01.04.2026 | 04:30
Zinsen, Volatilität und Verunsicherung! Absturz bei Vonovia, Achtung bei TUI und grünes Licht für Desert Gold
Die täglichen Nachrichten fühlen sich inzwischen an, wie eine Mischung aus Katastrophenfilm, Börsenticker und Satire-Show. Ein Präsident zeigt ständig Drohgebärden, ein General twittert neuerdings und ein Zentralbanker weiß nicht, wie er der Inflation Herr werden soll. Vieles ist aus dem Lot, wer denkt da noch an Urlaub? Oder ist genau jetzt der Moment gekommen, den Koffer zu packen, das Handy auszuschalten und so zu tun, als gäbe es nur Strand, Sonne und wen kümmert schon ein kaputter WLAN-Router? Investoren leben schon seit Jahren im Dauerzustand zwischen Alarmglocke und Champagnerkorken. Kriege hier, Zinsen dort, Lieferketten im Stau und plötzlich schießt Gold wieder nach oben, als hätte es einen Espresso zu viel getrunken. Während der Tourismussektor mal abstürzt, mal durchstartet, es mutet an wie ein Billigflieger bei Seitenwind. Märkte in dieser Phase nüchtern zu betrachten, ist nicht gerade einfach, aber den Umständen entsprechend nötig. Wir wagen einen Blick auf Immobilien, Gold und Touristik.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG505 , VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Vonovia – Es klingt wie eine Marktlogik
Wer sich fragt, warum die Aktie von Vonovia in den letzten Handelstagen 25 % eingebrochen ist, hier eine schlüssige Begründung: Immobilienaktien sind im Kern Zinswetten. Fallen die Zinsen, beginnt die Blütezeit für Aufwertung und frische Finanzierungen aufgrund steigernder Nachfrage. Tritt jedoch der Staat zu stark auf das Verschuldungs-Pedal – wie aktuell – steigen die Anleiherenditen, das führt auch zu höheren Bauzinsen. Obsolet ist es dann auch, wenn sich das Bundesbauministerium über zu wenig Investition im Wohnungsbau beschwert, denn genau die staatliche Übertreibung in anderen Sektoren katapultieren den langfristigen Zins nach oben, auf deutlich über 3 %. Damit erreichen die 10-jährigen Hypotheken in der Breite die magische Marke von 4 %, auch wenn es in manchen Fällen noch günstiger geht.
Als Vonovia vor Kurzem seine Zahlen für 2025 vorstellte, nickten die Analysten positiv, denn die waren so schlecht nicht. Das EBITDA stieg um 6 % auf 2,8 Mrd. EUR und auch die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter kam um 4,6 % voran. Nach zwei schwierigen Jahren legten die Portfoliowerte auf vergleichbarer Basis um 1,8 % zu, der Gesamtwert des Bestands stieg um 3 % auf 84,4 Mrd. EUR. Auch die Dividende soll auf 1,25 EUR steigen. Das Haar in der Suppe ist wohl immer noch der hohe Kreditbestand und die daraus resultierende Verschuldungsquote von 45,4 %. CEO Luka Mucic möchte durch Portfolioverkäufe rund 5 Mrd. EUR erlösen und so die Verschuldung drücken. Man kann nur hoffen, dass das Umfeld dieses Vorhaben auch ermöglicht. Börsianer erwarten wohl deutlich härtere Zeiten und verkauften die Aktie in großem Stil. Der Kurs sank von 29,50 auf 20,50 EUR in nur 5 Handelstagen. Auf der Plattform LSEG sind immer noch 15 von 24 Analysten positiv gestimmt und erwarten Kurse um 32 EUR. Spannend was in den nächsten Wochen bis zur HV am 21. Mai noch mit der Aktie passieren wird.
Desert Gold – Ein kurzes Atemholen
Im Januar erlebten Goldwerte einen vorgezogenen Frühling. Hohe Spotpreise, günstige Treibstoffe und niedrige Zinsen beflügelten die Wirtschaftlichkeits-Analysen vieler Lagerstätten. Preise jenseits der 5.000 USD-Marke veränderten die Kalkulation vieler Projekte fundamental: Liegenschaften, die noch vor wenigen Jahren nur marginale Aussichten boten, erreichten nun deutlich attraktivere Renditekennzahlen. Mit dem Iran-Konflikt veränderten sich die Parameter dramatisch. Nun haben die Edelmetallpreise ordentlich konsolidiert, die Zinsen erreichten neue Höchstmarken und auch Treibstoff ist auf einmal 60 % teurer als noch zu Jahresanfang. Kein Wunder, dass der Kurs eines kleinen Explorers wie Desert Gold innerhalb von 3 Wochen ganze 30 % abwertete.
Hinter dieser Bewegung steckt aber keine Rationalität, denn die Entwicklung des Barani-East-Projekts im Westen von Mali folgt einem strikten, kapitaldisziplinierten Ansatz. Strategisch liegt es in unmittelbarer Nähe etablierter Produzenten wie Barrick Gold und B2Gold entlang der Senegal-Mali-Scherzone, einer der produktivsten Goldstrukturen Afrikas mit einer kumulierten Jahres-Förderung von mehreren Millionen Unzen. Aktuell konzentrieren sich die Arbeiten auf den Aufbau logistischer Infrastruktur, während parallel eine modulare Aufbereitungsanlage entsteht. Schon in der ersten Ausbaustufe soll sie etwa 10 Tonnen Erz pro Stunde verarbeiten können, eine Option auf eine Verfünffachung liegt bereits vor. Grundlage der Projektentwicklung bildet eine in 2026 aktualisierte Wirtschaftlichkeitsrechnung, die bei einem konservativen Goldpreis von rund 2.850 USD je Unze einen robusten Kapitalwert sowie eine zweistellige interne Rendite ausweist. Steigt der Goldpreis hingegen um weitere 10–15 %, erhöht sich der Projektwert überproportional, da die Fixkosten weitgehend konstant bleiben und jeder zusätzliche Dollar beim Verkaufspreis direkt auf die Marge durchschlägt.
Aus analytischer Sicht zielt das Management darauf ab, möglichst früh einen positiven operativen Cashflow zu generieren und die Produktion anschließend schrittweise zu skalieren. Große Produzenten in der Umgebung könnten an dieser Stelle hellhörig werden, denn sie müssen ihre Reserven ersetzen, da die durchschnittliche Lebensdauer vieler Minen stark gefallen ist. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit von Übernahmen kleinerer Projekte, sobald diese wirtschaftlich tragfähig erscheinen. Die Krux liegt in der Größe des Lizenzgebiets von insgesamt 440 Quadratkilometern. Denn erst 10 % der Landfläche sind überhaupt untersucht, das schafft Raum für Phantasie. Dass die Desert Gold-Aktie mit 0,12 CAD nur einen Marktwert von 45 Mio. CAD ausweist, ist ein glücklicher Umstand, den Investoren aktuell nutzen sollten. Denn das Analysehaus GBC erwartet eine Aufwertung von ganzen 650 % innerhalb der nächsten 12 Monate!
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Jared Scharf über die Aussichten in den aktuellen Projekten in Westafrika. Hier geht´s zum Video.
TUI – Was sagen die Analysten?
Seit Beginn der Golfkrise Anfang März hat die TUI-Aktie über 30 % auf etwa 6,50 EUR verloren. Zu Buche schlagen kostenlose Umbuchungen, hohe Stornolasten und gestiegene Spritpreise, die in den früher gebuchten Reisen noch nicht berücksichtigt waren. Generell besteht auch seitens vieler Analysten die Befürchtung, dass durch den Inflationsschub das Reiseverlangen der EU-Bürger merklich nachlassen wird. Die noch guten Jahreszahlen für 2025 mit einem operativen Ergebnis von 1,2 Mrd. EUR könnten sich also schnell wieder ins Verkehrte drehen, wenn die Belastungen über das ganze Jahr anhalten sollten. Das Wohl und Weh der TUI-Aktie scheint also direkt mit der Lösung des Iran-Konflikts zusammenzuhängen, denn je schneller Normalität einkehrt, desto zügiger kann die operative Wende herbeigeführt werden. Trotz aller Misere überwiegt bei den Analysten aber noch der Optimismus. 12 von 16 Experten halten den Daumen nach oben und erwarten einen durchschnittlichen 12-Monats-Zielkurs von immerhin 11,24 EUR, ganze 75 % über der aktuellen Notiz. „Kaufen wenn die Kanonen donnern“ ist wohl eine Börsen-Weisheit, die hier durchaus mal zutreffen könnte!

Schwierige Zeiten waren in der vergangenen Zeit oft die besten Einstiegspunkte an den Börsen. Ob das nun bei Vonovia oder TUI schon kurzfristig aufgeht, steht in den Sternen, denn dazu müssten die Zinsen wohl wieder sinken und der Iran-Konflikt ad acta gelegt werden. Wenn Desert Gold aber seine Verarbeitungsanlage in Betrieb nimmt und die ersten Unzen zu aktuellen Preisen verkaufen kann, dann sollten Anleger ihren Bleistift spitzen und die letzte Sensitivitätsanalyse noch einmal genauer studieren.
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