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10.07.2025 | 05:00

Bundesregierung zündet Wasserstoff-Boost: Rheinmetall, thyssenkrupp, First Hydrogen

  • Wasserstoff
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  • Speicher
  • Leitungen
Bildquelle: pexels.com

Die deutsche Bundesregierung drückt bei Wasserstoff aufs Gaspedal: Vereinfachte Genehmigungen und ein beschleunigter Aufbau von Elektrolyseuren, Importterminals, Leitungen und Speichern sollen die deutsche Industrie fit für die Zukunft machen. Wasserstoff sei von „überragendem öffentlichen Interesse“, so ein Gesetzentwurf, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Für Unternehmen aus der Wasserstoff-Wirtschaft, die in den vergangenen Jahren Fahrt aufgenommen haben, ist das eine gute Nachricht. Planungssicherheit kann der aufstrebenden Branche den nötigen Rückenwind geben – für die Transformation der deutschen Industrie ist sie unerlässlich.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall und Wasserstoff – das passt

    Gleich mehrere Zukunftsthemen besetzt aktuell der Rüstungskonzern Rheinmetall. Das Unternehmen hat längst ein zweites Standbein im Bereich Wasserstoff aufgebaut. In erster Linie treibt der Geschäftsbereich Power Systems die neuen Lösungen voran: Diese Sparte ist Systemanbieter für Antriebs- und Steuerungstechnologien und entwickelt bereits Komponenten für Brennstoffzellen, wie etwa Pumpen, Ventile und Sensoren sowie Elektroden für Elektrolyseure. Neu hinzu kommt der Bereich Wasserstoffspeicherung und -transport: Im April 2025 meldete Rheinmetall einen ersten Großauftrag in diesem Segment: Ein großer europäischer Hersteller von grünem Wasserstoff will ab 2026 insgesamt 100 Multiple-Element Gas Container beziehen. Dieser Rahmenvertrag hat zwar nur ein Volumen im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich, markiert aber einen wichtigen Meilenstein für das Unternehmen und etabliert Rheinmetall als ernstzunehmenden Player in der Wasserstofflogistik. Die Synergien zum Rüstungs-Geschäft liegen auf der Hand – Energie wird auch im Felde gebraucht. Hinzu kommt, dass sich Rheinmetall den Ausflug in die Wasserstoff-Wirtschaft dank der Rüstungsmilliarden gut leisten kann.

    thyssenkrupp wird größter Wasserstoff-Verbraucher Deutschlands

    Industrie-Gigant thyssenkrupp ist als Stahlproduzent in erster Linie als Konsument von Energie bekannt. Die Transformation hin zu Wasserstoff beschäftigt das Unternehmen seit Jahren. Mit dem Projekt tkH2Steel investiert thyssenkrupp rund 2 Mrd. EUR um das Werk in Duisburg schrittweise auf Wasserstoff umzustellen. Herzstück ist eine neue Anlage, die Eisenerz zukünftig nicht mehr mit Koks, sondern mit grünem Wasserstoff zu Eisen schwelt. Diese Anlage hat eine Kapazität von 2,5 Mio. t Eisen pro Jahr und soll 2028 den Betrieb aufnehmen. Schon im Jahr darauf soll die Anlage zu 100 % mit Wasserstoff betrieben werden. Dadurch könnte thyssenkrupp pro Jahr bis zu 3,5 Mio. t CO2 sparen. thyssenkrupp würde damit zum bei weitem größten Wasserstoffverbraucher Deutschlands werden und gleichzeitig einen großen Schritt in Richtung klimaneutralen Stahls machen.

    First Hydrogen: Rundum-Anbieter mit Mut

    Die Transformation der deutschen Industrie unterstützen und maßgeblich davon profitieren will auch First Hydrogen. Das kanadisch-britische Unternehmen bietet ein integriertes Wasserstoff-Ökosystem rund um Mobilität, Speicherung und Betankung. Seit diesem Jahr hat das Unternehmen auch eine Tochter-Gesellschaft in Deutschland und geht bewusst innovative Wege. Im März gründete First Hydrogen die Tochter-Gesellschaft First Nuclear, die Wasserstoff mittels Small Modular Reactors (SMR) vorantreiben will. SMR-Kleinkraftwerke liefern kontinuierlich CO2-freien Strom und könnten vor Ort wetterunabhängig grünen Wasserstoff in großem Stil erzeugen. Die Europäische Union (EU) hat Kernenergie jüngst in der Taxonomie als grün eingestuft, was derartige Investitionen begünstigt.

    Zwar ist die deutsche Öffentlichkeit bei der Rückkehr zur Atomkraft noch skeptisch, doch haben sich Teile der Regierungspartei CDU und auch Bundeskanzler Friedrich Merz in den vergangenen Jahren technologieoffen gezeigt und in diesem Zusammenhang ausdrücklich SMR-Reaktoren genannt. First Hydrogen besetzt mit seinem innovativen Vorstoß also gleich mehrere Zukunftstrends, die auch von Analysten als chancenreich bewertet werden. Laut Allied Market Research könnte der globale grüne Wasserstoff-Markt von 2,5 Mrd. USD im Jahr 2022 bis 2032 auf 143,8 Mrd. USD wachsen. Das entspräche einem jährlichen Wachstum von unglaublichen 50 %. Gleichzeitig erwartet IDTechEx, dass der weltweite Markt für SMR-Kleinkraftwerke bis 2033 auf rund 72 Mrd. USD wächst. Da dieser Markt aktuell so gut wie nicht vorhanden ist, bestehen auch hier enorme Potenziale.

    Chancen auch abseits der SMR-Fantasie – deutscher Mittelstand sucht Lösungen

    Auch abseits der SMR-Fantasie passt das Profil von First Hydrogen, das sich als umfassender Wasserstoff-Lösungsanbieter positioniert hat, gut zu Deutschland. Der Industriestandort kann grünen Wasserstoff mittels regenerativer Energie nur in begrenztem Maße selbst herstellen. Ohne SMR-Anlagen steigt der Bedarf für den Import von Wasserstoff. Auch hier bietet First Hydrogen Lösungen an. Der jetzt angekündigte Wasserstoff-Boost sorgt für Planungssicherheit.

    Während thyssenkrupp mit seiner Wasserstoff-Tochter thyssenkrupp nucera bereits gut aufgestellt ist, gibt es noch immer viele große Industrieunternehmen, die bei Wasserstoff abwarten. Hinzu kommt das Potenzial im Mittelstand. Auch dass mehrere Mittelständler gemeinsam in Wasserstoff-Infrastruktur investieren, ist denkbar. Für Lösungsanbieter wie First Hydrogen dürften in den kommenden Monaten große Chancen entstehen. Gelingt es First Hydrogen, wie Rheinmetall vor wenigen Wochen erste Industriekunden zu überzeugen, dürfte das einen Signal-Effekt haben. Die Bewertung von nur rund 31 Mio. EUR hätte in diesem Fall ordentlich Luft nach oben!


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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