fast 238.000 Unzen produziert, wobei alle Minen über ihrem Ziel lieferten. Der Free Cashflow sprang auf 362 Mio. USD, nach minus 7 Mio. USD im Vorjahr. Dazu kommen 479 Mio. USD in der Kasse und eine vollständig zurückgezahlte Kreditlinie von 800 Mio. USD. Wer jetzt aus kurzfristiger Volatilität aussteigt, übersieht, dass hier ein solides Fundament steht.

    Der entscheidende Hebel für die kommenden Monate wird wenig beachtet. Die Fekola-Lieferverpflichtung läuft Ende Juni aus. Bislang musste B2Gold monatlich über 22.000 Unzen für knapp 2.200 USD abgeben. Das war lange Zeit weniger als die Hälfte des aktuellen Marktpreises. Ab Juli fließen diese Erträge vollständig zum Spotpreis. Das verändert die Cashflow-Dynamik grundlegend. Wenn man von 4.000 USD je Unze und 265.000 Jahresunzen aus dieser Vereinbarung ausgeht, kommt man auf einen zusätzlichen Liquiditätsschub von fast 500 Mio. USD im zweiten Halbjahr. Kein Wunder, dass der operative Cashflow ab dann deutlich anziehen dürfte.

    Es gibt auch Baustellen. Der Brand in der Goose-Brechanlage im April kostete rund 10.000 Unzen Produktion im 2. Quartal. Die Reparaturen laufen, die Jahresprognose von 170.000 - 230.000 Unzen für Goose bleibt bestehen. Mali bleibt ein geopolitischer Unsicherheitsfaktor, ebenso der CEO-Wechsel von Clive Johnson zu Mike Cinnamond im Juni. Aber genau diese Risiken spiegelt der Aktienkurs bereits wider. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 6 auf die Schätzungen für 2027 handelt B2Gold weit unter dem historischen Durchschnitt etablierter Goldproduzenten. Während andere große Produzenten im hohen zweistelligen Bereich notieren, liegt hier eine Bewertungslücke, die sich schließen sollte. Momentan kostet eine Aktie 4,18 USD.


    Der Goldpreisrutsch ist kein Krisensignal, sondern ein opportuner Nachkaufmoment. Barrick Mining liefert operativ Rekordzahlen und plant ein lukratives IPO seiner Nordamerika-Sparte. North Arrow Minerals treibt mit innovativer Technologie die Entdeckung eines neuen Goldgürtels in Botswana rasant voran. B2Gold profitiert ab Juli vom Auslaufen einer verlustreichen Lieferverpflichtung und erhält einen gewaltigen Cashflow-Schub. Wer jetzt die Panikverstärkung bei Minenaktien nutzt, kann aus dem temporären Abverkauf eine dauerhafte Goldgrube machen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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