09.01.2026 | 06:00
Gewinner und Verlierer im Silberschock: Die aktuellen Situationen von BYD, Silver North Resources und Intel im Check
Ein neues Ringen um einen scheinbar altbekannten Rohstoff bestimmt die Zukunft der Megatrends. Silber, unverzichtbar für grüne Energie, Elektromobilität und die Elektronik- bzw. Halbleiterbranche, steht im Zentrum einer explosiven Angebotslücke. Der extreme Preisanstieg sorgt die Industrien, da deren Margen unter dem hohen Silberpreis leiden, und schafft wie jede Krise Gewinner und Verlierer. Wir sehen uns daher die aktuelle Situation von BYD, Silver North Resources und Intel genauer an.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , SILVER NORTH RESOURCES LTD | CA8280611010 , INTEL CORP. DL-_001 | US4581401001
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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BYD - zwischen Rohstoffdruck und Wachstumskurs
Der steigende Silberpreis könnte neben Lithium für BYD zu einem unerwarteten Kostentreiber werden. Elektroautos benötigen laut Studien bis zu 80 % mehr Silber als Verbrenner, vor allem für Leistungselektronik und Batteriemanagement. Zwar macht das Edelmetall nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus, doch bei anhaltend hohen Preisen und schmaleren Margen wird dieser Faktor spürbarer. Dieses grundsätzliche Industrierisiko trifft auf einen Konzern, dessen Wachstumsdynamik nachlässt, wie die Dezemberzahlen zeigen. Der Absatz von Neufahrzeugen lag mit rund 420.000 Einheiten deutlich unter dem Vorjahreswert, auch wenn das Gesamtjahr 2025 mit 4,6 Mio. verkauften Fahrzeugen noch ein Plus verzeichnete.
Die aktuelle Lage ist zwiespältig. Einerseits expandiert BYD global aggressiv, wie die Exportzahlen von über 133.000 Fahrzeugen im Dezember belegen. Andererseits bröckelt daheim in China das Geschäft. Die Nachfrage nach Plug-in-Hybriden, einer traditionellen Stärke BYDs, schwächelt spürbar. Zudem häufen sich politische Risiken, von neuen Zöllen in Europa bis hin zu Forderungen aus den USA, BYD auf eine Liste von Unternehmen mit Militärverbindungen zu setzen. Interessant ist die massive Aufnahme von langfristigen Schulden, die den Cashbestand aufbläht. Das deutet auf strategische Reserven für mögliche Akquisitionen oder Investitionen hin, etwa zur Umgehung von Handelsbarrieren.
Was spricht aktuell für und gegen die Aktie? Die Pro-Argumente sind nach wie vor stark. BYD ist globaler Volumenführer bei Elektroautos, hat eine tiefe vertikale Integration und drängt mit preiswerten Modellen erfolgreich in internationale Märkte. Die Contra-Seite zeigt jedoch auch dunkle Wolken. Der erbitterte Preiskampf in China drückt die Profitabilität, das Wachstum im Heimatmarkt flacht strukturell ab, und geopolitischer Widerstand im Ausland nimmt zu. Für Investoren steht nun die Frage im Raum, ob die globale Skalierung diese binnenwirtschaftlichen und politischen Herausforderungen kurzfristig auffangen kann. Derzeit ist die Aktie für 10,44 EUR zu haben.
Silver North Resources – mit hochgradigen Entdeckungen
Der hohe Silberpreis rückt neben den Produzenten vor allem die Explorer in den Fokus. Der Preis des Edelmetalls hat 2025 mehrfach historische Höchststände erreicht und wurde zuletzt bei über 75 USD je Unze gehandelt. Diese Explorationsunternehmen sind die Zulieferer künftiger Minen und wo sie auf vielversprechende Geologie stoßen, kann sich für Investoren frühzeitig ein Hebel bieten. Ein Beispiel ist Silver North Resources, das im etablierten Keno Hill Silberdistrikt im kanadischen Yukon aktiv ist. In dieser historischen Region, direkt neben der produzierenden Keno Hill Mine von Hecla Mining, sucht das Team nach der nächsten großen Entdeckung. Die jüngsten Bohrergebnisse deuten darauf hin, dass sie auf einer heißen Spur sein könnten.
Die jüngsten Daten vom Flaggschiffprojekt Haldane untermauern diesen Eindruck. Die sogenannte Main Fault Zone wurde durch weitere Bohrungen um 50 m entlang der Streichrichtung erweitert. In der Tiefe erstreckt sie sich nun über 150 m, von der Oberfläche aus gemessen sogar über 300 m. Besonders Bohrloch HLD25-35 lieferte mit 14,4 m und 231 g/t Silber ein solides Intervall. Darin enthalten ist eine hochgradige Ader von 1,25 m mit 1.261 g/t Silber. Solche Ergebnisse zeigen, dass sich die Mineralisierung systematisch verfolgen lässt und nicht nur ein punktueller Glückstreffer war. Die konsistente Anreicherung von Gold in den Proben ist ein weiteres positives metallurgisches Merkmal.
Am 19. Dezember 2025 sicherte sich das Unternehmen die Finanzierung, um diese Dynamik in das Jahr 2026 zu tragen. Durch eine private Platzierung von Flow-Through-Aktien wurden rund 2,25 Mio. CAD eingeworben. Diese Mittel sind für förderfähige kanadische Explorationsausgaben („Canadian exploration expenses“) bestimmt und erlauben es, das Bohrprogramm auf Haldane frühzeitig zu starten. Die Priorität liegt klar auf der weiteren Erkundung der Main Fault in die Tiefe. Parallel werden die Daten der vergangenen Saison ausgewertet, um die nächsten Bohrziele zu schärfen. Für 2026 plant Silver North ein aggressives Bohrprogramm, um das Potenzial der Struktur weiter zu entfalten. Die Aktie notiert aktuell bei 0,385 CAD und damit über dem Preis der Privatplatzierung, was als gutes Zeichen zu werten ist.
Intel – Silber, das unsichtbare Rückgrat der Tech-Revolution
Für Investoren in Halbleiteraktien lohnt ein Blick hinter die Kulissen der Chipfabriken. Ein Schlüsselelement ist oft unsichtbar: Silber. Seine einzigartige Kombination aus höchster elektrischer und thermischer Leitfähigkeit macht es für moderne Elektronik nahezu unersetzlich. Von mikroskopischen Leiterbahnen auf Hochleistungs-CPUs und KI-Beschleunigern bis zur Kühlung in Rechenzentren ist Silber ein kritischer Rohstoff. Die Nachfrage wird durch die Megatrends KI, Elektromobilität und Digitalisierung weiter angeheizt, während das Angebot kaum Schritt hält. Für Chipkonzerne ist die stabile Versorgung mit diesem Rohstoff eine fundamentale Frage der Produktionssicherheit.
Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung bei Intel bemerkenswert. Das Unternehmen hat seit dem Spätsommer erheblichen Rückenwind erhalten. Neben substanziellen staatlichen Investitionen wurde Ende Dezember der bereits angekündigte 5 Mrd. USD Deal mit Nvidia finalisiert. Diese strategische Partnerschaft zielt auf die gemeinsame Entwicklung von PC- und Serverchips ab. Gleichzeitig startet Intel mit neuer Energie ins Jahr 2026. Die ersten Panther-Lake-Chips, gefertigt im eigenen 18A-Verfahren, sind ausgeliefert und sollen über 200 PC-Designs antreiben. Zudem kündigte das Unternehmen die Rückkehr zum Gaming-Markt mit einer dedizierten Prozessor- und Plattformstrategie an.
Die Frage für Investoren ist, ob dieses Momentum nachhaltig ist. Die Bewertung hat sich nach dem deutlichen Kursanstieg der letzten Monate deutlich aufgeheizt. Optimisten verweisen auf die entschärfte Bilanz, die Führung unter CEO Lip-Bu Tan und die Chance, mit der 18A-Fertigung und KI-optimierten Chips wie dem für 2026 angekündigten „Crescent Island“ Marktanteile zurückzugewinnen. Skeptiker mahnen weiterhin strukturelle Schwächen an. Druck durch AMD im PC-Segment, Verluste im Foundry-Geschäft und die noch zu beweisende Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Fertigungstechnologie. Die kommenden Quartale müssen zeigen, ob aus den politischen und partnerschaftlichen Signalen auch ein operativer und profitabler Turnaround wird. Momentan kostet eine Aktie 42,63 USD.
Der Silberschock offenbart, wie unterschiedlich Unternehmen von der Rohstoffkrise betroffen sind. BYD steht als weltgrößter E-Autohersteller unter wachsendem Kostendruck, den seine schmaleren Margen und der heimische Preiskrieg nur schwer abfedern können. Silver North Resources profitiert als Explorer direkt von den Silberhöchstpreisen und treibt mit frischem Kapital die Exploration seines vielversprechenden Projekts voran. Für Intel ist Silber das unsichtbare, aber kritische Rückgrat seiner Chip-Revolution, wobei der aktuelle Turnaround mehr von operativen Erfolgen als vom Rohstoff abhängt. Die Angebotslücke macht Silber zum strategischen Faktor und trennt die Krisengewinner von den Leidtragenden.
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