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20.07.2026 | 05:00

Batterie-Notstand bedroht AeroVironment und Kratos Defense – wie HPQ Silicon davon profitieren kann

  • Batterien
  • Silizium-Anoden
  • Drohnen
Bildquelle: KI

Es ist Krieg. Wer den Himmel beherrschen will, darf beim Thema Drohnen nicht nur an Aerodynamik oder Sensorik denken. Der größte Innovationshebel liegt in der chemischen Zusammensetzung von Batterien. Während die Nachfrage nach Drohnen für kommerzielle, industrielle und militärische Zwecke stark steigt, stoßen herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen an ihre Grenzen. Die Limitierung liegt im Material: Graphit-Anoden stehen für kurze Flugzeiten und hohes Gewicht. Um das zu ändern, vollzieht die Industrie einen Paradigmenwechsel hin zu Silizium. Das verbessert Kapazität und Leistungsfähigkeit und macht so völlig neue Einsatzszenarien möglich. Wir erklären Hintergründe und stellen spannende Unternehmen vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , AEROVIRONMENT DL -_0001 | US0080731088 , KRATOS DEF.+SEC.NEW DL001 | US50077B2079

Inhaltsverzeichnis:


    AeroVironment: Innovationsdruck und der Wunsch nach mehr Ausdauer

    Als Marktführer im Segment der taktischen Aufklärungs- und Angriffsdrohnen für westliche Streitkräfte steht AeroVironment vor der Herausforderung, die Reichweite und die Verweildauer seiner Systeme in der Luft zu steigern, um im Gefecht zu bestehen. Dazu geht AeroVironment gezielt neue Wege: Für das Modell Switchblade 300 Block 20 integriert AeroVironment die fortschrittlichen Silizium-Anoden-Zellen von Amprius Technologies, was die Flugzeit und den operativen Aufklärungsradius des tragbaren Waffensystems um mindestens 50 % verbessert. Neben der kontinuierlichen Aufwertung des bestehenden Portfolios – wie dem Puma-System, dessen Einsatzdauer durch die neue PS2500-Batterie auf 3 Stunden gesteigert wurde – treibt das Unternehmen auch neue Produktlinien voran. Mit dem im April dieses Jahres vorgestellten autonomen Launched-Effect-System Mayhem 10 reagiert AeroVironment auf die Nachfrage nach schwarmfähigen, plattformübergreifenden Einheiten. Der enorme Rüstungsbedarf zeigt sich auch im Bereich der Drohnen-Abwehr, wo das Pentagon erst kürzlich einen Auftrag im Wert von 500 Mio. USD erteilte.

    Kratos Defense: Wenn Forschung zu mehr Leistung führt

    Während im taktischen Segment bis 25 kg Abfluggewicht reine Batteriesysteme dominieren, fokussiert sich Kratos Defense im Bereich der High-End-Drohnen auf weitreichende, strahlgetriebene Plattformen und unbemannte Transportlösungen. Herzstück ist die mit Stealth-Eigenschaften ausgestattete "XQ-58A Valkyrie" mit einer Überführungsreichweite von mehr als 5.600 km. Um auch in Europa präsent zu sein, kooperiert Kratos mit Airbus, die am Standort Manching bei Ingolstadt das europäische MARS-Missionssystem in die Valkyrie-Zellen integrieren. Im zivilen und logistischen Frachtsektor agiert Kratos Defense zudem als exklusiver Fertigungspartner für die Drohne "Chaparral" von Elroy Air. Das System Chaparral C1 setzt auf eine hybride Energieversorgung aus einer 160 kW starken TS100-Gasturbine und einem Generator, der die Pufferbatterien im Flug auflädt, um Lasten von über 226 kg über Hunderte von Kilometern zu transportieren. Um Schwächen und Verschleiß der eingesetzten Hochleistungs-Batteriesysteme im Detail zu verstehen, setzt Kratos modernste Verfahren in eigenen Testlaboren ein.

    HPQ Silicon: Materialoffensive für die nächste Batterie-Generation

    Inmitten des Wettrüstens um Flugminuten und Ladekapazität sorgt der kanadische Spezialist HPQ Silicon mit hochreinen Batteriematerialien und pyrogener Kieselsäure für Aufsehen. Die vom französischen Tochter-Unternehmen Novacium entwickelte GEN3-Silizium-Anoden-Technologie weist im direkten Dauertest nach 300 Zyklen einen herausragenden Kapazitätserhalt von 94 % auf und übertrifft damit etablierte Industriestandards von Panasonic, LG und Samsung deutlich. Um diese Leistung in die Serie zu bringen, plant HPQ Silicon eine eigene Jahresproduktion von 1,5 Mio. Einheiten der "HPQ ENDURA+" 18650-Zellen, während man die Herstellung des siliziumbasierten Anodenmaterials im Novacium-Werk in Lyon skaliert. Mit der im April 2026 vorgestellten GEN4-Zylinderzelle, die unter erweiterten Spannungsbedingungen eine Kapazität von über 7.000 mAh erreicht, verbesserte man die Eckdaten nochmals und konnte sogleich einen ersten kommerziellen Auftrag eines europäischen Drohnenherstellers gewinnen.

    Spannende Nische: Die Batterie-Technologie von HPQ Silicon.

    Durchbruch bei Rüstungsmesse in Frankreich

    Um mit ihrer überlegenen Technologie am Markt durchzustarten, bauen HPQ Silicon und Novacium geschlossene Wertschöpfungsketten auf. Gemeinsam mit LN Innov' und der Groupe Zekat präsentierte Novacium auf der Verteidigungsmesse Eurosatory 2026 in Paris das "Integrated Drone Propulsion System" (IDPS), das bürstenlose Elektromotoren, intelligente Regler und siliziumbasierte Batterien zu einem technologisch souveränen Antriebsstrang aus Europa vereint. Damit könnte man auch bei den Drohnen der kommenden Generationen punkten und würde Fortschritt ermöglichen. So viel scheint sicher – solange die Kriege weltweit andauern, entwickelt sich auch die Drohnen-Technologie.

    Fazit: HPQ Silicon findet seine Nische

    Mit der konsequenten Ausrichtung auf Silizium als Anodenmaterial hat HPQ Silicon eine Nische besetzt, die im Zuge der ab 2028 in den USA greifenden NDAA-Richtlinien zur Entkopplung von chinesischen Rohstoffen an Bedeutung gewinnen dürfte. Das innovative Silizium-Anoden-Portfolio von Novacium verbessert die Reichweiten bereits bestehender Plattformen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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