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05.10.2026 | 04:48

Energieknappheit durch KI: Aktien von Kinder Morgan, Standard Uranium und GE Vernova könnten profitieren!

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Bildquelle: Gemini

Der KI-Boom ist mit Bezug zum Energiebedarf schon lange auch in Deutschland angekommen. In Frankfurt, wo sich der DE-CIX-Knotenpunkt befindet, geht ein erheblicher Teil der städtischen Spitzenlast inzwischen auf Rechenzentren zurück. Anderswo sind die Zahlen aber noch extremer. Dementsprechend ist der Zugang zu Energie derzeit der Flaschenhals des KI-Rechenzentren-Ausbaus. In den Vereinigten Staaten, dem Epizentrum der KI-Expansion, werden jetzt schon mehr als 4,5 % des gesamten US-Stroms durch KI-Rechenzentren benötigt. Das gesamte Energienetz wird dadurch auf die Probe gestellt. Und dieser Anteil soll bis zum Jahr 2030 auf über 8 % steigen. Und wer weiß, ob diese Schätzungen der Internationalen Energie-Agentur (IEA) nicht zu niedrig angesetzt wurden. Denn eine einzige KI-Anfrage verbraucht etwa das Zehnfache einer normalen Suchanfrage im Internet. Dementsprechend sollten die Energiepreise wie auch Energieanbieter und deren Supply Chain von dieser Entwicklung profitieren. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von Kinder Morgan, Standard Uranium und GE Vernova.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , GE VERNOVA INC | US36828A1016 | NYSE: GEV , KINDER MORGAN P DL-_01 | US49456B1017

Inhaltsverzeichnis:


    Kinder Morgan: Das Netz macht die Kohle!

    Bei der Aktie von Kinder Morgan gab es zuletzt einen kleinen Rutsch nach unten. Das dürfte vor allem mit dem Marktumfeld (steigende Bondrenditen!) zu tun haben. Ansonsten gehört die Aktie des an der NYSE gelisteten Unternehmens zu den Gewinnern des KI-Ausbaus in den Vereinigten Staaten.
    Das wird aber nicht gleich auf den ersten Blick deutlich, denn Kinder Morgan ist erst einmal der größte Betreiber von Gas-Pipelines. Das Unternehmen transportiert ungefähr 40 % des gesamten US-Erdgases über ein rund 58.600 Meilen langes Pipeline-Netz. Die KI-Rechenzentren wiederum benötigen eine stabile Grundlast für den Betrieb. Dementsprechend wird massiv auf Gaskraftwerke nahe der neuen KI-Hubs gesetzt. Kinder Morgan kann über sein Pipeline-Netz die Abnehmer, meist Versorgungsunternehmen, entsprechend bedienen. Deswegen setzt das Management auch auf den gezielten Ausbau des Netzes. Im Fokus stehen dabei der Südosten der USA sowie im Westen der Bundesstaat Arizona, die sich zu Hotspots für neue Rechenzentren entwickelt haben und weiterentwickeln.
    Die Zahlen des erst 1997 gegründeten Konzerns zeigen, wie stark derzeit die Entwicklung ist. Im ersten Halbjahr verzeichnete Kinder Morgan eine hohe Nachfrage im Erdgasnetz und höherem Transportvolumen. So stieg der Umsatz um 12,2 % auf rund 9,31 Mrd. USD gegenüber dem Vorjahr. Unterm Strich wurde mit 1,84 Mrd. USD überproportional mehr verdient, das Plus betrug 28,7 %. Der Free Cashflow erreichte solide 1,66 Mrd. USD.
    Aufgrund der guten Bilanzlage wurde die Dividende erneut um 2 % auf nunmehr 0,2975 USD je Aktie angehoben. Hochgerechnet aufs Jahr ergeben sich 1,19 USD, was einer Dividendenrendite von knapp 4 % entspricht. Dazu gesellten sich Aktienrückkäufe. Hier hat das Management zwar ein Programm im Volumen von 3 Mrd. USD aufgesetzt, allerdings wird dies sehr opportunistisch eingesetzt. Derzeit sind die Investitionen in den Netzausbau, Übernahmen und der Schuldenabbau wichtiger. Gut ist: Das Projekt-Backlog von Kinder Morgan beträgt rund 10 Mrd. USD. Damit sind die zukünftigen Cashflows relativ zuverlässig zu prognostizieren.

    Standard Uranium: Jetzt soll die Ernte eingefahren werden!

    Der Ausbau der Kernkraftwerke in den USA wurde schon vor Jahren angeschoben und hat durch den Bedarf der KI-Infrastruktur noch einmal eine neue Dimension erreicht. So gab es zuletzt im Mai 2025 eine Executive Order zum massiven Ausbau und zur Deregulierung des Marktes für Atomenergie. Hier sollen die Kapazitäten bis 2050 auf 400 GW erhöht werden. Erste Kraftwerke wie das AKW Palisades in Michigan oder Three Mile Island (umbenannt in Crane Clean Energy Center) sind bereits wieder am Netz oder stehen kurz davor.
    Damit einher geht auch eine steigende Nachfrage nach Uran. Ein Atomkraftwerk braucht planbare Lieferverträge, um den Betrieb sicher und stabil zu halten. Die wachsende Kapazität kommt aber nicht nur aus den Vereinigten Staaten. So bauen viele weitere Länder wieder Kernkraftwerke, allen voran China, aber auch Indien oder die Türkei. Da vom Bau bis zur Inbetriebnahme oft viele Jahre vergehen, macht sich dies schrittweise in der Nachfrage nach Uran bemerkbar.
    Einer der Profiteure könnte das Nachbarland Kanada sein, wo sich große Reserven befinden. Das Unternehmen Standard Uranium profitiert dabei vor allem von den Explorationsaktivitäten. Es fließt viel Geld in den Sektor und das muss investiert werden. CEO und Gründer Jon Bey hatte sich über Jahre aussichtsreiche Projekte im Athabasca-Becken Saskatchewan, dem Zentrum der kanadischen Uran-Exploration gesichert, und will nun die Ernte einfahren. Als Projekt-Generator führt Standard Uranium die Grundlagenarbeit bei Uran-Projekten durch, wie beispielsweise die Kartierung oder Probenentnahme. Danach werden diese Projekte an Explorationsgesellschaften weitergereicht. Hierfür erhält Standard Uranium in der Regel Aktien und Cash als Gegenleistung. Zudem profitiert man vom Erfolg der Exploration. Stellt sich kein Erfolg ein, gibt es aber auch kein Risiko.
    Das eingenommene Kapital nutzt das Unternehmen, um eigene Projekte zu realisieren. Im Fokus steht dabei Davidson River, das sich strategisch günstig in der Nähe von etablierten Uran-Betrieben wie Arrow von NexGen und Triple R von Fission Uranium befindet. Standard Uranium nutzt das aktuell große Interesse, um eine weitere Kapitalerhöhung durchzuführen. Damit sollen die Bohrarbeiten auf Davidson River forciert werden.
    Standard Uranium kommt lediglich auf einen Börsenwert von umgerechnet rund 7 Mio. EUR. Die Aktie ist also eher spekulativ einzuschätzen. Allerdings könnte sie durchstarten, sobald die laufende Finanzierung durch ist und gute operative Nachrichten von eigenen oder Partner-Projekten gemeldet werden.

    GE Vernova: Dickes Auftragsbuch!

    Ein echtes Schwergewicht auf dem US-Energiemarkt ist GE Vernova. Das 2024 per Abspaltung aus dem traditionsreichen General Electric-Konzern hervorgegangene Unternehmen wird an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 260 Mrd. USD bewertet. Wie das deutsche Pendant Siemens Energy ist GE Vernova vor allem ein Anlagenbauer. Der Konzern stellt Gasturbinen, Windkraftanlagen sowie die Schlüssel-Hardware für das Stromnetz her. Ohne diese Ausrüstung können neue Rechenzentren nicht an das Hochspannungsnetz angeschlossen werden.
    Im ersten Halbjahr zeigte der NYSE-Konzern außergewöhnlich starke Zahlen. Man profitiert direkt von der Nachfrage nach Netz- und Gasturbinentechnik. So legten die Einnahmen um 19 % auf 20,44 Mrd. USD im Vergleich zum Vorjahr zu. Bemerkenswert ist auch die Auftragslage: So lag der Ordereingang in den ersten sechs Monaten bei stolzen 42,5 Mrd. USD. Allein im Q2 nahm dieser um 88 % zu. Damit liegt der Gesamtauftragsbestand des Konzerns bei einem Rekordwert von 176 Mrd. USD.
    Der wichtigste Umsatz- und Gewinntreiber war dabei das Power-Segment mit Gasturbinen & Nuklear. Das Management blickt daher optimistisch in die Zukunft und hat die Prognose im Juli angehoben. Die Aktie von GE Vernova hatte sich seit Mitte 2024 in der Spitze mehr als verzehnfacht. Zuletzt zeigte sie eine Konsolidierung. Solange der KI-Ausbau läuft, dürfte der Konzern kräftig profitieren.


    Fazit: Mit GE Vernova setzen Anleger auf den Lieferanten für den Bau von Gaskraftwerken und der gesamten Anschlusstechnik. Die Aktie ist aber nicht mehr günstig. Standard Uranium profitiert vom Boom der Exploration neuer Liegenschaften und setzt parallel auf eigene Projekte. Kinder Morgan ist als größter Betreiber des US-Gasnetzes ein indirekter Profiteur des Ausbaus von Rechenzentren.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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