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30.06.2021 | 05:08

Curevac, Cardiol Therapeutics, Morphosys – Hier geht es jetzt mächtig nach oben!

  • Biotech
  • Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Biotechaktien bieten Anlegern nicht nur eine spannende, sondern auch sehr renditeträchtige Investition. Aber auch für Trader ist der Bereich aufgrund seiner hohen Volatilität interessant. Curevac beutelte es zuletzt arg, da die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes enttäuschte. Der Kurs von Morphosys fällt trotz guter News und positiver Analystenkommentare. Die kanadische Cardiol Therapeutics könnte kurz vor einer Neubewertung stehen. Wo lassen sich kurzfristig die größten Gewinne einfahren?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

Inhaltsverzeichnis:


    CUREVAC NV – der Countdown läuft

    Mitte Juni informierte das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac über seinen Corona-Impfstoffkandidaten der ersten Generation und gab bekannt, dass das Präparat nach einer vorläufigen Auswertung über eine Wirksamkeit von rund 47% verfügte. Diese Meldung schlug ein wie eine Bombe. Der Kurs brach daraufhin um die Hälfte ein. Mittlerweile haben sich die Papiere wieder etwas auf rund 54 EUR erholt.

    Der heftige Einbruch war der deutlich geringeren Wirksamkeit des Impfstoffes im Vergleich zu den Präparaten der Wettbewerber geschuldet. Zudem ist er noch nicht zugelassen. Astra Zeneca, Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson teilen gerade den Kuchen unter sich auf. Wer zu spät kommt, für den bleiben vielleicht nur noch ein paar Krümel übrig.

    Nun äußerte sich allerdings der Vorstandsvorsitzende des Tübinger Impfstoffentwicklers Curevac, Franz-Werner Haas. Haas rechnet sehr bald mit finalen Ergebnissen der zulassungsrelevanten Studienphase. „Es wird nicht länger als eine Woche oder zehn Tage dauern. Wir rechnen kurzfristig mit den Ergebnissen“, sagte Haas am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz. Curevac setzt wie Biontech und Moderna auf die mRNA-Technologie. Jedoch verfolgen die Tübinger einen etwas anderen Ansatz. Haas zeigte sich weiterhin überzeugt, den Impfstoff zur Zulassung bringen zu können. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA in Amsterdam hatte im Februar ein schnelles Prüfverfahren für den Impfstoff der Tübinger Firma gestartet. Auch der Bund hat aus zweierlei Gründen ein großes Interesse am Erfolg der Süddeutschen. Erstens, weil der Impfstoff fest in einer späteren Phase der Impfkampagne eingeplant ist und zweitens, da der Bund über die Aufbaubank KfW mit 300 Mio. EUR bei Curevac eingestiegen ist und einen Anteil von 16% hält.

    CARDIOL THERAPEUTICS INC – wann setzt die Neubewertung ein?

    Cardiol Therapeutics geht bei der Therapie entzündlicher Herzkrankheiten neue Wege. Die Kanadier setzen bei den therapeutischen Versuchen auf Cannabidiol (CBD). Ein Reihe von wissenschaftlichen Nachweisen, die die Verwendung von Cannabidiol als entzündungshemmendes Mittel als vorteilhaft einstufen, schaffen die Grundlage. Das Unternehmen hat eine exklusive Herstellungsvereinbarung für eine pharmazeutische Cannabidiol-Formulierung, die hochkonzentriert und THC-frei ist. Im April gewann Cardiol die ersten Patienten in LANCER für eine Phase II/III-Outcomes-Studie bei Hochrisikopatienten, die mit COVID-19 behandelt werden. Die klinische Phase I-Studie mit einer und mehreren aufsteigenden Dosen zeigte im April erfolgreiche Topline-Ergebnisse für das Präparat CardiolRx. Das Unternehmen beantragte im März 2021 das Listing an der NASDAQ. Die Aufnahme in den US-Index dürfte zu einem deutlichen Bewertungsschub der Aktie führen.

    Charakteristisch operieren Gesellschaften wie Cardiol in der Anfangsphase im Verlustbereich. Das Potenzial der vorhandenen Produktpipeline und die Expertise des Managements, ermöglichten es dem Unternehmen in den letzten 12 Monaten mehr als 50 Mio. CAD am Kapitalmarkt einzusammeln. Das ist wirklich eine beachtliche Hausnummer. Die Analysten von GBC bescheinigen der Gesellschaft im Erfolgsfall enorme Gewinne und formulieren ein Kursziel von 15,77 CAD – ein potenzieller Verfünffacher! Zudem stufen die Analysten das Unternehmen als ein Übernahmeziel im Falle positiver Ergebnisse der COVID-19 Phase II/III-Studien ein. Derzeit notieren die Anteilscheine rund 3 CAD, womit die Gesellschaft eine Marktkapitalisierung von 127 Mio. CAD aufweist.

    MORPHOSYS AG – jetzt?!

    In den letzten Monaten kennt die Morphosys-Aktie nur den Rückwärtsgang. Notierten die Anteilsscheine im letzten Sommer noch bei 120 EUR, so werden derzeit lediglich 68 EUR je Aktie aufgerufen. Damit ist die Gesellschaft mit 2,2 Mrd. EUR bewertet. Die im Juni bekanntgegebene Übernahme der an der NASDAQ gelistesteten Constellation Pharmaceuticals Inc. für 34 USD je Aktie in bar vermochte dem Kurs keine positiven Impulse zu verleihen. Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial für den deutschen Titel, das hilft aber momentan nicht. Vielleicht belebt nun ein Krebsmedikament, das das US-Pharmaunternehmen Incyte gemeinsam mit Morphosys vermarktet, bald den Kurs. Incyte kann sich nämlich konkrete Hoffnungen auf eine Zulassung für das Blutkrebsmedikament Tafasitamab in Europa machen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA gab eine positive Empfehlung für das Medikament ab, wie letzten Freitag berichtet wurde. Sollte dann im nächsten Schritt eine Vermarktung ermöglicht werden, sollte sich dies in steigenden Kursen niederschlagen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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