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18.09.2023 | 06:00

Deutsche Bank, Globex Mining, Vonovia – welche Folgen hat die neueste Zinsanhebung der EZB

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Bildquelle: pixabay.com

Nach einer langen Zeit der Nullzinspolitik verschärft die EZB den Kampf gegen die Inflation und hat in der vergangenen Woche zum 10. Mal in Folge die Zinsen angehoben. Die Auswirkungen sind sehr unterschiedlich. Bei den Banken kann einerseits der Profit über die höheren Zinsen gesteigert werden, er kann aber auch sinken, wenn weniger Kredite vergeben werden können. Bei Rohstoffen könnte der Zinsanstieg in Europa für einen stärkeren US-Dollar sorgen. Allerdings ist das eher unwahrscheinlich, da die Zinsen in den USA noch höher sind. Für den Immobilienbereich sind die steigenden Zinsen Gift. Kredite werden teurer und somit sinkt die Nachfrage nach Immobilien. Wir sehen uns heute aus jedem Bereich ein Unternehmen an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 , VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1

Inhaltsverzeichnis:


    Deutsche Bank – Licht und Schatten

    Schaut man sich das 1. Halbjahr der Deutschen Bank an, so waren die jeweiligen Quartalszahlen mehr als ordentlich und man würde nicht auf die Idee kommen, dass die Deutsche Bank zu den Underperformern im Bankenwesen zählt. Das liegt unter anderem an dem Bankenbeben, dem beispielsweise die Credit Suisse zum Opfer fiel. Als die Credit Default Swap-Raten der Bank nach oben schnellten ging die Angst um, dass die Deutsche Bank ebenfalls in Schwierigkeiten stecken könnte. Dem war nicht so, aber gab es zuletzt wieder schlechtere Nachrichten.

    Da sind vor allem die IT-Probleme im Privatkundebereich mit den Kunden der Postbank und wohl auch der DSL Bank zu nennen. Die Migration läuft alles andere als reibungslos. Nach diversen Kundenbeschwerden hat sich mittlerweile die Bafin eingeschaltet und so den Druck auf den Konzern erhöht. Positive Auswirkungen auf die Aktie könnte die Meldung von Ende letzter Woche haben, nach der die Deutsche Bank gemeinsam mit dem Schweizer Krypto-Unternehmen Taurus institutionellen Kunden eine Bitcoin-Aufbewahrung anbieten will. Damit hätte man ein neues Geschäftsfeld eröffnet.

    Im Vergleich zu ihren europäischen Konkurrenten zeichnet sich die Deutsche Bank derzeit durch attraktive Bewertungskennzahlen aus. Da ist zum einen das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 5 zu nennen und zum anderen das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,3. Die Wettbewerber werden derzeit mit ganz anderen Bewertungen gehandelt. Dementsprechend hat die Aktie der Deutschen Bank, die aktuell bei 10,25 EUR handelt, viel Nachholpotenzial. Vergangene Woche hat J.P. Morgan das Kursziel auf 14 EUR gesetzt und eine Kaufempfehlung ausgesprochen.

    Globex Mining – deutlich unterbewertet

    Der Rohstoffhunger nimmt weltweit zu und gerade kritische Rohstoffe sind mittlerweile stark umkämpft. Beispielsweise wird Lithium für die Elektromobilität dringend benötigt. Oder Seltene Erden, bei denen China die Exportbedingungen verschärft hat, könnten den westlichen Ländern ausgehen, obwohl einige Technologien darauf angewiesen sind. Will man als Anleger in diese kritischen Rohstoffe investieren, kann man Einzelunternehmen kaufen, oder auf ETFs zurückgreifen. Eine andere Möglichkeit bietet Globex Mining (GMX) aus Kanada, das über 232 Projekte in verschiedenen Metallkategorien, darunter Edelmetalle, Basismetalle und Spezialmetalle verfügt und nahezu alle kritischen Rohstoffe in seinem Portfolio hat.

    55 der Liegenschaften weisen historische oder NI 43-101 konforme Ressourcen auf. Die Entwicklung der Projekte übernehmen andere Unternehmen, die einen bestimmten Betrag in das Projekt investieren müssen und im Gegenzug erhält GMX Lizenzgebühren, Optionen, Barzahlungen oder Aktien. Die meisten Liegenschaften befinden sich in Nordamerika mit Ausnahme des Bräunsdorf Silber Projekts in Deutschland. Dort gab es durch den Partner Excellon Resources ein Update. Alle Bedingungen der Vereinbarung wurden erfüllt und so wird das Projekt zum 91. Lizenzgrundstück von GMX. Das Unternehmen erhält nach Produktionsstart 3,5 % Bruttometall-Lizenzgebühr auf Edelmetalle und 2,5 % auf alle sonstigen Metalle, sofern nicht die Option von Excellon gezogen wird, die Prozente um 1 % gegen eine Zahlung von 1,5 Mio. CAD zu senken.

    Durch die Vielzahl an Projekten und Partnern ist ein ständiger Nachrichtenfluss gewährleistet. Am 8. September startete Brunswick Exploration sein 5.000 m Bohrprogramm auf dem Lac Escale Lithium Projekt. Der Partner Emperor Metals hat bei seinen Bohrungen Goldgehalte bis 5,6 g/t auf dem Duquesne West Grundstück von GMX aufgedeckt. Für das Chibougamau Projekt erhält GMX von Tomagold für die West Block Grundstücke eine 2 % Bruttometall-Lizenzgebühr. Hinzu kommt ein LOI für den East Block. Auf dem Seltenen Erden Projekt Crater Lake Scandium konnte Imperial Mining die geschätzte Mineralressource auf 27,7 Mio. t steigern, was einer Minenlebensdauer von etwa 40 Jahren entspricht. Bei all den guten Nachrichten ist es überraschend, dass die Aktie von GMX deutlich unterbewertet ist. Bei einem aktuellen Kurs von 0,79 CAD kommt das Unternehmen gerade einmal auf eine Marktkapitalisierung von rund 44 Mio. CAD.

    Vonovia – trotz hoher Schulden zu günstig?

    Für Vonvia wäre ein Aussetzen der Zinserhöhung vergangene Woche ein sehr positives Zeichen gewesen, doch es kam bekanntlich anders. Die ersten Monate 2023 waren schwierig für den Immobilienkonzern Vonvia, seit Ende März geht es am Aktienmarkt wieder aufwärts. Die Achillesferse des Konzerns sind die hohen Schulden. Doch bei Bekanntgabe der Zahlen zum 2. Quartal konnte man bereits verkünden, dass sämtliche Refinanzierungen bis Ende 2024 bereits gedeckt sind. Auch der Leerstand von lediglich 2,2 % des Gesamtportfolios ist ein guter Wert. Beim EBITDA von 619 Mio. EUR legte man um 10,3 % im Vorjahresvergleich zu.

    Nimmt man den Nettoinventarwert nach Berechnung der European Public Real Estate Association als Maßstab, der zum Ende des Halbjahres bei 49,67 EUR lag, ist die Aktie aktuell unterbewertet. Durch die Wohnungsverkäufe an Apollo und CBRE hat sich das Unternehmen Luft verschafft. Auch sonst ist der Konzern bemüht Kosten zu senken. In Berlin läuft ein Pilotprojekt mit decarbon1ze und dem Stromübertragungsnetzbetreiber 50Hertz mit dem Ziel, überschüssige erneuerbare Energien innerhalb des Hauses zu nutzen, um die Energiekosten zu senken.

    Bei rund 3.500 Aufzügen hat man ein Fern-Monitoring-System installiert, um anhand der Daten, die von Senorik-Boxen übermittelt werden, Ausfälle zu vermeiden. Den Anbieter der Lösung Dr. Schönberger GmbH hat Vonovia übernommen und will auch anderen Kunden den Kauf ermöglichen und so eine weitere Einnahmequelle generieren. Seit Anfang August hat es Kaufempfehlungen gehagelt. Im September bekräftigten das die Deutsche Bank und Warburg Research mit Kurzzielen zwischen 27,00 und 39,80 EUR. Die Aktie hat nach der Zinserhöhung am Freitag negativ geschlossen und ging mit 23,52 EUR aus dem Xetrahandel.


    Der Zinsschritt der EZB kam nicht gänzlich unerwartet und wird kaum größere Auswirkungen auf die 3 hier vorgestellten Unternehmen haben. Die Deutsche Bank sollte schleunigst ihre IT-Probleme lösen, damit die Kunden der DSL- und Postbank keine Probleme mehr haben. Operativ ist man auf einem guten Weg. Globex Mining hat eine Vielzahl an Projekten, die bei Produktionsstart Lizenzgebühren generieren. Durch das breite Portfolio investiert man in viele verschiedene Rohstoffe. Die Unterbewertung ist offensichtlich, zumal das Unternehmen auch ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt hat. Vonovia hat bis Ende 2024 die Refinanzierungen unter Dach und Fach gebracht. Die operativen Zahlen überzeugen. Die Aktie scheint unterbewertet, aber die hohen Schulden sollte man immer im Auge behalten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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