18.09.2026 | 05:10
GE Vernova, Zefiro Methane, Sempra – Erdgas vor dem Mega-Comeback
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von ZEFIRO Methane Corp.
Der Stromhunger von KI und Rechenzentren verändert den Energiemarkt. Rund um die Uhr verfügbare Leistung wird zur strategischen Ressource, während Netze und neue Kraftwerke mit dem Wachstum kaum Schritt halten. Erdgas erlebt deshalb eine nicht erwartete Renaissance. Neue Gaskraftwerke entstehen, Milliarden fließen in LNG-Infrastruktur und Abnehmer sichern sich Lieferungen über Jahrzehnte. Gleichzeitig wächst der Druck, die Altlasten der Öl- und Gasindustrie zu beseitigen.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
SEMPRA ENERGY | US8168511090 , ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | Cboe: ZEFI , GE VERNOVA INC | US36828A1016 | NYSE: GEV
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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GE Vernova – Asien-Geschäft wächst, doch Analysten warnen vor Margendruck
GE Vernova bekommt den wachsenden Energiehunger der Digitalwirtschaft unmittelbar zu spüren. Deshalb baut der Konzern derzeit sein Asiengeschäft in der Sparte für fossile Energieerzeugung aus. Das Unternehmen hat mit dem thailändischen Energieversorger B.Grimm Power zwei Abkommen geschlossen. Das erste Projekt umfasst die Lieferung einer Gasturbine und des dazugehörigen Generators für ein geplantes Kraftwerk im malaysischen Bundesstaat Perlis. Die Auslieferung der technischen Komponenten ist für das kommende Jahr vorgesehen, während der reguläre Netzbetrieb im vierten Quartal 2029 starten soll. Ein Treiber für diesen Neubau ist der wachsende Strombedarf durch neue regionale Rechenzentren. Darüber hinaus wurde ein 14-jähriger Servicevertrag für fünf bestehende Gasturbinen an zwei thailändischen Kraftwerksstandorten unterzeichnet.
GE Vernova baut seine Präsenz zudem in Japan aus. Für den Projektentwickler Eurus Energy liefert GE Vernova sieben Onshore-Windkraftanlagen für den Windpark Hiyamizutouge. Die Turbinen verfügen über eine Leistung von jeweils 4,2 MW, womit sich eine installierte Gesamtkapazität von 29,4 MW ergibt. Die technischen Spezifikationen der Rotoren sind dabei exakt auf die lokalen klimatischen Bedingungen abgestimmt. Teil der Vereinbarung ist zudem ein Wartungsvertrag mit einer Laufzeit von zunächst 2 Jahren.
Trotz der soliden Auftragseingänge wird die Aktie von GE Vernova zum Teil kritisch bewertet. Das Analysehaus GLJ Research hat das Papier kürzlich mit einer klaren Verkaufsempfehlung bewertet. Das ausgegebene Kursziel von 470 USD liegt stark unter dem aktuellen Marktniveau. Dies wird mit einem erwarteten Margenrückgang im Geschäftsjahr 2027 begründet. Da die für diesen Zeitraum geplanten Auslieferungen größtenteils bereits 2024 und damit vor den jüngsten Preissteigerungen vertraglich fixiert wurden, rechnen die Experten mit einer deutlich geringeren Profitabilität. Mit einer EBITDA-Prognose von 7,42 Mrd. USD für 2027 liegt die Erwartung von GLJ Research 22 % unter den allgemeinen Markterwartungen.
Zefiro Methane – Auftragsdynamik nimmt Fahrt auf
Auch Zefiro Methane legt bei neuen Aufträgen nach. Der Spezialist für die Sanierung stillgelegter Öl- und Gasbohrungen hat drei weitere staatlich finanzierte Projekte in Ohio und Pennsylvania mit einem Gesamtvolumen von rund 1,9 Mio. USD erhalten. Insgesamt werden zwölf verwaiste Bohrlöcher verschlossen. Besonders interessant ist die Tatsache, dass Zefiro bei zwei Projekten der einzige Bieter war.
Allein die beiden Aufträge Trumbull 3F und Lake 18F in Ohio bringen zusammen rund 1,47 Mio. USD Umsatz. Das entspricht durchschnittlich etwa 184.000 USD je Bohrloch und liegt damit mehr als 40 % über den veröffentlichten durchschnittlichen Kosten des staatlichen Orphan-Well-Programms von 129.997,93 USD. Das Pennsylvania-Projekt soll mindestens weitere 435.000 USD in die Kassen spülen. Da die vier Bohrlöcher nur wenige Autominuten vom Firmensitz der Tochter Plants & Goodwin entfernt liegen, dürften die Mobilisierungskosten vergleichsweise niedrig ausfallen.
Die Aufträge treffen auf einen riesigen Markt. Zefiro identifiziert, vermisst und verschließt verwaiste Öl- und Gasbohrungen und kann zusätzlich über Methanmessungen sowie Emissionsgutschriften Erlöse erzielen. Das Unternehmen ist inzwischen in 13 US-Bundesstaaten aktiv.
Gleichzeitig wächst der Auftragsbestand. Erst Anfang September erhielt Zefiro einen weiteren staatlich finanzierten Auftrag über 11,5 Mio. USD, der bis Juni 2029 läuft. Davon sollen rund 3 Mio. USD bis Ende Juni 2027 umgesetzt werden. Zusammen mit dem bereits bestehenden Ohio-Vertrag über 19,6 Mio. USD erhöht dies die Umsatzvisibilität deutlich.
Auch Analysten sehen enormes Potenzial. GBC Research nennt ein Kursziel von 2,12 CAD. Die Analysten kalkulieren für die im Mai übernommenen Viking-Rigs ab 2026/27 mit jährlich 8 Mio. USD zusätzlichem Umsatz. Hinzu kommt die Chance auf ein Wiederanlaufen des margenstarken Carbon-Credit-Geschäfts. Gelingt die operative Skalierung, könnte Zefiro damit in eine neue Wachstumsphase eintreten.
Sempra schließt Langzeit-Deal und belohnt Investoren
Sempra liefert das vielleicht deutlichste Signal dafür, dass Erdgas keineswegs vor dem Aus steht. Das Tochterunternehmen Sempra Infrastructure hat sich mit dem brasilianischen Konzern Petrobras auf einen langfristigen Liefervertrag für LNG geeinigt. Das Abkommen erstreckt sich über einen Zeitraum von 20 Jahren und sichert den Brasilianern eine jährliche Liefermenge von rund 0,8 Mio. t zu. Petrobras ist damit das erste südamerikanische Unternehmen, das Sempra als direkten LNG-Kunden gewinnen konnte.
Das für Petrobras bestimmte Erdgas wird in der Anlage Port Arthur im Bundesstaat Texas produziert. Konkret stammt es aus der zweiten Erweiterungsphase, für die im September des vergangenen Jahres die finale Investitionsentscheidung getroffen wurde. Die zwei neuen Produktionslinien sollen in den Jahren 2030 und 2031 ihren regulären kommerziellen Betrieb aufnehmen. Mit diesem Ausbau verdoppelt sich die Verarbeitungskapazität des texanischen Standorts auf bis zu 26 Mio. t pro Jahr. Das Bauprojekt fügt sich in das generelle Konzept des Unternehmens ein, den pazifischen und atlantischen Markt von verschiedenen Standorten aus bedienen zu können.
Neben den operativen Fortschritten im Infrastrukturbereich plant der Konzern, seine Aktionäre weiterhin an der Unternehmensentwicklung zu beteiligen. Sempra, dessen Kerngeschäft zudem den Betrieb weitreichender Energienetze in Texas und Kalifornien beinhaltet, wird auch im anstehenden Quartal eine Dividendenausschüttung vornehmen. Der Verwaltungsrat der Muttergesellschaft hat eine reguläre Dividende in Höhe von 0,6575 USD je Stammaktie genehmigt.
Der Erdgas-Boom ist zurück und eröffnet gleich mehrere Chancen. GE Vernova profitiert vom weltweit steigenden Bedarf an neuer Kraftwerksleistung, während Sempra mit milliardenschwerer LNG-Infrastruktur und langfristigen Lieferverträgen auf die wachsende Gasnachfrage setzt. Zefiro Methane besetzt dagegen einen Markt, der mit dem Comeback fossiler Energien weiter an Bedeutung gewinnt: die Sanierung ihrer Altlasten. Neue Millionenaufträge und zusätzliches Carbon-Credit-Potenzial könnten die nächste Wachstumsphase einläuten.
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