17.03.2026 | 05:00
Energie für die KI-Ära: Die Perspektiven für RE Royalties, Clearway Energy und RWE
Die Finanzierung von Energieprojekten gewinnt durch Krisen und den Aufstieg der Künstlichen Intelligenz (KI) immer mehr an Bedeutung. Laut dem World Economic Forum (WEF) könnte der Energieverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf 945 TWh ansteigen, während McKinsey Investitionen von fast sieben Billionen USD in die US-Infrastruktur erwartet. Dies zwingt die Industrie auch zu einem beschleunigten Ausbau der Erzeugungskapazitäten für Strom. In diesem Spannungsfeld haben sich drei Unternehmen positioniert: Während RWE mittels weltweiter Investitionen in Offshore-Windparks im großen Stil auf regenerative Energien setzt, fokussiert sich Clearway Energy in den USA auf den Betrieb von Wind- und Solarparks. Clearway sichert sich durch Verträge mit Weltkonzernen verlässliche Cashflows. Das kanadische Unternehmen RE Royalties agiert dagegen als Finanzierungspartner, der vom Ausbau der Energieinfrastruktur profitiert, jedoch die operativen Risiken eines direkten Anlagenbetreibers vermeidet. Dass alle genannten Unternehmen im aktuellen Umfeld Konjunktur haben, unterstreichen der Inflation Reduction Act in den USA sowie die jüngsten Marktreformen in der EU. Grund genug, sich den Markt aus Investoren-Sicht näher anzusehen.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
CLEARWAY ENERGY C DL-_01 | US18539C2044 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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RWE wächst weltweit
Der Konzern RWE gehört zu den weltweit größten Akteuren der erneuerbaren Energien und hat sich zu einem entscheidenden Treiber der Energiewende entwickelt. Das Strategieprogramm sieht vor, bis zum Jahr 2031 insgesamt 35 Mrd. EUR netto zu investieren, um die installierte Kapazität auf 65 GW zu erweitern. Ein besonderer Fokus liegt auf der Expansion im US-Markt, für den rund 17 Mrd. EUR reserviert sind. In Deutschland plant RWE zudem den Bau von bis zu 3 GW an wasserstofffähigen Gaskraftwerken, die als Reserve dienen sollen, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend Strom liefern. Finanziell operiert der Konzern aus einer Position der Stärke. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete RWE ein bereinigtes EBITDA von 5,1 Mrd. EUR sowie einen bereinigten Nettogewinn von 1,8 Mrd. EUR. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 41 %, was die Bilanz für weitere Großprojekte wie den jüngsten Erfolg bei Offshore-Windparks in Großbritannien rüstet.
Clearway Energy setzt auf planbare Cashflows in den USA
Clearway Energy schließt im US-Markt die Lücke zwischen der Erzeugung erneuerbarer Energie und dem Bedarf von Technologiekonzernen. Das Unternehmen betreibt ein Portfolio von rund 13 GW Bruttokapazität, das über 27 US-Bundesstaaten verteilt ist. Die wirtschaftliche Grundlage bilden langfristige Stromabnahmeverträge in Form sogenannter PPAs. Ein Meilenstein für Clearway ist der Abschluss von drei neuen Verträgen mit Google im Januar über insgesamt 1,17 GW, die Investitionen von über 2,4 Mrd. USD mit sich bringen und den Tech-Konzern über Zeiträume von bis zu 20 Jahren mit Energie versorgen. Das Preisumfeld für solche Verträge hat sich aufgrund knapper Netzanschlüsse zuletzt auf einigen regionalen Märkten verdoppelt. Clearway schloss das Jahr 2025 mit einem Cashflow von 430 Mio. USD ab und prognostiziert für 2026 einen Anstieg auf bis zu 510 Mio. USD, was einem Wachstum von 19 % entspricht. Aktuell liegt die Dividendenrendite von Clearway bei rund 4,8 %.
RE Royalties bringt das Royalty-Modell in die Energiewirtschaft
In dem vor allem für kleinere Anbieter regenerativer Energien komplexen Finanzierungsumfeld positioniert sich RE Royalties als Partner, der das Beste aus beiden Welten vereint. Anstatt eigene Anlagen zu betreiben, stellt das Unternehmen Projektentwicklern Kapital für den Bau oder die Expansion ihrer Anlagen zur Verfügung. Im Gegenzug sichert sich RE Royalties eine prozentuale Beteiligung am Bruttoumsatz der Projekte über Zeiträume von 20 bis 25 Jahren. Da die Beteiligung direkt am Bruttoumsatz ansetzt, haben steigende Betriebskosten, teure Wartungsaufwendungen oder höhere Versicherungsprämien keinen negativen Einfluss auf die Einnahmen. Das diversifizierte Portfolio umfasst Lizenzen für über 100 Projekte weltweit. Diese Struktur verleiht RE Royalties eine hohe Cash-Marge und die Flexibilität, das freigesetzte Kapital schnell in neue Technologien wie dezentrale Solaranlagen oder Batteriespeicher zu reinvestieren.

Strategische Chance durch massive Unterbewertung
Investoren bietet die aktuelle Marktphase eine Chance, ein diversifiziertes Energie-Portfolio aufzubauen. RWE liefert als Großkonzern die Stabilität eines klassischen Versorgers, während Clearway Energy durch Verträge mit Hyperscalern verlässliche Cashflows in den USA generiert. RE Royalties bietet die Möglichkeit, an einem Modell teilzuhaben, das die Stabilität eines Infrastruktur-Wertes mit der Transparenz reiner Finanzanlagen kombiniert. Beobachter sehen bei der Aktie derzeit eine eklatante Diskrepanz zwischen dem Börsenwert und dem fundamentalen Wert. Während der Kurs im ersten Quartal 2026 bei etwa 0,40 CAD notiert, schätzen Plattformen wie Simply Wall St den fairen Wert auf Basis zukünftiger Cashflows auf über 1,50 CAD. Die Marktkapitalisierung von lediglich rund 17 Mio. CAD spiegelt den wahren Wert der über 100 Royalties laut dieser Einschätzung bei Weitem nicht wider. Investoren finden in RE Royalties einen innovativen Energie-Wert, der für die KI-Ära optimal positioniert ist. Da RE Royalties auch eine Dividende ausschüttet, erhalten Anleger auch eine Art Absicherung bei Kursschwankungen – aufs Jahr hochgerechnet winkt Aktionären bei aktuellen Kursen eine Dividendenrendite von leicht über 10 %.
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