27.07.2026 | 05:00
Drohnen-Revolution: Palantir und Lockheed Martin zur Innovation gezwungen – Volatus Aerospace macht’s wie die Ukraine
Die Zeit, in der tonnenschwere Panzer oder extrem teure Kampfflugzeuge über Sieg oder Niederlage auf dem Schlachtfeld entschieden haben, ist vorbei. Wie ein Blick auf die modernen Kriege zeigt, entscheidet heute vor allem das nahtlose Zusammenspiel von Hardware und Software über den tatsächlichen Erfolg. Wer Algorithmen und Sensorik nicht in Echtzeit koordinieren kann, verliert den Anschluss. Eindrucksvoll stellt das aktuell die Ukraine unter Beweis, die inzwischen mehr Drohnen für Gegenangriffe auf Russland startet, als der Aggressor selbst. Das zeigt, dass Sicherheit für die NATO auch bedeutet, eine agile Rüstungsindustrie aufzubauen, die flexibel auf Anforderungen reagieren kann. Wir werfen einen Blick auf drei Unternehmen der Branche und zeigen Chancen auf.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088 , LOCKHEED MARTIN DL 1 | US5398301094
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Palantir setzt Maßstäbe in der digitalen Kriegführung
Software-Spezialist Palantir hat die Branche mit seinen Datenintegrationsplattformen tiefgreifend verändert. Laut aktuellen Unternehmenszahlen verzeichnete der Konzern im ersten Quartal 2026 einen GAAP-Umsatz von 1,63 Mrd. USD, was einem Wachstum von 85 % entspricht, während die Bruttomarge bei beeindruckenden über 85 % lag und man einen Nettogewinn von rund 871 Mio. USD erzielen konnte. Ein Schlüssel für diese herausragende Marktstellung ist das TITAN-Programm der US Army, bei dem Palantir im Rahmen eines Vertrags über 178,4 Mio. USD als Generalunternehmer Prototypen für eine KI-gestützte Bodenstation baut. Dieses System verknüpft unterschiedlichste Sensoren und nutzt sowohl LKW als auch agilere Leichtfahrzeuge. Um die kontinuierliche Auslieferung von Software-Updates auch unter erschwerten Bedingungen garantieren zu können, greift Palantir auf seine innovative Apollo-Architektur zurück.
Lockheed Martin kämpft mit den Tücken der Komplexität
Bei Rüstungsgigant Lockheed Martin zeigt sich, dass klassische Produktionsstrukturen im Zeitalter digitaler Rüstungsgüter an ihre Grenzen stoßen. Nach Berichten des Government Accountability Office stiegen die Gesamtkosten für das ehrgeizige Block-4-Modernisierungsprogramm der F-35 von ursprünglich 10,6 auf mehr als 16,5 Mrd. USD. Trotzdem wird das Programm nicht vor 2031 oder 2032 abgeschlossen sein. Software-Probleme führten dazu, dass das Pentagon über Monate hinweg die Abnahme neuer Maschinen verweigerte und fertige Jets auf dem Werksgelände von Lockheed Martin zwischengelagert werden mussten. Letztlich gelang 2025 dennoch die Auslieferung von 191 Flugzeugen – das war Rekord. Um künftige Update-Prozesse zu beschleunigen, will man bewusst neue Wege gehen.
Volatus: Plattform-Ansatz rund um Drohnen
Das kanadische Unternehmen Volatus Aerospace schlägt in der unbemannten Luftfahrt neue Wege ein und setzt auf Plattformunabhängigkeit. Mit dem unter 15 g wiegenden V-Cortex AI Flugregler stellt das Unternehmen ein Steuerungssystem bereit, das dank integrierter optischer Zielerkennung auch in Umgebungen ohne GPS-Signal und Funkverbindung eine zuverlässige Navigation garantiert. Ergänzt wird diese Technologie durch das SaaS-Modell SKYDRA, welches die virtuelle Planung und Durchführung von Drohnenabwehr-Einsätzen ermöglicht. Laut behördlichen Angaben erhielt das Unternehmen von Transport Canada als einziger Anbieter eine Zulassung für das Canary-System für Flugeinsätze außerhalb der Sichtweite über besiedeltem Gebiet. So positioniert sich Volatus als flexibler Systemintegrator, der mittels offener Architekturen auch für Drittanbieter anschlussfähig ist. Die Situation in der Ukraine zeigt, dass dort verschiedene Komponenten und Technologien je nach Bedarf kombiniert und ausprobiert werden. Prototypen landen nicht selten binnen drei Tagen im Einsatz. Bewährt sich die Technologie, wird nachproduziert. Dank seiner Flexibilität gelingt es Volatus, die eigene Steuerungssoftware für verschiedene Drohnenplattformen nutzbar zu machen.

Um auch künftig mit Innovationen zu punkten, setzt Volatus auf Partnerschaften und Kooperationen. Wie aus Firmenberichten hervorgeht, schloss das Unternehmen im März dieses Jahres ein Memorandum of Understanding mit Sentinel R&D zur gemeinsamen Entwicklung kanadischer Abfangdrohnensysteme auf Basis von Leichtbau-Composites und der V-Cortex-Plattform. Parallel läuft die Erprobung startbahnunabhängiger Cargo-Drohnensysteme mit Dufour Aerospace für Logistikaufgaben in herausfordernden Regionen wie der Arktis. Dass diese Strategie auch international Früchte trägt, zeigt die Auslieferung von taktischen Aufklärungsdrohnen im Wert von rund 1,8 Mio. CAD an einen NATO-Mitgliedsstaat.
So steht es um die Aktie von Volatus
Die Aktie von Volatus galt in den vergangenen Quartalen als einer der großen Hoffnungsträger der Branche. Inzwischen zeigt sich, dass das Unternehmen mit seinem Plattform-Ansatz genau die Flexibilität mitbringt, die auch auf den Schlachtfeldern Russlands und der Ukraine zu Erfolgen geführt hat. Für Volatus kommt es darauf an, seine Software als Standard zu etablieren, etwa im Rahmen des US-amerikanischen „Drone Dominance Program“. Weitere Treiber des Geschäfts könnten der Ausbau des SaaS-Modells SKYDRA sowie weitere NATO-Lieferverträge sein. Da Volatus bereits vor Ausbruch des Ukrainekriegs mit zivilen Drohnen punkten konnte und ein umfassendes Geschäft betreibt, stehen die Chancen gut, um von der aktuellen Sonderkonjunktur im Rüstungsbereich profitieren zu können. Ohne Konkurrenz ist Volatus, das derzeit mit rund 365 Mio. CAD bewertet wird, allerdings nicht.
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